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hartwig33

Bachelor Wirtschaftsinformatik - Fazit

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hartwig33

Hallo,

ich habe heuer den Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik an der FernFH abgeschlossen und möchte gerne meine Erfahrungen mit euch teilen.

Das Studium läuft dermassen ab, dass man dreimal pro Semester nach Wiener Neustadt zu Präsenzphasen fahren muss. Man kommt mit dem Auto gut hin, und es stehen genügend Parkplätze zur Verfügung. Direkt in der Nähe gibt es Übernachtungsmöglichkeiten (z.B. Pension Steinfeld).
Am Anfang des Semesters finden Vorlesungen statt; in der Mitte dann Vorlesungen und Prüfungen; und am Ende dann nur mehr Prüfungen. Pro Termin sind typischerweise 3-5 Klausuren zu schreiben, meist verteilt auf zwei Tage (Freitag und Samstag).

Für fast jede Lehrveranstaltung (mit 1-2 Ausnahmen) erhält man ein Skriptum von üblicherweise 50-140 Seiten pro Fach (Durchschnitt 80 Seiten). Der Großteil der Skripten ist OK, hinkt aber leider meist etwas dem aktuellen Stand der Fächer hinterher. Manche Skripten sind aber leider sehr veraltet. Schade ist, dass man dies nur erkennt, wenn man selbst vom Fach ist. Ich möchte gar nicht wissen, welchen veralteten Schrott ich in den mir neuen Fächern lernen musste.
Die Skripten sind dann in den meisten Fächern auswendig zu pauken, um sie bei der Klausur zu reproduzieren. D.h. ohne den Willen diszipliniert und mit einem gewissen Maß an Zeitmanagement Stoff auswendig zu lernen, geht es nicht. Wenn man das aber kann, ist das Studium recht einfach. Bei manchen Fächern (v.a. Wirtschaftsfächer wie Buchhaltung, Kostenrechnung, Investitionsrechnung usw.) sind zudem auch während der Klausur einfache Beispiele zu rechnen, die aber keine große Hürde darstellen sollten.
Für viele Nicht-Techniker stellt das Fach Programmieren eine Hürde dar, an der leider einige gescheitert sind. Aus Techniker-Sicht muss man allerdings sagen, dass man in dem Fach nicht mal ansatzweise die Grundlagen des Programmierens erlernt, sondern dass das Fach sehr simpel ist.

In den meisten Fächern wird die Note durch die Klausur und durch Einsendeaufgaben ermittelt. Bei Einsendeaufgaben erhält man Fragestellungen, die während des Semesters zu bearbeiten sind und die dann bis zu einer Deadline abzugeben sind. Die meisten dieser Aufgaben sind sehr einfach. Wenn man mal Hilfe braucht, stehen die Lektoren über einen Online-Campus für Fragen zur Verfügung. Manche Studenten haben sich auch Lösungen von den höheren Jahrgängen besorgt. Da sich oft die Aufgabenstellungen nicht ändern, sondern nur die konreten Zahlen, hat dies vielen Studenten oft geholfen. Die Einsendeaufgaben ermöglichen es sich Zusatzpunkte zu holen, die dann oft das "Durchkommen" wesentlich erleichtert. Freiwillige Einsendeaufgaben nicht zu machen, ist in jedem Fall keine gute Idee.

Die Lektoren sind generell sehr hilfsbereit, fair, schnell mit dem Beantworten der Fragen und durchwegs am Erfolg der Studierenden interessiert. Ein paar Ausnahmen gibt es zwar, die z.T. wochenlang keine Fragen beantworten. Diese Lektoren stellen aber keine Stolpersteine dar, wenn man etwas frustrationstolerant ist. 
Die einzige 100% negative Ausnahme bei den Lehrenden stellt ein Lektor dar, der leider mehrere Lehrveranstaltungen betreut. Er hat ziemliche Probleme mit dem respektvollen Umgang mit den Studenten und wird in seinen Kommentaren (z.B. zu Einsendeaufgaben) ungerechtfertigt persönlich und herablassend. Um das Studium durchzuziehen, muss man dessen Persönlichkeitsprobleme achselzuckend hinnehmen können. Geht man auf Konfrontationskurs mit dem Lektor, wird man beinhart rausgeprüft bzw. mit extrem zeitaufwändigen Nacharbeiten "bestraft", was ich leider bei einem Kollegen selbst miterlebt habe und auch von den früheren Jahrgängen bestätigt bekommen habe. Obwohl der Lektor nach jeder Lehrveranstaltung vernichtende Evaluationskritiken erhalten hat, hält er Semester für Semester weiterhin Lehrveranstaltungen zu Themen, in denen er leider nicht Experte ist und deshalb auch oft nicht erkennt, dass er veraltete Inhalte vermittelt. Frustration vorprogrammiert. Hier gilt: Kopf runter, lächeln, Augen zu und durch.

