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Johannes123

Wirtschaftsingenieurwesen vs. Elektrotechnik

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Hallo zusammen,

entschuldigt, dass ich hier noch dieses Thema eröffne.

Es geht um eine zweite Frage die mich beschäftigt. Und zwar die Wahl des möglichen Studienganges.

Ich schwanke zwischen Wirtschaftsingenieurwesen (mein zweites Thema Diploma), und einem Elektrotechnikstudium.

Meine Vorbildung ist eine Ausbildung (Elektroniker) und dem Industriemeister Elektrotechnik.

Ich habe erst in der Instandhaltung gearbeitet und jetzt bin ich eher in der Planung für die Instandhaltungen.

Also was ich 100% weiß ist, dass ich nie etwas entwickeln möchte und diese Richtung einschlagen möchte.

Was in meinem Unternehmen als Aufstieg möglich wäre, wäre Anlagenverantwortung, Bauüberwachung oder ggf. später etwas mit Leitungsfunktion.

Daher finde ich jetzt eher den Wirtschaftsingenieur sympathischer. Nach den Modulen nach, hätte dieser

auch mehr Technikanteil. (ca. 60% Technik und 40% Wissenschaftliche Themen).

Auch wenn ich in unseren Stellenmarkt sehe, findet man oft den Wirtschaftsingenieur in Projektverantwortlichen Stellen,

oder Leiterstellen.

Aber was meint ihr zum Wirtschaftsingenieur? Hat dieser nach eurer Meinung wirklich eine Zukunft?

Auf der einen Seite hört man positive Meinungen, und dass dieser extra von der Industrie gewünscht wurde,

da man Technik mit Wirtschaft kombiniert.

Man hört dazu ja auch so viele negative Meinungen. Wie das ist nichts halbes und nichts ganzes. Schmallspur - Ingenieur usw.

Also eher Abwertungen.

Ist es wirklich so schlimm und negativ?

Ich habe gelesen, dass ihn manche schwerer/anspruchsvoller finden, weil man die vielen gemischten Fächer hat und auch deswegen immer

umdenken muss?

Kann hier jemand etwas dazu sagen? Also vom Schwierigkeitsgrad des Wirtschaftsingenieurs? Ist er rein vom Studiengang

gleich angesehen wie ein Elektrotechnikstudium, oder wird er viel einfacher eingestuft?

Hat man nicht gerade in leitenden Positionen dann den Vorteil, dass man im Studium Technik und Wirtschaftliche Themen hatte

und diese verbinden kann?

Mit Elektrotechnik hat man halt "nur" die technischen Themen.

Würde mich auch hier über eure Meinung freuen.

Vielen Dank im voraus.

Johannes

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Hallo Johannes,

wenn für dich eh feststeht, dass du nicht in Richtung Entwicklung gehen möchtest, sondern eher Führungsverantwortung übernehmen möchtest, finde ich einen Wirtschaftsingenieur-Studiengang durchaus sinnvoll. Ein solides, praxisorientiertes Fachwissen hast du ja vermutlich durch den Industriemeister Elektrotechnik schon erworben (?).

Hast du denn vor, nach dem Bachelor noch einen Master dran zu hängen? - Denkbar wäre dann auch, erst einen Bachelor of Engineering zu machen und dann erst im Master den Schwerpunkt mehr auf den betriebswirtschaftlichen Bereich zu legen.

Viele Grüße

Markus

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Hallo Markus,

vielen Dank auch hier für deine schnelle Antwort.

Meinst du mit Bachelor of Engineering dann Elektrotechnik? Und dann einen Master im wirtschaftlichen Bereich?

Der Wirtschaftsingenieur bei der Diploma den ich im Auge hätte, hätte auch den Abschluss (Bachelor of Engineering) und hätte mehr

technische Fächer.

Also wenn ich den Bachelor dann wirklich schaffen sollte, dann könnte ich mir den Master schon vorstellen.

Die Diploma bietet hier zwar noch keinen an, aber hier könnte ich mir dann vielleicht die Akad vorstellen.

Was mich vom Wirtschaftsingenieur nur noch abhält sind die vielen negativen Meinungen dazu. Wie gesagt diese Abwertungen wie Schmalspur Ingenieur,

Nichts halbes und nichts ganzes, weil angeblich Fächer ja nur angerissen werden?

Also wenn ich jetzt z.B. den Wirtschaftsingenieur mit Mechatronik vergleiche, dann sind viele Fächer gleich.

Wenn der Mechatronik Studiengang z.B. "Spezialfächer" wie Programmieren, Robotertechnik usw. hat, hat man beim Wirtschaftsingenieur die Wirtschaftlichen Fächer.

Aber so scheinen z.B. unter anderem Mathe, Physik, Werkstoffkunde, Regelungstechnik, Steuerungstechnik, Elektronik usw. gleich zu sein.

