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atrus2711

Lohnt es sich / ist es machbar?

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Hallo Forum,

ich lese hier schon länger mit und habe mich nun angemeldet, um ein paar "Grundsatzfrage" loszuwerden.

Zunächst mein bisheriger Berufsweg:

  • Abitur 1994 (LK Mathe und Physik)
  • Ausbildung zum Bankkaufmann 1994-1996
  • Weiterbildung zum Bankfachwirt an der Bankakademie (heute Frankfurt School of Finance and Management) 1997-1999.
  • Seit Ende der Ausbildung bis heute in der ausbildendenden Bank tätig:
    • - 1 Jahr IT-Controlling (1996-1997)
    • - 4 Jahre Wertpapierverwaltung und Filialsupport für das WP-System (-2001)
    • - 12 Jahre Datenbank- und Reportingentwicklung im Bankbilanz- und Wertpapierumfeld (bis heute)

    [*] Nebenberufliche Dozententätigkeit für VHS (Access, Datenbanken) und Freelancer für Schulungen, Projekte der Anwendungsplanung, -entwicklung und Beratung bei Unternehmen und Behörden in Sachen MS Access und SQL Server.

    [*]Programmiere seit >10 Jahren in VBA und schaffe mich derzeit mit einer Hand in VB.net rein.

Meine "offizielle" Ausbildung hat also eigentlich kaum was mit meiner jetzigen Tätigkeit zu tun. Womit ich mein Geld verdiene, ist "Eigenbau". Mein jetziger Job ist laut Stellenbeschreibung ein Informatikerposten, offenbar habe ich mir da also einen Namen gemacht :sneaky2:.

Auch wenn "meine" Bank derzeit stabil dasteht und sogar wächst, weiß ich nicht, ob mir die Eigenbau- und Monokultur auch auf Dauer gute Jobaussichten bietet. Ich erwäge daher ein Fernstudium der Wirtschaftsinformatik. Allerdings reizt und schreckt mich da einiges:

[*]ich bin 20 Jahre aus dem "echten" Lernen raus. Klar hab ich dazugelernt, aber nicht unter Druck. Schafft man das dann noch? V.a. Mathe dürfte ja verschärft auf mich zukommen; das ist lange her.

[*]ich bin verheiratet. 15-20 Stunden in Klausur pro Woche machen Freizeit rar, gemeinsame Freizeit erst recht. Wie hält eine Ehe/Partnerschaft das durch? Wann "lebt" man da noch?! Und das für 4-5 Jahre?

[*]Die FU Hagen ist zwar sehr günstig, aber mich schreckt doch der Aufwand und das Niveau. FHs wie die WBH oder die Wings sind sehr viel teurer, dafür scheint mir das Pensum eher schaffbar. Wie seht ihr das? Sollte ich vielleicht "langsam und lebensfreundlich" an der FU Hagen studieren, da es mir ja "nicht brennt"? Oder lieber teuer und kürzer für 4-5 Jahre durchbrennen mit "Augen zu und durch"?

[*]Nicht zuletzt dient ein solches Studium auch meinem Ego. Andererseits denke ich mir halt auch: "ich habs bis hierher ohne geschafft. Ist das nicht total effizient?" Und was ist ein Bachelor oder Diplom (Wings) bei meinem evtl. Abschluss (bin dann ~44!) in der Praxis wert? Mach ich mir hier nur einen "schönen Schein"? Zumal ich viele Leute kenne, die ebenfalls im späteren Alter fertig geworden sind und nun trotz gutem Abschluss keine Arbeit finden.

[*]Ist WiInf das richtige für meinen Fall? Oder lieber doch Informatik?

Danke für jeden Ratschlag

Martin

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Hallo Martin,

meine Antwort ist zweimal Ja. :)

Ich war auch ca. 20 Jahre aus dem Lernen raus und hatte nur die mittlere Reife. Vor Mathe hatte ich am Anfang auch den meisten Respekt, hat sich aber als nicht ganz so schlimm erwiesen. Elektrotechnik war härter, aber das bleibt Dir bei Deiner Wahl ja erspart.

Ich bin auch verheiratet (2 Kinder) und bin es nach dem Ende des Studiums auch noch ;), obwohl ich ein hohes wöchentliches Pensum gefahren bin. Es ist aber Tatsache, dass die Freizeit unter dem Studium leidet, unter der Woche läuft eher gar nichts und am Wochenende auch nicht mehr so viel wie früher. Wir hatten uns immer den Sonntag komplett für die Familie reserviert, da gab es dann kein Lernen.

Ich habe mich damals für die WBH entschieden, trotz der weitaus höheren Kosten. Am Ende betrachtet war es die richtige Wahl. Das Studienmaterial der WBH ist im großen und ganzen als gut zu bewerten. Die Betreuung ist aus meiner Sicht war super, egal ob per Mail oder Telefon man bekam immer die benötigten Antworten bzw. Hilfestellungen.

