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whoever

FernUni Hagen - Psychologie - Zukunftschancen?

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whoever

Hallo zusammen,

zufällig bin ich auf zwei neue und sehr kritische Berichte bzgl. B. Sc. Psychologie an der FernUni Hagen gestoßen http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?48,1566826,page=2

Hat jemand die gleichen Erfahrungen gemacht und könnte es event. bestätigen?

Viele Grüße

Bearbeitet von whoever

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Zitrone

Ich studiere seit vier Semestern an der Fernuni Psychologie in Teilzeit (als Studiengangzweithörende, ich habe also den Vergleich zu einem Präsenzstudium in einem anderen Fach).

Übrigens ist es ein Bachelor of Science und nicht of Arts, wie du geschrieben hast. ;)

Also der letzte Post in dem Thread vom 17.07.2013 um 19:49:04 strotzt nur so vor Fehlern.

Zu 1) Natürlich ist die Modulaufteilung unterschiedlich, das ist aber an jeder Uni so. Das liegt an unterschiedlichen Schwerpunkten und unterschiedlich stark gewichteten Modulen.

2) Die Anhebung der Bestehensgrenze hat überhaupt nichts mit der Meinung von Arbeitgebern zu tun. Das mit dem Gerichtsverfahren stimmt - es ist der Grund für die Veränderung, aber dabei ging es lediglich darum, dass das alte Bewertungssystem (1 Punkt bei 3 richtigen, 3 Punkte bei 4 richtigen und 5 Punkte bei 5 richtigen Antworten) als unfair bezeichnet wurde, weil es dabei keinen Unterschied macht, ob man 1 oder 2 richtige Antworten hat (in beiden Fällen 0 Punkte) und somit die Punkte nicht gleichmäßig verteilt sind. Jetzt bekommt man eben mehr Punkte (einen pro richtiger Antwort - also z. B. 3 Punkte für 3 richtige Antworten statt nur 1) und dementsprechend musste natürlich die Bestehensgrenze auch verändert werden, sonst würden jetzt 99% bestehen (ich habe mir die Prozentverteilungen mal angeguckt). Bei meinen Noten hätte es keinen Unterschied gemacht - ich hatte nach alter und neuer Bewertung dieselben Noten.

3) Das sind mir zu viele sinnlose Behauptungen miteinander vermischt, ich will nicht jede einzelne davon wiederlegen. Das Hauptproblem ist hier die falsche Verknüpfung etlicher Sachverhalte miteinander, wodurch ein falsches Bild entsteht.

4) Das ist der einzige ernsthafte Kritikpunkt. Manche der Skripte sind tatsächlich nicht besonders gut - dafür sind andere wieder hervorragend. Aber an einer Präsenzuni hat man auch gute und schlechte Dozenten und muss dennoch zu den Seminaren hingehen.

Zum Post direkt davor kann ich nicht viel sagen, da mich eine Therapieausbildung nach dem Studium gar nicht interessiert. Aber gerade im Masterbereich gibt es auch einige andere Master an Präsenzunis, die keine klinische Psychologie enthalten. - Zwar hatte man da meist klinische Psychologie im Bachelor, aber mit solchen Mastern kann man dann ebenfalls keine Therapieausbildung machen. Nur weil man mit dem Abschluss keine Therapieausbildung machen kann, heißt das nicht, dass der Abschluss an sich schlecht ist. Es hängt alles vom Ziel ab.

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sunshine11

@Zitrone, welches Ziel hast du mit deinem Bachelor, da dich Therapie nicht interessiert?

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Zitrone

Mich reizt vor allem der Bereich Arbeitspsychologie. Ein konkretes Ziel habe ich noch nicht, aber ich studiere ja auch noch so etwa 3 Jahre.

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Inkadye

Ich möchte mich Zitrone anschließen: Beim zweiten Beitrag haben mir tatsächlich auch alle Haare zu Berge gestanden. Insbesondere das mit den Praxissemestern stimmt insofern nicht, als das es zu dem betrieblichen Praktikum auch ein weiteres experimentelles Online-Praktikum gibt, bei dem man in Gruppenarbeit eine eigene Studie durchführen muss.

Das Studium ist zudem gleichwertig zu den Präsenzunis, aber es wird keine Klinische angeboten. Die Uni betont selbst, dass Menschen, die gern Therapeut werden möchten, an der FernUni eher nicht richtig sind.

