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Markus Jung

Rezension: Fernstudium mutimedial und mobil (Andrea Feddersen)

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Markus Jung

Andrea Feddersen, Mitarbeiterin der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft, hat das Buch Fernstudium multimedial und mobil - Implementationskonzept für den Einsatz von Tablet-Computern im Fernstudium am Beispiel des iPads* verfasst, das im Verlag APOLLON University Press veröffentlicht wurde.

Das Buch ist in einer Papierversion und als Kindle eBook erhältlich. Basis für das Werk ist die Masterthesis der Autorin, welche im Rahmen des Studiengangs Educational Media an der Universität Duisburg-Essen eingereicht wurde.

Das Buch umfasst in der gedruckten Version 132 Seiten und ist in erster Auflage im Juli 2012 erschienen. Es enthält 20, zum Teil farbige, Abbildungen und elf Tabellen.

 

Technisch habe ich wohl ein Mängelexemplar erwischt. Die Bindung war nicht ganz korrekt und (vermutlich dadurch) sind die Seiten etwas schräg eingebunden.

 

Das Vorwort wurde von Prof. Dr. Franziska Uhing, Fachbereich Medien der FH Kiel verfasst. Uhling geht unter anderem auf die Geschichte des Medieneinsatzes ein, in der immer wieder versucht wurde, Unterhaltungsmedien wie zum Beispiel Schalplatten oder den Fernseher auch für Bildungszwecke zu nutzen. Ähnlich sieht sie auch den Einsatz von Tablet-PCs, die bisher hauptsächlich auf der Couch, zum Spielen und für die Verwaltung von E-Mails eingesetzt werden. Sie empfiehlt, hier genauer hinzusehen, was Lernende benötigen und sich vom Einsatz der Tablet-Rechner erhoffen und wie diese Forderungen umgesetzt werden können und wo ggf. auch Grenzen liegen.

 

In der Einleitung geht Andrea Feddersen kurz darauf ein, dass das iPad in der Arbeit stellvertretend für eine Generation moderner Tablet-Computer verstanden wird. Dennoch hätte ich mir etwas mehr an Information dazu gewünscht, dass es auch Geräte anderer Hersteller und mit anderen Betriebssystemen (vor allem Android) auf dem Markt gibt. Auch erfolgt mir persönlich die Darstellung der Vorzüge des iPads etwas zu einseitig.

 

Der Arbeit und damit auch dem Buch liegt die Forschungsfrage zugrunde, welche didaktischen und organisatorischen Rahmenbedingungen gegeben sein müssen, um eine sinnvolle Einbindung des iPads in ein Fernstudienangebot zu erreichen. Basierend darauf werden vier Hyptohesen aufgestellt. Ziel der Arbeit ist es auch, eine Grundlage für die Konzeption von iPad-gestützten Fernstudienangeboten zu erstellen. Damit sind die Ergebnisse für die Institute der Branche, die mehr in die Richtung des Mobile Learning gehen möchten, sehr interessant.

 

Im ersten Kapitel wird auf die Grundlagen und die geschichtliche Entwicklung des Fernunterrichts eingegangen, mit einem Schwerpunkt auf der medialen Betrachtung und unter Berücksichtigung der Besonderheiten des neuen Trends Mobile Learning.

 

Das zweite Kapitel beschäftigt sich damit, wie multimediale Elemente sinnvoll in ein Fernstudienarrangement integriert werden können. Dabei wird auf verschiedene zu berücksichtigende Kompetenzbereiche (Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Medienkompetenz) ebenso eingegangen wie auf die im Fernstudium zu berücksichtigenden räumlichen Distanzen.

 

Deutlich mehr in die Praxis geht es dann im dritten Kapitel, in dem der Einsatz von Tablet-Rechnern und eBook-Readern im Bildungsbereich beleuchtet wird.

 

Im vierten (und umfangreichsten) Kapitel des Buchs geht es um die Studie, die der Arbeit zu Grunde liegt. Dabei steht das Nutzerinteresse im Mittelpunkt. Es sollte ermittelt werden, welche Erwartungen Fernstudierende an eine Integration von Tablet-Computern in das Fernstudium haben. Die Studie wird ausführlich und mit vielen Tabellen und Grafiken dargestellt. Hier wird besonders deutlich, dass dem Buch eine Master-Thesis zu Grunde liegt.

 

Besonders spannend ist dann das fünfte Kapitel. Hier geht es um die Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse, die in Empfehlungen für die Integration des iPads in das Fernstudium münden.

 

Dabei müssen die Ergebnisse was eine Verallgemeinerung auf alle Fernstudium-Interessierten angeht mit Vorsicht betrachtet werden, da lediglich Fernstudenten der APOLLON Hochschule befragt wurden. Es handelt sich also ausschließlich um Personen, die sich im Bereich der Gesundheitswirtschaft weiterbilden möchten und außerdem um Menschen, die das aktuelle Fernstudienkonzept der APOLLON kennen und sich bewusst dafür entschieden haben, was sicherlich auch die Antworten auf die Fragen beeinflusst hat. So schlägt Andrea Feddersen dann auch Vergleichsuntersuchungen vor, um zu neutraleren Ergebnissen zu kommen. Interessant wäre es sicherlich auch, die Befragung einige Zeit nach der Einführung eines iPad-Angebots zu wiederholen.

