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manu07

Erfahrungsberichte zur Prüfung zum Wirtschaftsfachwirt oder Handelsfachwirt

Empfohlene Beiträge

Hier geht es jetzt zwar nicht um ein ausschließlich Fernstudium spezifisches Thema aber es ist dennoch passend.

Soweit ich weiß, sind hier viele Wirtschaftsfachwirte und Handelsfachwirte unterwegs. Ich würde mich sehr freuen, wenn einige Absolventen ihre Erfahrungen, bezüglich der Prüfung schildern könnten.

Prüfung zum geprüften Wirtschaftsfachwirt zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin

Prüfung zum geprüften Handelsfachwirt zur geprüften Handelsfachwirtin

Schwierigkeitsgrad - Niveau

Umfang

Inhalt und thematischer Schwerpunkt

Wie muss man sich das Fachgespräch vorstellen

Weiterhin würde mich interessieren ob ihr als erfolgreiche Absolventen, diese Qualifikationen beruflich verwerten konntet.

Vielen Dank :)

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Hallo manu07:)

 

Also ich versuch mal auf deine Fragen zu antworten:

 

1. Ich weiß ja nicht ob du es weißt, aber beide Aufstiegsfortbildungen setzen sich ja aus zwei Hauptprüfungen und mehreren Teilprüfungen zusammen.

 

Die Wirtschaftsbezogene Qualifikationen (Teil 1) setzt sich zusammen aus VWL/BWL 75 Minuten, Rechnungswesen 90 Minuten, Recht und Steuern 75 Minuten und Unternehmensführung 90 Minuten (Alles an einem Tag).

Um diese Prüfung zu bestehen, müssen alle Teilprüfungen mit mindestens ausreichend bewertet worden sein.

 

Die Wirtschaftsbezogene Prüfung ist soweit bei allen Fachwirten identisch und um zur zweiten Prüfung der Handlungsbezogenen Prüfung zugelassen zu werden (Abschlussprüfung), muss die "WB"- Prüfung bestanden sein.

 

Die Handlungsbezogene Prüfung (Abschlussprüfung) ist dann bei allen Fachwirten anders und die Prüfung, dann ausgerichtet auf die jeweiligen Kernpunkte/Schwerpunkte des entsprechenden Fachwirtes.

 

Ich kann hier nur vom WFW sprechen und dort setzt sich die Abschlussprüfung (Handlungsbezogene Prüfung zusammen aus:

Situationsaufgabe 1 (1. Tag, 240 Min)

(Betriebliches Management, Führung und Zusammenarbeit, Marketing)

und.

Situationsaufgabe 2 (2. Tag, 240 Min)

(Investition, Finanzierung, betriebliches Rechnungswesen und Controlling, Logistik, Vertrieb).

 

Die Note setzt sich dann aus dem Mittelwert beider Situationsaufgaben zusammen, wenn du beispielsweise 40 Punkte bei S.1 hast (Eigentlich durchgefallen), jedoch 61 Punkte bei S.2, hast du so gerade eben noch bestanden.

 

Musst aber so viel ich weiß mindestens 30 Punkte haben, also darfst nirgends ne 6 haben.

Nach 7 Wochen dann bekommste das Ergebnis und nur bei bestander schriftlicher Prüfung S1+S2, wirst du zur Präsentation und zum Fachgespräch zugelassen.

(Dazu unten mehr)

 

Und erst nach bestandener Präsentation und Fachgespräch, darfst du dich geprüfter Wirtschaftsfachwirt in IHK schimpfen.

 

Sprich wenn du die Schriftliche Prüfung Top bestehst jedoch die Präsentation vergeigst, bringt dir das wenig, weil du 6 Monate warten musst bis zur nächsten Prüfung, dann aber nur noch die Präsentation/Fachgespräch.

 

2. Zum Schwierigkeitsgrad Niveau und Umfang: Naja was soll ich dazu sagen, liegt immer an einem selbst an den Vorkentnissen, der Ausbildung etc.

