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dary

Lebe Deinen Traum - Studium mit Kind und Hunden und Nebenjobs

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Studium während der Elternzeit? Ja, da steuere ich doch gerne einen Bericht bei!

Angefangen habe ich allerdings bereits vor der Elternzeit.

Ich bin von Beruf Bankkauffrau, hatte jedoch bereits bei Berufsbeginn das Ziel in den Bereich Ausbildungsleitung/Personalentwicklung zu wechseln. Zunächst habe ich nebenberuflich im Rahmen eines Fernstudiums den Staatlich geprüften Betriebswirt mit Schwerpunkt Personalwirtschaft absolviert. Eine harte Zeit Studium neben dem Vollzeitjob, aber das ist hier nicht das Thema ;-)

Da sich meine Berufschancen in meinem Wunschbereich leider nicht verbessert haben und ich auf der anderen Seite auch immer etwas traurig war kein Hochschulstudium absolviert zu haben, habe ich nach reiflichen Überlegungen mit einem Fernstudium in Psychologie begonnen. Zunächst wiederum neben dem Beruf, aber mit einem konkreten Kinderwunsch und der Überlegung die Elternzeit für das Studium zu nutzen. Vorher wollte ich gerne die ersten beiden Prüfungen geschafft haben, da diese an der FernUni Hagen doch ein bisschen den Ruf als „Rauswurfprüfungen“ haben. Die erste Prüfung habe ich dann mit Kind im Bauch bestanden, ohne es zu wissen. Eines schönen Freitages habe ich dann das Ultraschall-Bild und gleichzeitig die Bestätigung über die bestandene Prüfung erhalten, das Glück war perfekt!

Da ich in der Schwangerschaft kein Risiko eingehen wollte, habe ich meinen Stress doch sehr reduziert und leider für die nächste Prüfung zu wenig gelernt, so dass ich diese im 8. Monat schwanger leider verhauen habe.

So, und nun zum Thema: Unser Sohn Jan wurde geboren und meine Elternzeit begann. Ich hatte mir zwei Monate Pause vorgenommen und wollte dann mein bisheriges Teilzeit-Studium als Vollzeit-Studium fortführen.

Leider hat mein Sohn das Buch nicht gelesen, in dem steht, dass ein Baby ca. 16-20 Stunden am Tag schläft … Zunächst wurden die Nächte zum Tag gemacht, dementsprechend müde war ich tagsüber. Trotzdem musste ich jede Schlafphase von Jan zum lernen nutzen. Ich habe mir meine Unterlagen dann so sortiert, dass ich Dinge hatte, die ich auch mal für nur 10 Minuten ansehen konnte und Dinge, die ich am Wochenende gelernt habe, wenn mein Mann zuhause war. Die Schlafphasen meines Sohnes wurden leider nicht besser, nachts alle 2 Stunden stillen und tagsüber hat er fast nur im Tragesack oder bei den Spaziergängen mit dem Hund geschlafen. Den Haushalt habe ich mit Kind im Tragesack gemacht, ans Lernen war dabei jedoch nicht zu denken, da ich mich natürlich nicht hinsetzen durfte. Es waren noch zwei Monate Zeit bis zur Wiederholungsprüfung, die ich auf jeden Fall schaffen wollte. Mein Mann hat sich dann an den Wochenenden Kind und Hund zum Spazieren gehen geschnappt, so dass ich in paar Stunden Lernen konnte. Da ich zweiwöchentlich Samstags und jeden Sonntag noch nebenbei mit meinem Hund zwei Stunden im Altenheim gearbeitet habe, hätte ich die freien Zeiten liebend gerne zum baden oder ausruhen genutzt, aber Pausen konnte ich mir einfach nicht leisten.

Mein besonderes Highlight waren die vier Seminare, die ich in der Zeit besucht habe. Bevor ich los bin noch schnell gestillt und gleichzeitig abgepumpt für die nächste Mahlzeit. Zusammen mit der gesammelten Milch, die ich täglich abgepumpt hatte, war genug Milch in der Kühltruhe, dass Sohnemann ohne mich satt werden konnte. Zum Seminar bin ich mit Kühltasche und Pumpe angereist, um in den Pausen abzupumpen und gleich den Vorrat fürs nächste Mal mit nach Hause zu bringen. Aber ich muss sagen, die Seminare taten mir wirklich gut. Acht Stunden ohne Baby, da freut sich die Mama richtig auf das Babygeschrei, wenn sie nach Hause kommt!

