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Erfahrungsbericht zum DAF-Lehrer-Kurs am Goethe Institut


Limonade
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Als ich mich für den DAF-Lehrer-Kurs des Goethe-Instituts entschieden habe, gab es im Internet kaum aktuelle Bewertungen, deswegen möchte ich hier meine Erfahrungen teilen bzw. meine Kritik dazu äußern.

 

Wichtige Infos vorab für diejenigen, die nicht weiterlesen wollen: im Nachhinein betrachtet denke ich, dass ich mich lieber für einen anderen Kurs bei einer anderen Institution hätte entscheiden sollen. Der einzige Grund, der aus meiner Sicht für den Goethe-Kurs spricht, ist die internationale Zertifizierung bzw. (noch) der gute Ruf des Goethe-Instituts weltweit.

 

Insgesamt ist der Lehrgang ziemlich schlecht organisiert: wichtige Infos zum Kurs werden im besten Fall kurzfristig und in den meisten Fällen erst auf Anfrage ermittelt. Das betrifft die Organisation des Kurses allgemein, wie auch im Einzelnen. Da es dabei doch nicht um ein reguläres Studium geht bzw. wenige TeilnehmerInnen Erfahrungen im online-Lernen haben, wäre die rechtzeitige und vollständige Versorgung mit Infos nicht schlecht.

Apropos Anfragen im Kursbüro: die Mitarbeiter da sind leider nicht die allerschnellsten, was zum tagelangen Warten (E-Mail Anfragen) führt. Telefonisch ist das Kursbüro kaum erreichbar (immer besetzt).

 

Außerdem möchte ich explizit auf jeden Punkt der Kursbeschreibung auf der GI-Seite eingehen: (Stand: 1.12.16)

  1. Zeitplanung und Lernintensität können flexibel gestaltet werden. Ein individueller Kursbeginn ist jederzeit möglich. Dieser Individualkurs eignet sich daher ideal als berufsbegleitende Lehrerfortbildung. Die Kursdauer ist auf 24 Monate ausgelegt.

- JEIN. Spätestens beim Abschlusstest gibt es fixe Termine unter der Woche, meistens am Vormittag oder am Nachmittag MEZ. Mann kann sich auch nicht einfach Urlaub nehmen und den Kurs in dieser Zeit durchmachen – s. unten im Abschnitt, wo es um die Tutoren geht.

  1. Die Online-Fortbildung schließt nach Erbringung aller Leistungsnachweise mit einem benoteten Hochschulzertifikat der Universität Jena ab.

    - JA. Das ALLE Noten, die während des Kurses vergeben werden, auch im Zertifikat stehen, war mir persönlich nicht ersichtlich.

  2. Die Teilnehmer werden durch einen Tutor persönlich betreut.

    - Die meisten TutorInnen bemühen sich zwar, die Rückmeldungen zeitnah zu geben, allerdings gelingt es ihnen nicht immer, so dass ich teilweise wochenlang auf ihre Antwort warten musste (wird kritisch, wenn man es eilig hat bzw. wenn man Zugang zum nächsten Modul braucht, der erst nach der Rückmeldung der Tutoren aktiviert wird). Auch inhaltlich lässt sich das Feedback von Tutoren zu wünschen übrig – in meinem Fall bis auf ZWEI von sechs TutorInnen. Wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich überhaupt nur von einer sprechen, die ihre Arbeit wirklich gewissenhaft erledigt hat und meinen Vorstellungen von einer guten Tutorin entspricht.

  3. Im Kurspreis sind umfassende und multimediale Kursmaterialienzum selbstständigen Lernen, praxisnahe Aufgabenstellungen und Zugang zur interaktiven Lernplattform des Goethe-Institutsenthalten.

    - Außer der Lenplattform gibt es sechs Bücher – eins zu jedem Modul+CDs mit Videos zu den Übungen und Aufgaben des Kurses. Man kann in Büchern nachlesen, die Bearbeitung der Aufgaben erfolgt aber ausschließlich online. Manchmal stimmen die Aufgaben nicht überein, so dass man in Büchern wirklich nur die Texte nachlesen kann.

