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der Pate

Wie hat das Fernstudium euer Leben verändert?

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Thomislav

Noch nicht fertig mit dem Bachelor, aber mit Mitte 6 Semester geb ich mal den aktuellen ist-Stand:

 

Persönlich:

Ich habe mir die Selbstdisziplin die für so ein Fernstudium nötig ist schwieriger vorgestellt. Ein wirklich harter Kampf gegen den Schweinehund musste ich noch nie durchstehen. Ich weiß noch wie es war als ein ganzes Jahr rum war, dann kam die Halbzeit und jetzt geht es schon Richtung Ende. Es ist richtig in den Alltag eingeflossen und man muss sich immer wieder vor Augen halten wie lange man das schon durch hält. Aber ein Ego-Wachstum konnte ich noch nicht feststellen ;)

 

Privatleben:

Als jemand der sozial nicht so aktiv war fiel es relativ leicht die benötigte Zeit frei zu schaufeln. Die einzigsten Hobbies die gelitten haben waren Motorrad und Videospiele. Früher waren zwei Urlaube in Italien pro Jahr fast schon normal, heute sind es wenn es hoch kommt einer.  Am Wochenende ne lange Tour geht auch kaum mehr. Nicht weil es absolut nicht geht, sondern weil die Priorität beim Studium ist. Punkt. Ich hoffe danach wird es wieder mehr.

Hobby Videospiele das gleiche in grün. 

Als wirklich positiver Aspekt kann ich sagen dass ich so gut wie kein Fernsehen mehr schaue. Da ich genau weiß wie begrenzt meine Zeit ist gibt's Serien auf DVD oder Videospiele sobald das tägliche Soll des Studiums erledigt ist.

Die Beziehung die ich während des Studiums kurz hatte ging nicht deswegen in die Brüche, so viel steht fest. Ich hab von Anfang an gesagt wie viel Zeit das kostet und hab dementsprechend wo anders die Zeit abgezwackt.

Neider oder sonstiges hab ich noch keine erlebt, wird aber auch daran liegen dass kaum einer davon weiß.

 

Berufsleben:

Ich hoffe dass es sich nach dem Abschluss zeitnah auszahlt. Momentan hab ich ja gerade einen Abteilungswechsel hinter mir der mir hoffentlich schon ein wenig die Richtung ebnet und sich vielleicht auch ein Thesis-Thema ergibt.

Ich muss aber auch sagen dass in meiner alten Abteilung zwei fertige Bachelor, ein Fachwirt und zwei Techniker sitzen die nichts bekommen. Das macht mir schon ein wenig Sorgen. Teilweise versteh ich es aber auch da ich die Kollegen ja kenne. :29_smirk:

 

Fazit:

Nach der Ausbildung Anno 2005/2006 hatte ich mir das gleiche schon einmal überlegt. Mittlerweile denke ich hätte ich es wahrscheinlich damals nicht so durchgezogen wie heute. Ich bin sehr dankbar dass es diese Möglichkeit gibt, für alle denen die geistige Reife erst später kommt.

Ich bin überzeugt dass es das richtige für mich war anzufangen und bereue weder Zeit noch Geld das investiert wurde,

Der Gedanke ob ein Master auch noch was wäre spukt mir auch im Kopf herum, aber noch bin ich nicht mit dem Bachelor fertig.

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cyborg

Lange war ich nicht mehr, aber im letzten Newsletter wurde mein Fokus auf diesen Thread gelenkt. Warum? Ich habe es schon wieder getan. 4,5 Jahre bis zum Bachelor über viele Umwege. 3 Jahre Pause und es geht bereits seit 3 Monaten mit dem Master weiter. Mit Anfang 30 gehöre ich in meinem Studiengang schon zum "alten Eisen", umso eher erlaube ich mir hier eine kritische Reflektion

 

Persönlich:

Knallharte Priorisierung. Aufgaben bündeln und am Stück arbeiten, Zeitkorridore schaffen und diese effektiv nutzen. Mein Leben war 4,5 Jahre auf Effektivität getrimmt, das verlernt man dann so schnell nicht mehr. Ich halte mich in meiner persönlichen Entscheidungsfindung bei vielen Dingen nicht mehr lange auf sondern entscheide mittlerweile sehr viel spontan und intuitiv - und fahre gut damit. Ich habe leider (auch wenn dies vielleicht unfair erscheinen mag) jeglichen Respekt vor Vollzeitstudenten verloren, zumindest im BWL-Bereich. Ich bin 4,5 Jahre hart am Stock gegangen, 3x Probezeiten bei Arbeitgebern durchgestanden (und 1x auch nicht gepackt), eine Beziehung mit einer psychisch kranken Frau, dazu massiven Prüfungsstress und eine Unternehmensgründung nebenbei. Das möge mir bitte erstmal jemand nachmachen. Ein Vollzeitstudium, gerade mit elterlicher oder staatlicher Unterstützung stelle ich mir dagegen wie eine angenehme Urlaubserfahrung vor. Wer hingegen nebenbei bis nachts um 3 in der Kneipe jobben muss, hat da natürlich schon ein anderes Los gezogen, keine Frage. Nach Abschluss des Studiums habe ich ein knappes Jahr gebraucht um wieder "runter zu kommen", also auch mal den Abwasch stehen zu lassen oder die Bügelwäsche erst ein paar Tage später anzugehen. Während des Studiums hieß es (und heißt es jetzt auch wieder): Freiräume effektiv nutzen, wer weiß, wann wieder mal nichts zu tun ist. Zeitweise geht das mal, als Dauerzustand würde ich dies aber nicht mehr durchhalten.

 

Privatleben:

Meine damalige Beziehung ging kurz nach Beginn meiner Studiums"karriere" los und endete ein halbes Jahr nach ihr. Es passte auch so vieles nicht, daher war das Studium nicht der Anfang vom Ende. Meine damalige Freundin hatte wenig Verständnis für meinen Werdegang und auch in meiner Familie wurde skeptisch geschaut. Meine Abiturnoten und die Ergebnisse meiner Berufsausbildung ließen allerdings auch wirklich berechtigte Zweifel zu, so ist es nicht. Während meine damalige Freundin aber zunehmend gemauert hat, hat sich meine Familie mit zunehmender Entwicklung im Studium weiter geöffnet - was mir wichtig war und auch einer meiner Hauptmotivatoren. Ich wollte den Anderen gerne zeigen, dass ich es auch kann. Mein Freundeskreis hatte Verständnis, auch wenn die Treffen seltener wurden. Und auch Sport (was ich sehr gerne mache) ist sehr kurz gekommen, mit entsprechenden "gewichtigen" Auswirkungen. 3x die Woche zum Sport ist eigentlich Standard. Ging damals nicht und geht jetzt schon wieder nicht. Ich könnte diesbezüglich echt kotzen. Aber es lässt sich jetzt nicht ändern. Meine jetzige Freundin hat meinen Wunsch nach einer Fortsetzung sofort begleitet, muss jetzt aber auch regelmäßig die Konsequenzen spüren. Los geht dies bei der Essensplanung und bei meinem Bedarf nach zusätzlicher Lernzeit am Wochenende oder den freien Abenden. Wir wissen beide, dies ist nicht von Dauer, aber belasten tut es die Beziehung schon. Viel Verständnis von beiden Seiten ist erforderlich. Kommt dies nicht, ist ein Bruch vorprogrammiert.

 

Berufsleben:

Mein Bachelor war keine Einstiegsvorraussetzung für meinen jetzigen gut bezahlten Job, hat aber eine Türe geöffnet. Von meinem Studium kann ich ungefähr 40% im täglichen Business nutzen, was ich schon als viel erachte. Viel Lernen war für die Katz und musste trotzdem sein. Das geht aber jedem Studenten so. Schaue ich jetzt bei stepstone rein, sehe ich, dass für meine Zielpositionen ein Studium Standard ist. Umso froher bin ich, dass ich hier zumindest schon eine Grundqualifikation vorweisen kann. Mit dem Master werde ich in ca. 2 Jahren wohl nochmal einen netten Gehaltssprung (+/- 10k) hingelegen können und mit der Masterthesis habe ich die Möglichkeit, nochmal intensiv zu forschen. Meine Bachelorthesis hat einen wesentlichen Beitrag zu meiner fachlichen Bildung geleistet und ich verspreche mir von der Masterthesis einen ähnlichen Effekt. Eine Führungsposition strebe ich aber nicht an. Hat es sich unter beruflichen Aspekten gelohnt? Ja, ich finde schon. 

