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CocoJango

Kündigen für Vollzeitstudium? - Die dümmste Idee überhaupt?

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Hallo zusammen,

 

EDIT: OMG, so viel Text... ich entschuldige und bedanke mich hiermit gleich bei jedem, der das liest!

 

nachdem ich mich nun schon seit einigen Monaten mit dem Thema Fernstudium befasse und mir dabei immer wieder die gleichen Gedanken und vor allem Bedenken durch den Kopf huschen, schreibe ich das ganze Wirrwarr einfach mal auf und frage euch um eure Meinung/Rat. Es wird vermutlich einiges an Text folgen, aber ich wäre wirklich über alle Maßen dankbar, wenn ein paar wenige ihren Senf dazugeben könnten.

 

Erstmal zu mir. Ich bin 25 Jahre alt, habe nach der Fachhochschulreife eine Ausbildung zur Fachinformatikerin - Fachrichtung Anwendungsentwicklung gemacht und arbeite seitdem (4 Jahre) Vollzeit als Systembetreuer. Und hier sind wir schon bei meinem ersten Problem. Meine derzeitige Stelle hat wirklich sehr wenig mit Anwendungsentwicklung zu tun und in den letzten Jahren konnte ich kaum fachliche Kompetenzen sammeln, die mir bei einer Anstellung als Entwickler behilflich wären. An und für sich ist mein Job sicher und auch gut bezahlt, aber davon abgesehen bin ich wirklich unglücklich damit :38_worried: Dies hat erstmal nichts mit meinem Wunsch ein Studium zu beginnen zu tun, spielt aber (wie weiter unten zu lesen ist) derzeit eine große Rolle in meinen Gedankengängen.

 

Fest steht: ich werde spätestens zum nächsten Sommersemester ein Studium beginnen. Mein persönlicher Favorit: Medieninformatik über onCampus in Emden. Sollte ich mich wegen des langen Anfahrtwegs (880 km einfach) dagegen entscheiden, wäre es aufgrund des finanziell vertretbaren Medieninformatik-Angebot-Mangels wohl Wirtschaftsinformatik. Damit möchte ich mich sowohl persönlich weiterbilden, meine Jobchancen verbessern und auch anderen beweisen, dass ich es kann!

 

Mein Problem: Vollzeit, BAföG, Geld, Risiko, Job?

Wie bereits oben beschrieben sehe ich in meiner derzeitigen Stelle keine befriedigende Zukunft. Früher oder später wird es also definitiv auf Kündigung hinauslaufen. Als Entwickler sehe ich derzeit aber auch wenig Chancen, da ich außer meiner Ausbildung nichts in dem Bereich vorzuweisen habe. Als vor ein paar Wochen ein Kollege meinte "Die Frau Mustermann (Softwareentwicklerin einer befreundeten Firma) hat gekündigt um Lehramt zu studieren" war ich einfach nur baff und dachte mir "wow, die traut sich wenigstens was, um ihre Träume zu verwirklichen und jammert nicht nur rum". Seitdem spiele ich mit dem Gedanken nicht berufsbegleitend, sonder in Vollzeit zu studieren. Dann kann ich mich voll und ganz auf das Studium konzentrieren, ohne dass mir der Job den letzten nervlichen Rest raubt.

 

Die Idee an und für sich finde ich super, aber auch nur wenn ich das Geld außer Acht lasse :3_grin: Die Rettung wäre (!) BAföG. Laut Internet habe ich dem Grunde nach ja einen Anspruch auf elternunabhängiges. Zumindest die Miete (inkl. Nebenkosten, Telefon, etc ca. 530 mtl.) und ein guter Batzen Lebensmittel wäre damit ja schonmal bezahlt. Alles andere ist schon auch machbar, vor allem wenn man nebenbei etwas jobbt. Allerdings kann ich Bafög ja erst beantragen, wenn ich eingeschrieben bin und in einen Vollzeitstudiengang würde ich mich ja auch nur einschreiben, wenn ich BAföG bekommen würde und erst wenn ich weiß, dass ich Unterstützung bekomme würde es Sinn machen zu kündigen.