Was mich am Studium genervt hat, waren die erzwungenen Gruppenarbeiten. Z.T. wurden Gruppen zufällig zusammengewürfelt, in denen man dann seinen Kollegen ausgeliefert ist. Leider sind nicht alle Mitstudenten gleich motiviert und so ist man gezwungen mit Kollegen zu arbeiten, die entweder alles auf den letzten Drücker erledigen oder überhaupt nicht antworten, weil sie schon längst aus dem Studium ausgestiegen sind. Dafür erhält man dann eine oft nicht gerechte Note. Oft kann man sich seine Gruppe aber oft selbst zusammenwürfeln. Deshalb mein Überlebenstipp: sucht euch von Anfang an verlässliche Kollegen, bildet eine stabile Gruppe (am besten 4-5 Personen) und zieht dann die Gruppenarbeiten gemeinsam durch. 

Die Drop-Out-Rate lag bei unserem Jahrgang bei weit über 50%. Geschafft haben es dann vor allem die Studenten, die nicht nur wegen der Karrieremöglichkeiten und dem akademischen Titel angefangen haben, sondern entsprechend intrinsisch motiviert waren und die auch entsprechende Zeitressourcen aufbringen konnten. 15 Stunden pro Woche müssen in jedem Fall eingerechnet werden - wahrscheinlich eher 20 Stunden. Natürlich muss vor den Prüfungen mehr Zeit investiert werden; während der ersten Wochen nach den Präsenzphasen ist weniger Zeit aufzuwänden. In Mindeststudiendauer haben es in unserem Jahrgang übrigens nur 20% der Studenten geschafft (Gründe siehe nachfolgend).

Etwas gewöhnungsbedürftig am Studium ist die Arbeitsweise der Studiengangsleitung. Der Studiengangsleiter ist zwar menschlich sehr sympathisch, aber leider zeitlich völlig überfordert. Dies hat sich für unseren Jahrgang zum Problem entwickelt, da wir monate- und sogar semesterlang auf Noten warten mussten oder Fragen und Emails trotz mehrfachem Urgierens einfach unbeantwortet geblieben sind. Zudem ist der Studiengangsleiter zentral für die Themenvergabe bei der Abschlußarbeit. Wichtige Informationen werden oft viel zu spät oder gar nicht zur Verfügung gestellt, wodurch man oft Dinge doppelt und dreifach machen muss. Durch die oft wochenlangen Wartezeiten auf Feedback haben leider einige Kollegen ein Semester durch die schleppende Vergabe der Bachelorarbeitsthemen verloren. 
Mein Tipp an Studienanfänger: Lasst euch durch die Nicht-Reaktionen des Studiengangleiters nicht aus der Ruhe bringen. Wendet euch mit Fragen, die ihr an ihn habt, an die Studiengangsassistenz oder im Rahmen der Bachelorarbeit direkt an einen Lektor, dann könnt ihr die meisten Probleme vermeiden. Zudem solltet ihr euch von den verspäteten Noten oder Aufgabenstellungen in den Lehrveranstaltungen der Studiengangsleitung nicht verwirren lassen. Einfach cool bleiben. Spätestens am Ende des Studiums bekommt man dann die Noten. :-)

Die Betreuung durch die Studiengangsassistenz ist hingegen super. Schnelle Antworten und Hilfe bei sämtlichen administrativen Angelegenheiten ist Standard. Hier gibt es nichts auszusetzen. Die FernFH selbst versucht zudem laufend ihre Prozesse und Qualität zu verbessern und man merkt zumindest hier als Student durchaus Willen zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Fazit: Ich habe im Studium viel gelernt und viele neue, spannende, nette Leute - Mitstudenten und Lektoren - kennengelernt. Die positiven Eindrücke überwiegen durchaus und ich mache nächstes Jahr voll motiviert mit einem Masterstudium weiter. Allerdings nicht an der Ferdinand Porsche FernFH. Ich habe leider viel zu spät erkannt, welche Probleme der Studiengang hat, mich aber dann doch dazu entschlossen an der FernFH weiterzumachen, um das Studium bis zum Ende durchzuziehen. Mit dem Wissen, das ich jetzt habe, würde ich das Studium aber nicht mehr an der FernFH beginnen, sondern einen anderen Anbieter wählen. Natürlich gibt es immer und überall negative Aspekte und nichts ist zu 100% perfekt, trotzdem würde ich aus heutiger Sicht nicht mehr mit dem Studium an der FernFH beginnen. Zum Glück gibt es ja Alternativen für berufsbegleitende Fernstudien.
Trotzdem muss man sagen, dass das Studium mit der notwendigen Zeit, ausreichend Selbstdisziplin und Eigeninitiative nebst einer gehörigen Portion Frustrationstoleranz eigentlich kein Problem darstellen sollte.