Das mit dem "nicht schwer genug" finde ich echt amüsant... :lol:

Von einigen Kommilitoninnen, die zum Master an eine Präsenzuni gegangen sind, hat man auch schon gelesen, dass die Methodenkenntnisse der FU-Studenten wohl z. T. ziemlich imponieren.

Was mir persönlich eher missfällt (bzw. sehe ich das recht kritisch), ist nicht der Studiengang an der FU selbst (den find ich super!), sondern die generellen Arbeitsmarktchancen von Psychologen. Ich hab daher für mich persönlich Konsequenzen gezogen und mich ab nächstem Semester in einen weiteren Studiengang eingeschrieben - ja, auch an der FernUni! :)

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whoever

Es freut mich zu lesen, dass die Kritikpunkte in den Berichten nicht unbedingt sehr objektiv sind :) Es ist auch selten, dass man spontan und so ausführlich schreibt, wenn man mit dem Studiengang zufrieden ist, eher im Gegenteil, wie die Beispiele zeigen.

Vor ein paar Jahren habe ich aus persönlichen Gründen das Psychologiestudium an der FernUni abgebrochen. Da ich es mir überlege mit dem Studium wieder anzufangen, bin ich von den Berichten erstmal erschrocken worden...

@Zitrone, mit dem Bachelor of Science hast du natürlich Recht, war ein Schreibfehler von mir ;)

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Psi

Wow, ich habe gerade diese kritischen Beiträge gelesen und muss erstmal nach Luft schnappen. Da ich mit dem kompletten Bachelorstudium durch bin und inzwischen an der Fernuni den Master weiter machen, würde ich mal behaupten, ich kann das alles recht gut einschätzen, zumindest besser als jemand der vll. 1 oder 2 Semester Teilzeit an dem Bachelor rumstudiert hat.

Ich muss ehrlich gestehen, ich habe mich nicht all zu selten auch über bestimmte Gegenebenheiten in diesem Studiuengang aufgeregt. So muss ich dem Beitrag vom 04.06. soweit zustimmen. Es gibt tatsächlich ein Problem mit der hohen Studierendenzahl, weshalb ein neues Bachelorarbeits Zentralvergabeverfahren eingerichtet wurde. Man kann dort 3 Wunsch-Fachbereiche angeben, mit absteigender Präferenz und wird dann einem Lehrstuhl zugeordnet. Manche Lehrstühle sind offen für eigene Ideen, bei anderen bekommt man einfach so ein Thema zugeteilt. Ich finde das auch überhaupt nicht gut, allerdings steckt dieses System zur Zeit in einer Art Probephase und ich könnte mir vorstellen, dass sich da noch einigen dran ändert. Ich habe meine BA Gott sei Dank geschrieben, bevor es das System gab, mit selbst ausgesuchtem Fachbereich und selbst ausgesuchtem Thema.

Dass es sehr viel um Auswendig lernen geht, stimmt auch. Am Ende eines Moduls steht eine Multiple Choice Klausur, in der die Inhalte der Studienbriefe bis ins kleinste Detail abgefragt werden. Es gehört tatsächlich eine Menge Disziplin dazu und wem ein klassisches Studentenleben sehr wichtig ist, für den ist das absolut nichts. Aber sowas muss man sich halt vorher überlegen. Ich bin auch ein junger Mensch und ich vermisse nichts. Ich habe mich sehr an dieses Modell gewöhnt. Ich kann meine Zeit einteilen, wie ich will. Ich kann spät aufstehen, meine Mensa ist mein Kühlschrank (oder der Pizzalieferant ^^) und kann mich, wenn ich will jeder Zeit mit Freunden treffen.

Dass man an der Fernuni keine Leute kennenlernt stimmt absolut nicht. Ich hatte direkt im ersten Semester eine siebenköpfige Lerngruppe. Habe an der FU sehr viele Freunde gefunden und sogar meine große Liebe ;). Ich könnte mir ein stressiges Präsenzunileben mit Vorlesungen und so gar nicht vorstellen.

Ich studiere übrigens von Beginn an in Vollzeit und hatte nie Probleme damit. Man braucht halt ne Menge intrinsische Motivation und ne gute Organisation der Dinge, aber dann isses echt super.

Was klinische Betrifft: Ich will eh nicht in diesen Bereich, von daher ist es mir egal. Natürlich finde ich es auch schade, dass es das bei uns nicht gibt, aber so ist es nunmal. Und wenn man den Bachelor an der FU gemacht hat, kann man sich durchaus an einer Präsenzuni für einen klinischen Master einschreiben und das Problem auf diese Art lösen. Ich kenne sehr viele, die jetzt nach den Bachelor an einer Präsenzuni klinische machen.