 

Und wie bin ich zum Master gekommen? Ein Funken Restmotivation schlummerte noch in mir und der ließ sich auch nicht ganz auslöschen. Er glimmte immer wieder auf. Wie ein fast ausgebranntes Lagerfeuer, was nicht so richtig ausgehen will. Durch mein "hohes Alter" und die bereits gemachten Erfahrungen, kann ich das Thema jetzt deutlich professioneller angehen. Vorlesungen werden zeitnah nachbereitet, Hausarbeiten und Präsentationen zeitnah angefangen und zügig durchgezogen. Dann gibt es auch keinen Stress zum Semesterende hin. Bisher fahre ich damit gut und werde für diese "Professionalität" belohnt. Die Noten des ersten Semesters stehen noch aus, aber abgesehen von Statistik wird der Rest ganz entspannt mit einem 2er Schnitt ablaufen. Woher ich das weiß? Sooo viel hat sich in den letzten Jahren bei meinem Bildungsträger nicht geändert. Man kennt sich halt :rolleyes:

 

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SebastianL

Persönlich:

Persönlich hat mich das Studium am meisten voran gebracht. Das strukturierte Vorgehen und vom "verschiebe ich auf morgen" zum "Macher" hat mir im Studium am meisten gebracht. Zeitmanagement hatte ich vorher, wurde nur deutlich vertieft. Also insgesamt habe ich mich persönlich durch das Studium sehr weiterentwickelt.

 

Privat:

Privat hat mir das Studium meine zukünftige Frau gebracht! Sie habe ich in der gleichen Hochschule kennen gelernt. Dadurch das wir gemeinsam Fernstudenten sind, haben wir großes Verständnis dafür, wenn der andere gerade keine Zeit hat, weil hier Zeit investiert werden muss.

 

Beruflich:

Beruflich hat mir das bisher auch noch nichts gebracht. Ich hatte vor dem Studium die Stelle und nach einem Bachelor und einem Master tue ich nun auch nichts anderes. Liegt auch daran dass ich schon auf der Zielstelle ohne Studium gesessen bin. Aber ich erfahre definitiv Anerkennung seitens meines Chefs. Aber hier ist ja noch nicht Entwicklungsschluss, es gibt ja noch andere Wege nach oben, wo das Studium allerdings Voraussetzung ist, wie z.B. eine Führungskräftekarriere.

 

Fazit:

Am Ende ist es für mich nicht wichtig ob ich das Studium in bare Münze umwandeln kann oder nicht. Für mich zählt der Wettbewerbsvorteil und die Möglichkeit mich weiter zu entwickeln. Es ist ein Baustein zu meinem Ziel, eine mögliche Führungskraft zu werden und den habe ich erreicht. Ich würde es auch jederzeit wieder tun, alleine die Persönliche Entwicklung war's dies schon wert. Und wenn das nicht so wäre, hat sich es schon gelohnt meine Frau an der Hochschule kennen gelernt zu haben. Gleiche Interessen verbinden. ;)

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StefanK

Persönlich

Persönlich haben mich vor allem die Mathemodule in meinem Informatikstudium geprägt, die in Hagen aus "Beweisen anstatt ausrechnen" bestehen. Das hat definitiv meine Denk- und Herangehensweise verändert. Ob jetzt positiv oder negativ darf jeder selbst entscheiden ;-) . Ansonsten hat sich meine Persönlichkeit während meines Studiums auch in anderen Bereichen verändert, insgesamt wurde ich wohl deutlich reifer. Diese Veränderungen kann ich aber nicht (ausschließlich) auf das Studium schieben. Ich studiere seit 2008 bis heute ohne Unterbrechnung (Fachhochschulreife, Bachelor, Master) berufsbegleitend. In diese Zeit fallen praktisch meine kompletten 20er mit allen möglichen Lebensereignissen, die in den 20ern so anfallen (Trennungen in langjährigen Beziehungen, berufliche Veränderungen, von zu Hause ausziehen, ...). Es fällt mir deshalb schwer zu beurteilen, welche Veränderungen tatsächlich dem Studium zuzuschreiben sind, und welche einfach meinem "Lebenswandel" geschuldet waren. Insgesamt glaube ich aber, dass mich das Studium gar nicht soooo stark beeinflusst hat. Ich denke es waren zum Großteil andere Ereignisse dafür verantwortlich, dass ich so bin, wie ich bin.

