Springe zum Inhalt
ThUwe

Was kann ich nach dem Lehrgang zum Wirtschaftsmediator erreichen?

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

ich habe da mal eine Frage, evtl. kann mir ja jemand einen Rat geben.

Ich bin 42 Jahre alt, habe vor 20 Jahren meinen Abschluß als Einzelhandelskaufmann gemacht. Habe dann noch ein paar Jahre bei meinem Ausbildungsbetrieb gearbeitet, das Klima wurde aber immer schlechter und auch die Kunden in diesem Bereich veränderten sich stark, so daß der Grund warum ich den Beruf mal erlernt hatte, dort gar keinen Sinn mehr machte.

Seit nun 15 Jahren bin ich selbstständig im Bereich Oldtimerhandel. Das macht mir viel Spaß, da man mit meinem großen Hobby, den alten Autos zu tun hat. Im Grunde genommen perfekt für mich aber leider, leider läuft es nicht so rund wie ich es gerne hätte. Das Geld reicht immer so zum leben gerade aus, Urlaub ist aber z.B. nicht drin. Man lebt halt um die laufenden Rechnungen bezahlen zu können, die Ansprüche sind ganz unten, mehr geht nicht. Auf die Dauer ist das dann nicht befriedigend. Es liegt einfach nur am fehlenden Kapital um die Sache weiter ausbauen zu können. Die Gewinne gehen gleich wieder für die Kosten und die private Lebensführung drauf.

Nun überlegte ich, was kann ich mit meiner ja für heutige Verhältnisse sehr einfach Ausbildung noch anstellen. Ich möchte auf dem Punkt für den Rest meines Lebens einfach nicht stehenbleiben. Was ich nicht möchte, ist in den Einzelhandel als Verkäufer zurück, das ist einfach nicht meine Baustelle und finanziell auch nicht attraktiv.

Für was interessiere ich mich nun? Schon lange interessiere ich mich für Jura, aber auch Schuldnerberater finde ich interessant, Tätigkeiten wo man streitende Parteien wieder auf einen Nenner bringen kann. Ich habe ein starkes Rechtsempfinden. Aber dafür wird dann ja immer ein Studium verlangt. Was kann man damit anstellen, mit dem für was ich mich interessiere? Ich kam dann auf den Bereich der Mediation. Für mich würde sich die Wirtschaftsmediation anbieten. Dafür gibt es ja auch entsprechende Lehrgänge. Sich um die Probleme anderer Leute Gedanken zu machen, ohne selbst betroffen zu sein. Leute zusammenbringen, ja, das könnte meine Sache sein.

Stellt sich die Frage : Wenn ich so einen Lehrgang erfolgreich absolviert habe, z.B. mit Prüfung bei der IHK, was kann ich dann beruflich damit anstellen? Selbstständig als freier Beruf? Oder kann man rein als Mediator irgendwo angestellt sein, ohne eine andere Haupttätigkeit zu haben mit dem Zusatz eine Ausbildung als Mediator gemacht zu haben?

Grüße

Uwe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Anzeige: (wird für registrierte Benutzer ausgeblendet)

Ganz ehrlich? Ich glaube, mit einer Ausbildung als Einzelhandelskaufmann nichts! Da wird vermutlich auch das IHK-Zertifikat nicht helfen.

Viele Rechtsanwälte bieten Mediation an, das wäre also Ihre Konkurrenz, gegen die Sie sich behaupten müssen. Und "ein starkes Rechtsempfinden" bedeutet im Wirtschaftleben gar nichts, da müssen Sie juristische Sachverhalte, Verträge etc. beurteilen können. Wieso sollte sonst jemand Vertrauen in Ihre Fähigkeiten haben, wenn es um Summen von mehreren 10 000 Euro geht? Wegen 100 Euro zahlt doch niemand einen Mediator. Das schreibt man ab oder lässt es per Inkasso einziehen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Danke für Ihre Einschätzung. Ja, natürlich brauche ich eine ehrliche Meinung und Einschätzung. Man muß ja mal vorher ausloten, ob und welche Chancen man überhaupt hätte. Deswegen habe ich auch so umfangreich geschrieben. Aber das ist natürlich bitter das zu hören. Ich lese immer nur, der Bedarf sei so hoch usw.

