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Markus Jung

Personalvorstände bekennen sich zum Bachelor - fordern berufsbegleitende Master

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62 Personalvorstände haben auf Einladung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft die hochschulpolitische Erklärung „Bologna@Germany 2012“ unterzeichnet.

In der Wirtschaft sind Bachelor-Absolventen willkommen und längst angekommen. Die deutschen Unternehmen wollen den Bologna-Prozess gemeinsam mit den Hochschulen weiterentwickeln und konsequent auf die Vernetzung von Bildung und Arbeitsleben ausrichten.

Die Personalvorstände fordern die Hochschulen auf, ihr Angebot an weiterbildenden und berufsbegleitenden Studiengängen deutlich auszubauen. Gleichzeitig wünschen sich die Unternehmen deutlich mehr Praxisorientierung, einen viel stärkeren Fokus auf gute Lehre und endlich eine bessere Vermittlung von überfachlichen Kompetenzen. Insbesondere bereitet ihnen die dramatisch hohe Zahl an MINT-Studienabbrechern von teilweise über 50 Prozent an den Universitäten große Sorge. Gerade im Vergleich mit den Fachhochschulen gelingt es den Universitäten noch nicht zufriedenstellend, die Studierenden angemessen zu betreuen. Die Personalvorstände sagen zu, Mitarbeitern die Verbindung von Berufstätigkeit und Studium zu ermöglichen, sei es durch flexible Arbeitszeit oder Förderung.

Thomas Sattelberger, bisheriger Vorsitzender des Arbeitskreises Hochschule/Wirtschaft von BDA, BDI und Hochschulrektorenkonferenz, erklärt: „Die Diskussion um die Berufsbefähigung des Bachelors ist überflüssig. Die Einstellungspraxis deutscher Unternehmen beweist: Die Absolventen sind im Beruf schon längst angekommen. Doch jetzt müssen Hochschulen und Unternehmen partnerschaftlich Sorge tragen, dass berufsbegleitende Studiengänge wissenschaftliches Lernen und Berufspraxis verzahnen. Die bisherige simple Zweiteilung des Lebens in eine kompakte Bildungsphase und das anschließende Arbeitsleben ist so nicht mehr tauglich.“

Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, kommentiert: „Die Hochschulen müssen ihre Studienangebote für Berufstätige massiv ausbauen. Wir brauchen weniger Master-Studiengänge, die unmittelbar an den Bachelor anschließen und damit die alten Studiengänge imitieren. Ein solcher Master ist für viele Unternehmen nicht erforderlich und weder Einstellungsvoraussetzung noch Karrieregarantie. Wir benötigen stattdessen zielgerichtete Weiterbildungsangebote und berufsbegleitende Master-Studiengänge, mit denen sich Arbeitnehmer über ein ganzes Berufsleben passgenau für ihre jeweiligen Aufgaben qualifizieren können. Die Unternehmen werden sie dabei mit aller Kraft unterstützen.“

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung der BDA.

Den letzten Abschnitt empfinde ich hinsichtlich der künftigen Bedeutung für das Fernstudium und Onlinestudium als besonders wichtig und habe ihn daher in Fettschrift wiedergegeben.

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Das gefällt mir sehr gut. Wie häufig bekomme ich an AKAD-Seminaren zu hören "warum kein Diplom, warum Bachelor? Die will doch keine Firma".... Das beruhigt mich und werde damit in Zukunft bei Diplom-Kommilitonen darauf verweisen :)

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Ich und auch sonst keiner meiner Freunde, die "nur" einen Bachelor haben, haben Probleme bei der Jobsuche. Vor allem wenn man sich im Ausland bewirbt, ist Bachelor-Abschluss anerkannt und bekannt.

Ich persönlich finde es sogar sinniger nach dem B.A. zuerst zu arbeiten und dann je nach Spezialisierung einen Master nebenberuflich noch dranzuhängen.

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Mir ist vor ein paar Monaten einmal aufgefallen, dass ich zum ersten Mal vermehrt Stellenangebote für Bachelorabsolventen in der regionalen Zeitung gesehen habe. Damals dachte ich mir auch: Der Bachelor fasst langsam Fuß in Deutschland.

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Klar, der Bachelor fasst definitiv Fuß in Deutschland. Ich selber habe nach 2 Monaten Recherche nach meinem Bachelor-Studium an einer Präsenzuniversität meinen passenden Job bekommen. Währenddessen haben manche Master-Absolventen aus meinem Bekanntenkreis mindestens doppelt solange gebraucht. Aber: Durch den Bachelor verdient man oft weniger als mit einem Master. Daneben gibt es Unternehmen, welche tatsächlich ausschließlich Diplomer und Masterabsolventen einstellen, darunter fallen beispielsweise bestimmte Unternehmensberatungen. Oder diese fordern, dass man vor dem Bachelor eine Ausbildung absolviert hat. Das weist jedoch oft darauf hin, dass die Unternehmen ungerne junge Arbeitnehmer einstellen, weil sie glauben, dass diese noch nicht reif genug sind.

Wer an seine Karriere und/oder sein Gehalt denkt und sicher gehen will, dass er eine sehr gute Argumentationsgrundlage für Beförderungen und höhere Gehälter haben möchte, dem empfehle ich definitiv einen Master berufsbegleitend an dem Bachelor dranzusetzen. Im Nachhinein hat man nicht nur den Master absolviert, sondern konnte schon frühzeitig die am meisten relevante Berufserfahrung erzielen.

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Daneben gibt es Unternehmen, welche tatsächlich ausschließlich Diplomer und Masterabsolventen einstellen, darunter fallen beispielsweise bestimmte Unternehmensberatungen.

Ich denke, Unternehmensberatungen (insbesondere die ganz großen und bekannten) sind eh ein "Sonderfall". Bei diesen war es auch schon zu Diplomzeiten so, dass sie sehr hohe Ansprüche (zum Beispiel nur Topnoten, nur Uni, nur bestimmte, sehr renommierte Hochschulen, Auslandsstudium usw.) gestellt haben.

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Was auch sehr bekannt ist, dass diese Unternehmensberatungen einen ordentlichen Verschleiß an jungen Akademikern haben, die dann nach ca. 5 Jahren bei ihren Ex-Mandanten Unterschlupf suchen, weil sie völlig ausgebrannt sind und ihren Pensum von 60-70 St./Woche einfach nicht schaffen auf Dauer. 2 von solchen Ex-PWClen habe ich bei uns in der Konzernrevision sitzen, vorher haben sie uns noch geprüft :).

Insofern ist diese Branche keinen Maßstab für mich persönlich. Obwohl es sicherlich ganz gut im Lebenslauf aussieht und auch zeigt, dass man besonders streßresistent und ausdauernd ist.

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Der Bildungsspiegel hat eine Pressemitteilung des BMBF aufgegriffen, laut der Bachelorabsolventen gute Aussichten haben, in der Wirtschaft Karriere zu machen. Verwiesen wird dabei auf eine Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), welche das BMBF in Auftrag gegeben hatte.

Es wird aber auch wieder auf die Möglichkeiten eingegangen, sich dann berufsbegleitend weiterzubilden und einen Master zu machen.

Hier ist der ganze Text zu finden:

http://www.bildungsspiegel.de/bildungsnews/studium-fernstudium/3145-bmbf-immer-bessere-chancen-fuer-bachelorabsolventen.html

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