Das Studium war für mich in drei Punkten von Vorteil. Zum ersten ist da die gesteigerte Anerkennung beim jetzigen Arbeitgeber, nun habe ich endlich die Ausbildung für den Posten auf dem ich sitze. Zum zweiten gab es eine entsprechende Gehaltsanpassung. Zum dritten ergeben sich jetzt auch andere Perspektiven für einen möglichen Arbeitgeberwechsel.

Nach der von Dir beschriebenen Laufbahn zu urteilen denke ich schon das WiInf für Dich das Richtige sein wird.

Gruß

Frank

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Die Frage, Artus, ob es sich "lohnt", ein Studium zu beginnen, wäre m.E. in Fällen wie dem Ihren zu ergänzen, ob Sie es sich wirklich leisten können in Ihrem Alter, KEINE anerkannte Ausbildung/Studium in diesem Job zu haben.

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@Artus2711

Bildung lohnt sich immer. Ein Erfinder sagte mal:

Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)

mfg

Jedi (Ritter der Tafelrunde)

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Hallo Martin,

ich bin/war in einer ähnlichen Situation wie du. 42, 14 Jahre bei einem IT Konzern als Quereinsteiger, privates Interesse an IT. Nach rund 20 Jahren Pause punkto Lernen (die verschiedenen Kurse dazwischen zähle ich jetzt nicht wirklich) habe ich einen MBA begonnen. Die anfängliche Euphorie ist schnell einer Panik gewichen: Irres Lernpensum in der vorgegebenen Zeit, das Ganze dann noch auf akademischem Niveau - ich war kurz davor das wieder hinzuschmeissen. Aber mit der Zeit lernt man wieder zu lernen - d.h. vor allem effizient zu lernen. Den MBA habe ich jetzt vor kurzem abgeschlossen - nachdem das Studium dann sehr schnell einfach zur Routine wurde.

Jetzt überlege ich wie du ein Bachelor-Studium im Informatik-Bereich anzuhängen. Nachdem ich mir ein paar Beispiel-Studienhefte von Hagen angesehen habe bekam ich auch ziemlichen Respekt vor Mathe. Ich dachte mir nur 'alter Schwede, wovon reden die da? Habe ich das wirklich mal gelernt?'. Dann habe ich mir ein gutes Mathebuch besorgt ('Brückenkurs Mathematik', Walz et. al.) und durchgearbeitet. Und siehe da - auf einmal ist das alles nicht mehr so kompliziert. Wenn ich jetzt das Studienheft von Hagen durchlese denke ich mir eher 'Jup, kenne ich, kein Problem'. Wenn man das Abitur-Wissen aufgefrischt hat geht das sicherlich. Respekt vor dem Fach ja, aber keine Angst.

Ich persönlich habe Hagen abgehakt und werde eine private Hochschule wählen. Finanziell kann ich es mir leisten, und abgesehen von den Kosten konnte ich bei der Fern-Uni keine Vorteile für mich erkennen. Die Privaten sind kundenorientierter, flexibler und daran interessiert ihren Studenten einen erfolgreichen Abschluß zu ermöglich. Warum soll ich mir das Studium unnötig schwer machen wenn es nicht sein muss?

Meine Empfehlung zur Vereinbarung Studium/Privatleben: Die Lebensqualität sollte möglichst erhalten bleiben. 4-5 Jahre sind eine sehr lange Zeit, die reisst man nicht mal so nebenbei runter. Und eine Ehe/Partnerschaft darunter leiden zu lassen halte ich für falsch. Studium schön und gut, aber meine Partnerin wird trotzdem immer wichtiger bleiben. Und letzten Endes wird es nicht viel Unterschied machen ob du das Studium in 6, 7 oder 10 Semestern fertig machst. Vor allem dann nicht wenn du keinen Druck zu einem Abschluss hast und du das Studium in erster Linie aus persönlichem Interesse machst.

Und ja, es bringt dir in jedem Fall etwas. Selbst wenn es nur deinen persönlichen Horizont erweitert und du deinen bisherigen Job weitermachst, dann aber mit größerer Sicherheit und höherer Effektivität. Und falls du früher oder später über einen Jobwechsel nachdenkst - für die meisten Arbeitgeber ist für gehobene Positionen immer noch ein akademischer Abschluß Voraussetzung - ganz unabhängig von deiner Berufserfahrung.

Und zur Studienrichtung: Dein Lebenslauf wäre klassisch für ein WiInf Studium. Allerdings solltest du da für dich selbst zuerst einige Fragen beantworten:

  • Wo will ich beruflich hin?
  • Welche Richtung interessiert mich mehr?
  • Studiere ich ausschließlich für einen besseren Job oder eher aus persönlichem Interesse?