Mechatronik hat dann z.B. nur Elektronik 2, also denke ich mal eine Vertiefung.

Also ich denke das für meine Interesse der Wirtschaftsingenieur gut passen würde, aber wie gesagt ich mag verhindern, dass ich viel Geld ausgebe und jahrelang dafür lerne, und am Ende wird man von anderen belächelt, weil sie glauben das es nichts halbes und nichts ganzes ist?

Andere loben den Wirtschaftsingenieur, weil eben die technischen Fächer gleich sind, aber ein paar Fächer wie jetzt z.B. Robotertechnik, Programmieren weggelassen wurden und dann mit Wirtschaftlichen Fächern wie Kostenrechnung, Controlling, Logistik usw. gefüllt wurden

Darum würde ich gerne wissen, was ich jetzt glauben darf. Ist es wirklich ein "Schmalspur" super leichter Studiengang.

Oder ist er vom Anspruch wirklich so schwer wie Elektrotechnik, nur das eben nur die Fächerauswahl eine andere ist?

Danke im voraus.

Gruß

Johannes

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Meine Vorgeschichte: Ich habe einen E-Technik Studiengang Diplom in Präsenz gemacht, den Wirtschafts-Ing habe ich dann als Fernstudium absolviert.

Aus meiner Sicht passt der W.-Ing. sehr gut zu deinen beruflichen Zielen. Das wirtschaftliche Studium ist schon anders als ein Technikstudium: Mehr Auswendiglernen, dann aber andererseits auch enorm vielfältig: Juristenlogik (Arbeits-, Steuer-, Handelsrecht), Kaufmännisch (ReWe, Controlling). Der Technikteil ist kreativer. Stumpfes Lernen funktioniert nur selten, man muss überall rechnen, dafür die Formeln wirklich begriffen haben und Aufgabenstellungen analysieren können. Ob Mechanik, Elektrotechnik oder auch Programmierung es ist monotoner in der Denkweise, aber gefühlt auf einem höheren Niveau (Nerd-Faktor).

Die Unternehmen schätzen aber gerade die gezeigte Flexibilität der Bindestrich-Absolventen.

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Hallo Wasserfall,

vielen Dank für deine Einschätzung und Beschreibung.

Finde ich super das du dich meldest, mit einem richtigen Elektrotechnik Studiengang und dem Wirtschaftsingenieur.

Darf ich noch um deine ungefähre Einschätzung so rein vom Niveau her fragen?

Kann man vom Schwierigkeitsgrad und Niveau Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen vergleichen?

Das mit deiner Beschreibung mit dem Nerd-Faktor habe ich verstanden und mir ist natürlich bewusst, dass

man im Elektrotechnik-Studium tief in die Materie muss, um nachher Geräte entwickeln zu können.

Aber in diesem Sinne bin ich mir sicher, dass ich das nicht möchte.

Ich habe zwar diesen elektronischen Vorweg und mir gefällt auch die Handhabung etc., aber ich kann z.B.

mit dem Thema Programmieren etc. nichts anfangen.

Aber kann man sagen, dass der Wirtschaftsingenieur, der ja genauso mit dem Bachelor of Engineering abschließt,

dann ungefähr den gleichen Schwierigkeitsgrad hat, weil es eben so viele verschiedene Fächer sind, und man

hier so wie ich es lese die ganzen Themen verbinden muss.

Bei Elektrotechnik hat ja wenn ich so die Modulführer lese viele Unterfächer. Also z.B. Elektronik 1+2+3,

oder Programmieren 1+2

Ich frage nur, weil ich wie gesagt nicht über 10.000 Euro für ein Studium ausgeben möchte, und dann ein Leben lang

sozusagen belächelt werde, weil es die meisten als super leichtes Studium ansehen.

Wäre super, würde gerne dazu noch deine Meinung lesen, wenn du beide Studiengänge absolviert hast und so aus

erster Hand vergleichen kannst.

Ist "Bindestrich-Absolventen" eigentlich negativ, oder positiv gemeint ;-)

Vielen Dank im voraus.

Gruß

Johannes

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Hier ein schon älterer, aber ich finde guter Artikel aus der ZEIT zu genau deinem Thema:

http://www.zeit.de/2008/22/C-11-Wiings

Ein paar zumindest etwas aktuellere Zahlen zum Wirtschaftsingenieur habe ich hier gefunden:

https://www.uni-due.de/isa/fg_wirtschaft_recht/wirtschaftsing/wirtschaftsing_am_frm.htm

Und noch ein Artikel aus der Welt:

http://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article11803504/Der-Arbeitsmarkt-ruft-nach-Wirtschaftsingenieuren.html

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass das technische Wissen nicht zu kurz kommt. Klar, dass es nicht so in die Tiefe geht, wie bei den reinen Ingenieuren - muss es auch nicht - aber es sollte ausreichend sein, um die technischen Zusammenhänge selbst verstehen zu können. Sehr passend finde ich dazu ein Zitat aus dem oben erwähnten ZEIT-Artikel:

Man müsse aber auch nicht alle technischen Details kennen, entscheidend sei, dass man sich schnell einarbeiten könne.

