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Fernstudienakademie

Lernhäppchen gewünscht? In welcher Form?

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Hallo

Markus hat vor einiger Zeit berichtet vom FachForum DistancELearning 2013.

Ein Trend beim Fernlernen war da wohl, dass viele Fernlerner gerne auch sehr kurze Zeiteinheiten zum Fernlernern nutzen würden, also gerne in leicht verdaulichen und überschaubaren "Häppchen" lernen würden.

Dazu eine kleine Nebenbermerkung: Dass das nicht für alle Lern-Inhalte gleichermaßen geht, ist, glaube ich, klar - und eine gewisse Fähigkeit, auch komplexe Texte verstehen zu können, finde ich bei einem Fernstudium für unabdingbar. ;) Lernhäppchen wären meist also wohl nur ein "Bonbönchen oben drauf" als Ergänzung zu den anderen (komplexeren) Lernmaterialien.

Ich habe nun die Frage an Euch, wie Ihr diesen Trend zur "Häppchenlernerei" eigentlich seht.

Lernt Ihr z.B. selbst gerne in Häppchen?

Oder passt eine solche Häppchenlernerei gar nicht zu Euerem individuellen Lernverhalten?

Für welche Lernnhalte scheint Euch diese Lehr- bzw. Lernmethode besonders passend?

Wie viel Zeit müsstet Ihr mindestens zur Verfügung haben, wenn Ihr Euch an ein solches "Häppchen" setzen wolltet?

Danke für Euren Input und viele Grüße!

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Ich stör mich ja an dem "leicht verdaulich". Vor allem, wenn nicht klar ist, von welcher Art von Fernlernen wir eigentlich reden.

In einem "richtigen" Studium gibt es Themen, die einem leichter fallen und andere, mit denen man sich schwer tut. Wirklich "leicht verdaulich" scheint mir da wenig und es stellt sich eher die Frage, welche Inhalte sich eignen, kleinschrittig aufgeteilt zu werden.

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Hallo Sabine

Ich denke schon, dass in einem Fernstudium nicht alles "schwer verdaulich" sein muss. Das ist halt auch ein bisschen die Kunst des Anbieters, diejenigen Themen, die von vielen Lernern als "schwer verdaulich" eingeordnet werden, so weit vorzuentlasten, dass sie eben nicht mehr ganz so schwer verdaulich sind.

Die Frage ist also (wenn man Deine Präszisierungen mit einbezieht ;)):

Wenn ein Thema überhaupt kleinschrittig in "Lernhäppchen" auftgeteilt werden kann, würdet Ihr das nutzen?

Vielleicht mögt Ihr Fernstudierenden ja von Euren eigenen Erfahrungen und Lernwünschen erzählen?

Viele Grüße

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Zur Zeit mache ich einen Udacity Kurs zur Einführung in die Psychologie, der meiner Meinung nach auch gut im Rahmen eines Psychologie-Studiums Verwendung finden könnte.

Jede einzelne Lektion ist dabei in viele kleine Videos von meist 2-3 Minuten Länge aufgeteilt, zwischendurch sind immer wieder Fragen zum Stoff eingestreut. Ich stelle mitunter fest, dass ich eigentlich gar keine große Lust zum lernen habe, aber mir denke, so 2-3 kurze Abschnitte (also Videos) kann ich mir ja ansehen. Oft werden 15-30 Minuten daraus.

Ich stelle aber auch fest, dass ich stets etwas brauche, um in die englische Sprache umzuschalten (allerdings immer weniger, je regelmäßiger ich mich mit dem Kurs beschäftige und auch an die Aussprache der zum Teil gleich bleibenden Dozenten gewöhnt habe) und mich in den Stoff einzudenken.

Genauso könnte ich natürlich auch in einem Studienbrief einen kleinen Abschnitt lesen und durcharbeiten - sofern dieser gut strukturiert ist und es kurze Abschnitte gibt. An der FernUni gab es zum Beispiel Skripte, in denen mehrere Seiten Textwüste ohne Gliederung vorkamen. Da hatte ich dann schon keine Lust, überhaupt anzufangen.

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vielleicht mag ich deswegen das puzzlen auch nicht, es dauert mir dann immer zu lange bis ich das vernetzte große Ganze sehe.

Gerade das finde ich aber bei einem akademischen Studium mit umfangreichen, theoretischen Materialen in den ersten Semestern extrem ausgeprägt. Man lernt etwas, ohne einen Praxisbezug direkt ableiten zu können.

Und gerade das ist auch etwas, wo die Generation Y oft andere Ansprüche stellt, indem stets erwartet wird, dass das Lernen in einen Kontext eingebettet wird.