Die Möglichkeit des Vorabentscheids gäbe es ja auch, bringt mir nur relativ wenig, wenn auf dem endgültigen Papier dann "Sie bekommen 50 Euro" steht.

Gibt es unter euch vielleicht sogar jemanden, der bereits in einer ähnlichen Sitation war?

 

Einem Studienkredit bin ich grundsätzlich nicht abgeneigt, aber nicht 3 Jahre lang, das wäre ja gut 30.000 Euro + Zinsen :56_anguished:

 

Hinzufügen möchte ich noch, dass mein Freund mich voll und ganz in meinem Vorhaben (wie auch immer es letztendlich aussehen wird) unterstützt. Wenn es mir hilft, würde er für die komplette Miete und alle meine anderen Ausgaben aufkommen. Das möchte ich aber auf keinen Fall! Um das aufbringen zu können müsste auch er seinen Lebensstil aufs Minimalste runterschrauben und ich finde das ist meine Ausbildung nicht wert. Das werde ich ihm nicht zumuten. Im Notfall wäre aber etwas Einkommen da, das die Sache etwas entschärfen könnte.

 

Im Grunde sehe ich also drei Möglichkeiten:

- weitere Jahre unglücklich im Job und nach 4-6 Jahren mit einem Bachelor "neu" in die Arbeitswelt eintauchen

- irgendwann während des Studiums nach einem neuen Job suchen und die entsprechenden Risiken eingehen (größere Arbeitsbelastung, Kündigung in Probezeit, etc.)

- kündigen und volle Konzentration aufs Studium in der Hoffnung, dass ich BAföG bekomme (+ Jobben)

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass ich in der Vollzeit-Variante insgesamt glücklicher wäre. Ich denke mir manchmal aber auch "sei froh so einen Job zu haben, andere arbeiten mehr und bekommen weniger Geld, also schei* auf "glücklich sein"."

 

Die entscheidende Frage: soll ich vernünftig sein (Vollzeit-Job + Teilzeit-Studium) oder das machen, was mir mein vielleicht zu positiv veranlagtes Herz mir sagt (Jobben + Vollzeit-Studium)?

 

Ich weiß, die Entscheidung könnt ihr mir nicht abnehmen, aber eure Meinung, Rat, von mir aus auch "auf so eine dumme Idee wäre ich nie gekommen" würden mir denke ich wirklich weiterhelfen.

 

Bearbeitet von CocoJango

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Hallo CocoJango grüße dich,

 

ich würde dir empfehlen weiter in deinem Beruf zu bleiben ein sicheres Einkommen ist immer noch das Beste also lieber nicht ganz aufhören. Wenn dein Studium nicht funktionieren sollte hasst du immer noch deinen Job als Sicherheit.

 

Bezüglicher deiner Wahl über OnCampus zu studieren finde ich ist eine gute Entscheidung, ich selber studiere auch über diesem Anbieter (BWL über die Jade Hochschule In Wilhelmshavern) seit 1 Jahr und bin vollkommen zufrieden. Ich hatte bisher noch nie Probleme mit diesem Bildungsdienstleister.

 

Ich würde sagen behalte erstmal deinen Job, du kannst deinen Arbeitgeber ja auch Fragen ob du während der Studienzeit in Teilzeit weiter arbeiten kannst und in Vollzeit das Studium dann absolvieren, dies machen auch so viele meiner Mitstudentin.

 

Und vergiss nicht du musst nach 5 Jahren die Hälfte der Gesamtsumme des BAFöGs zurückzahlen in 105-€ Monatsraten.

 

Gruß

 

BWLerseit2016

Bearbeitet von BWLerseit2016

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Sie sind 25. Da halte ich das Risiko einer Kündigung für nicht so dramatisch.

 

Meine Frage vor weiteren Ausführungen meinerseits: Wenn Sie Vollzeit studieren, warum dann nicht an einer Präsenz-Fachhochschule? Das würde doch schon mal gewaltig Geld sparen.

