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Fernstudienakademie

Ist der MOOC-Hype bald vorbei?

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Hallo

MOOCs (Massive Open Online Courses) sind im Moment ja richtig "in" und viele Hochschulen springen auf diesen Zug.

Im folgenden Artikel im Focus sieht der Autor den Hype rumd um diese Lernform ziemlich kritisch:

http://www.focus.de/politik/gastkolumnen/rehlaender/trendphaenomen-internet-lehre-akademische-einzelhaft-warum-online-kurse-floppen-werden_aid_1107181.html

Ist da etwas dran? Werden auch deutsche Anbieter vielleicht in Zukunft etwas zurückhaltender?

Was haltet Ihr von MOOCs? Wäre das etwas für Euch? Erwartet Ihr von Eurem Fernstudium-Anbieter sogar, dass er auch in Sachen "MOOCerei" mitmacht? Wie würdet Ihr in diesem Zusammenhang bewerten, dass Ihr für Euer "echtes" Fernstudium Geld bezahlen müsst, während Eure "MOOC-Kollegen" für ähnliche Leistungen (ggf. bei anderen Anbietern) nichts bezahlen müssen?

Viele Grüße


Anne Oppermann / Fernstudienakademie

 

 

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Das gute an MOOCs finde ich, dass Bildung damit nicht elitär ist: Jedem wird (theoretisch) Zugang zu Bildung verschafft.

Was ich jedoch auch schon gelesen habe und mir schlüssig schien:

Eine Gefahr dabei ist, dass Unis MOOCs und veröffentlichte Vorlesungen zum Geld sparen brauchen: Anstatt dass sie Themen selber lesen, wird auf bestimmte Vorlesungen im Internet verwiesen. Anstatt dass der 'Feld-Wald-und-Wiesenprofessor' die Vorlesung hält, können alle dem Topprofessor an der Eliteuni xy zuhören. Und die Uni kann Teil einer Stelle einsparen, die Betreuung aber trotzdem gewährleisten. Klingt erst mal verlockend. Daraus kann aber folgen, dass die Bildungslandschaft verarmt: Natürlich muss nicht jeder die Vorlesung "Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten" neu erfinden. Aber bei vielen Themen ist es doch so, dass jeder Dozent seine eigenen Gewichtungen setzt und seine eigenen Ideen ins Spiel bringt. Das ist manchmla, wenn der Dozent nicht engagiert ist, mühsam. Andererseits werden so verschiedene Sichtweisen am Leben gehalten/ins Leben gerufen, die Gewichtung ist unterschiedlich und eine Vielfalt des Wissens entsteht. Ich denke, dass sollte nicht vergessen werden. "Stromlinienförmiges", vereinheitlichtes Lernen ist nicht das Nonplusultra.

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Danke schon mal für Euren interessanten Input!

Ich sehe das Problem bei MOOCs ein wenig in der mangelnden Zielgruppenorientierung: Bei MOOCs werden ja im Prinzip "alle, die das Thema XY interessiert" angesprochen. Das können (und sollen diesem Konzept zufolge) ja enorme Mengen von Lernern sein. Dies ist ja ausdrücklich gewünscht.

Da bleiben die Wünsche und Interessen einzelner Lerner wohl meist auf der Strecke.

Ich denke, wenn diese Kurse nicht (wie in den allermeisten Fällen) kostenlos wären, käme man um eine ordentlichere Kundenorientierung, die möglichst klare Definition einer Zielgruppe und die Ausrichtung auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe nicht wirklich herum. Bei "Bezahl-MOOCs müsste auch der Service dann vielleicht doch ein bisschen besser sein.

Auch der Gedanke der "Verarmung der Bildungslandschaft" (vgl. Rumpelstilz) ist bei MOOCs nicht von der Hand zu weisen. Allerdings machen MOOCs doch bislang (noch?) nur einen recht geringen Anteil der Bildungsveranstaltungen aus, so dass auch "Feld-Wald- und Wiesenprofs" ;) noch ihren Job behalten werden. ;)

Viele Grüße


Anne Oppermann / Fernstudienakademie

 

 

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Meiner Meinung nach sind MOOCs kein Ersatz für Studiengänge oder Fernstudiengänge, sondern eher eine Ergänzung oder evtl. auch ein Bestandteil.

Es kommt natürlich auch ganz stark darauf an, um was für eine Art MOOC es sich handelt und wie dieser gestaltet ist. Aktuell handelt es sich ja oft noch um Videos plus Forum und das war's. Ganz wesentlich ist die oft fehlende (zumindest individuelle) Betreuung und auch was Abschlüsse etc. angeht ist noch viel offen.

Ich könnte mir eine ähnliche Entwicklung wie beim Thema E-Learning vorstellen. Da wurde zu Beginn auch gemutmaßt, dass das E-Learning innerhalb kurzer Zeit das klassische Fernstudium komplett ersetzen würde etc. Nun, einige Jahre später, sind wir davon immer noch weit entfernt und es ist eher so, dass Elemente aus dem E-Learning in das Fernstudienkonzept integriert werden. Ähnlich kann ich mir das auch mit MOOCs vorstellen.

Hier im Forum habe ich bisher noch von niemandem gelesen, der einen MOOC statt eines Fernstudiengangs belegt hätte - aber von einigen, die dies zur Ergänzung machen.


Fernstudium-Infos.de Markus Jung e. K.

