paulaken

Was ist 'state of art' beim Anschreiben

24 Beiträge in diesem Thema

Hallo,

mit oben genannter Frage beschäftige ich mich gerade und habe dabei diese Seite gefunden:

http://karrierebibel.de/bewerbungsanschreiben-muster-beispiele/

 

In den Musteranschreiben für eine Initiativbewerbung heißt es dort unter anderem:

"PS: Von meiner Haustür bis zu Ihrer Firmenzentrale sind es mit dem Fahrrad genau 20 Minuten. Das heißt: Während die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich morgens schon der erste im Büro sein..."

 

Ist dieser Ton wirklich inzwischen üblich? Auf mich wirkt der doch sehr flapsig und damit, für mich, unpassend für eine Bewerbung...

Was meint ihr, was ist gerade Mode beim Anschreiben?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Anzeige: (wird für registrierte Benutzer ausgeblendet)

vor 49 Minuten, paulaken schrieb:

Hallo,

mit oben genannter Frage beschäftige ich mich gerade und habe dabei diese Seite gefunden:

http://karrierebibel.de/bewerbungsanschreiben-muster-beispiele/

 

Wenn ich die Seite versuche, mit dem IE 11 aufzurufen, dann stürzt dieser jedes mal ab, was dann schon mal ein Ausschlusskriterium für mich wäre:wink:.

 

vor 52 Minuten, paulaken schrieb:

Ist dieser Ton wirklich inzwischen üblich? Auf mich wirkt der doch sehr flapsig und damit, für mich, unpassend für eine Bewerbung...

 

Ich finde die von dir zitierte Formulierung nicht so ganz dramatisch, vorausgesetzt, diese passt zu dem Unternehmen, bei dem sich der Autor dieser Zeilen bewirbt und eben auch zu der Situation.

 

Grundsätzlich wäre ich bei der Formulierung von Bewerbungen eher vorsichtig und würde auch eher "konservative" Formulierungen benutzen. Ich bin allerdings auch keine zwanzig mehr und bewerbe mich auch nicht im Kreativ-Bereich oder bei jungen StartUp-Unternehmen. Es schadet nie, sich im Vorwege umfassend über das Unternehmen zu informieren, bei dem man sich bewirbt. Hier hat man in der heutigen Zeit den Vorteil, dass einem in der Regel die Information digital nur so zugeflossen kommen, man diese lediglich filtern und für sich aufbereiten muss. 

 

Im Netz gibt es einige gute und sehr hilfreiche Seiten zum Thema Bewerbungen. Ich würde mich hierbei allerdings auch nie auf eine einzelne Seite beschränken, sondern mir die Vielfalt zu eigen machen, auch wenn anfangs Mühe bereitet. Ein guten Fachbuch zu dem Thema kann allerdings auch nicht schaden.

 

Dann drücke ich dir die Daumen, das du den "richtigen" Ton triffst;).  


Staatlich anerkannter Erzieher | Sozialmanagement (berufsbegleitendes Seminar) | Staatlich geprüfter Betriebswirt (AWS | BSW) | Fachwirt Facility Management (GEFMA) 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Also ich finde den Satz in einer Bewerbung eher komisch.

 

Man bewirbt sich bei einem Unternehmen  und "unterstellt" mit diesem Satz ja sozusagen, dass die anderen bestimmt immer zu spät kommen?

 

Ich meine es ist doch eigentlich egal wie weit man vom Unternehmen weg wohnt. Normal fährt man zu Hause ja so los, dass man zur benötigten Zeit anfangen kann.