Was man noch sagen muss, ist, dass der Master-Studiengang einen neuen sehr motivierten, netten und v.a. kompetenten Studeingangsleiter hat, der auch  Lehrveranstaltungen im Bachelor-Studium geleitet hat, die wirklich hervorragend waren. Also die von mir beschriebene Situation bitte nicht auf den Master-Studiengang umlegen. Dazu kann ich nichts sagen.

Ich hoffe, ich konnte einigen mit diesen Informationen ein wenig weiterhelfen.

Bearbeitet von hartwig33

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Markus Jung

Vielen Dank für deinen differenzierten Erfahrungsbericht.

 

Hast du deine Kritikpunkte während des Studiums an die Hochschule gemeldet? - Welche Rückmeldungen gab es ggf.?

 

Und mich würde interessieren, wo du jetzt alternativ den Master machen wirst.


Markus Jung (XING, LinkedIn) - Kontaktformular - Mail

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hartwig33

@Markus: Die von mir erwähnten Kritikpunkte wurden natürlich per Evaluation, die nach jeder Lehrveranstaltung stattfindet, zurückgemeldet. Zudem stand die Studierendenvertretung deswegen in Kontakt mit der Studiengangsleitung. Als Feedback kam dabei zurück, dass "man" die Kritikpunkte in Zukunft verbessern will ... aber natürlich haben wir davon nichts mehr gemerkt. Hoffentlich haben es zukünftige Studienjahre leichter.

 

Den Master Wirtschaftsinformatik werde ich an der IUBH machen. Ist zwar ein bisschen teurer (nur ein bisschen, wenn man die Kosten für Anreise und Hotel für die vergleichsweise vielen Präsenzphasen an der Ferdinand-Porsche-FernFH sowie die Steuer-Absetzbarkeit gegenrechnet), ich erhoffe mir dadurch aber viel mehr zeitliche Flexibilität (da sehr viel weniger Pflichtpräsenzphasen) sowie die Möglichkeit das Studium durch Modulauswahl meinen Wünschen entsprechend zu gestalten. Zudem haben mich die sehr positiven Erfahrungsberichte (u.a. auch hier, aber auch von Bekannten) in meiner Entscheidung beeinflusst.

Bearbeitet von hartwig33

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ViennaCalling

Hi,

 

was man mMn nach ergänzen sollte, in dem Zeitraum in dem du studiert hast ist leider der Studiengangsleiter des Masters verstorben und der Studiengangsleiter des Bachelors hat einige Zeit lang beide Studiengänge betreut.

Kann sein, dass sich das so ausgewirkt hat

 

lg

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Squirrel_007

@hartwig33

Danke für den Einblick. Ich fange jetzt im September an.

Mich würde interessieren wie das mit dem Pflichtpraktikum abläuft. Ich habe die Assistenz bereits kontaktiert und es hieß  nur, dass diese bis Ende des Studiums zu leisten ist. Wann hast du das Praktikum bzw deine Mitstudierenden es abgeleistet?

Bearbeitet von Squirrel_007
Typo

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hartwig33

@ ViennaCalling: Du hast sicherlich recht, dass der Tod des Master-Studiengangleiters und die zeitweise parallele Betreuung des Master-Studiengangs durch den Bachelor-Studiengangsleiter einen Einfluss hatte (v.a. das Studienjahr vor meinem eigenen ist davon anscheinend erheblich mehr beeinflusst worden). Allerdings gab es die von mir beschriebene Situation hinsichtlich Betreuungsqualität auch mit Master-Studiengangsleiter.