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vor 1 Stunde, BWLerseit2016 schrieb:

Ich würde sagen behalte erstmal deinen Job, du kannst deinen Arbeitgeber ja auch Fragen ob du während der Studienzeit in Teilzeit weiter arbeiten kannst und in Vollzeit das Studium dann absolvieren, dies machen auch so viele meiner Mitstudentin.

 

Und vergiss nicht du musst nach 5 Jahren die Hälfte der Gesamtsumme des BAFöGs zurückzahlen in 105-€ Monatsraten.

 

Bezüglich Teilzeit sträubt sich mein Chef leider noch etwas, aber vielleicht ändert sich seine Haltung diesbezüglich ja, wenn ich das Thema etwas weiter erläutere. Dass ich die Hälfte des BAföGs zurückzahlen muss ist mir bewusst, sehe ich aber nur im Falle einer späteren (nach dem Studium) Arbeitslosigkeit als Problem.

 

vor einer Stunde, kurtchen schrieb:

In welcher Region Deutschlands wohnst Du denn so ungefähr?

 

Ich wohne in Oberbayern an der Grenze zu Schwaben.

 

vor einer Stunde, KanzlerCoaching schrieb:

Meine Frage vor weiteren Ausführungen meinerseits: Wenn Sie Vollzeit studieren, warum dann nicht an einer Präsenz-Fachhochschule? Das würde doch schon mal gewaltig Geld sparen.

 

Ehrlichgesagt sehe ich zumindest für mich kaum Vorteile eines Präsenzstudiums.

1. Allein die Fahrtkosten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln würde auf die 3 Jahre Regelstudienzeit gerechnet 1.450 Euro entsprechen. Das gesamte Studium an der HS Emden kostet 3.270 Euro + Spritkosten ca. 1.900, also Gesamtkosten von ca. 5.170. (Mein Freund hat in Emden einen Kumpel, bei dem ich hin und wieder unterkommen könnte). Fernstudium in Emden ist teurer, ja, aber meiner Meinung nach absolut vertretbar, weil...

2. Hinzu kommen die 2,5 Stunden Fahrtzeit (=Lebenszeit) täglich (= 100h/2 Monate im Vergleich zu 16h/2 Monate), die ja letztendlich auch wieder von der Lern- und Freizeit wegfällt. Die Wartezeiten aufgrund von Pausen zwischen Vorlesungen und Bahnverspätungen (da ich aktuell täglich Zug fahre, kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass da im Monat auch gut was zusammenkommen kann) kommen noch oben drauf.

3. Auf direkten, sofortigen Austausch zwischen Dozenten und Mitstudenten lege ich nicht viel wert. Hier reicht es mir, wenn ich bei Fragen in einem gewissen zeitlichen Rahmen eine schriftliche Antwort bekomme. Vor allem, wenn im Gegenzug die ganze restliche Zeit zur freien Einteilung zur Verfügung steht. Eine Freundin studiert derzeit ebenfalls an der in Frage kommenden Uni und bisher habe ich sie eher ausgelacht, wenn sie erzählt hat, dass sie für 2 Stunden Vorlesung extra die 2,5 Stunden reingefahren ist. Könnte bei meinem Studiengang natürlich anders sein, das weiß ich nicht.

 

Punkt 1 und 2 würden bei der Wahl eines anderen Studiengangs und -anbieters natürlich anders aussehen.

Bearbeitet von CocoJango
Fehler in der Berechnung der Fahrtkosten korrigiert

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Mit einem Fernstudium könnten Sie Irritationen auslösen, wenn Sie sich einschlägig bewerben. Denn ein Fernstudium ist nun mal in den Köpfen der Leute als berufsbegleitendes Studium konzipiert.

 

Dass Sie auf den direkten Austausch keinen Wert legen, das halte ich für eine schwierige Aussage. Denn ohne Arbeit haben Sie im Klartext erst mal keinen Austausch, höchstens mit Ihrem Partner.

 

Unter den von Ihnen beschriebenen Prämissen würde ich eher nicht kündigen.