  4. Der Kurs ist auch als Blended-Learning-Kurs bei der Friedrich-Schiller-Universität Jena buchbar.

- Das habe ich nicht ausprobiert :)

 

Bereits nach dem Beginn des Kurses habe ich erfahren, dass man die Durchführung der Praxiserkundungsprojekte, auf die Goethe so stolz ist, eigentlich kaum ohne eigener Unterrichtspraxis bzw. ohne Zugang zu Hospitationen möglich ist. Insgesamt ist der Kurs schon ziemlich praxisorientiert, so dass er diejenigen am ehesten was bringt, die bereits DAF unterrichten, da man im Kurs oft eigene Erfahrungen reflektieren muss bzw. eigene Lerner beschreiben muss. Wenn man aber sowieso schon soweit ist, dass man DAF unterrichtet, dann braucht man den Kurs aus meiner Sicht auch nicht wirklich.

 

Inhaltlich sind die sechs DLL-Einheiten nicht mehr auf dem neusten Stand, v.a. was Medien u.ä. angeht, aber insgesamt kann der Kurs für TeilnehmerInnen ohne methodischen Kenntnisse hilfreich sein.

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Lieber Markus,

 

danke für deine Frage! Hauptsächlich wollte ich meine methodisch-didaktischen Kenntnisse auffrischen bzw. eine Übersicht der Methoden des GI kennenlernen - da hat mich der Kurs leider eher enttäuscht. Außerdem wollte ich unbedingt internationale Zertifizierung haben, da ich schon mehrere Jahre im Bildungsbereich unterwegs bin und eine Bestätigung meiner Qualifikation für die zukünftige internationale Arbeit haben wollte - das Ziel wurde mit dem Zertifikat erreicht. 

 

LG

Lima

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  • 2 Jahre später...

Ich kann den Ausführungen nur zum allergrößten Teil zustimmen.

Leider werde ich den Abschluss wohl nicht schaffen und es sind nun 1300 Euro insgesamt am Ende "umsonst" gezahlt worden, was einen nicht mehr möglichen Abschluss betrifft - und mir ging es eben auch um das Zertifikat.
Die Informationspolitik des Goethe Institutes erschließt sich mir NICHT.
Eine Kollegin von mir hatte diesen bzw. wohl eher einen anderen Kurs gemacht, wo rauf ich dann auf diese Idee ebenfalls gekommen bin und mir schon mal eine Möglichkeit schaffen wollte, bei den kleinen Renten inzwischen in diesem Land, eine Zusatzverdienstmöglichkeit zu schaffen.

Die "Beratung" per Mail und telefonischer Nachfrage war schon äußerst spärlich, falls man davon überhaupt sprechen konnte.
Nachdem mir meine Kollegin dann sagte, dass man ein Materialpaket zugeschickt bekommen würde, wartete ich auf dieses zunächst fast (mit Rückantwort des Institutes) 2 Monate - und irgendwann wurde mir dann mitgeteilt, dass der Kurs rein ONLINE laufen würde, was mir nicht klar war.
Dann waren in meinem Profil 2 Module freigeschaltet mit insgesamt ca. 240 Aufgaben. Die sind mal mehr und mal weniger aufwändig und mit viel dann Online Leserei verbunden.
Da es bei mir versch Probleme NEBEN der Arbeit im Beruf gab (Gesundheit, familiäre Probleme mit Angehörigen - ebenfalls gesundheitl. Art, im letzten Winter als ich mir extra Urlaub genommen hatte mehrere Heizungsausfälle in der Wohnung), ging es insgesamt nur schleppend voran.
Dazu kamen doch ständig technische Probleme ("Service unterbochen" "zur Zeit nicht möglich" Meldungen) - ca 20 Mal im Laufe der Zeit.
Vor 3 Monaten erhielt ich dann die Aufforderung, meine Module zu Ende zu bringen, da mir neue freigeschaltet werden sollten. Da bin ich erst mal aus allen Wolken gefallen, weil ich eben dachte, dass das bislang dort Befindliche ALLES sei für einen Kurs neben der beruflichen Tätigkeit.
Ich habe zwar eine sehr nette Tutorin, aber die meldete sich im Laufe der Zeit mit nur ZWEI kurzen Rückmeldungen zu dem was ich online als Aufgaben erledigt hatte - und zwar positiver Art. Ansonsten meldet sie sich nur, wenn man sie direkt anschreibt. Und an die Mailanschrift musste ich dann auch erst mal kommen. Sie riet mir dann auf Grund der ganzen Situation zu einer erneuten Verlängerung des Kurses, die aber nicht möglich ist, wie mir auf Nachfrage mitgeteilt wurde.
Da es dann doch insgesamt 6 Module sind mit ca 700 Aufgaben, werde ich das in der noch verbleibenden Zeit nicht schaffen können.