 

Privat

Hmmmm ... ich war nie der Mensch, der ständig reisen muss oder Leute um sich herum braucht. Lieber ein kleiner aber feiner Freundeskreis, auf den man sich verlassen kann. Entsprechend hatte ich während der letzten 9 Jahre auch relativ wenig Einschnitte. Das Lernen habe ich zum Großteil unter der Woche, vor und nach der Arbeit erledigt. Die Wochenenden hatte ich eigentlich zum Großteil frei. Wenn dann mal ein paar Stunden, die Freitag bis Sonntag investiert wurden. Natürlich hat das im Umkehrschluss bedeutet, dass ich unter der Woche niemanden außer mich selbst gesehen habe. War für mich aber vollkommen in Ordnung. Und auf die Studentenpartys meiner Freunde hätte ich unter der Woche als Berufstätiger wohl ohnehin nur schlecht gekonnt. Lernpausen gab es  dafür jedes Jahr genau 1 Woche zum Skifahren. Ansonsten habe ich immer irgendwas gelernt/für die Uni gemacht. Da gab es nur sehr wenige Ausnahmen.

Meine Beziehungen waren eigentlich alle längerfristig und früher oder später Fernbeziehungen. Das heißt auch ohne Studium hätten wir uns nur am Wochenende gesehen. Hier also auch kein Problem. Verständnis hatten alle Partnerinnen.

Sport habe ich tatsächlich trotz Studium regelmäßig, und über die Jahre sogar immer zeitintensiver betrieben. Aktuell gehe ich 3 mal die Woche, passt :-). Ich gehe allerdings nicht gerne zum Sport. Ggf. mache ich jetzt auch deshalb mehr Sport, weil mir das Studium gelehrt hat, über den eigenen Schatten zu springen und sich ein Stück weit selbst zu geißeln.

Hobbies haben natürlich etwas gelitten, allerdings in erster Linie Dinge, die ich ohnehin alleine gemacht habe (zocken, TV, ...).

 

Berufsleben

2008 war ich Softwareentwickler. 2014, noch vor Abschluss meines Bachelorstudiums (2015), habe ich eine Position als Teamleiter (Softwareentwicklung) im gleichen Unternehmen bekommen. Damals hatte ich so 2-3 Kollegen + Azubis unter mir. Seit 2017 habe ich nun ein größeres Team von ca. 12 Kollegen beim gleichen Arbeitgeber unter mir, die in verschiedenen Bereichen der Softwareentwicklung arbeiten. Zum 1.1.2018 - so der Plan - bekomme ich dann auch offiziell die Berufsbezeichnung "Manager" aka Abteilungsleiter. Ich denke mein Studium hat diesen Werdegang beeinflusst, ist aber nicht alleine dafür verantwortlich (wir haben bspw. "Bereichsleiter" (also Vorgesetzte von mehreren Abteilungsleitern), die im Unternehmen eine Ausbildung absolviert haben und kein Studium vorweisen können). Aber gerade bei Verhandlungen oder Jobwechseln erhoffe ich mir in Zukunft noch einen Vorteil durch das Studium.

Auf Führungsaufgaben hat mich mein Informatik-Studium in keinster Weise vorbereitet. Allerdings bin ich nun besser, als nach einer Ausbildung, in der Lage, allgemeine und spezifische Problemstellungen/Konzepte der Informatik zu verstehen/zu lösen. Insgesamt hätte ich mir aber wohl gewünscht, dass mein Studium in der Praxis nützlicher gewesen wäre.

 

Fazit

Ich hasse es. Ich hasse es wirklich. Vermutlich hasse ich es sogar noch mehr als Sport. Ich bin heilfroh, wenn mein Masterstudium vorbei ist. Davon abgesehen, dass ich es hasse, denke ich allerdings schon, dass es sich gelohnt hat. Ob ich es wieder machen würde? Jetzt, da ich den Aufwand kenne, eigentlich nicht. Aber wenn ich mir die Alternativen anschaue (Vollzeitstudium, kein akademischer Abschluss, ...) wird es auf einmal doch wieder interessant. Ich kann also nicht sagen, ob ich es noch einmal genauso machen würde. Glücklicherweise muss ich es aber auch gar nicht noch einmal machen/entscheiden :-) .