@Squirrel_007: In unserem Jahrgang arbeiteten fast alle in einem Job, der irgendwie mit Wirtschaft oder Informatik zu tun hatte - also entweder Wirtschaft oder Informatik, nicht zwingend beides. Jeder Wirtschafter (im Sinne von freie Wirtschaft, Staat, Körperschaften, NGOs, whatever ...) hat mal was mit IT zu tun oder arbeitet in einem IT Projekt mit. Und jeder IT-ler arbeitet meistens für Kunden aus dem Wirtschaftsbereich. Das reicht für die Anerkennung des Praktikums. Ich kenne keinen Studenten persönlich, der das Praktikum gemacht hat. In älteren Jahrgängen gab es anscheinend mal eine Volksschullehrerin und einen Krankenpfleger (also vollkommen fachfremd), die wirklich ein Praktikum gemacht haben, weil sie sich beruflich neu orientiert haben. 
Man muss nicht zwingend direkt als Wirtschaftsinformatiker arbeiten. Wenn du z.B. in einer Firma in einer Fachabteilung arbeitest und mal in einem Projekt mitgearbeitet hast, in dem ein Informationssystem eingeführt wurde, reicht das aus. Wenn du in deiner Arbeit ein ERP-System (oder anderes Informationsystem, z.B. CRM, Dokumentenmanagement, o.ä.) einsetzt/bedienst (zB. SAP) und an dessen Weiterentwicklung (in welcher Form auch immer) mitarbeitest, reicht das. Wenn du in der IT arbeitest (Admin oder Entwickler), reicht das sowieso aus. Der Arbeitgeber muss das nur entsprechend bestätigen.

Bearbeitet von hartwig33

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ZitaM

Hallo,

 

danke für die ganzen Infos vorab!

 

Ich würde gerne im WS 2018/19 mit den Bachelor Studium Wirtschaftsinformatik starten und

da ich jetzt ja noch etwas Zeit habe, würde ich mich gerne schon auf Mathematik vorbereiten.

 

Gibt es hier einen Möglichkeit um zu den Skripten bzw. Unterlagen zu kommen?

 

Meine zweite Frage wäre, ob man sich auf den Aufnahmetest vorbereiten kann oder ob das

eher schwierig ist?

 

LG

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hartwig33

@ZitaM

 

Willst du dich auf die Aufnahmeprüfung in Mathe (die notwendige Zusatzqualifikation ohne Matura) vorbereiten oder auf die Mathe-Vorlesung im 1. Semester?

 

Solltest du Matura haben, sind die Chancen, dass sie dich nicht nehmen äusserst gering. Dann brauchst du auch keine Mathe-Qualifikation. Wenn nicht, dann kannst du dich hier vorbereiten:

https://onlinecampus.fernfh.ac.at//training/

 

Zur Aufnahmeprüfung generell: Die Aufnahmeprüfung ändert sich von Jahr zu Jahr immer ein bisschen. Bei meiner Aufnahmeprüfung war ein hoher Anteil an psychologischen Leistungstests (also nicht Persönlichkeitstests, sondern Leistungstests) zu absolvieren. Dazu kann ich dir nur einen Tipp geben: Tests, die vermeintlich Geschwindigkeit bei der Bearbeitung von Aufgaben messen, messen eigentlich deine Sorgfalt, d.h. du solltest dich nicht dazu hinreissen lassen zu schnell zu arbeiten und dafür viele Fehler zu machen. Am besten ist ein Kompromiss aus Geschwindigkeit und Sorgfalt, d.h. auch nicht allzu langsam.

Ansonsten kannst du halt noch Intelligenztests üben. Da musst du nur googeln für Übungstests.

 

Eine darüber hinaus gehende Vorbereitung ist wahrscheinlich schwierig. An sich ist das Aufnahmeverfahren eh recht einfach zu bestehen. Wichtig ist entspannt zu bleiben. Der Studiengangsleiter ist im Aufnahmegespräch äusserst nett und frisst dich nicht auf, keine Sorge. Und wenn du Matura und du den Test nicht komplett verhaut hast, dann sollte es eigentlich passen.

 

Was ich sonst noch hinzufügen kann: nur weil die Studienplätze beschränkt sind (im Moment 45 glaub ich), heisst das nicht, dass nur 45 starten können. Mir wurde das so erklärt: für jeden Studienplatz bekommt eine FH einen gewissen Betrag vom Staat. Und zwar für alle Semester. Da es in dem Studiengang eine vergleichsweise hohe Ausfallsquote gibt, sollte die FH darauf schauen, dass im letzten Semester mindestens so viele Studenten noch studieren, wie es Studienplätze gibt, damit sie die gesamte mögliche Geldsumme vom Staat bekommt. Folglich müssen sie am Anfang genug Studenten aufnehmen, um die Ausfallquote zu kompensieren und am Ende eben mind. 45 Studenten zu haben. D.h. wiederum dass typischerweise mehr als 100 Studenten pro Jahrgang anfangen. In den ersten Wochen fallen dann eh sehr viele weg, wenn sie realisieren, wie es "wirklich" läuft.