Als es etwa in der neuen Produktionsstätte seines Betriebs in Ferrara ein Problem mit dem Abfluss des Kühlwassers gab, habe er schnell herausgefunden, dass die eingesetzten Rohre den falschen Durchmesser hatten. Die Mitarbeiter hätten große Augen gemacht, erzählt Vitale: »Oops, der Chef hat Ahnung davon.« Seitdem würden technische Probleme und Details ausführlich mit ihm besprochen.

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Hallo Markus,

vielen Dank für die Artikel. Die hatte ich noch nicht gefunden. Der Artikel aus der Welt bestärkt dann eigentlich mein Vorhaben mit dem Wirtschaftsingenieur.

Der letzte Absatz im Welt Artikel wundert mich dann wieder:

>Und obwohl das Studium zu den anspruchsvollsten zählt, gibt es Jahr für Jahr mehr Absolventen, die auch in Krisenzeiten...

Hier wird wieder von einem anspruchsvollsten Studiengang gesprochen. Wie kommt es dann, dass so viele den Wirtschaftsingenieur herabwürdigen und behaupten das es nichts halbes und nichts ganzes ist, oder ein leichter Studiengang, weil er angeblich von allem nur ein wenig bietet?

Vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken :-)

Ich stelle mir halt nur immer vor das ein Großteil beim Wort Wirtschaftsingenieur denkt, dass diese ihn absolvieren, weil sie meinen den normalen

Ingenieursstudiengang nicht zu schaffen.

Gruß

Johannes

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Wenn du dich für den Wirtschaftsingenieur entscheidest machst du dies ja bewusst und kannst dies auch begründen - du hast ja eingangs geschrieben, dass du reine Ingenieurtätigkeiten bewusst nicht machen möchtest, sondern die technischen Seiten verstehen möchtest, dich aber eher in Leitungs- und Organisationsaufgaben siehst.

Natürlich hat der Wirtschaftsingenieur weniger Ingenieurwissen als ein reines Ingenieurstudium - und auch weniger BWL-Wissen als ein reines BWL-Studium, dennoch halte ich es für anspruchsvoll, weil es halt sicherlich von beiden Bereichen mehr als die Hälfte abdeckt. Also zum Beispiel 0,7 eines üblichen Ingenieurstudiums und 0,7 eines üblichen BWL-Studiums, so dass du dann insgesamt auf mehr als 1,0 kommst, in dem Beispiel auf 1,4.

Letztlich musst du dich selbst mit der Entscheidung aber auch wohl fühlen und dahinter stehen. Wenn du dann selbst das Gefühl hast, dass du nur ein Zweite-Klasse-Studium absolvierst, wird sich das vermutlich auch in deiner Präsentation nach außen zumindest unbewusst zeigen und das könnte sich dann in der Tat negativ auf deinen beruflichen Erfolg auswirken.

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weil es halt sicherlich von beiden Bereichen mehr als die Hälfte abdeckt. Also zum Beispiel 0,7 eines üblichen Ingenieurstudiums und 0,7 eines üblichen BWL-Studiums, so dass du dann insgesamt auf mehr als 1,0 kommst, in dem Beispiel auf 1,4.
Das ist vielleicht gefühlt so, aber die Creditpoints sind doch gleich, verglichen mit Vollblut-Ingenieuren oder -Betriebswirten.

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Kann man vom Schwierigkeitsgrad und Niveau Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen vergleichen?
Das "Hauptproblem" des W.-Ings. ist für mich seine Universalität. Ein bischen Maschinenbau, ein bischen Elektrotechnik. Ein Ingenieur der Vertiefungen in Energietechnik oder Verfahrenstechnik hat ist meilenweit technisch überlegen. Aber! Andere mögen gerade diese Universalität schätzen.

Beim Diplom war es einfacher darzustellen: es gab das Grundstudium, da musste jeder Ingenieur Mathe, Konstruktion, Mechanik, Elektrotechnik, Werkstoffkunde machen, dazu einge spezielle E-Facher für die Elektrotechniker und die Maschinenbauer hatten ihre Fächer. Nach dem Vordiplom ging des dann in die Spezialisierung: Energietechnik, Nachrichtentechnik, Automatisierungstechnik, ... Das Curriculum eines W.-Ing entspricht dem Vordiplom eines beliebigen Ingenieursstudienganges. Die größte Hürde war aber das Vordiplom, daher in dem einen Artikel auch die Aussage des anspruchvollen Studiums! Das wissen vermutlich auch die Unternehmen und trauen den W.-Ings deshalb schnelle Einarbeitung in beliebige (da ist wieder die Universalität:rolleyes:) Themen zu.

Ich fand den technologischen Teil intellektuell herausfordender.

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