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Lernhilfentk

So nach 3 verschiedenen Abschlüssen neben dem Beruf werde ich mich dann mal auch äußern :) Abgelegt habe ich Fachhochschulreife, Bachelor und MBA. Knapp 10 Jahre lernen in einem Zug.

 

Persönlich:

Möchte ich auf jeden Fall trennen in die einzelnen Abschlüsse. Jeder hat was anderes gebracht. Telekolleg/ Fachhochschulreife: Ich habe gelernt, wie ich gut lernen kann. Das ist echt was wert. Weiterhin Timing, dann eine strukturierte Vorgehensweise bei der Erschließung von Lernstoff (zielgerichtetes suchen, was muss ich tun, was ist die Anforderung). Und, am allerwichtigsten: Den Mut, ein Studium zu beginnen.

Beim Bachelor: klar die Vertiefung bei der Erschließung von Wissen, wissenschaftliches Arbeiten, recherchieren. Organisieren und Strukturieren ist quasi mein zweiter Vorname. Am wichtigsten war allerdings für mich der Kontakt mit der Gewaltfreien Kommunikation. Hier habe ich mich persönlich nochmal sehr verändert, und dadurch gab es auch einige Veränderungen in meinem Privatleben. Ich bin ruhiger und ausgeglichener, kann mit Konflikten besser umgehen. Ist sicherlich auch einfach eine normale Geschichte bei denn Sozialpädagogen;) Mir wurde auch schon gesagt, dass ich eher relativiere, ich würde sagen, ich wäge ab, einerseits, andererseits...

Der MBA war geprägt von vielen Konflikten an und mit der Hochschule, mal offen mal verdeckt. Ich tue mich schwer damit, eine persönliche Weiterentwicklung zu beschreiben. In einigen Punkten nehme ich eher Rückschritte wahr. Z.B. beim Präsentieren, hier hatte ich mich durch den Bachelor sehr weiterentwickelt, viel Mut gefasst. Im MBA wurde ich mit Auslachen durch Kommilitonen konfrontiert, toleriert an der Hochschule. Ich denke es wird noch seine Zeit brauchen, bis ich wieder zu alter Form aufgelaufen bin...Momentan merke ich, wie da der Stress durch diese Belastung Stück für Stück von mir abfällt.

 

Privatleben:

Hier gab es tatsächlich Unterschiede zwischen den einzelnen Abschlüssen, allerdings weniger signifikant. Beim Telekolleg hatte ich lediglich eine sehr zeitfressende Freundschaft aufgegeben. Das hätte ich sowieso getan. Da sieht man mal, wieviel Raum ein einzelner Mensch in einem Leben so einnehmen kann...Ansonsten habe ich alle Freundschaften weiter gepflegt. Im Rahmen des Telekollegs und des Bachelors kamen dann neue liebe Menschen in mein Leben, die ich nicht missen möchte. Daher hat sich mein Freundeskreis auch ein bisschen akademisiert, sozusagen:8_laughing: Aber eben im Prozess:)

Eine Freundschaft ist im Anschluss nach dem Bachelor vor die Hunde gegangen. Ich bin nicht sicher, ob der neue Job und damit die neue soziale Stellung nicht einfach Zuviel des guten waren.  

Beziehung: Ist nicht mehr. Durch die persönliche Weiterentwicklung hat es nicht mehr gepasst. Und das ist auch okay so.

 

Insgesamt stellt sich natürlich schon die Frage, ich bin jetzt Ende 30, weiblich, vielleicht würde ich in einem alternativen Universum ohne Studium mit einem Haufen Kinder in einer glücklichen Ehe sein. Aber ich bin zufrieden, so wie es ist.