Für so viel Geld hätte ich mir schon eine insgesamt andere Art der Unterstützung vorgestellt. Auf die Aufbereitung des Ganzen (merkwürdige, umständliche MindMaps usw) will ich nicht auch noch eingehen.

Für mich leider eine sehr negative Erfahrung. Sicher hätte ich auch teilweise offensiver nachfragen und mit dem Ganzen umgehen müssen, aber mein Leben besteht eben nicht nur aus diesem Kurs, den ich gerne NEBENBEI bewältigen und abschließen wollte.

Wenn man mir von vornherein gesagt hätte, dass 700 Aufgaben, die ich teilweise - auch richtig so inhaltlich - als anspruchsvoll empfand, zu bewältigen sind, hätte ich mir das noch mal überlegt.

Generell denke ich, dass für mich so etwas nicht mehr in Frage kommt und mir dann eher eine Art Abendkurs mit Teilnehmern und Lehrkraft wesentlich lieber wäre.

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  • Community Manager

Danke für deinen Erfahrungsbericht. Da kommt ja einiges zusammen bei dir:

  • eine Lernform, die dir eher weniger zusagt
  • schwierige Lebensumstände
  • Kommunikationsprobleme
  • Informationsprobleme

Ich habe mir jetzt mal die Webseite angeschaut: https://www.goethe.de/de/spr/unt/for/kur/kur.html

 

Dort steht ja schon in der Überschrift, dass es sich um Online-Fortbildungen handelt.

 

Welchen Kurs hast du denn gemacht?

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Ja danke auch.

Eben, ich dachte, es handele sich um einen Online Kurs und nicht quasi um ein studienähnliches, aufwändiges Verfahren.
Inzwischen konnte mir meine Tutorin da etwas weiterhelfen. Vielleicht gibt es doch noch eine Lösung und Erfolg am Ende.

Aber hätte mir da von vornherein bessere und gründlichere Informationen gewünscht.
Vor allem hatte ich ja gesagt, dass ich das berufsbegleitend machen möchte und das es sich für mich nur um eine zusätzliche Qualifikation handeln solle.
Wie sich nun herausstellte, sind es dann wohl doch "nur" 4 Module.
Ich habe ja ein abgeschlossenes Pädagogikstudium. Und die Aufgaben sind doch teilweise sehr aufwändig.

 

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  • Community Manager

Ich habe jetzt vom Goethe-Institut e.V. zunächst eine Rückmeldung zum Erfahrungsbericht von @Limonade erhalten. Ein weiteres Feedback zum Beitrag von @UB40 wurde mir angekündigt.

 

"Liebe Teilnehmerin, lieber Teilnehmer,

 

es tut uns leid, dass die Online-Fortbildung Ihren Erwartungen nicht entsprochen hat.

Das Goethe-Institut bietet den Kurs „DaF Unterrichten – Grundlagen für die Praxis“, der nun unter dem Namen „Deutsch Lehren Lernen® Premium“ angeboten wird, gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena an.

Die Online-Fortbildung richtet sich vorrangig an Quereinsteiger und Personen, die bereits erste Erfahrungen im Bereich Methodik und Didaktik haben.

 

Ziel der der oben beschriebenen Online-Fortbildung ist es, die eigene Kompetenz als Lehrkraft zu stärken. Hierbei beobachten die Teilnehmenden authentischen Unterricht in Form von Mitschnitten und erproben didaktisch-methodische Anregungen direkt in „Praxiserkundungsprojekten“. Die verwendeten Materialien des Programms Deutsch Lehren Lernen® sind öffentlich zugänglich und stellen sich damit der Fachdiskussion. Außerdem sichert ein regelmäßig tagendes Kooperationsgremium der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena und des Goethe-Instituts die Evaluation, die fachliche Weiterentwicklung des Studienmaterials und koordiniert die Begleitforschung.

Die Online-Fortbildung schließt mit einer dreiteiligen Abschlussprüfung ab und führt zu einem Universitätszertifikat mit 28 ECTS. Der Ablauf der Fortbildung wird in einem begleitenden Kursprogramm beschrieben.

Bei Betreuung der Teilnehmenden hat für uns oberste Priorität. Wir versuchen alle Anfragen so zeitnah wie möglich zu beantworten. Gleiches gilt auch für unseren Stab an qualifizierten Tutor*innen.

