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Capucchina

Staatlich geprüfte Übersetzerin oder Studiengang IBC?

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Hallo,

ich bin gelernte Fremdsprachenassistentin (Englisch, Französisch, Italienisch) und möchte mich als Übersetzerin weiterbilden. Mein Ziel wäre erstmal nebenberuflich selbstständig zu werden. Wenn es klappt später auch hauptberuflich. In meiner Ausbildung habe ich bereits englische und französische Texte übersetzt. Ich weiss, dass Übersetzer kein geschützter Beruf ist und ich auch jetzt schon anfangen könnte zu übersetzen, aber ich möchte dies auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, da ich seit meiner Ausbildung nicht mehr so oft übersetzen musste. Außerdem zeigt so eine Titelbezeichnung wie "staatlich geprüft" und " Diplom oder Bachelor, Master" den Firmen ja schon, dass man eine Ausbildung darin absolviert hat (ob staatlich geprüft auch geschützt ist, weiss ich nicht).

Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, wie reagieren die Firmen, wenn sie sehen, dass man kein Akademiker ist? Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn bisher nicht die Erfahrung gemacht, dass da viel Wert drauf gelegt wurde was Übersetzungen anging, aber ich habe natürlich auch nicht so viele Firmen gesehen, um dies so genau beurteilen zu können. Vielleicht können mir hier Übersetzer, die bereits über verschiedenste Firmen arbeiten mehr Auskunft geben.

Aus finanziellen Gründen würde ich lieber den staatlich geprüften Übersetzer Englisch und später Französisch anpeilen. Wenn die Chancen für Aufträge durch das mangelnde Studium allerdings sehr schlecht wären, würde ich den Studiengang IBC nehmen.

Was meint ihr, wäre die bessere Wahl?

Wieviele Sprachen sollte ein Übersetzer maximal lernen? Sieht es noch professionell aus, wenn man 3 Fremdsprachen anbietet oder sollte man sich lieber auf 2 oder nur 1 Sprache beschränken?

Gruß

Capucchina

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Hallo! In meinem engeren Bekanntenkreis zwei Personen die Ausbildung zum staatl. geprüften Übersetzer absolviert haben, damals kombiniert mit einem Studium in Wiwi (als fachliche Spezialisierung). Die beiden haben Spanisch und Französisch gelernt. Eine der beiden hatte anfangs große Schwierigkeiten, einen Job zu finden, und ist dann weitab von Sprachen in der freien Wirtschaft im Projektmanagement gelandet (bedingt durch das Wiwi-Studium). Die andere ist durch ein Praktikum als Dolmetscherin am Bundespatentgericht gelandet und arbeitet nebenher als Übersetzerin für Fachbücher aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften.

Beide haben meines Wissens nach am meisten vom Wiwi-Studium profitiert, nicht direkt von der Sprachenausbildung. Heute spricht so ziemlich jeder eine oder mehrere Fremdsprachen fließend. Vor allem Englisch+Französisch (oder auch Kombinationen mit Spanisch und Italienisch) findet man so ziemlich überall. Wirklich gewinnbringend sind daher Kombinationen mit außergewöhnlichen Sprachen, wie z.B. Chinesisch, Hindi, Russisch, Ungarisch... Bei der Auswahl der Sprachen kommt es aber natürlich auch darauf an, was du später übersetzen möchtest, und für wen. Sind es Verträge, Anträge, Bücher, oder doch eher dolmetschen? Firmen oder Privatpersonen? Wenn Firmen: mit welchen Ländern haben diese zu tun? Ist vielleicht spezifisches Fachvokabular wichtig? Müsstest du dich in einen Fachbereich (Medizin, Jura, Technik...) tiefer einarbeiten?

Diese Fragen solltest du zunächst mal für dich beantworten, bevor du die Entscheidung triffst. Diese dürfte dann nämlich auf der Hand liegen ;)

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Danke für deine Antwort. Woanders landen würde ich natürlich ungern, da mein Hauptwunsch Übersetzen ist. 12.000€ ausgeben mit dem Ergebnis, dass ich am Schluss doch nur als kaufmännische Angestellte weiterarbeite, würde sich für mich nicht lohnen. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es als reiner Übersetzer nicht einfach ist, da es sehr viele auf dem Markt gibt. Die Konkurrenz ist sehr groß, gerade was den BWL Bereich angeht. Eine außergewöhnlichere Sprache würde ich jetzt nicht lernen wollen, da ich von vorne anfangen müsste und das würde zu lange dauern. Außerdem wüsste ich nicht mal, welche Sprache, da ich außer denen, die ich bereits kann, mir keine weitere gefällt, was ich sehr wichtig finde in puncto Motivation. Ich würde mir keinen Gefallen tun mich durch Russisch zu quälen, wenn ich mit dieser Sprache nichts anfangen kann. Eins meiner Fachbereiche soll Medizin werden, da ich bereits Vorkenntnisse habe.