Übrigens gelingt auch dies in dem Udacity-Kurs sehr gut. Sicher, es geht nur um Grundlagen, und wenn es mehr in die Tiefe ginge, würde es sicher auch theoretischer/"trockener". Aber bisher wurden auch Themen wie Statistik oder DNA so mit Beispielen anschaulich aufgepeppt, dass sich für mich die theoretischen Begriffe weit besser eingeprägt haben, als dies bei rein abstrakt theoretischen Abhandlungen der Fall gewesen wäre. Dazu trägt auch die direkte Anwendung des Wissens in den Quizfragen bei.

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In einem der Vorträge wurde ein Beispiel aus dem Gesundheitswesen gebracht. Wenn ein Arzt in einer OP ist und auf ein Problem stößt, für das er schnell eine Lösung benötigt ist es besser, wenn er durch ein technisch unterstütztes System genau die Informationen bekommt, die er gerade benötigt, und diese nicht erst aus einem langen Artikel aus einem Buch extrahieren muss. Natürlich setzt dies voraus, dass er sich das allgemeine, grundlegende Wissen erstmal erworben hat.

Im übrigen gibt es die Generation Y natürlich auch gar nicht. Es wurde auf der Tagung eine Milieu-Studie vorgestellt die zeigt, dass natürlich auch diese junge Generation aus ganz vielen Clustern besteht, von denen ganz wenige in den Medien gehyped werden...

Ich persönlich halte allgemein von Häppchen dann nicht, wenn nur noch Halbwissen vermittelt wird. Wird das Wissen aber lediglich mehr strukturiert und aufbereitet, so dass auch kleinere Lerneinheiten möglich sind, kann das meiner Meinung nach durchaus Vorteile mit sich bringen, zum Beispiel auch für die Motivation.

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Ich sehe die Gefahr ja auch, dennoch möchte ich widersprechen, dass da Beispiel etwas völlig anderes ist. Ein didaktisch gut aufgebautes Studium sollte so sein, dass es auch immer wieder auf bereits vorhandenem Wissen aufbaut und an dieses anknüpft - egal ob dieses Vorwissen aus der Schule, dem Leben allgemein oder der beruflichen Praxis kommt (was ja gerade im berufsbegleitenden Fernstudium oft relevant ist). Im Grunde müsste dafür das Studium natürlich individuell auf jeden einzelnen Studenten zugeschnitten sein, da jeder andere Voraussetzungen mitbringt. Da dies kein Anbieter leisten kann, muss den Studierenden die Möglichkeit gegen werden, diese Individualisierung für sich selbst zu leisten. Und mit diesen Häppchen wird das Studium dann nicht anspruchsloser, sondern effizienter und effektiver.

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Hallo

Danke schon mal für Eure spannenden Beiträge!

Das Stichwort "Individualisierung", das Markus in die Diskussion einbringt, ist vielleicht ein Schlüsselbegriff bei dieser Thematik.

Die kann (und sollte) zum einen vom Anbieter geleistet werden. Dies kann natürlich im Fernstudium nicht so aussehen, dass jeder Lerner ganz individuell angefertigte Lernmaterialien erhält. Was aber schon ginge, ist, dass man Module anbietet, aus denen der Lerner auswählen kann. Da muss es natürlich schon auch Basic-Module geben, in denen die verbindlichen Grundlagen erlernt werden. Die müssen auch "sitzen". ;)

Später könnte man aber schon über individuell buchbare Module nachdenken. Oder aber auch über Lehr- bzw. Lernmethoden, die sich die Lerner selbst aussuchen können. Der eine mag vielleicht besonders gerne Lehrvideos, während der andere gerne Quifzragen (gute Idee!) bearbeitet. Ein Dritter liebt vielleicht das "Häppchenlernen" ganz besonders.

Eine ganz wichtige Rolle bei der Individualisierung kommt da m.E. den Einsendeaufgaben und der Betreuung durch den Tutor zu: Da können eigene Projekte angestoßen werden, die dann am Ende auch den gelungenen Lerntransfer in den individuellen Arbeitsallatg sicherstellen.

Aber eine solche Individualisierung kann vielleicht nicht nur von Seiten des Anbieters geschehen. Da muss auch der jeweilige Lerner ein bisschen aus der reinen Konsumentrolle heraus, bei der er sich vornehmlich berieseln lässt. Er muss sich dabei also die passende Methode auswählen bzw. verschiedene Methoden einmal ausprobieren. Er muss aus den Angeboten des Anbieters die für ihn passenden Module auswählen und auch tatsächlich eigene Projektideen einbringen in den Lehr- bzw. Lernprozess. Mit dem reinen Setzen von Häkchen bei Multiple Choice-Aufgaben ist es da eben nicht getan.