Es gibt zwar Bewerber, die abgelehnt werden, aber bei denen ist es von Anfang an relativ klar, dass sie bald rausfallen werden. Deswegen ist auch der Sorgfalts-Tests dabei: die FH will keine Hudler, sondern Leute, die sorgfältig und gewissenhaft arbeiten können. Das kannst du dann auch nochmal im Interview mit der Studiengangsleitung betonen (falls es zutrifft): du bist konstant, sorgfältig, zuverlässig, hast ein super Zeitmanagement und genügend Zeitressourcen (15-25 Stunden pro Woche), deine Familie/Partner unterstützen dich bzw. du bist vielleicht eh Single mit viel Zeit. Dann solltest du wenig Probleme bei der Aufnahme haben. Wenn du von dir weisst, dass du nicht konstant und unzuverlässig bist bzw. sowieso ein schlechtes Zeitmanagement und wenig Zeitressourcen hast, wirst du voraussichtlich eh im Laufe des Studiums scheitern.

 

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gonte

Hi hartwig33,

 

ich bin ebenso wie du Absolvent des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik an der FernFH. Allerdings wahrscheinlich ein Jahr vor dir. Ich habe deine Ausführungen gelesen und finde sie sehr passend und stimme dir auch völlig zu. Ich habe sogar nach zwei Sätzen gewußt, wen du mit dem "schwierigen" Lektor meinst. *hihi* Der ist anscheinend immer noch dort.

 

Zudem habe ich aus den gleichen Gründen wie du das Master Studium woanders begonnen: die Unzufriedenheit mit der Aktualität der Lehrinhalte bzw. mit der Fachkompetenz mancher Lektoren für ihr Fach. Dort, wo ich jetzt studiere, gibt es den Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik in drei Organisationsformen, wovon eine das Fernstudium ist. Das Problem ist, dass zwar die Aktualität der Inhalte und die Kompetenz der Lektoren stimmt, die Lerninhalte für Fernstudenten aber völlig ungeeignet vermittelt werden. D.h. die meisten Lektoren nehmen einfach die Powerpoint-Slides für die Präsenzvorlesungen und veröffentlichen sie unverändert für Fernstudenten. Dass man mal ein richtiges Skript in die Hände bekommt, ist absolut die Ausnahme. Alles, was zusätzlich zu den Slides in den Vorlesungen gesagt wird, geht an den Fernstudenten einfach vorbei. Die Folge davon ist, dass du als Student die Inhalte mittels Bulletpoint-Arien lernst, die einfach sehr viel Raum für Interpretation lassen. Das zwingt dich sehr viel selbst nachzurecherchieren, wofür natürlich entsprechend viel Zeit aufgewendet werden muss. Da Fernstudenten zumeist berufstätig sind, ist das denkbar schlecht. Was noch dazu kommt: meiner Meinung nach kannst du als pädagogisch ungeschulter Lektor sehr viel leichter Präsenzvorlesungen halten, als eine Lehrveranstaltung im Fernstudien-Modus. Dazu gehört einiges an spezifischer pädagogischer Kompetenz und vor allem Fachwissen im Bereich Blended Learning. Man kann als Hochschule nicht einfach beschliessen: so, jetzt bieten wir einen Studiengang im Fernstudium an, installieren uns eine Moodle-Instanz, stellen dann die Kurs-Materialien auf Moodle und damit ist es auch schon erledigt.

 

Und genau da komme ich wieder zur FernFH zurück: Die FernFH mag nicht immer die aktuellsten Inhalte vermitteln, nicht immer fachlich State-of-the-Art sein, nicht immer die allerbesten Lektoren haben und aufgrund ihrer geringen organisatorischen Größe Extremsituationen (wie z.B. den Tod eines Studiengangleiters) nicht immer perfekt abfangen können, so dass es keine Auswirkungen auf die Studenten hat. Was sie aber extrem gut können ist, die Inhalte für Fernstudenten aufzubereiten und ein effizientes Lernen im Fernstudium zu ermöglichen. Die wissen genau, wie sie Inhalte vermitteln müssen, damit Fernstudenten mit den Inhalten zurecht kommen. Und genau das geht mir bei meinem jetzigen Masterstudium extrem ab. Diese Fernlehrkompetenz sollte man als positiven Punkt an der FernFH keinesfalls unterschätzen und deshalb möchte ich das hier noch ergänzen, um das Bild abzurunden.

 

LG

 

P.S. Übrigens Lektoren, die aufgrund von Defiziten in ihrer Persönlichkeitstruktur (ich nenne das jetzt mal so) Studenten das Leben schwer machen, habe ich im jetzigen Master Studium auch ein paar. Allerdings nicht so krass :-)

Bearbeitet von gonte

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