Und nun zu dem Beitrag von 17.07.: Unglaublicher Bullshit der da verfasst wurde! (sorry für diesen Ausdruck, aber ein passenderes Wort fällt mir einfach nicht ein)

Zum Punkt gleichwertiges Studium:

1. Als ich im ersten Bachelor Semester war, bekam ich glaube ich 9 Studienbriefe zugeschickt. Da dachte ich schon ich fall um, wie soll ich das denn schaffen? Dazu dann noch eine Liste an zusätzlicher Lektüre die man sich beschaffen und lernen soll. Ich hörte, dass im Semester davor die Vollzeitstudenten sich reihenweise von dem zweiten Modul wieder abgemeldet haben, weil es für sie unschaffbar schien. Grund: Im zweiten Modul steckt die komplette Statistik, die an einer Präsenzuni in mindestens 2 Semester aufgeteilt wird. Habe gehört, dass sie an manchen Unis sogar auf 3 Semester aufgeteilt wird. Das heißt, weniger Module bedeutet nicht weniger Informationen und dass man weniger lernt. Es heißt, dass die gesamten Informationen innerhalb einer Semesters gelernt werden müssen, obwohl Präsenzler 2 Semester dafür Zeit haben.

2. Eine Kommilitonin hat nach dem ersten Semester an eine Präsenzuini gewechselt, weil ihr das Studium an der Fernuni zu anspruchsvoll (!) war. Sie berichtete dann nach ihrem Wechsel davon, wie entspannt das Studium an der Präsenzuni doch ist und dass es wesentlich leichter sei.

Inzwischen haben ja wie gesagt viele den Bachelor gemacht und den Master an einer Präsenzuni begonnen. Von diesen Leuten höre ich immer wieder, dass sie schockiert wären, was für ein defizitäres Methodenwissen ihre Kommilitonen an der Präsenzuni hätten, und dass dort im Master teilweise Dinge gelehrt werden, die wir im schon längst im Bachelor gelernt haben. Es sei mitlerweile sogar bei den Profs bekannt, dass die Leute die von der Fernuni kommen mit hervorragendem Methodenkenntnissen glänzen.

Dass das Studium an der FU nicht "gleichwertig" ist, ist also einfach eine glatte Lüge. Ohne den Lehrplan an einer Präsenzuni irgendwie runtermachen zu wollen (weil ich denke, dass ein Psychologiestudium IMMER viel von einem abverlangt), würde ich dennoch wagen, zu sagen, dass es sich bei dem FU Studium sogar um ein anspruchsvolleres Studium handelt als an einer Präsenzuni. Wir bekommen eine top Ausbildung, die sogar Profs an anderen Unis fasziniert. Und wenn ich in irgendwelchen Foren oder sonst wo mit Psychologiestudenten, die von allen möglichen Unis kommen, Fachgespräche führe, dann habe ich immer das gefühl, obwohl wir von unterschiedlichen Unis kommen, haben wir alle das gleiche Wissen und können uns alle auf einer Ebene unterhalten. Ich hab mir übrigens nicht selten von einem Präsenzler in ner Diskussion sagen lassen "Wow, du hast ja echt gut aufgepasst, das hab ich mir gar nicht gemerkt"

Und jetzt kommt das bekloppteste was ich in diesem komischen Beitrag gelesen habe. Arbeitgeber würden die Nase rümpfen, weil das Studium an der FU nicht gleichwertig ist und darum sei die Bestehensgrenze angehoben worden? *Pruuuuuuuuuuuuuust! Selten so einen Mist gehört! Ich weiß nicht wer solche Gerüchte in die Welt sätzt, aber das ist echt komplett erfunden!

1. Habe ich noch von keinem Arbeitgeber gehört, der die Nase rümpft. Tatsächlich gibt es immer wieder Vorurteile gegenüber eines Studiums an der FU. Aber diese Vorurteile beruhen einfach nur auf Unkenntnis. Mitlerweile hat sich schon sehr stark rumgesprochen, dass Psychologen, die von der FU kommen hoch qualifiziert sind und die meisten Arbeitgeber wissen das. Die paar, die es nicht tun, haben einfach noch keine Erfahrung mit FUlern gemacht und ich denke, das wird sich jetzt nach und nach immer mehr bessern.