Lernhäppchen können also m.E. ein spannendes Angebot sein, sie sollten aber unbedingt eingebettet sein in längere und komplexere Einheiten, die aber nicht, wie Du, Markus, aus Hagen berichtest, aus einer unüberwindlich erscheinenden Bleiwüste bestehen müssen. Eine ordentliche (auch optisch erkennbare) Gliederung ist also wohl schon ein Schritt in Richtung "Kleinteiligkeit" (bzw. wenn man das Wort noch mal benutzen will: hin in Richtung "Häppchenkultur" ;))

Viele Grüße

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Zwei Dinge möchte ich aus den Antworten mal herausnehmen:

Nur, weil es jemand gerne haben möchte, ist das ja kein Grund, es ihm auch zu geben. Man füttert ja seine Kinder auch nicht nur mit Nutellabrötchen und Spaghetti, obwohl man sicher Ruhe hätte vor Essensnörgeleien.

Wir haben es hier mit Erwachsenen zu tun, im Studienbereich mit solchem, die einen akademischen Abschluss anstreben. Da setze ich eine gewisse Konzentrationsfähigkeit voraus. Das soll jetzt nicht heißen, dass man (gerade zu Beginn des Studiums) nur Themen vorsetzen soll, für die man sich mindestens eine Stunde ransetzen muss, um von der Beschäftigung damit zu profitieren. Aber wer 2 - 3 Minutenhäppchen als Lernschritte haben will ... der soll sich Karteikarten schreiben oder sich so was auf seinem Tablet speichern.

Das spricht nicht für kurze MC-Aufgaben dazwischen oder sonst etwas Witziges. Aber so weit runtergliedern, dass man bei der Einteilung des Lernens das eigene Hirn quasi ausschalten kann ... ne, oder? Themen zu strukturieren, Gelesenes für den eigenen Bedarf zu untergliedern gehört zu Schlüsselqualifikationen bei jedem halbwegs anspruchsvollen Arbeitsplatz. Soll dann später der Chef Händchen halten bei der Erstellung einer Präsentation beispielsweise?

Ich sehe übrigens ganz konkret, wie schwer sich Leute damit tun, zu Themen Kategorien zu bilden, wenn ich mit ihnen an ihren Bewerbungsunterlagen arbeite. Und wie meine Weigerung, eine Gliederung vorzugeben, oft auf Unverständnis stößt. Oder wie verblüfft jemand reagiert bei einer Coachinganfrage, wenn ich das Thema konkretisieren möchte und ganz entscheidende Parameter (wie z.B. Versicherung, rechtliche Regelungen etc.) bei der Planung einer Selbständigkeit noch nicht mal am Horizont aufgetaucht sind. "Ich habe gedacht, das sagen Sie mir alles ..." Könnte ich, ist aber nicht das, was ich als Hilfe zur Selbsthilfe verstehe ...

Und damit ist mein erklärender Exkurs beendet° ;)

Bearbeitet von KanzlerCoaching

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Hallo Sabine

Du überspitzt vielleicht ein wenig, sowohl bei den "Nutellabrötchen" als auch beim dem "Hirn ausschalten". ;)

Ich glaube weder, dass mit solchen Hilfstellungen wie "Lernhäppchen" die Teilnehmer "zu viel Süßes bekommen", noch dass sie so "verdummt" werden.

Ich sehe das eher als Angebote, damit die Lerner sich ihren ganz individuellen Weg durch ein größeres Repertoire an Lern- und Lehrtechniken suchen können. Also eher ein Weg hin zu mehr Eigenverantwortlichkeit.

Man könnte sonst auch sämtliche didaktischen Überlegungen bezüglich des Fernunterrichts über Bord schmeißen und ausschließlich auf abgefilmte Vorlesungen des Uralt-Typs setzen. Nur wer mit solchen "harten" Lehrmethoden wie ausschließlich Vorlesungen klar kommt, der hätte sich dann seinen Studienabschluss wirklich verdient. Nach dem Motto: "Nur die Harten komm' in Garten".

Gerade darin, dass Du anderen die Entscheidung für oder gegen eine Lernmethode überlässt, gibst Du ihnen die Möglichkeit, ihre Selbstverantwortung zu zeigen. Meine Aufgabe als Anbieter sehe ich deshalb darin, durchaus auch verschiedene Zugänge zu einem Lern-Thema zu ermöglichen.

Viele Grüße

P.S. Nutella gibt's bei uns nur am Wochenende! ;)

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