 

Ich habe Fachkraft für Lagerlogistik gelernt und war tätig in der Lagerbuchhaltung, Systemadminstration und stellv, Lagerleiter für mich war die zweijährige Weiterbildung eine andere Welt, mit der ich erst einmal zurecht kommen musste. Hat aber mit viel Einsatz funktioniert :)

 

Speziell beim WFW ist der Umfang enorm kann ich nur sagen man hat wie du siehst viele Themen sehr generalistisch ausgelegt und wenn man überhaupt von einem Schwerpunkt sprechen kann dann Rechnungswesen, Controlling und Personal.

 

Aber das schwierige an der Aufstiegsfortbildung sind ganz klar die geballten Prüfungen am Ende, sprich man schreibt nicht wie im Studium eine Klausur zu einem Thema, sondern wie oben zu sehen viele Prüfungen zeitgleich und sogar gemischt in zwei handlungsbezogenen Aufgabe, bei der man eine Situation ein Unternehmen vorgesetzt bekommt, in das man sich reindenken muss und die Fragen auf die Ausgangssituation zurückführen muss, das ist nicht jedermanns Sache.

 

Des Weiteren das sagt dir jeder, erstellen die hohen Herren des DIHK die bundeseinheitlichen Prüfungen sehr universitär und oft sehr eigen in der Fragestellung, was die ganze Sache nicht einfacher macht. (Kann die per Mail etwas zukommen lassen).

3. Inhalt Thematischer Schwerpunkt beim Handelsfachwirt ganz klar der Handel, Vertrieb Marketing etc. Viele von denen sind Fillialleiter bei Einzelhandelsketten oder bei uns im Unternehmen Sales Manager.

 

beim Wirtschafstfachwirt sehr generalistisch sprich für jeden Bereich einsatzfähig deshlab wesentlich umfangreicher und dadurch längere Fortbildung, jedoch merkt man schon dass sich der WFW auf den Bereich des Rechnungswesens, Investition/Finanzierung Controlling und des Personals heimisch fühlt.

 

Für das relativ kleine Unternehmen in dem ich tätig bin ist eine generalistische Bildung sehr von Vorteil, merke ich.

 

4. Die Präsentation und das Fachgespräch verläuft so, dass du an Tag X bei der IHK erscheinst, dort einen Umschlag bekommst mit einem Them bei mir war es glaub ich Einführung MBO und bessere Organisationmöglichkeit, anstatt starres Liniensysten Vorschläge.

 

Dann hast du 30 Minuten Zeit eine ordentliche Präsentation vorzubereiten aus den zu verfügung stehenden Mitteln (Medien Mix) etc. und musst dann eine 15 minütige kurzpräsentation vor den prüfern halten.

 

Direkt im Anschluss dann folgt das obligatorische Fachgespräch, was im Normalfall so abläuft, dass die Prüfer dir Fragen zu deinem Thema zu deiner Präsentation stellen ca. 15 Minuten. Falls du nicht alles aufgegriffen hast oder noch etwas unklar ist.

 

Dann gehst du raus die beraten sich wenige Minuten und entweder kommt der vorsitzende raus und überreicht dir den netten Zettel und die frohe Botschaft dass du ab sofort geprüfter WFW bist, oder du darfst in 6 Monaten wieder kommen :)

 

Also ich konnte es nicht nur beruflich, sondern auch schulisch und menschlich verwerten und würde es immer wieder tun!

-Ich bin jetzt u.a tätig als Vertriebsassitent und wirke mit an der Implementierung eines Controlling. Spannender Aufgabenbereich.

-Habe dadurch in meinem Unternehmen (wird absolut angesehen) eine Gehaltserhöhung von ca. 800€ (30%) erhalten.

-Habe die Allgemeine Hochschulreife in NRW, sprich kann endlich studieren.

-Bekomm dadurch einiges angerechnet und steige somit in ein höheres Semester ein. Und spare ca. 5000 €, also hat mir die Fortbildung nichts gekostet :D

-Das wichtigste ich hab einen guten Einblick in alle Bereiche der BWL bekommen und kann für mich heute sehr gut abwegen, wo meine Stärken/Schwächen liegen.