2. Die Geschichte mit der Bestehensgrenze kennt eigentlich jeder, der bei uns studiert und ein bisschen in Moodle liest und auf dem neusten Stand ist, was an der Uni so abgeht. Es war nämlich so, dass ein Studierender gegen das Benotungssystem geklagt hat, weil man bei einem falsch gesetzten Kreuz oder einen nicht gesetzten Kreuz an einer aber anzukreuzenden Stelle, Punkte abgezogen bekam. Augrund dieser Klage musste das Bewertungssystem geändert werden, dahin gehend, dass es bei einer falschen Antwort keinen Abzug mehr gab. Dadurch erhöhte sich aber automatisch die Ratewahrscheinlichkeit: richtig angekreuzt = Punkt, falsch angekreuzt = kein Punkt. Auf diese Weise hatte man immer eine 50%ige Wahrscheinlichkeit richtig zu liegen und nen Punkt zu bekommen. Deshalb musste die Bestehensgrenze hoch gesetzt werden. Das heißt aber nicht, dass die Klausuren schwerer geworden sind. Bei gleicher Leistung bekommt man nach beiden Systemen dieselbe Note. Wir hatten auch erstmal alle Schiss, was das für uns bedeutet und ob die Noten schlechter werden. Aber es hat sich für alle gezeigt, dass ich überhaupt nichts geändert hat.

Das hat aber rein gar nichts mit irgendwelchen kritischen Arbeitgebern zu tun. Ich verstehe nicht, wie man so einen Müll in die Welt setzen kann, wenn man absolut keine Ahnung hat, wie es wirklich gelaufen ist und wenn man sich überhaupt nicht über die Abläufe an seiner Uni informiert.

Diese Person schreibt ja schon, sie habe ein (!) Semester lang Psychologie studiert, aber hat angeblich voll den Durchblick, ist klar! Ich frag mich echt, wie man so heftig Wahrheiten und Lügen durcheinander mischen und komplett erlogene Geschichten daraus zusammen basteln kann.

Da fällt mir echt nur der Spruch ein: Wer keine Ahnung hat der sollte die.........

So, ich hoffe mit meinem ausführlichen Beitrag sind alle Vorurteile ausgeräumt. Wie gesagt, es gibt schon einige Dinge, die man kritisieren kann, aber es gibt genau so auch viele Punkte, die meiner Meinung nach für die FU sprechen. Und ganz ehrlich, lieber habe ich eine richtig gute Ausbildung, die in ein paar Jahren vermutlich jeder zu schätzen weiß, als dass ich zwar sagen kann, ich komme von einer tollen Präsenzuni aber habe keine Ahnung von linearen Strukturgleichungsmodellen oder so.

So und jetzt muss ich noch ein bisschen lernen ;).

Lg

Psi

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captain zero

Auch wenn der obige Beitrag inzwischen 4 Jahre alt ist, möchte ich die Apologie zur FU HA des Psi nicht unkommentiert lassen.

 

Ich habe vor der FU HA 2,5 Jahre an der Wilhelms-Uni zu Münster Psychologie (seinerzeit noch im Dipl-Studiengang) studiert. Leider war es mir als Alleinerziehender auf Dauer nicht möglich Studium, Job, Betreuung meines Kindes sowie die tägliche An- u. Abfahrt unter einen Hut zu bringen.

 

Ich habe das sehr bedauert, da mir das Studium sehr viel Spass bereitet hat und ich neben einer Vielzahl sozialer Kontakte, einen direkten Draht zu den Profs hatte und mit dem Studium selbst auch relativ gut klar und vor allem voran gekommen bin.

 

Da ich nebenbei noch als freier Online Redakteur tätig bin, bereitet mir die Selbstorganisation (elementare Bedingung für ein Fernstudium) keinerlei Probleme. Ich war daher zuversichtlich, dass ein Fernstudium mich diesbzgl. vor keine unlösbaren Aufgaben stellen dürfte.

 

Meine Erfahrungen mit der Fernuni Hagen waren über die gesamte Dauer allerdings eher frustrierend und ernüchternd. Es mag sein, dass ein kleiner Prozentsatz an Studenten mit den teilweise abenteuerlichen Bedingungen der FU HA klar kommt, ich gehörte definitiv nicht dazu.