Für wen ist denn eine solche Schulung geeignet? Eigentlich doch nur für Rechtsanwälte oder Mitarbeiter von Firmen, die zusätzlich eine solche Ausbildung benötigen aber eigentlich eine andere Hauptaufgabe haben?

Und wenn es mir nichts bringt, stellt sich natürlich für mich im weiteren Verlauf die Frage, was ich in meinem Berufsleben noch weiter anfangen kann. Bereit für Weiterbildung bin ich ja. Oder Neuorientierung.

Ich merke nur, daß wenn man im kaufmännischen Bereich nicht schon besondere Qualifikationen ( Studium oder ähnliches ) hat, die Karriere anscheinend als Verkäufer, bestenfalls als stellvertretender Filialleiter endet. Und selbst da werden für bestimmte Branchen langjährige Erfahrungen gesucht, selbst wenn man sich mit dem Produkt schon eingehend beschäftigt hat.

Grüße

Uwe

Bearbeitet von ThUwe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Für Juristen beispielsweise ist sie geeignet. Googeln Sie doch einfach mal, da werden Sie sehen, dass es neben der IHK auch an Unis Studiengänge gibt.

Was ist im Verkauf so unpassend für Sie, dass Sie das nicht weiter machen wollen? Da haben Sie Erfahrung! Mit 42 ganz neu anzufangen wird schwierig.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich wollte ganz früher eigentlich mal Fotograf werden, das war mein großes Hobby. Aber bei einer Berufsberatung sagte man mir, das lassen Sie mal sein, es sein denn Sie sind gewillt, zu 95% als Passbildknipser bei einem Fotohändler oder besten Falls als Hochzeitsfotograf zu enden. das war nun gar nicht mein Themengebiet.

Da ich mich aber auch sehr für die Geräte interessierte und ich viel Spaß daran hatte, den Kunden zu erklären, was man mit den Geräten so alles machen kann, beraten eben und natürlich dann verkaufen, entschied ich mich für die Lehre als Einzelhandelskaufmann. Mit der Option, einmal einen eigenen Laden zu haben. Ende 80er Jahre war das genauso wie ich mir das vorstellte. Aber das änderte sich Anfang der 90er. In erster Linie ging es um das Thema : Was kostet die Kamera? Man war nicht mehr Berater und Partner vom Kunden, sondern es wurde gefordert, und zwar der niedrigste Preis. Es ging nur noch um den Preis. Dazu kam noch die immer schlechteren Arbeitsmethoden des Arbeitgebers, höchste Kontrolle bei kleinem Gehalt. Und wer nicht genau mitspielte, wurde rausgeekelt. Und heute ist das noch viel schlimmer. In der Kombination : Schlechter Verdienst, keinen Spaß mehr an der Arbeit, schlechtes Klima... nein, das wollte ich nicht mehr. Und als selbstständig in der Branche, ist als Einzelkämpfer kaum eine Chance. Und wenn ich heute ehemalige Kollegen höre... das ist ja noch alles schlimmer geworden. Was Verkäufern heute abverlangt wird und was man bereit ist dafür zu bezahlen... das passt in meinen Augen einfach nicht.

Außer als Oldtimerhändler habe ich nach der Anfangs schönen Zeit viele negative Erfahrungen als Verkäufer machen müssen, ich war auch mal eine Zeit lang in der Möbelbranche. Medien haben ja eine große Kraft und die Nachricht an die Kunden war : Der Kunde ist König! Das wurde vom Kunden irgendwie mißverstanden. Natürlich muß dem Kunden die größte Aufmerksamkeit zu Teil werden, man lebt schließlich von ihm. Aber... der Verkäufer ist deswegen kein Fußabtreter. Ich kam mir manchmal wirklich vor wie ein Untertan. Ich meine... der Kunde und der Verkäufer müssen eine Symbiose eingehen. Der Kunde erwartet zu Recht eine gute und freundliche Behandlung und eine kompetente Beratung. Deswegen ist aber der Verkäufer kein minderwertiges Subjekt, das man mit Füßen treten kann. Der Verkäufer erwartet zu Recht, ein vernünftiges Verhalten vom Kunden. Aber oft fehlt das. Das macht keine Freude. Jeder hat mal einen schlechten Tag aber wenn Kunden den Verkäufer grundsätzlich als Feind sehen ( der will ja mein Geld... ) und womöglich als inkompetenten Hansel ( der hat doch eh keine Ahnung ) dann läuft da etwas schief. Ich habe den Handel wie gesagt zu Anfang als eine klasse Sache kennen gelernt. Das machte Spaß, so soll es sein. Kunde zufrieden weil gute Beratung, Verkäufer zufrieden weil er was verkaufen konnte und Kunde happy. Aber ich kenne das so nicht mehr. Mag sein, daß es das vereinzelt in Geschäften gibt, die eine Branchennische haben und zu keinem Filialunternehmen angehören. Aber ansonsten... ich möchte als Angestellter in einem Filialunternehmen nicht mehr angestellt sein müssen.