 

 

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

In der Karrierebibel und ähnlichen Portalen sind gerne mal solch "originelle" Sätze in Musteranschreiben zu finden. Dabei hat das Ganze mehrere Haken:

  • Nicht nur Sie lesen bestimmte Sätze und finden sie ggf. gut/originell/witzig/aussagekräftig, sondern viele andere auch. Ich weiß nicht, wie viele Zugriffe diese Seite hat, aber gehen Sie davon aus, dass es viele sind. Wenn auch nur 20 Prozent so etwas übernehmen, dann können Sie davon ausgehen, dass jeder Personaler, der ein paar Jahre im Job ist, einen dieser Sätze schon mehrmals gelesen hat.
  • Wie alt sind Sie, Paulaken? 20? 30? 40? Stellen Sie sich einen 40jährigen Menschen vor, der Ihnen mit einem vergleichbaren Argument eine Dienstleistung verkaufen will. Was denken Sie? Was bei einem 18-jährigen Berufsanfänger vielleicht noch witzig wirkt, das ist ein paar Jahre später schon völlig unangemessen. Außerdem hört dann auch irgendwann die Nachsicht auf, die man sehr jungen Leuten entgegen bringt.
  • Sie bewerben sich außerdem nicht auf eine Stelle als Azubi. Wenn ich Ihre Ausführungen hier richtig gelesen habe, dann bewerben Sie sich um gut bezahlte und inhaltlich anspruchsvolle Aufgaben. "Pünktlich" zu sein, ist in so einem Bereich kein Qualifikationsmerkmal, mit dem man für sich werben kann.

Alles in allem: Nein, solche Formulierungen sind nicht üblich in Bewerbungsschreiben. Ihr Gefühl trügt Sie da nicht. Schreiben Sie im Anschreiben darüber, wo Ihre fachlichen Qualitäten liegen. Und schreiben Sie wie die erwachsene und intelligente Person, die Sie sind und nicht wie ein (sorry!) pubertierender Jugendlicher.

 

:13_upside_down:

Bearbeitet von KanzlerCoaching
Ergänzung
10 Personen gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Vielen Dank für eure/Ihre Rückmeldungen. Das bestätigt meinen Eindruck. Auf mich wirkt diese Art der Bewerbung auch sehr flapsig und damit unangemessen für das, was ich darstellen möchte. 

Ich bin inzwischen näher an der 40, als an der 30, da passt das einfach nicht mehr.

Und eigentlich hatte ich mit einem anderen Ziel gesucht, finde jedoch leider nichts aussagekräftiges zu diesem Thema.

 

Als ich mich vor knapp 10 Jahren für eine Ausbildung beworben habe, war ein Rat, dass ich die 'verlorenen' Jahre im Lebenslauf erklären soll.

Heute, mit abgeschlossener Ausbildung und einigem an Berufserfahrung, bin ich unsicher, ob es wirklich noch um meine Schwächen geht. Ich denke, ich habe in den letzten Jahren bewiesen, dass dieser schwierige Berufsstart inzwischen überwunden ist und ich nun nicht mehr danach bewertet werden sollte.

Um es etwas konkreter zu machen: Nach meinem Abi habe ich 8 Jahre ohne Abschluss studiert. Es gibt gute Gründe dafür, die im sehr persönlichen Bereich liegen. Auslöser waren zwei Todesfälle, die unerwartet und plötzlich kamen. Beides Menschen, die unter 18 waren und mir sehr nah standen. Ich habe es einfach nicht geschafft mich um mein Leben zu kümmern und parallel diese Erlebnisse zu verarbeiten. 2001 war der erste Todesfall, 2003 kam mein Teenie zur Welt und 2005 war der zweite Todesfall. Die Ausbildung habe ich im Jahr 2008 begonnen.

Als ich mich wieder gefangen hatte, habe ich die Ausbildung in 1,5 Jahren mit einem guten Ergebnis abgeschlossen und seitdem mehr als 5 Jahre Berufserfahrung, inklusive entsprechender Karriereschritte, gesammelt.

 

Ist es an dieser Stelle wirklich noch notwendig die ersten Jahre meines Lebens zu erklären oder reicht es, wenn ich auf meine Berufserfahrung, meine Stärken und warum ich die richtige für genau diese Stelle bin eingehe?