 

Beginnend mit dem Kursmaterial, das didaktisch erschreckend fehlerhaft und schlecht aufbereitet ist, so dass die Frage erlaubt sein will, wie eine Universität in ihrer Funktion als Fernuniversität ihren Studenten derartiges Material überhaupt ernsthaft anbieten kann?

 

Es darf, um es am Beispiel der Statistik zum exemplifizieren, nicht sein, dass ich auf Empfehlungen von Standardwerken der Präsensuniversitäten ausweichen muss, weil der Verfasser der Studienbriefe selbstverliebt als quasi 1:1 Kopie für den Buchdruck freigegebenes, zudem veraltetes, eigenes Material bereitstellt, das fast gänzlich auf veranschaulichende Beispiele verzichtet. Im Mindesten erwarte ich, dass den besonderen Bedingungen der Lehre einer Fernuniversität Rechnung getragen wird und das Studienmaterial, erst Recht im Fach Psychologie (das sich in der Forschung exklusiv auch mit Lerntheorien auseinandersetzt), den didaktischen Erkenntnissen der eigenen Forschung genügt. Für meinen Geschmack haben einige der Autoren der Studienbriefe ihren Lehrauftrag hier komplett verfehlt (sic!).

 

Von einer FU erwarte ich Studienmaterial das anschaulich und durch reichhaltige Beispiele illustriert, die Kerninhalte des jeweiligen Moduls aufbereitet. Dies wird bei den allermeisten Studienbriefen leider überhaupt nicht gewährleistet (!).

 

Gleichsam ein Trauerspiel bilden die den Modulen zugeordneten Foren, die allesamt schlecht bis gar nicht moderiert, teilweise bereits nach wenigen Wochen vollständig einschlafen.

 

Lerngruppen liessen sich aufgrund der spezifischen Bedingungen, wie sie der Wahl einer FU zugrunde liegen (Beruf, Kind, Familie), auch nur in sehr ungenügendem Maß organisieren (teilweise hatten sich die Gruppen bereits nach zwei Treffen wieder verloren).

 

Die Erreichbarkeit der Dozenten bestand sehr eingeschränkt, ist für sich noch kein Thema, da es sich an Präsenzunis nicht anders verhält, dafür war die Blasiertheit einiger Dozenten, dagegen beispiellos. 

 

Auch sehr widersprüchlich die Angaben bzgl der Kosten und Wdh von Modulen. In der Theorie lassen sich einmal belegte Kurse kostenfrei bis zu sieben Mal wiederholen. Tatsächlich wurden meine Kurse bereits nach einem Jahr komplett ausgetauscht. Im Duktus der FU HA nennt sich das vollständige Überarbeitung. Amüsant daran ist, dass von einer Überarbeitung kaum die Rede sein kann (da allenfalls marginale Neugliederungen der Kapitel und die eigentlich selbstverständliche Korrektur der Syntax und Rechtschreibfehler aufweisbar sind), von einer vollständigen Neugliederung zu sprechen, ist dagegen schlechterdings frech.  

 

A.d.St auch ein generelles Wort zur Kostenstruktur der FU HA, die einem alles verschlingenden Moloch gleicht, der kaum einmal den Bedürfnissen und Wünschen seines Klientels genügt, dabei kalkuliert und rücksichtslos für die kleinste Selbstverständlichkeit Kosten generiert (so wird bereits für die Abmeldung von einer Klausur eine Gebühr von 25 EUR erhoben, selbst wenn dies innerhalb der terminierten Frist erfolgt). Versuche mit den Bürokratiehengsten und -stuten der FU zu verhandeln, scheitern regelmäßig an deren Ignoranz und Blasiertheit.

 

Ebenfalls nie über das Stadium des blossen Gedanken hinausgekommen, ist der dringliche Wunsch von AStA und Studenten an einem Semesterticket zu arbeiten. Es mag der Idee einer FU auf dem ersten Blick zuwider laufen, da den Studierenden heimatnah Studienzentren zugeordnet werden, ist es als Gegenargument dennoch nicht tauglich.

 

Eher schon sind es die altbackenen Strukturen und die Gleichgültigkeit des universitären Betriebs selbst, die hier den Weg versperren und es damit versäumen zur Aufwertung des FU Status beizutragen.

 

Fazit, dem Lauf der Zeit sei Dank, das eigene Kind wird größer, der Weg zur Präsenzuniversität wieder frei (auch wenn vordem universitäre Jahre nutzlos verstreichen mussten).

 

 

 

 

 

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