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Mundzio

Übersetzer/Dolmetscher - Fremdsprachenkorrespondent hat ein paar Fragen

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Mundzio

Hallo liebe Community,

ich würde euch gerne nun meine Situation darzustellen und ein paar Fragen zum Fernstudium stellen:

Mein Name ist Marcel und ich bin 23 Jahre alt. Ich beendete 2011 die ESO Sprachschule in Nürnberg und bin nun seitdem staatlich geprüfter Fremdsprachenkorrespondent (Fremdsprache: Spanisch). Es ist sehr schwer hier Arbeit zu finden und ausserdem habe ich nun neuen Mut und Kraft getankt, um ein Fernstudium als Dolmetscher/Übersetzer zu starten. Ich bin sehr motiviert. Es ist alles noch sehr verwirrend für mich und es wäre klasse, wenn mir jemand kurz unter die Arme greifen könnte. Darum möchte ich hier ein paar Fragen stellen:

1. Ist es schon zu spät, jetzt noch einzusteigen?

2. Würde man ich als Fremdsprachenkorrespondent direkt zulassen? Oder müsste ich Tests machen?

3. Ich komme aus dem Raum Nürnberg/Fürth/Erlangen, um genau zu sein wohne ich in Fürth. Bietet denn auch die IHK ein Fernstudium in dieser Richtung an oder nur die AKAD? Also ich habe gesehen, dass die AKAD am nähesten in Augsburg ist. Wäre das denn realisierbar für mich dann überhaupt? Müsste ich viel hin und her fahren? Also ich verfüge schon über ein Auto.

4. Mein großes Plus: Ich wurde zweisprachig erzogen und spreche + schreibe gleich gut Polnisch wie Deutsch. Wie sieht es da dann allgemein aus: könnte man da auch Prüfungen ablegen um irgendwann auch in dieser Sprache zu übersetzen?

Vielen Dank schonmal!

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Autumn

Hallo Marcel,

ich komme auch aus Nürnberg. Ich war auch auf der ESO Sprachschule, allerdings hab ich schon 2001 meinen Abschluss dort gemacht. Ich hatte als erste Fremdsprache Englisch und als zweite Spanisch. Hattest du Spanisch als erste Fremdsprache? Wie hat es dir dort gefallen? Ich fand's super dort, wenn ich dran denke werd ich schon wieder ganz wehmütig... *hach* :)

Ich habe vor drei Jahren mit dem Fernlehrgang zum staatl. gepr. Übersetzer bei der Akad angefangen. Mittlerweile bin ich mit allen Modulen fertig und will nächstes Jahr die staatliche Prüfung machen.

Zu deinen Fragen:

1. Ich denke nicht, dass es zu spät ist. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass Fremdsprachenkenntnisse, egal wie gut sie sind, nur als Zusatzqualifikation angesehen werden. Man braucht also wenn man in den kfm. Bereich möchte, unbedingt eine kfm. Ausbildung oder Berufserfahrung.

2. Ich musste bei der Akad den Zugangstest machen, der ist aber auf jeden Fall machbar mit deinen Vorkenntnissen. Du kannst aber auch einfach mal bei der Studienberatung anrufen und nachfragen, vielleicht machen sie eine Ausnahme weil du erst vor kurzem die Schule abgeschlossen hast.

3. Die IHK bietet keinen Fernlehrgang an. Außerdem heißt der Abschluss dort "geprüfter Übersetzer". Dieser Abschluss liegt unter dem staatl. gepr. Übersetzer, und du kannst damit nicht beeidigt werden (wenn du z. B. Urkunden übersetzen willst, dann musst du vor Gericht beeidigt sein).

In Augsburg finden leider nicht so viele Seminare staat, ich war dazu meistens in Stuttgart. Das ist aber mit dem Zug oder Auto gut erreichbar. Beim Übersetzer-Lehrgang gibt es insgesamt 10 Seminare die besucht werden müssen.