Die Erläuterung meines Lebenslaufes ist ja auch Thema im Vorstellungsgespräch. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Reduzieren Sie die Aussagen dazu auf einen oder zwei erläuternde Zeilen im Lebenslauf. Und im Anschreiben argumentieren Sie, warum Sie mit Ihren Erfahrungen auf die ausgeschriebene Aufgabe passen wie der Deckel auf den Pott!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Mir gefällt die Formulierung auch nicht. Und inhaltlich finde ich, dass es für den Arbeitnehmer ein wichtiger Vorteil ist, wenn er es nah zur Arbeitsstelle hat und mit dem Rad dort hin fahren kann. Für den Arbeitgeber dürfte es selbstverständlich sein, dass seine Mitarbeiter pünktlich kommen, sofern es feste Zeiten gibt - oder ihre Arbeitszeit innerhalb der Gleitzeit ableisten, wenn eine solche angeboten wird. Und wie die Mitarbeiter das verkehrstechnisch erreichen etc. ist deren Sache.

 

Wenn überhaupt, dann könnte das vielleicht was für das Gespräch sein, wenn es sich ergibt. 

 

Wichtig finde ich außerdem den Hinweis auf die Gefahr, solche "Mustersätze" zu übernehmen, da Personaler diese vermutlich sehr häufig zu lesen bekommen, gerade wenn sie auf Seiten mit einer Reichweite wie der Karrierebibel erscheinen, die laut eigener Aussage mehr als 3,5 Millionen Leser im Monat hat.


Markus Jung (XING, LinkedIn)

Fernstudium-Infos.de Markus Jung e. K. (Impressum)

Fernstudium-Infos.de bei YouTube | Twitter | Facebook

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Oft sind Anschreiben nur "abgeschrieben" und Futter fürs Phrasenschwein. Das liegt nicht zuletzt an "Ratgebern", die seit Jahren irgendwelche Formulierungen in den Raum stellen und sagen, diese seien gut oder wichtig. Meiner Erfahrung nach dient das eher der Verunsicherung von Bewerbern als dazu, den Prozess einfacher zu gestalten.

Ich sage immer, mir genügt ein freundlicher Brief. Da muss nicht der Lebenslauf nacherzählt werden, ein paar Sätze dazu, wo man die Ausschreibung gefunden hat und was das Interesse geweckt hat, dazu Infos zur Kündigungsfrist und ggf. zur Gehaltsvorstellung und Erreichbarkeit, fertig.

Es ist im Grunde keine Wissenschaft, und vor allem bewirbt man sich ja nicht als "Anschreibenverfasser" oder "Profibewerber", sondern als Projektmitarbeiter, Controller, Lagerist oder was auch immer.

3 Personen gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Vielen Dank. Ich denke auch, dass Standardsätze, die ein Personaler schon mindestens 100 mal gelesen hat, kaum noch zum Ziel führen. Ich habe mich nun auf folgende Blöcke im Anschreiben beschränkt:
1. Warum bewerbe ich mich genau bei diesem Unternehmen, wie kam ich auf die Ausschreibung, warum denke ich, dass ich zum Unternehmen passe

2. Meine Vorteile für genau diese Stelle. Gut, bei einer Initiativbewerbung eher schwierig, weil es ja keine ausgeschriebene Stelle gibt. Aber ich habe mir ausgeschriebene Stellen angesehen und so ein für mich passendes Anforderungsprofil zusammengestellt. Ich habe beschrieben, was ich kann (fachlich und aus als Führungsperson). Anschließend habe ich verschiedene Softskills dargestellt und begründet.

Als Abschluss gab es dann eine Gehaltsvorstellung und fertig.

 

Bezüglich meiner Gehaltsvorstellung habe ich schon ein paar Bedenken. Auf der anderen Seite habe ich mich bisher immer zu günstig verkauft. 

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 16 Stunden, paulaken schrieb:

Bezüglich meiner Gehaltsvorstellung habe ich schon ein paar Bedenken. Auf der anderen Seite habe ich mich bisher immer zu günstig verkauft. 

 

Solange sie nicht völlig aus dem Rahmen fällt, kann sie ja eine Verhandlungsgrundlage darstellen, wenn sie dem Arbeitgeber (etwas) zu hoch erscheint.


Markus Jung (XING, LinkedIn)

Fernstudium-Infos.de Markus Jung e. K. (Impressum)

Fernstudium-Infos.de bei YouTube | Twitter | Facebook

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden

  • Vielleicht auch interessant?