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M.Eng. IT Sicherheit und Forensik - Erfahrungen?


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Hallo Decius

 

Ich gehöre zur zweiten Kohorte des Masters IT-Sicherheit und Forensik an der WINGS und kann dir ein bisschen was zu dem Studium erzählen.

 

Workload

Vom Umfang her ist das Studium meiner Meinung nach sehr gut parallel zum Job zu bewältigen. Die Termine für Klausuren stehen frühzeitig fest, so dass du immer mindestens 6-8 Wochen Zeit hast dich auf die zwei kommenden Klausuren vorzubereiten. Mit 6-8 Stunden Aufwand pro Woche kommst du gut durch die Lernskripte und Übungsaufgaben durch.

 

Organisation

Das Studium ist gut organisiert. Lernunterlagen und Bücher bekommt man zeitig nach Hause geschickt. Zusätzlich hat man auf die meisten Materialien auch in digitaler Form Zugriff über die Lernplattform. Die meisten Dozenten antworten zeitnah auf Emails. Wenn man einen mal nicht erreicht, bleibt noch die Möglichkeit, mit der Studiengangskoordinatorin zu kommunizieren, die eigentlich immer schnell und nett antwortet. Wenn nötig, kontaktiert sie die Dozenten dann auch nochmal.

Sei dir bewusst, dass von allen von der WINGS aufgeführten Standorten am Ende nur 2 zur Auswahl stehen. In meinem Jahr waren das München und Hamburg. Dort musst du über das Studium verteilt 8 mal ein Wochenende verbringen. Im dritten Semester musst du außerdem einmal für ein Wochenende nach Wismar.

Die Studienkosten kann man pro Semester oder in monatlichen Raten a 450€ zahlen.

Die Klausurwochenenden sehen so aus, dass man sich in einer Hochschule oder einem Konferenzhotel trifft und von morgens 9 bis ca. 15.30 Uhr (mit Pausen) eine Arte Vorlesung bzw. Übung (je nach Dozent ist der Schwerpunkt immer etwas praktische oder etwas theoretischer) hat, um anschließend die Klausur für das jeweilige Modul zu schreiben. Verpflegung ist an diesen tagen inklusive und es gibt Brötchen, Mittagessen, Kuchen, Kaffee, Saft, Obst etc.

 

Inhalt

Inhaltlich war das Studium etwas enttäuschend. Man bekommt insgesamt einen guten Überblick über das Thema IT-Sicherheit vermittelt, taucht aber in so gut wie keinem Modul wirklich tief in die Materie ein. Dazu kommen vollkommen fachfremde Module wie Kriminalpsychologie und Ethik in der Informationsverarbeitung. Beides klingt im ersten Moment recht spannend, entpuppte sich aber in der Umsetzung als nicht im entferntesten relevant für ein IT-Sicherheits Studium. Leider gibt es auch ein paar Module, für die die Lernunterlagen lieblos aus dem Internet zusammen kopiert wurden und teilweise stark veraltet sind. In einigen Modulen fehlt der Praxisbezug komplett.

In einem der Forensik-Module im 3. Semester gibt es ein Linux Image, das viele aktuelle Forensik-Tools enthält. Man lernt damit zu arbeiten und bekommt praktische Übungsaufgaben, ums ich mit den Tools vertraut zu machen.

Beim Thema Systemanalyse und Systemhärtung hingegen quält man sich durch ein veraltetes und unnötig aufgeblähtest Skript, ohne auch nur eine einzige praktische Übung zu haben. Dabei würde sich das bei diesem Modul genau so anbieten, wie bei Forensik.

Eine positive Ausnahme stellen die Krypto Module dar. Auch wer in Mathe keine Eins war, kommt dank der guten Materialien und der netten Betreuung durch den Dozenten zurecht.

 

Die Kritik wurde von den Studenten auch an die Leitung des Studiengangs zurückgemeldet. Leider machte es aber nicht den Eindruck, als ob man sich über Kritik und Verbesserungsvorschläge freut.

Man sollte sich also nicht die Hoffnung machen, durch das Studium zu einem IT-Sicherheits- oder Forensik-Spezi zu werden. Nach dem Studium hat man aber auf jeden Fall einen guten Überblick über das Thema und sicherlich auch die Möglichkeit, in einen "einfachen" IT-Sec Job einzusteigen.

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@SusiBums

Vielen Dank für Deinen Einblick in diesen vergleichsweise neuen Master-Studiengang. Ich hatte mir die entsprechenden Seiten der Hochschule schon angeschaut und war von der grundsätzlichen inhaltlichen Zusammenstellung durchaus angetan. Erfahrungen aus Sicht eines Studierenden sind aber immer aufschlussreich und eine wünschenswerte (aber nicht immer leicht zu findende) Ergänzung zu den Materialien, mit denen Hochschulen ihr eigenes Angebot präsentieren. Schade, dass Du hier keinen Blog geschrieben hast. Das wäre sicher für viele Interessenten hilfreich gewesen.

 

Für mich sehr interessant ist zum Beispiel Dein Hinweis, dass die mathematischen Inhalte gut aufbereitet seien. Kryptographie ist kein einfaches Thema, weil es mit Zahlentheorie zu tun hat. Und die spielt in den letzten Schuljahren üblicherweise nur eine geringe Rolle. Man hat also weniger Erfahrung damit und so wirkt die Kryptographie zunächst fremd und eigenartig. Wenn es der WINGS deiner Meinung nach gelungen ist, diese anfängliche Hürde durch gute Materialien etwas niedriger zu machen, dann ist das schon mal ein guter Anhaltspunkt. Die meisten Interessenten dürften befürchten, an diesen Modulen zu scheitern, und nicht an Kriminalpsychologie oder Ethik.

Bearbeitet von kurtchen
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