4. Wie das mit der Polnisch-Übersetzerprüfung ist, weiß ich leider nicht. Da müsstest du dich mal bei den Prüfungsämtern erkundigen. Normalerweise reicht es aber nicht, wenn man "nur" Muttersprachler ist. Man muss in der Regel nachweisen, dass man gehobene Sprachkenntnisse auf Prüfungsniveau hat.

Ich habe gerade leider wenig Zeit, sonst würde ich dir noch genauer den Lehrgangsaufbau beschreiben. Aber frag einfach, wenn du noch was wissen möchtest.

Viele Grüße,

Autumn

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binema

Hallo Marcel,

ich kann Autumn nur zustimmen, dass es mit einer "reinen" Sprachqualifikation immer schwieriger wird, eine Stelle zu finden... Kaufmännische (Grund)kenntnisse werden fast überall vorausgesetzt und der berühmte "Hochschulabschluss" ist ja schon fast eine Standardanforderung.

Vielleicht wäre ja der BA International Business Communication bei der AKAD eine Alternative für dich? Hier liegt der Schwerpunkt zwar auf der englischen Sprache, aber im 6. Semester kannst du noch Wirtschaftsspanisch hinzuwählen.

Die staatliche Prüfung für Polnisch könntest du beispielsweise in Berlin, Hessen oder Sachsen ablegen (s. http://www.bduebn.de/PDF/Pruefungsaemter.pdf). Allerdings gebe ich auch hier Autumn Recht, dass eine gründliche Vorbereitung das A&O ist, um die Übersetzerprüfung zu schaffen. Ohne die Vorbereitung bei der AKAD hätte ich es damals sicher nicht gepackt, obwohl meine Englischkenntnisse da auch schon sehr gut waren (aber das alleine reicht eben oftmals nicht). Vorbereitungskurse bieten meist private Sprachschulen an (z.B. http://www.eloquia.com/Ubersetzer-Pruefungen.htm).

Gruß

binema


You can't win, till you're not afraid to lose.

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Elke Pielmeier

Zuerst eine Frage vorab: Was ist denn dein genaues Ziel: möchtest du als Übersetzer angestellt werden oder

eine Anstellung im kaufmännisch-sprachlichen Bereich oder als Übersetzer selbständig arbeiten?

Wenn du eine Anstellung als Übersetzer anstrebst, kann es sein, dass es sehr schwierig wird, wenn man keinen Hochschulabschluss besitzt. Die meisten Übersetzer arbeiten freiberuflich. Wenn ein Übersetzerhochschulabschluss

nicht in Frage kommt und eine selbständige Tätigkeit nicht gewünscht ist, würde ich dir auch am ehesten zu einer Weiterbildung im kaufmännischen Bereich suchen (oder das IBC-Studium; wir haben viele ehemalige Fremdsprachenkorrespondenten im Studium).


Studentin AKAD Fachübersetzen Wirtschaft (BA)

 

Mit leerem Kopf nickt es sich leichter (Zarko Petan)

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cheavla

Hallo Marcel,

Ich möchte dich mit meinem Beitrag nicht von deinen Plänen abbringen oder dich demotivieren... sondern dir lediglich meine Geschichte und Erfahrungen darlegen. Vielleicht helfen sie dir, weitere Entscheidungen zu treffen.

Ich bin auch 23 Jahre jung und staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin (Abschluss 2011). Ich kann bestätigen, dass sich die Jobsuche mit dieser Ausbildung sehr schwierig gestaltet, vor allem wenn man keine oder kaum Berufserfahrung hat. Mein Plan war es ebenfalls eine Weiterbildung/ein Studium zur Übersetzerin (Französisch) anzugehen. Jedoch haben mich die hohen Anforderungen an heutige Übersetzer abgeschreckt. Es genügt nicht mehr die Sprache und die Grammatik "gut zu beherrschen", auch Kultur- und Fachkenntnisse sind von Bedeutung.... ich habe eine Großcousine, die freiberuflich literarische und technische Texte aus dem Englischen übersetzt und sie berichtete mir, dass sehr schwierig ist, sich in diesem Beruf einen Namen zu machen und Anerkennung zu gewinnen. Denn das sind Voraussetzungen für gute Aufträge und gutes Geld.

