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Edric

Fernabitur und ALG2

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Hi,

ich hätte einige Fragen zum Ablauf eines Fernabiturs, aber zuerst sollte ich vermutlich meine Situation schildern:

Ich bin 24 Jahre alt, momentan arbeitslos, habe dieses Jahr meinen Realschulabschluss per Externenprüfung nachgemacht (Notenschnitt: 1.5)

und würde nun gerne das Abitur in Angriff nehmen.

Da ich zuvor in einer Maßnahme war, diese aber nun abgelaufen ist, muss ich mir vermutlich einen 450€-Job suchen, wozu ich auch bereit bin.

Nun die Fragen:

- Da ich arbeitslos bin, müsste ich das Studium in Teilzeit absolvieren, allerdings habe ich nirgens die Option gesehen dies anzukreuzen,

ist dies also der Standard?

- Wie meldet man sich mit einem Antrag der Vergünstigung an? Auf Arbeitslosigkeit gibt es ja oft einen Rabatt,

aber auch hier wieder: keine Option auf dem Anmeldebogen gefunden.

- Kann man das Studium mittendrin einfach abbrechen?

- Kann man das Studium zwischendurch pausieren?

- Wie siehts mit Verkürzung aus und wäre es günstiger wenn ich weniger Zeit brauche?

Ich vermute der Lernstoff wird in Monatseinheiten aufgeteilt und den Stoff vorher anzufordern

heißt gleichzeitig auch den jeweiligen Monat voraus zu bezahlen.

- (etwas spezieller) Schützt ein 450€ Job vor Maßnahmen?

So, vermutlich fallen mir später noch weitere Fragen ein aber das soll erstmal genügen.

Würd mich über Antworten freuen.

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- Da ich arbeitslos bin, müsste ich das Studium in Teilzeit absolvieren, allerdings habe ich nirgens die Option gesehen dies anzukreuzen, ist dies also der Standard?

Der Anbieter kontrolliert ja nicht, wie viel Zeit Du in den Lehrgang investierst und gibt nur an, wie viele Stunden Du wöchentlich benötigst, um den Kurs in der vorgegebenen Zeit abzuschließen - ob das so realistisch ist, sei mal dahingestellt. Die meisten Fernabiturienten haben eine "Hauptbeschäftigung" und machen das Abi nebenher.

- Wie meldet man sich mit einem Antrag der Vergünstigung an? Auf Arbeitslosigkeit gibt es ja oft einen Rabatt,

aber auch hier wieder: keine Option auf dem Anmeldebogen gefunden.

ILS gewährt grundsätzlich 10% Nachlass für Arbeitslose; ich würde das auf dem Anmeldeformular oben deutlich vermerken und einen Nachweis beilegen, dann sollte das problemlos funktionieren.

- Kann man das Studium mittendrin einfach abbrechen?

Nach Ablauf der Widerrufsfrist hast Du normale Kündigungsfristen; erstmalig kannst Du zum Ablauf von 6 Monaten kündigen, dann im 3-Monats-Rhythmus. Das steht in den Bedingungen auf dem Anmeldeformular.

- Kann man das Studium zwischendurch pausieren?

Niemand verlangt zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Leistung von Dir, etwa innerhalb eines Monats. Sollte absehbar sein, dass Du länger nicht am Lehrgang arbeiten kannst, setze Dich mit dem Anbieter in Verbindung - es sollte sich in begründeten Fällen eine Lösung finden lassen.

- Wie siehts mit Verkürzung aus und wäre es günstiger wenn ich weniger Zeit brauche? Ich vermute der Lernstoff wird in Monatseinheiten aufgeteilt und den Stoff vorher anzufordern heißt gleichzeitig auch den jeweiligen Monat voraus zu bezahlen.

Du bekommst alle 6 Monate einen Stapel Hefte und arbeitest den nach freier Einteilung ab; eine Monatseinteilung gibt es nicht. Wenn Du Hefte vorher anforderst, verzichtest Du auf Dein Kündigungsrecht für diesen Zeitraum, meines Wissens (!) bleibt die Ratenzahlung aber gleich, Du zahlst also in diesen vorgezogenen Monaten nicht mehr.

Auch wenn Du schneller fertig wirst, zahlst Du die volle Lehrgangsdauer! Du hast ja die Leistungen in Anspruch genommen, ob nun über einen längeren Zeitraum gestreckt oder komprimiert in weniger Monaten. Mit den Kosten, die auf der Anmeldung angegeben sind, musst Du also in jedem Fall rechnen.