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Über mich: markus-jung.de

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MOOCs bringen nur eine punktuelle Weiterbildung. Natürlich wird sich alles weiterentwickeln. Möglicherweise gibts die ersten Geschäftsmodelle und damit ist das nicht mehr kostenlos. Bei EdX gab es bereits diese Überlegungen. Udacity bietet Kurse kostenlos an, doch Prüfung und Zertifikat kostet etwas.


Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere. [Konfuzius]

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Rein theoretisch hat man doch als Fernstudent viele Komponenten vorhanden, um einen Fernstudium-Mooc aufzuziehen. Es muss nur einen Mitstudenten geben, der das in die Hand nimmt und etwas (viel) mehr Zeit investieren möchte. Jemand der das organisatorische übernimmt und als Vorbild mit einem Blog anfängt und google Hangout's vorbereitet.

Wenn ich mir mein Fernstudium anschaue: Dort habe ich eine Elearning-Platform mit Forum in dem man sich austauschen kann. Das Forum wird nur leider sehr wenig genutzt.

Wenn ich jetzt mit dem was man hat loslegen würde, tät ich folgendes:

- Ich würde einen Blog einrichten speziell für Beiträge zu meinem aktuellen Fernstudium-Modul.

- Im Forum meiner Fernuni würde ich zu Anfang erklären was ich genau vorhabe und versuchen die Mitstudenten zum Mitmachen zu motivieren.

- Ich würde eine Verknüpfung über Social Media anregen und auf meinen Blog aufmerksam machen, auf der bald viele Beiträge zum Modul XY veröffentlicht werden. Neue Beiträge meines Blogs würde ich auch im Forum bekannt geben. Ich würde teilweise Video-Beiträge erstellen, um das für die anderen Studenten etwas interessanter und einfacher zu gestalten.

- Einmal in der Woche lade ich zum Google-Hangout ein, wo ich spezielle Themen des Moduls behandel und disktuiere (wäre viel Aufwand zur Vorbereitung, aber dabei würde ich ja auch was über den Stoff lernen). Speziell kann man bei Hangouts auch auf Einsendeaufgaben eingehen, oder alte Klausuren besprechen.

So müsste man vielleicht anfangen und dann Dynamik und Beteiligung reinbekommen.

Jetzt komm wieder die Königsfrage: Wie bekomme ich meine Mitstudenten dazu, sich daran zu beteiligen und auch den Aufwand auf sich zu nehmen, einen Blog zu führen und in den Blogs und im Forum über Themen zu diskutieren.

Man muss sich auch mal anschauen, wieviele (oder wiewenige) von den Mooc-Teilnehmern auch letztendlich wirklich aktiv sind.

Ich habe wirklich mal überlegt, ob ich sowas als Experiment starte. Einfach mal um zu schauen, wieviel Mehraufwand das wirklich ist und wie die Beteiligung so ist. Man würde auf jedenfall eine Menge dabei lernen.

----------------

Natürlich fehlen noch die Komponenten wie Offenheit, Offene Bildungsressourcen etc., aber es wär schonmal ein Anfang

Bearbeitet von MichaelNienhaus

Ich bin aktiver Fernstudent des Studiengangs Energiemanagement an der Universität Koblenz Landau. 

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Ich habe letztes Jahr am MOOC teilgenommen. Da waren Videos, Foren und Bdetreuung. Mehrere Mitarbeiter haben da auf Fragen geantwortet. Achja bald fängt da was neues an. Ist bestimmt interessant für Markus.

Angemeldet waren damals sehr viele und jede Woche wurden es weniger. Bis zum Zertifikat hat nur ein Teil durchgehalten.


Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere. [Konfuzius]

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@MichaelNienhaus:

Du möchtest also einen MOOC quasi auf einen vorhandenen Fernstudiengang aufsetzen und zwar organisiert von den Fernstudenten - habe ich das so richtig verstanden?

Ist halt wirklich die Frage, wer da bereit und in der Lage ist, nochmal zusätzliche Zeit zu investieren und wo der Nutzen gesehen wird.

Wenn du das Experiment wagst, werde ich es mit Interesse beobachten und bin auf deine Erfahrungen gespannt.


Fernstudium-Infos.de Markus Jung e. K.

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Über mich: markus-jung.de

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Also ich habe jetzt schon mehrere MOOCs bei Coursera belegt. Zu Themen, die mein Studium ergänzen und zu Themen, für die ich mich privat interessiere. Ich finde, MOOCS sind eine ganz tolle, neue, globale Art zu lernen, sich Wissen anzueignen und zu vertiefen. In meinem letzten MOOC waren knapp 20.000 Menschen dabei und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, sich mit denen auszutauschen. Außerdem finde ich es toll zu sehen, wieviel Input und Spaß manche Professoren bzw. Dozenten da rein stecken, um den Kurs so verständlich und gut wie möglich zu gestalten. Wenn mir ein Zertifikat am Ende des Kurses wichtig wäre, würde ich auch dafür bezahlen (so wie es bei Coursera teilweise angeboten wird), ansonsten finde ich, sollten zumindest die Videos und Foren kostenfrei bleiben, damit auch Menschen aus ärmeren Gegenden Zugang dazu haben bzw. Möglichkeit, sich weiterzubilden.

Ich muss auch dazu sagen, dass ich nicht in jedem Kurs gleich aktiv bin. In manchen schaue ich mir nur die Videos an, in anderen beteilige ich mich außerdem im Forum oder absolviere Tests usw. Für mich ist es einfach eine gute Ergänzung zum "normalen" Studium.

Bearbeitet von Mauzi

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