 

Hoffe deine Fragen sind soweit beantwortet.

 

Gruß

Astrojam

Bearbeitet von Markus Jung
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Ich möchte darauf hinweisen, dass sich vorstehende Ausfürung nur auf den Wirtschaftsfachwirt. Beim Handelsfachwirt ist der Ablauf anders. So gibt es dabei weder eine Aufteilung in wirtschaftsspezifische und handlungsspezifische Qualifikation noch ist der ablauf der praktischen Prüfung gleich, muss man doch beim Handelsfachwirt das Thema im Vorfeld auswählen.

Zu diesem Thema einfach mal die Verordnungen einsehen, die eigentlich jede IHK zum Download anbietet. Darin ist auch eine grobe inhaltliche Gliederung enthalten.

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Corsa,

Viele Rahmenbedingungen sind mir bekannt. Die Prüfung respektive die entsprechende Verordnung bzgl. des Handelsfachwirtes wird überarbeitet, vermutlich wird man hier das Verfahren an die anderen Fachwirtprüfungen angleichen. Aber wie oben bereits ausgeführt geht es mir um persönliche Erfahrungsberichte zu den genannten Prüfungen usw.

Thx

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Hallöchen,

 

auch wenns spät ist schreib ich dir gern meine Erfahrungen vom Handelsfachwirt.

 

Ich habe die Handelsfachwirtin über carriere&more private Akademie in München gemacht, kurz den Kurs in 25 Tagen zum Handelsfachwirt. Prüfung lief ganz normal über IHK.

Die schriftlichen Prüfungen sind auf 2 Tage angesetzt in denen du am 1.Tag Unternehmensführung und Steuerung, Personal und Führungsmanagement sowie Handelsmarketing schreibst. Am 2. Tag sind dann die Fächer Beschaffung und Logistik, VWL und dein Wahlfach (bei mir Mitarbeiterführung und Qualifikation) dran. Ganz wichtig am 1. Prüfungstag muss die Problemstellung und Grobgliederung für deine mündliche Präsentation abgegeben werden.

 

Für mich waren diese 2 Tage ganz schön knackig. Korrekturzeit war bei mir ca. 8 oder 9 Wochen. Bestanden hast du alle Fächer wenn du in allen mindestens 50 Punkte hast. Dies war bei mir leider nicht der Fall und ich musste in Handelsmarketing zur Ergänzungsprüfung. Das ganze war bei mir recht kurzfristig da ich im September schriftliche Prüfung hatte aber erst am 06. Dezember Ergänzungsprüfung und danach gleich am 13. Dezember die normale mündliche Prüfung.

 

Die Ergänzungsprüfungen sind ca. 20 Minuten Fachgespräch wo dich die Prüfer über dein Wissen zu dem jeweiligen Fachbereich ausquetschen. Für mich war das sogar einfacher als wie in der Schriftlichen.

 

Und wie gesagt danach gings zackig weiter am 13.Dezember dann die mündliche Prüfung mit dem Fachgespräch (Präsentation).

 

Schwierigkeitsgrad-Niveau: Ich fands schon schwierig da ich damals über 4 Jahre schon aus der Lehre raus war und sich auch beim Einzelhändler bei der IHK einiges geändert hat was das Niveau angeht. Andererseits muss ich auch sagen hab ich das in einer Crashkurs gemacht da ja der Handelsfachwirt üblicherweise 2 Jahre dauert und ich nur an 25 Tagen Präsenzunterricht hatte. Kurz ich musste mich dahinterklemmen aber es ist machbar. Außerdem ist beim Handelsfachwirt die Durchfallquote sehr hoch (ca. 70%---> Herbstprüfung 2013)

 

Umfang: Der Umfang war meiner Meinung nach schon im Gegensatz zum Einzelhandel höher und anspruchsvoller aber von meinen Erwartungen her nicht tief genug. Was mir persönlich gefehlt hat war Buchhaltung.