ABER: Wäre es nicht besser, vorrangig erstmal zu versuchen, den Berufseinstieg zu schaffen in Deinem Alter und hierfür ggf. eine Weiterbildung anzustreben? Ich kenne Deine Situation nicht, ob Du eine Ausbildung hast, auf der man aufbauen kann etc. und will Dir auch nicht zu nahe treten. Oder was sind Deine Pläne mit dem Abi? Du wärst in frühestens 3 Jahren fertig, willst Du dann studieren?

Bearbeitet von StartingSix

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Okay danke, das klärt schon einmal einiges.

Zum Aber:

Ich habe einige Jahre Krankheit (neuronale Bewegungstörung) sowie Depression hinter mir, ersteres erfolgreich behandelt (soweit möglich),

habe keine Ausbildung.

Komme gerade aus einer Maßnahme, musste in Rahmen dessen eine dieser Psychologischen Gutachten des Arbeitsamtes machen.

Da mein Testergebnis in allen Bereichen im weit überdurchschnittlichen Bereich lag, meinte selbst die Psychologin, ich solle aufjedenfall ein Studium beginnen.

Man mag sich fragen weshalb ich trotz dieser Leistungen in dieser Situation stecke, die Antwort ist: trotz meiner Stärken habe ich doch signifikante Schwächen in anderen, nicht akademischen, Bereichen, welche Hürden für mich darstellen. Wie z.B soziale Interaktion etc.

Jedenfalls strebe ich letztendlich das Studium der Informatik an, mein primäres Hobby ist das Programmieren aber der theoretische Teil spricht mich eigentlich mehr an, daher würde ich ein Studium einer Ausbildung vorziehen.

Eine Ausbildung würde 3 Jahre dauern, dann müsste ich vermutlich noch 1 Jahr Fachoberschule dranhängen bis ich schließlich die Hochschulreife hätte.

Ein Fernstudium ließe sich theoretisch ja verkürzen und abgesehen davon wäre ich auch weniger an meinen Wohnungsort gebunden.

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Hochschulen haben oft Ermäßigungen für bedürftige Studenten. So auch bei der Fernuni Hagen. ALG2 wird auch als Grund genannt.

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Aber trotzdem brauchst du ja das Abitur wie ich verstanden hab? Für Informatik würde auch die FH-Reife reichen. Die meisten meiner Freunde, die Informatik studiert haben, haben das an ner FH gemacht.

Warum machst du keine Ausbildung im Informatikbereich und lernst nebenher für das Abi? Bis du mit der Ausbildung fertig bist, hast du dann auch das Abi ;)

Und bei ner Ausbildung bist du wenigstens nicht mehr von Alg2 abhängig. Dann stehen dir andere Fördermittel zu, wie BAB.

Wenn du partout keine Ausbildung machen willst, wäre doch auch eine Teilzeitarbeit besser? Dann wärst du auch aus dem Alg2 raus, hast dann aber doch noch einiges an Freizeit für das Abitur.

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Hallo,

ein Minijob schützt vor Maßnahmen nicht! Außer, du bist nicht in Vollzeit und nicht in Teilzeit arbeitsfähig.Du sollst ja ohne Amt klarkommen, daher ist das Ziel vom Amt dich wenigstens in Teilzeit zu bringen. Da du keine Mama bist oder so, wird das Amt auch nicht direkt nachvollziehen, warum du nicht in VZ arbeiten willst. Außer, du hast ein Attest.

Und erwähne bloß nicht die Idee mit dem Fernabi. Bzw. wenn, dann betone, dass du dies in deiner Freizeit machst. Sonst handelst du dir jede Menge Probleme ein. Das Abi unterstützt das Amt nicht, und du musst ja zur Verfügung stehen um notfalls schnell einen Job beginnen zu können.

Ich würde, gerade weil du Probleme hast, mich um eine Ausbildung kümmern, nebenher die FH-Reife machen (kann man ja meistens bei Ausbildungen, per Zusatzunterricht an der Berufsschule). Dann hast du eine Basis und Praxiserfahrung. Danach kannst du doch das Studium draufsetzen.

Und ich sag dir aus eigener Erfahrung: Auch wenn du 10% Rabatt bekommen würdest bei ILS und Co: Es ist verdammt hart, diese Gebühren, über 100 Euro, von ALGII zu bezahlen!! Ich bin deshalb in Schwierigkeiten gekommen. Und du brauchst ja auch noch zusätzlcihe Literatur, teilweise Porto, Papier, Stifte, etc...Das kostet ja auch noch zusätzlich. Ich würde es nicht mehr machen, außer, wenn du zuverdienst.

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Kindergeld und Schülerbafög ist ein ganz anderer Hut. Aber evtl. für den Texturheber eine Option??

