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Markus Jung

Fernunterrichtsstatistik 2011: Weniger Fernlehrgangs-Teilnehmer - mehr Fernstudenten

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Der Fachverband Forum DistancE-Learning hat die Fernunterrichtsstatistik 2011 veröffentlicht. Die Anzahl der Teilnehmer insgesamt ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken von 387.648 auf 382.034 Teilnehmer. Dieser Rückgang resultiert aber nur aus einer Abnahme an Fernlehrgangs-Teilnehmern. Im Bereich des akademischen Fernstudiums zeigt sich eine weitere sehr starke Zunahme: In Fernstudiengängen waren in 2011 fast 133.000 Studierende eingeschrieben. Davon studierten knapp 115.000 an einer Fernhochschule, rund 18.000 waren an einer Präsenzhochschule mit Fernstudienangeboten immatrikuliert. Dies bedeutet einen Zuwachs von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Fünfjahresvergleich ist die Zahl der Fernstudierenden in Deutschland sogar um 77 Prozent gestiegen.

Sehr anschaulich zeigt dies die nachfolgende Grafik des Forum DistancE-Learning:

post-4-144309704557_thumb.jpg

Weitere Ergebnisse der Statistik:

Die Anzahl der staatlich zugelassenen Fernstudiengänge auf dem Markt ist in 2011 gestiegen, und zwar um 36 Prozent: 16 Fernhochschulen und 80 Präsenzhochschulen boten insgesamt 446 staatlich zugelassene Fernstudiengänge an

Insgesamt bildeten sich im Jahr 2011 über 382.000 Menschen per Fernunterricht fort. Unterhalb der Hochschulebene zeigt sich folgendes Bild: Am Markt waren 345 Fernlehrinstitute mit 2.643 Fernlehrgängen vertreten. Diese verzeichneten knapp 245.000 Teilnehmer in staatlich zugelassenen Fernlehrgängen und mehr als 4.200 Teilnehmer in zulassungsfreien Lehrgängen im Rahmen einer innerbetrieblichen Fortbildung.

Am beliebtesten waren Fernlehrgänge zum Thema Wirtschaft, in diesem Bereich bildeten sich 27 Prozent der Teilnehmer fort. Auf den Plätzen zwei und drei rangieren Lehrgänge zu Freizeit- und Gesundheitsthemen (17 Prozent) sowie schulische Lehrgänge (16 Prozent). 38 Prozent der Fernlerner belegte Lehrgänge, die auf öffentlich-rechtliche oder staatliche Prüfungen vorbereiten, wie zum Beispiel bei einer IHK.

Die größte Gruppe der Teilnehmer in staatlich zugelassenen Fernlehrgängen war im vergangenen Jahr die der 26- bis 40-Jährigen (52 Prozent). 22 Prozent der Fernlernenden sind unter 26 Jahre alt. Der Anteil der über 40-jährigen Lehrgangs-Teilnehmer steigt seit Jahren kontinuierlich (2011: 26 Prozent; 2010: 24 Prozent).

Die Mehrheit der Teilnehmer im Fernunterricht - 53 Prozent - war in 2011 weiblich. In akademischen Fernstudiengängen waren dagegen überwiegend männliche Personen eingeschrieben. Der Anteil der weiblichen Fernstudierenden beträgt hier nur 44 Prozent, er steigt jedoch von Jahr zu Jahr.

Die vollständige Statistik hat das Forum DistancE-Learning als PDF-Download zur Verfügung gestellt:

http://www.forum-distance-learning.de/content/downloads/FU-Statistik/Ergebnisse%20FU%20Statistik%202011/Fernunterrichtsstatistik%202011.pdf

Dort werden die Zahlen nicht nur in tabellarischer Form dargestellt, sondern auch anhand von Diagrammen veranschaulicht, unter anderem zu diesen Bereichen:

- Teilnehmende im DistancE-Learning 2003 - 2011 (oben eingefügte Grafik)

- Teilnehmende im Fernunterricht (ZFU) von 1983 - 2011

- Teilnehmende in 2011 nach Themenbereich, Altersgruppe und Geschlecht

- Fernunterrichtsangebote in 2011 nach Themenbereich und Abschlussmöglichkeit

- Personal der Fernunterrichtsanbieter

- Erlöse der Fernunterrichtsanbieter

- Fernstudierende in 2011 nach Hochschulart

Hinweis: In diesen Beitrag sind Informationen aus einer Pressemitteilung des Forum DistancE-Learning eingeflossen.