Es mag auch von der Ware abhängen, bei Oldtimern ist es anders.

Möglicherweise habe ich auch damals eine falsche berufliche Entscheidung getroffen. Interessen hatte und habe ich viele. Fotografie, Meteorologie, Jura. Aber war es das dann bis zum Ende des Berufslebens? Das wäre bitter.

Im Grunde genommen habe ich ja meinen Traumberuf gefunden aber siehe weiter oben.

Grüße

Uwe

Bearbeitet von ThUwe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo, guten Tag,

über google bin ich gerade auf Ihren Austausch vom 08.12.2014 gestoßen und ich habe eine ganz ähnliche Frage wie ThUwe, allerdings sind die Voraussetzungen bei mir etwas anders.

Ich bin 42, Bürokauffrau mit Berufserfahrung und Erfahrung in der Selbständigkeit, befasse mich seit 25 Jahren mit Psychologie, verschiedenen therapeutischen Ansätzen und habe in diesem Zusammenhang eine Ausbildung als psychologische Beraterin (Fernstudium mit Praxis), eine 3-jährige Ausbildung in medialer Körper- und Energiearbeit und Teilnahme an unzähligen weiteren Seminaren "vorzuweisen".

Es steht eine berufliche Neuorientierung an und in diesem Zusammenhang bin ich ebenfalls auf die Mediation gestoßen. Wäre es Ihrer Erfahrung nach möglich, sich unter o.g. Voraussetzungen als Mediatorin erfolgreich selbständig zu machen (Anerkannte Mediatoren-Ausbildung, notwendiges Durchhaltevermögen und Idealismus vorausgesetzt), oder raten Sie auch hier eher davon ab?

Dankeschön für eine Rückmeldung und

freundliche Grüße

Anais 72

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Naja...die Schwierigkeit dürfte sein, dass niemand die gesamten Randbedingungen kennt.

Darüber hinaus ist das hier ein Fernstudium- Forum, und weniger ein Karriereberatungsforum, bzw. Anlauftstelle zur Bewertung der Erfolgschancen einer geplanten Selbständigkeit. Hierfür gibt es bestimmt geeignetere Institutionen für Existenzgründungsberatung (IHK z.B.).

Anforderungsanalyse gemacht?

Standortanalyse gemacht?

Business Plan erstellt?

Mediation ist - so mein beschränkter Wissensstand - ein recht weites Feld.

Kann netürlich auch sein, dass ich die Frage misverstanden habe, und es eher darum ging, Tipps für eine zielführende Weiterbildung im Bereich Mediation zu bekommen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Anais 72,

was für Erfahrungen hast du denn mit der Selbstständigkeit? - Auch im kaufmännischen Bereich, oder auch bereits im Bereich Beratung/Coaching etc.?

Oder anders gefragt: Welche Praxis hast du bisher in den Bereichen, in denen du dich seit 25 Jahren weiterbildest?

Viele Grüße

Markus

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

ja, ich werde mich mal an die Existenzgründungsberatung wenden - habe auch entdeckt, dass der Bundesverband Mediation hier bei uns

eine "Filiale" hat - da werde ich mich mal erkundigen.

Danke auf jeden Fall für die Antwort!

Gruß

Anais72

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Markus Jung,

vielen Dank für die Antwort!

Erfahrung mit der Selbständigkeit habe ich vor allem im kaufmännischen Bereich gesammelt in den letzten 5 Jahren, weniger im Bereich Beratung/Coaching. Zwar habe ich immer auch Freunde beraten, dies aber noch nie beruflich gemacht.

Viele Grüße

Anais

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Kostenlos ein neues Benutzerkonto erstellen.

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden



×
×
  • Neu erstellen...