 

Gerne möchten wir zu den oben genannten Punkten einzeln Stellung beziehen:

 

Die Online-Fortbildung schließt mit einer dreiteiligen Abschlussprüfung ab, die u.a. einen Online-Abschlusstest beinhaltet. Alle Leistungsnachweise können nun flexibel im Rahmen der Kurslaufzeit absolviert werden. Eine gesonderte Anmeldung und die Durchführung der Leistungsnachweise an bestimmten Tagen sind nicht mehr nötig.
Wie bei anderen Hochschulzertifikaten werden die Noten aller Leistungsnachweise auf dem Zertifikat aufgeführt.
Es tut uns leid, wenn Sie mit der Rückmeldung der Tutor*innen nicht zufrieden waren. Wir achten darauf, dass die Tutor*innen binnen 48 Stunden Rückmeldung auf Aufgaben geben, die eine Antwort des/der Tutor*in erfordern und legen viel Wert auf die Betreuung der Teilnehmer*innen durch unsere qualifizierten Tutor*innen.
Die weltweite Aus-, Fort- und Weiterbildungsreihe Deutsch Lehren Lernen® bildet die Grundlage für die Online-Fortbildungen. Das Kursmaterial wird 1:1 auf das Online-Format übertragen. Wir arbeiten stätig an der Verbesserung unserer Online-Fortbildungen und sind für Hinweise dankbar, sollte es Diskrepanzen zwischen der Online-Fortbildung und den Kursmaterialien geben.
Die Universität Jena bietet ergänzende Präsenzseminare an, an denen die Teilnehmer*innen dieser Online-Fortbildungen teilnehmen können.
 

Weitere Informationen unter: www.goethe.de/dllpremium"

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Ja, danke.
Da gab es wohl Missverständnisse auf beiden Seiten.

Das Institut kann natürlich nichts dafür, dass es im Familien- und Freundeskreis gesundheitliche Probleme gibt und ich entsprechend - neben Berufstätitgkeit - eingespannt bin,
Stehe aber INZWISCHEN im Austausch mit meiner Tutorin und auch dem Institut und es scheint wohl doch wenigtens eine Lösung insgesamt zu geben, was mich natürlich freut.

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  • Community Manager

Jetzt habe ich auch zu deinem Anliegen, @UB40, eine Stellungnahme erhalten:

 

"Lieber Teilnehmer,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Gerne unterstützen wir Sie gemeinsam mit Ihrer Tutorin, damit Sie den Kurs erfolgreich abschließen können.

Auf unserer Website stellen wir eine Broschüre zum Kurs zur Verfügung, der Sie den genauen Ablauf der Online-Fortbildung und die Anzahl der Module genau entnehmen können. www.goethe.de/dllstandard

Die Fortbildung, die Ihre Kollegin absolviert hat, ist "DaF Grundlagen und Konzepte". Diese Online-Fortbildung umfasst 9 Module, zu 8 Modulen ist jeweils eine Abschlussprüfung zu absolvieren, die benotet wird.

Insgesamt bieten wir kürzere Online-Fortbildungen im Format Gruppenkurse an, hier handelt es sich um Kurse, die 10 Wochen dauern und innerhalb dieser Zeit verbindlich getaktet sind, d.h. innerhalb einer Woche muss eine bestimmte Anzahl von Aufgaben abgegeben werden. www.goethe.de/dllmodular

Die Online-Fortbildung DaF Methodik und Didaktik, die Sie derzeit belegen, ist mit ihrer Laufzeit von einem Jahr berufsbegleitend konzipiert und wird von einem Großteil unser Teilnehmenden auch berufsbegleitend absolviert. Als Individualkurs lässt der Kurs dem Teilnehmenden eine große Freiheit in der Organisation der Arbeitsphasen, die mit der beruflichen Tätigkeit so leichter koordiniert werden können.

Die Tutor*innen, die über die Lernplattform erreichbar sind, stehen Ihnen jeder Zeit unterstützend zur Verfügung. Uns ist es ein großes Anliegen, Ihre Anfragen so schnell wie möglich zu beantworten, dies gilt auch für unsere Tutor*innen.

Wir arbeiten stetig an der Verbesserung unserer Angebote und nehmen Ihre Kritik gerne auf.

Wir sind froh, dass wir mittlerweile mit Ihnen im Austausch sind und sich für Sie eine Lösung abzeichnet, wie Sie die Fortbildung abschließen können."