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Bei Google+ bin ich noch ein wenig mehr auf die Pressemitteilung des Verbandes Forum DistancE-Learning zu den neuen Zahlen eingegangen - und insbesondere darauf, wie diese von einigen Medien aufgegriffen wurde:

https://plus.google.com/u/0/b/101022783623490590028/101022783623490590028/posts/iuoxeJTUe6d

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Werden da eigentlich auch die gezählt, die von Deutschland aus an ausländischen Fernunis studieren? (Ich überlege mir gerade, wie das erfasst wird)

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Werden da eigentlich auch die gezählt, die von Deutschland aus an ausländischen Fernunis studieren? (Ich überlege mir gerade, wie das erfasst wird)

Nein, diese Studenten sind in der Statistik nicht erfasst (auch wenn das sicherlich interessant wäre. Aber wie du schon schreibst, wäre da die Erfassung schwierig, denn die Zahlen müssten ja die ausländischen Hochschulen liefern). Was aber vermutlich mit drin sein müsste, sind ausländische Studierende an deutschen (Fern-)Hochschulen.

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Hallo

Interessant finde ich, dass die Teilnehmerzahlen bei zulassungsfreien Lehrgänge (orange) wohl deutlich weniger geworden sind.

Liegt dies wohl an den Teilnehmern selbst, die den "Wert" einer ZFU-Zertifizierung deutlicher als früher erkennen und nicht-zulassungspflichtige Kurse deshalb gar nicht erst buchen? Sind deshalb auch reine Hobbykurse (die ja nicht zulassungspflichtig sind) nicht mehr wirklich "in"?

So etwas ist ja für die Entwicklung neuer Fernlehrgänge nicht ganz unwichtig... ;)

viele Grüße

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Hallo Anne,

soweit ich das verstanden habe, handelt es sich bei dem Bereich der zulassungsfreien Fernlehrgänge nicht um die Hobby-Kurse, die ja zumindest bei der ZFU registriert werden müssen, sondern um die betrieblichen Weiterbildungen per Fernlehrgang. Dazu heißt es in der Pressemitteilung des Forum DistancE-Learning (Fettschrift von mir):

Diese verzeichneten knapp 245.000 Teilnehmer in staatlich zugelassenen Fernlehrgängen und mehr als 4.200 Teilnehmer in zulassungsfreien Lehrgängen im Rahmen einer innerbetrieblichen Fortbildung.

Viele Grüße

Markus

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Danke

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.... ;)

Interessant ist es aber trotzdem, wenn Teilnehmerzahlen innerbetrieblicher Fortbildungen per Fernunterricht doch so stark abgenommen haben.

Viele Grüße

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Interessant ist es aber trotzdem, wenn Teilnehmerzahlen innerbetrieblicher Fortbildungen per Fernunterricht doch so stark abgenommen haben.

Stimmt. Hast du da Ideen?

Geben Unternehmen vielleicht insgesamt weniger Geld für solche Maßnahmen aus oder organisieren die Weiterbildungen lieber selbst mit eigenen Materialien und Mitarbeitern?

Oder erwarten sie vielleicht sogar vermehrt, dass sich die Mitarbeiter in ihrer Freizeit selbst weiterbilden (und fördern dies ggf. auch finanziell/zeitlich, was ja dann trotzdem nicht als betrieblicher Fernunterricht zählen würde)?

Mich wunden diese geringen Zahlen schon ein bisschen, weil die ganz großen Anbieter ja sogar eigene Abteilungen bzw. Mitarbeiter für die Betreuung der Geschäftskunden haben (z. B. ILS Professional oder AKAD Business).

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Hallo

Schwierige Frage....

Ich denke, dass viele Unternehmen inzwischen nicht mehr unbedingt "Produkte von der Stange" haben wollen - und das ist bei Fernunterricht halt schon vielfach der Fall: Alle kriegen ja die gleichen Unterrichtsmaterialien. Dass die Lernprozesse da individualisiert werden, kann meist nur mit einer besonderen (und damit aufwändiegern) Kursbetreuung gewährleistet werden. Und das kostet dann u.U. auch mehr....

Vielleicht kann es auch sein, dass der Hype um das E-Learning (das ja wohl auch in diese Statistiken mit eingerechnet wurde) ein wenig vorbei ist. Es war eine Zeit lang schwer "in", E-Learning für fast jeden Lerninhalt anzubieten - vielleicht ist inzwischen das ein oder andere Unternehmen etwas desillusioniert, weil die Ergebnisse so dolle nun auch nicht waren. Manche E-Learning-Angebote konnten da vielleicht auch qualitativ nicht wirklich überzeugen.

Auch der Punkt, dass die Arbeitnehmer nun vermehrt in die Pflicht genommen werden, sich auf eigene Kosten und in ihrer Freizeit weiterzubilden, wird dabei eine Rolle gespielt haben.

Wie siehst Du das?

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Ich weiss von einer Sprachschule, dass im Verlauf des letzten Jahres von grossen Firmen (in diesem Falle, Conti, Siemens, Infineon,...) deutlich weniger Sprachunterricht finanziert worden ist als noch im Jahr davor. Vielleicht ist das bei Angeboten im Fernunterricht ähnlich? Vielleicht wären auch Zahlen von mehreren Jahren interessant.

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