Genau diese Fragen stelle ich mir selbst gerade, ohne jetzt schon fertige Antworten zu haben ;)

lg

Thomas

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Du stellst Dir auf jeden Fall die richtigen Fragen: Das Lernen ist mit 40++ anders als mit 20--. Es ist nicht nur "schwieriger", aufgrund der Lebenserfahrung hinterfragt man viel mehr (Bsp: stumpfes Definitionenlernen). Der Lernaufwand ist mit ca. 15h/w realistisch. Wie will man die leisten? Vor der Arbeit, nach der Arbeit, konzentriert am Wochenende, in Blöcken unter Nutzung von Urlaubszeiten - und die Partnerschaft darf nicht leiden. Das Fernstudium muss Teil des Lebens sein, vielleicht sogar einen Teil des bisherigen Lebens ersetzen. "Augen zu und durch" klappt ganz selten (siehe Blog UdoW), selbst der Topblogger chillie hat irgendwann eine Auszeit genommen. Vielfach kommt nach dem 4./5. Semester ein durchhänger - so auch bei mir. Der Geldwert eines Informatikstudiums mit 40++ ist sicher problematisch: ein externer Wechsel ist nicht einfach, intern wird man keine große Karriere mehr starten. Aber unsere Generation wird noch einige Jährchen schuften dürfen, deswegen ist jede Art von Fortbildung einfach notwendig. W.-Inf. an einer FH passt am saubersten in den Lebenslauf.

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Hallo,

eure Antworten helfen mir weiter. Ich mach mir mal Gedanken.

Wie sind eure Erfahrungen zu den verschiedenen Fern-FHs?

Gruß und Dank

Martin

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Ich persönlich fahre mit meiner Fern-FH sehr gut...mein Studium ist sehr praxisorientiert, hat allerdings mit Deinem so gar nichts zu tun.

Letztlich ist bei dem Aufwand fürs Studium noch zu sagen: Das ist immer auch eine sehr persönliche Sache. Du hast wohl sehr viel Praxiserfahrung, die wird Dir sicher helfen. Ich persönlich bleibe bei meinem Studienaufwand/Woche deutlich unter den Angaben des Anbieters bei sehr gutem Schnitt. Das kann natürlich im Einzelfall auch genau umgekehrt sein. Was ich sagen will: Merken wirst Du es erst im eigentlichen Studium, wie hart oder leicht das werden wird.

Gut ist es, wenn man mit dem nötigen Respekt drangeht. Ich selber hatte für mich klar, wenn das im ersten Semester schon haarig werden sollte, breche ich die Aktion eben wieder ab. Jetzt bin ich im 5. ;)

Gelohnt hat es sich für mich schon jetzt: Ich habe mich auch persönlich weiterentwickelt. Und ich denke, dass ist das, was ein Studium unbedingt leisten sollte. Der Abschluss scheint da für mich mittlerweile eher zweitrangig- wobei ich auch immer mehr der Meinung bin, dass eine Ausbildung an sich oft nicht diese weitreichende Weiterentwicklung bringen kann. Daher auf jeden Fall: Es lohnt sich immer! Selbst wenn Du abbrechen solltest, dann bist Du auch schlauer:thumbup:

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Du solltest dir die Frage stellen, wo du hin möchtest. Ich erkenne leichte Tendenzen zur Softwareentwicklung bei dir (VBA, Datenbankentwicklung, ...). Dann wäre vermutlich ein pures Informatikstudium sinnvoller und auch für dein Wissen zwingend notwendig. Ein bisschen Access und VBA/.NET machen lange keinen Informatiker. Möchtest du später eine Schnittstellenfunktion zwischen IT und Fachabteilungen/Kunden ausführen, dann sollte es in Richtung WiInf gehen. Dort sehe ich es für dich auch nicht als zwingend notwendig noch ein Studium dranzuhängen. Natürlich wäre es vorteilhaft, aber durch deine praktische Erfahrung auf Seiten der Fachabteilung/Kunden und IT, sowie deiner ansatzweise erkennbaren Schnittstellenfunktion zwischen den beiden Seiten kannst du dich auch als Quereinsteiger verkaufen. 12 Jahre Berufserfahrung sind auch nicht zu verachten.

Ich persönlich habe Hagen abgehakt und werde eine private Hochschule wählen. Finanziell kann ich es mir leisten, und abgesehen von den Kosten konnte ich bei der Fern-Uni keine Vorteile für mich erkennen. Die Privaten sind kundenorientierter, flexibler und daran interessiert ihren Studenten einen erfolgreichen Abschluß zu ermöglich. Warum soll ich mir das Studium unnötig schwer machen wenn es nicht sein muss?

Hier nur als kleine Randbemerkung: Neben den Finanzen gibt es natürlich noch andere Gründe für Hagen. Ich wollte/will bspw. nicht einfach nur möglichst schnell einen Abschluss, sondern möglichst viele neue Dinge lernen. Dafür mach ichs mir auch gerne "unnötig schwer". Ein weiterer Grund ist für mich die theoretischere Ausrichtung als an einer FH. Vor ein paar Jahren habe ich mir auch nicht vorstellen können an einer Universität zu studieren, wo eine FH doch viel praxisorientierter ist. Aber mittlerweile sehe ich die Theorie in Hagen als perfekte Ergänzung zu meiner praktischen Tätigkeit/Ausbildung als Softwareentwickler. Das fällt natürlich weg, wenn man in der Praxis nichts mit dem Studienberuf zu tun hat.

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@StefanK:

Ein bisschen Access und VBA/.NET machen lange keinen Informatiker.

Ist mir klar, ich würde ja auch erst einer werden wollen (oder WiInf).

@All

Danke für eure Tipps bisher.

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