Kurzum: den Plan Übersetzerin zu werden, habe ich über Bord geworfen. Ich hatte Glück einen Job in einem großen technischen Betrieb zu finden nach der Ausbildung. Diese Arbeit hat zwar nichts mit den eigentlichen Tätigkeiten eines Fremdsprachenkorrespondenten zu tun, aber ich habe dadurch ein weiteres Interessengebiet in mir entdeckt, die Technik. Kommenden Monat beginnt mein Fernstudium in diesem Fachbereich.

Abschließend möchte ich dir sagen (wie Autumn und binema zuvor) verlass dich nicht allein auf ein reines Studium der Sprache, sondern bilde dich nebenbei auch in andere Richtungen weiter (zB. Wirtschaft, Recht, IT, Technik), um einen Schwerpunkt bei den zu übersetzenden Texten festzulegen.

Viel Erfolg bei deinem weiteren beruflichen Weg.

VG, cheavla

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Mundzio

Ein herzliches Hallo und ein Dankeschön für die Anteilnahme,

wie ich sehe gehen eure Meinungen bezüglich der weiteren schulischen Bildung zum Übersetzer in eine Richtung. Ich kann das mittlerweile auch nachvollziehen. Man darf aber natürlich nicht vergessen, dass ich ja tatsächlich diesen Vorteil habe, Polnisch zu beherrschen. Jetzt ergibt sich natürlich die Möglichkeit, diese eine Prüfung, z.B. in Berlin (wie binema es aufgeführt hat), zu machen. Und dann dazu noch eben staatl. geprüfter Übersetzer in Englisch zu werden, um dann ein Übersetzerbüro zu eröffnen. Es gibt allgemein im Raum NBG/FÜ/ERL viele Ausländer und deswegen würde es theoretisch Sinn machen. Eure Meinung hierzu wäre mir sehr wichtig.

Nach den ganzen Vorschlägen zum IBC Studium reizt es mich mittlerweise schon sehr. Ich habe mich jetzt auch schon in das Ganze reingelesen und bin positiv gestimmt. Ist es denn realistisch gesehen für einen Fremdsprachenkorrespondenten möglich, dieses Studium zu beenden? Gehen wir von einer täglichen Lernzeit von 1-3 Stunden aus. Vielleicht kann Frau Pielmeier da Auskunft geben.

P.S. Ich habe ein paar Probleme mit dem Internet gehabt, deshalb hat sich meine Antwort so in die Länge gezogen.

Nachtrag: Ich glaube ich kann das Ganze vergessen, weil ich keine 3 Jahre Berufserfahrung habe...

Bearbeitet von Mundzio

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Elke Pielmeier

Hallo Marcel,

ich würde als nächsten Schritt versuchen, eine Übersetzerprüfung abzulegen.

Du hast geschrieben, dass du den Fremdsprachenkorrespondenten in Spanisch gemacht hast.

Also würde ich zuerst mit Spanisch beginnen. Du könntest an der AKAD den Fernlehrgang zum

staatl. geprüften Übersetzer in Spanisch belegen, der mit der staatlichen Prüfung endet.

Da du dann schon etwas mehr über Übersetzungstechnik gelernt hast, kannst du ja dieses Wissen

für Polnisch anwenden und die Kenntnisse, die dir vielleicht noch fehlen, anderweitig aneignen und dich auch

für Polnisch zur staatlichen Prüfung anmelden.

Ich suche dir gleich mal einen Link heraus, wo du vergangene staatliche Prüfungen ansehen kannst.