 

Insgesamt zeigt sich, dass durchaus Interesse für den Einsatz eines iPads im Fernstudium vorhanden ist - dieses aber noch nicht so ausgeprägt ist, wie man vielleicht hätte vermuten können. Müssten sich die Befragten zum Beispiel zwischen dem herkömmlichen Studienkonzept und einem iPad Studium entscheiden, würde nur ein Drittel die Tablet-Variante wählen. Untersucht wurde auch, ob Studierende bereit wären, für ein iPad Fernstudium mehr Geld zu zahlen als für ein herkömmliches Studium und ob sie eine iPad Schulung erwarten würden. Diese Ergebnisse möchte ich hier nicht vorwegnehmen, damit die Spannung beim Lesen des Buchs erhalten bleibt :-)

 

Auf der Basis der Ergebnisse werden konkrete Empfehlungen für die Integration des iPads in ein Fernstudienkonzept gegeben. Dabei wird sowohl auf organisatorische Aspekte, als auch auf didaktische Konzepte sowie die Gestaltung des Studienmaterials und des Curriculums eingegangen. Es wird dabei auch beleuchtet, wie das iPad einen Mehrwert gegenüber dem traditionellen Material bieten kann, um zum Beispiel die soziale Kompetenz, aber auch die Fachkompetenz, zu fördern.

 

Im Anhang findet sich unter anderem der komplette Fragebogen, der zum Beispiel als Grundlage für Folgeuntersuchungen dienen kann.

 

Zur Zeit ist es ja ein Trend, vorhandene Angebote um Apps für mobile Endgeräte zu erweitern oder auch Fernlehrgänge und Fernstudiengänge gleich komplett über diese Geräte abzuwickeln. Für alle Anbieter, die in die Richtung überlegen, bietet das vorliegende Buch wertvolle Hilfestellungen.

 

Einen optischen Eindruck liefert das nachfolgende Video:

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Fernstudienakademie

Hallo Markus

Du schreibst: "Insgesamt zeigt sich, dass durchaus Interesse für den Einsatz eines iPads im Fernstudium vorhanden ist - dieses aber noch nicht so ausgeprägt ist, wie man vielleicht hätte vermuten können."

Woran liegt dieses relativ gering ausgeprägte Interesse Deiner Meinung nach? (Oder nach Meinung der Buchautorin?)

Viele Grüße


Anne Oppermann / Fernstudienakademie

 

 

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Markus Jung
Woran liegt dieses relativ gering ausgeprägte Interesse Deiner Meinung nach? (Oder nach Meinung der Buchautorin?)

Im Detail wäre das noch weiter zu ergründen. Einige Möglichkeiten:

- Teilnehmer der Studie (APOLLON-Studierende, also Gesundheitswirtschaft) ggf. nicht so technik-affin wie zum Beispiel Informatiker

- Teilnehmer kennen die aktuellen schriftlichen Materialien und haben sich daran gewöhnt

- Mögliche Mehrkosten


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ich würde mich scheuen zu sagen dass das Vorurteil Personen in der Gesundheitswirtschaft interessieren sich nicht so dafür stimmt.

Es war auch nicht so gemeint, dass sich keine Personen der Gesundheitswirtschaft für diese Medien interessieren oder dass sie sich gar nicht interessieren würden, aber ich denke schon, dass sowohl der Anteil der Interessierten als auch der Grad des Interesses in anderen Berufsbereichen (Webworker, Informatiker, etc.) höher ist und dort vielleicht auch mehr Studierende Interesse daran hätten, komplett auf Papier zu verzichten. Die Ergebnisse der Studie können so einfach nicht 1:1 auf alle Fernlerner übertragen werden bzw. müsste zumindest mit Folgestudien geprüft werden, ob sie es können. Darauf weist übrigens auch die Autorin selbst hin.


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Angela Fogolin vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) hat jetzt auch eine Rezension über das Buch veröffentlicht:

http://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/download/id/7040

Außerdem wurde es mit dem Studienpreis "Publikation des Jahres 2013" ausgezeichnet. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung von APOLLON:

Im Sommer 2012 veröffentlichte Andrea Feddersen, Teamleiterin Studienorganisation an der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft, im Verlag APOLLON University Press ihr Fachbuch „Fernstudium multimedial und mobil“. Darin stellt sie ein Implementierungskonzept für den Einsatz von Tablet-Computern im Fernstudium am Beispiel des iPads vor. Aufgrund der Aktualität, der Bedeutung für die Fernstudienbranche und Praxisnähe erhält sie Ende April die Auszeichnung „Publikation des Jahres“ vom Branchenverband Forum DistancE-Learning. Mit sieben von acht Stimmen wählte die Jury des Verbands die Publikation von Andrea Feddersen auf den ersten Platz.

„Im Rahmen meiner täglichen Arbeit an der APOLLON Hochschule stellte ich fest, dass viele Studierende nach technischen Lösungen suchen, um ihr Fernstudium möglichst optimal in den Alltag zu integrieren. Der Tablet-Computer ist ein ideales Arbeitsgerät zum Lesen, Schreiben, mobil Kommunizieren und Nutzen von Internetressourcen. Dieses Potenzial veranlasste mich, das Thema näher zu betrachten und nach praktikablen Lösungsansätzen für die Branche zu suchen“, erklärt Andrea Feddersen und ergänzt: „Dass meine Arbeit mit der Auszeichnung ‚Publikation des Jahres‘ bedacht wird, macht mich sehr stolz.“ Die Laudatio auf Andrea Feddersen wird Michael Härtel, Leiter des Arbeitsbereichs „Digitale Medien, Fernlernen, Bildungspersonal“ vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), halten.

Nachdem der Verlag der APOLLON Hochschule 2012 bereits als „Innovation des Jahres“ vom Forum DistancE-Learning ausgezeichnet wurde, ist die diesjährige Auszeichnung für den Verlag die zweite in Folge.


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