Für die Prüfung hat sich mein Mann dann einen Tag Urlaub genommen, auch hier musste ich mit Pumpe anreisen um die 4 Stunden Prüfung problemlos zu schaffen. Die Prüfung habe ich geschafft, aber auf die Dauer hätte die Beziehung doch arg gelitten, wenn wir in dem Pensum weiter gemacht hätten, da wir an den Wochenenden nur noch wenig Zeit zusammen hatten.

Ich habe mir dann nach der Prüfung doch mal etwas Pause gegönnt und meinem Sohn in dieser Zeit den Mittagsschlaf „beigebracht“. Zunächst musste ich mich dafür immer mit ihm gemeinsam hinlegen, so dass ich nicht lernen konnte -aber mich endlich auch mal ausruhen konnte- dann hat es geklappt, dass er mittags 1-2 Stunden alleine geschlafen hat, so dass ich endlich feste Lernzeiten hatte.

Inzwischen ist mein Sohn 9 Monate alt, ich habe in 4 Wochen die nächste Prüfung und eben wieder ein Power-Learning-Programm mit meinem Mann ausgearbeitet, weil ich -nach Einzug eines zweiten Hundes vor 6 Wochen- lernmässig wieder vollkommen hinterher hinke. Ehrlich gesagt habe ich jetzt auch mal ans Aufgeben gedacht, denn irgendwie habe ich ständig das Gefühl nicht alles zu meiner Zufriedenheit zu erledigen, vor allen Dingen der Haushalt läuft nicht so, wie ich es mir wünsche… Aber ich habe ein Ziel vor Augen!

Das Thema Vollzeitstudium hat sich allerdings für mich erledigt, ohne Kinderbetreuung und mit den langen Arbeitszeiten meines Mannes bleibt mir wirklich nur die Mittagsschlafzeit meines Sohnes, daher muss ich wohl wieder auf Teilzeitstudium umstellen.

Also, mein Fazit:

Ich würde es immer wieder so machen und gehe weiterhin davon aus, dass ich den Bachelor während der Elternzeit schaffen werde, um nach der Elternzeit direkt durchstarten zu können.

Es gehört aber eine Menge Power, Selbstdisziplin und Ehrgeiz dazu.

Ob ich es empfehlen kann es so zu machen? Ehrlich gesagt fande ich das Studium damals neben dem Beruf anstrengender als jetzt mit dem Kind, allerdings ist meine Gesamtsituation jetzt schwieriger. Ich habe mittlerweile zwei Hunde, zwei Nebenjobs und Haus mit Garten statt Wohnung. Also, wer ein Studium neben dem Beruf schafft, der schafft es auch neben dem Kind. Wer sich aber nach der Arbeit, oder während des Mittagsschlaf des Kindes, ausruhen muss, der kann es nicht schaffen. Sofern man nicht Oma und Opa hat, die einem das Kind abnehmen, bleibt einfach keine Zeit zum ausruhen, es muss wirklich jede Minute genutzt werden, in der das Kind schläft!

Und zuletzt die Frage, leider mein Kind darunter? Nein! Es kommt zwar schon mal vor, dass ich einen Studientext als Gute-Nacht-Geschichte nutze oder Reime mit Eselsbrücken rumsumme, aber außer, dass mein Sohn beim Haushalt machen zuschauen muss (das schaffe ich eben nicht mehr, wenn er schläft, finde es aber auch pädagogisch sinnvoll, dass er mitbekommt, was getan werden muss…), bin ich voll und ganz für ihn da! Dafür nehme ich es in Kauf, dass das Studium dann etwas länger dauert als ohne Kind.

So, der Text ist nun etwas lang geworden und meine hierfür benötigte Lernpause ebenso…

Ich hoffe aber, ich konnte Euch einen guten Einblick in das Leben mit Kind und Studium -und nebenher noch Hunden und Nebenjob- verschaffen.

Ich wünsche mir manchmal ein einfacheres Leben, aber ich liebe mein Studium, noch mehr unsere Hunde, noch mehr meinen Mann und am meisten unseren Sohn!

Mein Lieblingszitat: Träume nicht Dein Leben, lebe deinen Traum!

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