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  • 11 Monate später...

Hallo! 

 

In wenigen Minuten werde ich den Abschlusstest für Fernlehre 442 DaF Methodik und Didaktik absolvieren und deshalb habe ich vorerst noch etwas im Internet darüber nachgeforscht und bin dabei auf diese Erfahrungen gestossen. Mir ist da aufgefallen, dass es sich mehrheitlich um negative Erfahrungen handelt. Ich nehme an, dass liegt auch daran, dass man eher mal negative Erfahrungen mitteilt, als Positive. Aus diesem Grund habe ich mir gedacht, dass ich hier mal meine etwas positivere Erfahrung mitteile.

 

Ich habe mich auch mehrheitlich für diese Fortbildung entschieden, da ich ein international anerkanntes Zertifikat möchte. Ich bin Quereinsteigerin, habe einen Abschluss an der schweizerischen WMS mit Handelsdiplom und Berufsmatur. Vor etwa fünf Jahren bin ich nach Costa Rica ausgewandert und habe ein Jahr später mein eigenes Unternehmen SLT Online gegründet. Über mein Unternehmen unterrichte ich DaF für Kinder und Erwachsene, jedoch habe ich mir alles selbst beigebracht und hatte seit jung auf schon eine Begabung für Sprachen (Mathematik war da wohl eher nichts :P). Meine Arbeit läuft zwar super gut, aber die fehlende Qualifizierung durch Diplome/Abschlüsse erschwert es mir manchmal gewisse Lernende zu überzeugen. Die meisten denken halt auch, ja die hat ja keinen pädagogischen Abschluss oder was Ähnliches? Alles ist nur online... ist das vielleicht eine Abzocke? Ich bin immer voll ausgebucht und das hauptsächlich aufgrund von Weiterempfehlungen, was ja für sich spricht. Aber für beruflichen Erfolg und auch eine Expandierung meiner Unternehmung muss da halt schon ein Abschluss her, also habe ich mich daran gesetzt. 

 

Also Quereinsteigerin, ohne wissenschaftliche Vorerfahrungen (nur Handlungswissen durch über 2000 Privatstunden), fing ich mit dieser Fortbildung an. 

Für mich waren die Inhalte der Einheiten sehr informativ, handlungsorientiert und bereichernd. Ich fand auch die Aufgabenstellungen angemessen anspruchsvoll, ohne Schweiss kein Preis :P. Ich habe da viel gelernt und auch bestätigt bekommen. 

Man bekommt für diese Ausbildung 1 Jahr Zeit, es sind 6 Einheiten, also wären es rund gerechnet 2 Monate pro Einheit. Ich fing am 10,06,2019 mit der Weiterbildung an, also hätte ich bis 10,06,2020 Zeit alles zu beenden, berufsbegleitend. Alles lief immer reibungslos ab, ich erhielt zeitgerecht (innert 1-3 Tagen) Rückmeldungen zu meinen Aufgaben, zu 95% waren sie auch kommentiert und glücklicherweise immer positiv. 