Studentin AKAD Fachübersetzen Wirtschaft (BA)

 

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Elke Pielmeier

Hier findest du Beispiele vom Prüfungsamt in Badenwürttemberg.

http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1259672/index.html

Noch ein Rat:

Werde von Anfang an Mitglied in einem Berufsverband, z.B. im DVÜD http://dvud.de/ oder BDÜ http://www.bdue.de/

Gerade beim DVÜD ist als studentisches Mitglied der Beitrag relativ gering und du erfährst schon jetzt eine ganze Menge über den Markt, den Beruf an sich, über Preisgestaltung, etc. und kannst günstig an Webinaren teilnehmen und vieles mehr.

Spätestens aber wenn du dich selbständig machst, kann ich es nur empfehlen.

Ausserdem kanns du dich bei Xing anmelden und als kostenloses Mitglied (mit weniger Funktionen) dich bei Übersetzergruppen anmelden. Der BDÜ hat eine, ebenso gibt es dort eine, die sich Übersetzerlounge nennt (diese ist vom VDUED).

Man kann sich gar nicht früh genug in diesem Bereich austauschen und Kontakte knüpfen.

Irgendwann kommst du auch nicht umhin, dir Gedanken darüber zu machen, auf welche Bereiche du dich spezialisieren möchest, was dir gefallen würde, wo du Vorkenntnisse mitbringst, etc.

Auch zu solchen Themen findest du Tipps, Seminar- und Literaturempfehlungen.

Das ist alles sehr wichtig, damit man seine selbständige Tätigkeit auf gesunde Beine stellt.

Für weitere Fragen kannst du dich jederzeit an mich wenden - ich bin auf dem gleichen Weg zum gleichen Ziel wie du.


Studentin AKAD Fachübersetzen Wirtschaft (BA)

 

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Mundzio

Hallo liebe Community,

ich bin nun soweit, dass ich mich zwischen 2 Möglichkeiten entscheiden kann und finale Ratschläge von euch wären jetzt so wichtig wie nie.

Erste Möglichkeit: Ich gehe den Weg, den Frau Pielmeier über mir in den 2 Beiträgen so großartig beschrieben hat.

Zweite Möglichkeit: Ich mache ein IBC Fernstudium. ABER: Ich MÜSSTE in Leipzig "studieren", da man für Pinneberg und Stuttgart mindestens 3 Jahre Berufserfahrung haben muss. Nur in Leipzig wäre es zu diesem Zeitpunkt möglich für mich, zu studieren. Es käme eine Anreise von ~ 300 Kilometern auf mich zu. Das wäre natürlich jetzt nicht das allergrößte Problem, da ich diese Strecke bereits kenne und sie in etwa 2 Stunden zu fahren ist. Nur geht es mir darum, ob es das Ganze auf Dauer wert wäre. Denn es kommt NOCH dazu, dass ich ein einjähriges Vorbereitungsstudium ( 1980 €), ein zusätzliches Model für das IBC ( 600 €) und die 36 Monate Studienzeit ( 8640 €) absolvieren müsste. Also irgendwo sind wir dann doch bei 4 Jahren mit Gesamtkosten von ~ 12.000 € und Anfahrtszeiten von etwa 2 Stunden zu Präsenzterminen. Aber wenn dieses Studium es in meiner Situation wert ist, dann wäre ich dazu bereit.

Stand jetzt: Das IBC Fernstudium reizt mich ein bisschen mehr.

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Elke Pielmeier

Du meinst, du müsstest dich in Leípzig einschreiben. Das heißt aber nicht, dass du dort die Seminare besuchen musst, sondern nur das Kolloqium/die Abschlußpräsentation deiner Bachelorarbeit ist dort Pflicht. Ansonsten kannst du dir aussuchen, an welchem Standort du die Seminare besuchen möchtest.

Eine anderer Hinweis noch:

Das IBC-Studium ist mit der Hauptsprache Englisch. Hier kannst du Spanisch höchstens als Schwerpunkt im Hauptstudium wählen. Dein Englischniveau muss ich Lauf des Studiums auf C2 kommen, zumindest im Schriftlichen.


Studentin AKAD Fachübersetzen Wirtschaft (BA)

 

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