 

Berufsleben:

Hier gab es durch den Bachelor massive Veränderungen. Bereits während dem Studium in Leitung gegangen, dann im direkten Anschluss die Leitung einer Einrichtung übernommen. Fast die Verdoppelung meines Bruttogehaltes - gut vorher war es jetzt auch nicht gerade prall. Umsetzung meines Wissens: Naja, das war dann schon was anderes als der Sozialpädagoge. Würde ich auf so einer Stelle arbeiten, könnte ich allerdings aus dem vollen schöpfen. Jetzt bin ich halt im Management. Auch gut. Trotzdem, organisieren, strukturieren, Konfliktmanagement, all das hab ich gut gebrauchen können. Ich fühle mich gut vorbereitet durch das Studium. Dadurch dass ich schon im Studium immer wert auf den Schwerpunkt Management gelegt hatte (ja, auch das kann man bei BASA hinbekommen, durch Auswahl von Prüfungsleistungen z.B.), hatte ich solche Dinge wie Moderation, etc. gut im Griff. Und immer die Gewissheit: Wer das online mit allen Widrigkeiten der Technik hinbekommt, kriegt es analog gleich dreimal hin. Beispiel eben die Online-Moderation einer Diskussion mit den zugeschalteten Kommilitonen -  dann krieg ich das mit Sichtkontakt locker hin!

Was der MBA bringen wird, man wird sehen. Nach meinem Abschluss bin ich in das Beratungsgremium zur Strategieentwicklung unserer Nonprofit-Organisation berufen worden.

Während des Studiums hat es zumindest mal geholfen, dass ich die Begrifflichkeiten, die mir im Alltag begegneten, oftmals besser zuordnen konnte. Ich konnte auch besser identifizieren, wo bestimmte Probleme liegen. Und ich habe einen anderen Blick auf BWL und VWL bekommen. Ich kann besser darstellen, was ich brauche. Dennoch hat es auch oft nichts gebracht. Viel wurde an theoretischem Wissen vermittelt, aber die komplette Praxisanwendung kann ich gerade knicken. Ich bin froh jetzt bei der Strategieentwicklung so hinter die Kulissen schauen zu dürfen, und sehe das als weiteren Ausbildungsschritt, zumal auch gerade bei der Strategieentwicklung im Studium echt gespart wurde. Vielleicht hier zur Erläuterung ein Beispiel, das mir im tun das Problem auch nochmal klar gemacht hat: Im Rahmen der Strategieentwicklung habe ich mich gemeldet, das Leistungsportfolio mit zu erstellen. Haben wir im Studium nur überflogen, und die SWOT hatte ich wenigstens in einer Hausarbeit geübt. Tja und dann sitze ich in unserer 2-Mann- Arbeitsgruppe, mein Gegenüber denkt, klar, hat den MBA, die Sache läuft - und dann war die Rettung Wikipedia. Na toll.

Also wie gesagt, da wird noch zu sehen sein, was das wirklich gebracht hat. Ich denke, vielleicht hat es dann am Ende gebracht, dass ich das mal gehört habe, was ich bei Wiki suchen muss (das ist nur leider für meinen Geschmack und für die Investition zu wenig). Dann bin ich auch noch gespannt, ob das Netzwerk, dass ich dadurch aufbauen konnte, irgendwann mal was bringt. Im Studium konnte ich durch die Kommilitonen, vor allem denen aus anderen Kursen, Hilfe bei kniffligen Fragestellungen bekommen (wo soll man auch sonst Kontakte zur Chefin einer Reinigungsfirma herbekommen), bei denen ich sonst schlicht und ergreifend aufgeschmissen wäre. Die Kontakte sind weit über meinen Tellerrand hinaus gewesen.

 

Worüber ich gerade sehr froh bin, ist, dass ich nach dem Bachelor eine so gute Position bekommen habe. Ich habe keine direkte Not, eine passende Stelle zum MBA zu finden, sie ist schon einigermaßen passend. Durch die Einbindung in die Strategieentwicklung passt es dann auch ganz gut für mich, da sehe ich für mich auch noch Entwicklungsmöglichkeiten.

 

Fazit:

Hat sich auf jeden Fall rentiert! Ich glaube ich würde heute einfach beim MBA nochmal schauen, welcher Anbieter besser zu mir passt. Ich weiß auch gar noch nicht so recht, wie Qualitätskriterien aussehen hätten müssen, tüftele ja da selber noch....Bei den anderen beiden Anbietern habe ich allerdings alles richtig gemacht! Das würde ich immer wieder so machen!

 

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