Dann brach die Pandemie aus und damit folgten massive Schwierigkeiten (finanziell, zeitlich, etc.) und ich kam extrem in Verzug. Ich habe trotz allen Widrigkeiten versucht die Fortbildung zeitlich zu beenden, habe mir dann aber einen Monat vor Ablauf der Kurslaufzeit eingestehen müssen, dass es mir nicht reichen wird. Also meldete ich mich beim Büro und erklärte ihnen meine Situation (wegen Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten, massive Überstunden gemacht und keine Zeit für Weiterbildung, Hund fast gestorben, Anwaltskosten wegen Vertragsbruch in unserem Bauprojekt auf der anderen Seite, ...) und zu diesem Zeitpunkt wusste ich auch schon, dass man für 300 Euro eine Verlängerung von drei Monaten erhält. Ich habe mich also beim Büro gemeldet und ihnen alles mitgeteilt und auch gesagt, dass ich diese 300 Euro nicht aufbringen kann, aber unbedingt die Fortbildung beenden möchte. Innert 2 Tagen bekam ich eine Antwort und sie gewährten mir eine Kurslaufzeitverlängerung von zwei Monaten auf Kulanz, kostenfrei! Ich war sooo erfreut und es war eine super tolle, verständnisvolle und unterstützende Kommunikation. Ich kämpfte dafür es hinzukriegen, aber aufgrund meiner beständigen Schwierigkeiten geling es mir trotz dieser Kulanzverlängerung nicht und eine Woche vor Ablauf der Kurslaufzeit meldete ich mich nochmals und hatte dann aber 300 Euro übrig, um Verlängerung von drei Monaten zu beantragen. Zu meiner Überraschung erhielt ich innert einem Tag eine positive Rückmeldung und 3 Tage darauf die Rechnung für die Verlängerung. Dann setzte ich mich daran, wann immer ich konnte. Ich erhielt sehr schnell super informative, unterstützende und erklärende Rückmeldungen auf meine Aufgaben, jegliche Fragen wurden immer innert 1-3 Arbeitstagen beantwortet. Meine Probleme bestehen noch heute, aber endlich habe ich es geschafft und schreibe nun den Test in wenigen Minuten... Ich habe erst gestern (04.11.2020) alle Einheiten beendet und mich dann bei meiner Tutorin gemeldet und ihr gesagt, dass mein Kurs ja am 09.11.2020 abläuft und ich vom 06.11.2020 bis zum 10.11.2020 in Anwaltssitzungen stecke und darum den Test nur noch am 05.11 oder früh am 06.11 machen kann, ich bat darum, dass man mir den Test schnellstmöglich freischaltet und booom! ich stand am nächsten Morgen auf und sah, dass sie es bereits dem Büro gemeldet hat und über den Tag erhielt ich dann auch schon vom Büro die Freischaltung für den Test. 

Für mich war die Kommunikation mit Tutoren und dem Büro sehr gut, informativ, hilfreich, verständnisvoll und auch effektiv und schnell. 

 

In Hinsicht auf gewisse andere Beiträge:

Vor Kursbeginn erhielt ich ein detailliertes Kursprogramm, darin war es genau beschrieben um was es geht, was kommt, was ist nötig, wie läuft es ab, etc. Ich gebe zu, ihm Kurs selber war es manchmal etwas schwer herauszufinden, wie etwas funktioniert, wie ich meinen Tutor kontaktieren kann etc. aber als Lehrer sollten wir ja wissen, dass man nicht alles immer auf einem Silbertablet serviert bekommen muss, ein bisschen nachforschen und alles ist gut. Es könnte zwar einfacher strukturiert werden, aber eigentlich ist alles da, wenn man gut schaut. Es gibt ein Mitteilungscenter, wo man mit den Tutoren direkt kommunizieren kann, Telefonnummern sind auch verfügbar (ich hatte nie Probleme das Büro telefonisch zu erreichen und ich rufe noch aus einer ganz anderen Zeitzone aus dem Internet an), sie sind sogar jetzt während der Pandemie gut erreichbar. 

1) Schlechte Organisation des Lehrgangs

Für mich waren alle Informationen von Anfang an, sogar vor Kursbeginn, schon klar. Ja, ich habe nachgefragt und dann aber auch schnell Broschüren erhalten und auch alle meine Fragen beantwortet. Wenn man sich vorgängig angemessen über den Kurs informiert (ihre Webseite halt alles, was man braucht), sollte auch alles klar sein, das ist Aufgabe des Interessenten, nicht des Anbieters. Man muss halt auch wirklich alles lesen und sich informieren. Bezüglich der Vorerfahrungen der TN, wenn man sich für einen online Kurs anmeldet, aber wenig Erfahrungen in diesem Bereich hat, liegt es auch am TN sich darüber zu informieren und nicht am Anbieter. Der Anbieter, Goethe, stellte alle nötigen Infos auf ihrer Webseite zur Verfügung, sonst halt Anrufen oder E-Mail schreiben. 