Gruß

Cap

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Hallo,

In deinem Fall würde ich mich eher für den staatlich geprüften Übersetzer entscheiden, da du als Fachgebiet Medizin wählen möchtest.

Als freiberuflicher Übersetzer ist hinsichtlich der Kundengewinnung kein so großer Unterschied, ob du den staatlich geprüften Übersetzer ablegst

oder ein Studium absolvierst, zumindest ist es das, was ich bisher so mitbekommen habe. Den IBC halte ich für weniger passend, wenn du

nicht Wirtschaft als eines deiner Fachgebiete wählen möchtest. Seit der letzten SPO beinhaltet der IBC kein Wirtschaftsübersetzen mehr, nur noch allgemeine Übersetzungen und Übersetzungslehre. Auch das ist eines der Argumente, die dein Ziel betreffend gegen den IBC sprechen.

"Staatlich geprüft" ist auch geschützt, so darfst du dich nur nennen, wenn du tatsächlich die staatliche Prüfung abgelegt hast. Ein weiteres Qualitätsmerkmal mit dieser Ausbildung ist, dass du mit der Prüfung das Recht erhältst, im BDÜ Mitglied zu werden.

Der staatlich geprüfte Übersetzer hat nach wie vor sein Ansehen. Möglicherweise deshalb, weil es den staatlich geprüften Übersetzer schon gab, bevor man Übersetzer studieren konnte. Staatlich geprüft war früher die Standardprüfung. Das Niveau ist auch nach wie vor entsprechend hoch.

Wie viele Sprachen ein Übersetzer maximal lernen soll - ich nehme an, du meinst als Arbeitssprachen. Ich würde sagen 1 - 2 ist üblich. Manche Übersetzer arbeiten auch in drei Sprachen. Aber das ist nicht die Mehrheit und es ist schon nicht einfach, sich in 2 Fremdsprachen auf dem neuesten Stand zu halten und die Sprachen zu pflegen. Man kann ja mehrere Sprachen lernen, aber auf Dauer arbeiten sicher die meisten in 1 bis 2 Sprachen. Und mehr Sprachen bedeutet nicht mehr Arbeit. Gerade im Übersetzen gilt "weniger ist mehr". Wesentlich wichtiger ist das Niveau der Übersetzungen und die Spezialisierung, die Nische finden. Auch in den Fachgebieten wirst du dich ständig auf dem Laufenden halten müssen. Diese Zeit muss ja neben der reinen Arbeitszeit auch eingeplant werden. Wenn die Qualität also nicht leiden soll, sind auch hier Beschränkungen auf wenige Fachgebiete besser.

Medizin alleine ist ein so großes Fachgebiet, da kann man sich z. B. auf Chirurgie spezialisieren, auf Herzerkrankungen, auf medizinische Gutachten, etc. Das heißt, man sollte sich nicht nur auf ein großes Fachgebiet, sondern möglichst auf Teilfachgebiete zusätzlich spezialisieren.

Vieles ergibt sich dann auch im Lauf der Zeit in der praktischen Arbeit durch die Aufträge, die man erhält.

Generell kann man sagen, je mehr Sprachen um so weniger fachliche Spezialisierungen, und umgekehrt.

Ich würde auch recherchieren, welche deiner in Frage kommenden Fachgebiete mit welchen Sprachen besonders gut zusammenpassen.

Nicht alle Fachgebiete sind in allen Sprachen gleichermaßen gefragt. Englisch würde ich an deiner Stelle auf jeden Fall wählen, da hier

nach wie vor die meiste Nachfrage besteht. Ich höre auf BDÜ-Seminaren immer wieder, dass manche in zwei Sprachen begonnen haben, dann aber nur noch in Englisch übersetzen, weil dort die meisten Aufträge herkommen.

Für weitere Fragen kannst du mir auch jederzeit eine PN schicken.

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Wieviele Seiten hat denn so ein Studienbrief? 36 Hefte für 24 Monate hört sich ganz schön viel an, wenn es sich um dicke Hefte handelt.

Gruß

Capucchina

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Der Umfang schwankt, so zwischen 70 Seiten bis 120 Seiten. der Durschnitt liegt etwa bei 80 bis 90 Seiten. Einige Module wurden allerdings

überarbeitet und die Heftanzahl verringert. Ob da die Seiten dafür dann etwas mehr wurden, kann ich dir nicht sagen.

(In der Seitenanzahl sind aber auch die Lösungen zu den Übungen sowie die Zusammenfassung des Stoffes am Ende des Heftes, etc. enthalten).

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