Das Amt hilft nicht beim Abi, weil du damit überqualifziert bist. Spätestens ab Mittlere Reife ist Schluss und man hat gefälligst dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen.

Außer es gibt besondere Gründe, wen du dann einen netten Sachbearbeiter hast, dann klappt es evtl. mit Fernabi und so lange nur ein Minijob.

Der Auftrag vom Amt, wo man ALGII bezieht lautet ganz einfach: Bring den Mensch in einen sozialversicherungsrechtlichen Job! Egal oder der Ingenieur dann putzen muss.

Alles selbst erlebt. Ist so.

Deshalb die Betonung auf 'in der Freizeit'. Wenn man es in der Freizeit macht, kann es nicht verboten werden.

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Kindergeld gibt es nur bis man 24 ist.

Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Danach muss man sich übrigens auch selbst versichern, da die Familienversicherung entfällt (sofern man nicht ALG I oder II bezieht). Was spricht eigentlich gegen eine (schulische) Ausbildung mit integrierter Fachhochschulreife bzw. Abitur?

Außerdem kommt die Unterscheidung zwischen einem "akademischen" und "nicht akademischen" Bereich ein wenig blöd rüber, da es ein wenig herablassend klingt, ein Studium allein von Dingen wie Intelligenz oder räumlichem Denken etc. abhängig zu machen. Im Endeffekt willst du mit einem Studium ja auch einen berufsqualifizierenden Abschluss erreichen, d. h. früher oder später wirst du auch im Studium mit deinen Defiziten konfrontiert.

Soziale Interaktion ist zumindest keine Phänomen, auf das du nur im Rahmen einer dualen Berufsausbildung triffst.

Bearbeitet von parksj86

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Man mag sich fragen weshalb ich trotz dieser Leistungen in dieser Situation stecke, die Antwort ist: trotz meiner Stärken habe ich doch signifikante Schwächen in anderen, nicht akademischen, Bereichen, welche Hürden für mich darstellen. Wie z.B soziale Interaktion etc.

Sozialer Interaktion begegnest Du früher oder später in jedem Bereich, Du vertagst das Problem also nur mit einem Studium. Ich habe auch Schwächen in dem Bereich und meine persönliche Erfahrung ist, dass man sich lieber früher als später damit konfrontieren sollte - es wird nicht besser mit steigendem Alter und gleichzeitiger mangelnder Praxisübung...

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Uiui, viele Antworten.

Teilzeit wäre für mich auch völlig okay, müsste nur erstmal eine Stelle bekommen,

Schulische Ausbildung / Berufliches Gymnasium habe ich mich beworben, Anmeldefrist endete in Februar, ist also eher unwahrscheinlich.

Zudem würde mich eine plötzliche Zusage auch in eine schwierige finanzielle Situation bringen, da Bafög vermutlich ewig dauern würde

und ich gleichzeitig nicht mehr ALG2 berechtigt wäre.

Und nachrangig spielt natürlich auch die Altersdifferenz eine Rolle, ist schon etwas unangenehm.

An meinen Schwächen arbeite ich gezielt, z.B habe ich mich dazu überwunden regelmäßig Sprachübungen durchzuführen.

(Die Nebenwirkung der Behandlung meiner Bewegungsstörung wirkt sich negativ auf meine motorische Sprachfähigkeit aus,

welches auch wiederum die soziale Isolation verstärkt)

Wollte mit der Unterscheidung zwischen akademisch und praktisch nicht herablassend sein, nur scheint es mir, dass eine Fachhochschule halt

viel mehr Wert auf Praxis und halt Arbeitsmarkt legt und ein späteres hinüberwechseln unnötig schwierig ist.

Wenn ich mich irre, dann lass ich mich darüber gerne aufklären.

Dennoch bräuchte ich 2 Jahre bis zur Fachhochschulreife.. Gibt es zufällig die Möglichkeit eines ..äh Fachfernabiturs?

Das wirft neue Fragen auf.

Für den Falle, dass ich eine 2-jährige schulische Ausbildung Richtung Informatik machen könnte, würde ich damit dann die Fachhochschulreife erlangen?

Aber gut, für diese Frage bin ich im falschen Forum, ich google gleich einfach mal wild drauf los.

Edit: BFS3 Informationstechnik führt zur Fachhochschulreife (sowie Berufsabschluss), Fachhochschule führt zum Master

..wäre also eine gute Möglichkeit wie es scheint, immerhin "nur" 2 Jahre.

Jedenfalls danke für die vielen Antworten, ist nicht selbstverständlich.

Bearbeitet von Edric

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