2) Anfragen Kursbüro

Meine Erfahrung war hier komplett anderst, während meiner 17 monatigen Kurslaufzeit erhielt ich immer sehr schnell Antworten auf meine E-Mails. Das es manchmal 1-3 Tage dauerte, ist doch mehr als normal? Die Empfänger bearbeiten sicherlich nicht nur eine Person und haben einiges zu tun, wenn es sich um ein dringliches Anliegen handelt, sollte dies dann auch im Betreff erwähnt werden, damit Empfänger auch wissen, was Sache ist. Aus eigenen Erfahrungen im Kundendienst kann ich bestätigen, dass 1-4 Tage völlig normal, angemessen und teilweise sogar noch schnell sind. Selbst die Webseite erwähnt, dass bei dringenden Angelegenheiten ein Anruf getätigt werden soll. Bezüglich dem Telefonverkehr... Ich habe natürlich sehr wenig telefonischen Verkehr gehabt, da ich in einer anderen Zeitzone lebe und übers Internet anrufen muss, aber trotzdem hatte ich nie Probleme. Nur einmal während der Pandemie waren viele Nummern nicht erreichbar, aber das ist verständlich. Nach Recherche kam ich trotzdem durch und erhielt meine Antwort, da muss man halt dranbleiben. Wenn es besetzt ist, dann halt regelmässig versuchen oder eine andere Nummer versuchen, es stehen sehr viele Kontakte zur Verfügung, wenn man richtig schaut. 

3) Zeitplanung und Lernintensität

In meiner Fortbildung war alles gleich, aber halt ursprünglich nur 12 Monate. Ich konnte aber darin sehr frei arbeiten. Es stimmt, dass mir nicht alle Einheiten zu Beginn freigeschaltet wurden, dass hat mich schon etwas gestört, aber es war gar nicht problematisch. Ich erhielt jeweils 2 Einheiten von 6 zum Bearbeiten. Nach Abschluss zweier Einheiten wurden mir die nächsten zwei innert 2-3 Tagen freigeschaltet, aufgrund meines Zeitdruckes ging es dann sogar noch am gleichen Tag. 

Den Test kann ich eigentlich nach Abschluss aller Einheiten dann machen, wann ich will, innert 24 Stunden nach Abschluss der letzten zwei Einheiten erhielt ich Zugang. Wann ich ihn tue, ist egal. 

4)  Alle Noten im Zertifikat

Darüber weiss ich noch nichts, habe es noch nicht erhalten. Darüber habe ich aber auch keine Informationen erhalten, das stimmt. Es wäre schön zu wissen, was angezeigt wird. Wenn man sich jedoch an die eigene Schulzeit erinnert, war er ja auch nicht anders. In meiner Berufsmatur stehen die Noten meiner praktischen Arbeit, meiner schulischen Arbeit und auch einzelner Punkte und ganz unten dann der Durchschnitt, also Abschlussnote. Die war ne gute 5,3 (Schweizer System, 1 schlecht - 6 gut) und meine praktische Arbeit war 5,5 und der schulische Rest variierte. Das sollte ja niemanden stören, es geht ja um die effektive Qualifikation?

5) Rückmeldungen Tutoren

Das war für mich immer super! Sie reagierten schnell, gaben mir zu praktischen allen (etwa 95%) Aufgaben schriftliche Rückmeldungen mit Anregungen, Ideen, Bewertungen, Meinungen und mehr. Bei Fragen, die nicht direkt mit Aufgaben zu tun hatten, wartete ich bei meinem ersten Tutor manchmal lange auf eine Antwort, aber das habe ich dann herausgefunden, lag daran, das ich ihn per Mail direkt kontaktierte und nichts über das Mitteilungsforum auf der Lernplattform, da erhielt ich dann immer innert weniger als 24 Stunden eine Antwort. 

6) Kursmaterial

Es gab bei mir eigentlich nur die Lernplattform, aber während der Bearbeitung erhält man extrem viele und wertvolle weitere Materialien, welche auch für den beruflichen Gebrauch sehr nützlich sind (weitere Plattformen, Internetseiten, Quellen, Übungen, Aufgaben, Programme, ...)

7) Ohne Praxiserfahrung

Die Fortbildung hat viele Praxiserkundungsprojekte, ja! Es ist nicht einfach diese zu tun, wenn man keine Praxiserfahrung oder Möglichkeiten dazu hat. Bei mir hatte jedoch jede Aufgabe, welche Praxis verlangte, auch Anweisungen für TN ohne Praxiserfahrung oder Möglichkeiten. Dann durfte man seiner Kreativität und seinem Vorstellungsvermögen freien Lauf lassen. Darum geht es doch beim Lernen? Dass man überlegt, wie würde ich es machen, basierend auf meinen jetzigen Wissensstand? Mein Kurs ist hauptsächlich für Quereinsteiger oder für Lehrende ohne Praxiserfahrung/sehr wenig Praxiserfahrung. Es geht um die Entwicklungskompetenz. Auch für Lehrende mit mehrjähriger Erfahrung kann dieser Kurs hilfreich sein, denn er gibt neue Perspektiven und frischt Wissen auf. 