 

Inhalt und thematischer Schwerpunkt: Wie ich schon geschrieben habe du hast eben diese 6 Fächer und die sind der Schwerpunkt und eben auf den Handel bezogen.

 

Fachgespräch: Das Fachgespräch war eher ein Schlachtgespräch.:) Du musst am 1. Prüfungstag wie schon oben erwähnt deinen Problemstellung und Grobgliederung abgeben. Mein Thema war z.B. Umsatzsteigerung der Obst und Gemüseabteilung durch den Einsatz einer Ultraschallluftbefeuchtungsanlage. Dieses Thema beinhaltet 2 Schwerpunkte undzwar: Unternehmensführung und Steuerung und mein Wahlfach Mitarbeiterführung und Qualifikation. Auf deine beiden gewählten Fächer muss der Schwerpunkt liegen!!!----> sonst kann es zu Themaverfehlung führen. Medien für die Prüfung musst du auch angeben ich habe hierbei Flipchart gewählt denn bei technischen Dingen kann immer was daneben gehen und man weiß ja auch nie wie der Prüfungsraum aufgebaut ist.

 

Zur Prüfungssituation:Du wirst in den Raum gebeten und es sind ca. 3-6 Prüfer da, die erstmal deine Personalien aufnehmen. Danach hast du ca. 5 Minuten Zeit deine Präsentation vorzubereiten. Wenn du dies fertig hast gibst du bescheid und kannst loslegen. Dauer der Präsentation sollte 10 Minuten sein. Die IHK schreibt auch immer man sollte sich dran halten, kurz daheim üben üben üben.:) Danach hast du ein Fachgespräch von 20 Minuten, wo dich die Prüfer je nachdem wie die Präsentation war über die Präsentation oder den jeweiligen Schwerpunkt ausfragen. Hast du dies hinter dir wirst du nach draußen gebeten und nach ca. 5 Minuten holen die Prüfer dich wieder herein um dir das Ergebnis zu verkünden. Danach räumst du ab und gehst hoffentlich voller Freude aus der IHK un darfst dich Handelsfachwirt nennen.:)

 

Für mich war damals klar das ich ein Fernstudium beginnen werde da ich mit dem Handelsfachwirt nicht weit komme und ich vom EH komplett wegmöchte und auch nicht Filialleiter werden will. Da ich bei einem privaten EDEKA arbeite sind meine Aufstiegschancen in meinem aktuellen Unternehmen nicht möglich, daher habe ich mich auch schon umbeworben aber nur Absagen bekommen. Ich persönlich bleibe erstmal dort wo ich bin da ich einfach geniale Arbeitszeiten und einen relativ sicheren Job habe um studieren zu können und das ganze auch finanzieren zu können. Grundsätzlich bin ich aber der Auffassung das man nach dem Handelsfachwirt schon weiter machen sollte ausser es ist von Jemanden der Traum in den Vertrieb oder Filialleiterbereich zu wechseln.

 

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.... wenn auch etwas verspätet.:)

 

LG trullalila

Bearbeitet von Markus Jung
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Ich kann von der Aufnahme einer IHK-Weiterbildung nur abraten. 2011 habe ich den Handelsfachwirt gemacht und Anfang des Jahres den Betriebswirt, auch IHK, abgeschlossen. Beide Abschlüsse mit hervorragenden Noten. Im Job habe ich mich konsequent weiterentwickelt und bin seit knapp vier Jahren Abteilungsleiter im Innendienst eines international ausgerichteten Handelshauses.

Der Versuch sich mit den Abschlüssen für eine nächsthöhere Position zu bewerben scheitert leider daran, dass viele namhafte Unternehmen mit den IHK-Abschlüssen absolut nichts anfangen können. In Telefonaten stellte sich heraus, dass die Einstiegsqualifikation nicht ausreicht.

Die Abschlüsse reichen lediglich zum Konservieren der bisherigen Stellung, reichen aber nicht zum Weiterkommen. Nimm ein akademisches Studium auf. Der Zeiteinsatz wird vergleichbar sein, aber der Abschluss ist wertiger.

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