8) Inhaltlich

Die Einheiten sind nicht wirklich auf dem neusten Stand, das stimmt! Aber Technologie und Bildung entwickelt sich täglich und meiner Meinung nach diente mir diese Fortbildung stark in Hinsicht auf stetige Weiterentwicklung. Es geht darum, dass man sich als Lehrperson selbstständig regelmässig weiterbildet und auf den neusten Stand bringt. Der neuste Stand ist auch stark abhängig von kulturellen, länderspezifischen, finanziellen und traditionellen Aspekten geprägt. 

Für Lehrende ohne grosse Kompetenzen im digitalen Bereich kann es extrem hilfreich sein und für Lehrende mit vielen neumodischen Kompetenzen (Technik, Internet, Online) kann es auch hilfreich sein, die altbewährten Methoden besser kennen zu lernen. 

 

Bezüglich eines anderes Beitrages möchte ich noch anfügen:

Aus meiner Erfahrung war die Beratung ausgezeichnet und liess: Jeder Empfänger einer E-Mail ist eine Person mit Gefühlen, Launen und Wertvorstellungen. Wenn man dies berücksichtigt, kommt man eigentlich immer zum Ziel. 

Eigeninitiative ist auch oft gefragt, man kann nicht immer erwarten, dass andere etwas für einen tun, da muss man selber schauen. 

Wie ich oben schon kurz beschrieben habe, hatte auch ich viele Probleme neben meiner beruflichen Arbeit, kurz hier mehr dazu:

  • Unser Bauprojekt wurde zu einem riesen Problem, welches sich durch die Pandemie nur verschlimmerte.
    • Unser Vertragspartner hat JEDE Klausel im Vertrag gebrochen
    • Schuldet uns über 20 Tausend Dollar
    • Lügt, das sich die Balken biegen
    • hat Fehler gemacht, die uns Tausende kosteten
    • und da geht es nur weiter
      Das resultierte in einem intesiven, immernoch andauernden legalen Problem
  • Einer meiner Hunde wäre fast gestorben und benötigte Spezielbehandlungen (extrem zeitaufwändig und teuer) für Monate.
  • Aufgrund des Bauprojektes ist mein Vater in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten und benötigte meine finanzielle, emotionale und arbeitliche Unterstützung
  • Die Pandemie führte dazu, dass mein Partner seine Arbeit verlor (er war der Hauptverdiener) und alle Kosten (Haus, Privat, Hunde, Versicherungen, Vater, Anwalt, etc) auf mich fielen und ich musste so viele Stunden aufnehmen (12-14 Stunden 6 Tage die Woche) um das zu bezahlen
  • und vieles mehr...

Deshalb gab es kaum Zeit für Lernen... Technische Probleme gab es vielleicht 2-3 Mal, passiert halt. Aber Goethe stand mir bei und half mir massiv (wie oben beschrieben). Man muss nur mit den Leuten reden! 

 

Aus zeitlichen Gründen muss ich meinen Beitrag nun beenden... Abschliessend will ich nur noch sagen, dass mir alles eigentlich super gefallen hat. Das Einzige, was mich nervt ist der Abschlusstest...

Ich erledigte viele Aufgaben im Kurs und sie wurden alle bewertet. 

Ich kann mich an kaum eine Pflichtaufgabe erinnern, die den Aufgaben im Abschlusstest ähnlich ist. Die meisten Aufgaben in den Einheiten waren handlungsorientiert und gefielen mir sehr gut, aber alle Fragen/Aufgaben im Modelltest, Übungstest, kommentierten Übungstest sind ganz anders.

1) Die Fragen sind anders aufgebaut

2) Man wird auf Sachen geprüft, die für die Praxis wertlos sind

3) Es geht manchmal so stark ins Detail und ist zusammenhangslos, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie dieser Test aussagen kann, ob ich die Einheiten bestanden oder nicht bestanden habe. 

4) Gewisse Aufgaben sind so leicht, dass man sich fragt: Wirklich? und andere sind stark basierend auf eigenen Vorstellungen, dass eine effektive Antwort kaum getroffen werden kann.

5) Der Test fokussiert sich mehrheitlich auf gelernte Informationen in den Texten, die in weniger als einem Satz vorkommen und auf die während den Einheiten kaum Wert gelegt wird.

 

Ich könnte da noch mehr sagen, aber jetzt gehts an die Prüfung!

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