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vor 8 Minuten, KanzlerCoaching schrieb:

Mit einem Fernstudium könnten Sie Irritationen auslösen, wenn Sie sich einschlägig bewerben. Denn ein Fernstudium ist nun mal in den Köpfen der Leute als berufsbegleitendes Studium konzipiert.

 

Dass Sie auf den direkten Austausch keinen Wert legen, das halte ich für eine schwierige Aussage. Denn ohne Arbeit haben Sie im Klartext erst mal keinen Austausch, höchstens mit Ihrem Partner.

 

Unter den von Ihnen beschriebenen Prämissen würde ich eher nicht kündigen.

 

 

Vielen Dank für Ihr Feedback. Das wird mir weiterhelfen.

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Arbeitslosigkeit schafft viele Probleme. Die Rückzahlung des Bafögs ist keines davon. Nach Abschluss deines Studiums wird jährlich geprüft, ob Dein Einkommen über einer gewissen Schwelle liegt. Erst dann setzt die Rückzahlung ein. Die Schwelle ist nicht übertrieben niedrig. Meine Partnerin hat ihr Studium seit vielen Jahren abgeschlossen und bislang noch nicht mit der Rückzahlung beginnen müssen, obwohl sie immer Arbeit hatte. Sie verdient halt nicht besonders gut, aber wir nagen jetzt auch nicht gerade am Hungertuch.

 

Wenn Du das Thema Arbeitslosigkeit schon anschneidest, würde ich mir eher Gedanken darüber machen, dass Du als Studierende in der Regel nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlst. Und von den Ansprüchen, die Du Dir bis jetzt erworben hast, ist in 3 Jahren nichts mehr übrig. Du würdest direkt in Hartz4 rutschen, was ein erheblicher Verlust an Selbstbestimmung ist. Nicht das ich glaube, dass eine Fachinformatiker lange arbeitslos sein müsste, aber wenn Du Dir über mögliche Arbeitslosigkeit schon Gedanken machst, dann sollte das der Punkt sein, der Dir Sorgen macht, nicht das Bafög.

 

Ich studiere Web- und Medieninformatik bei Springer Campus. Die FH sitzt in Dortmund. Es gibt aber Prüfungsmöglichkeiten in München, so ca. alle 6 Wochen. Ja, die Studiengebühren sind höher als z.B. bei OnCampus. Aber ich kann aus Erfahrung sagen, dass der Studiengang so organisiert ist, dass er sehr gut mit Berufstätigkeit vereinbar ist und eine sehr flexible Zeiteinteilung ermöglicht. Ich habe meine Arbeitszeit trotzdem auf 30 Stunden reduziert, weil ich zügig voranschreiten wollte, was mir bislang auch gut gelungen ist.

 

Rechne Dir einfach mal aus, wie viel Einkommen du monatlich verlierst, wenn Du Deine Berufstätigkeit aufgibst, stattdessen Bafög beziehst und nebenbei jobbst. Nimm das mal 36 (in der optimistischen Annahme, dass Du ein Vollzeitstudium pünktlich nach 6 Semestern abschließt). Das ist das, was Dich ein Vollzeitstudium zusätzlich zu Studiengebühren und Material kostet. (Rente mal außer acht gelassen.) Und dann relativieren sich die höheren Studiengebühren mancher Anbieter sehr schnell. Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass es deutlich günstiger ist, höhere Studiengebühren für ein zeitlich sehr flexibles Modell zu zahlen, wenn ich dafür berufstätig bleiben kann.

 

Einen Jobwechsel in Deinem Alter, in Deiner Branche und mit Deiner Vorgeschichte finde ich nicht riskant. Warum nicht versuchen, einen Job zu finden, der inhaltlich mehr von dem bietet, was Du Dir wünscht? Eventuell findest Du sogar einen Arbeitgeber, der gut findet, dass Du berufsbegleitend studierst. Ich habe Kommilitonen im Raum München, deren Arbeitgeber das Studium bezuschusst.

 

Abgesehen davon halte ich es für sehr wertvoll, wenn du während Deines Studiums einschlägig beschäftigt bist. Das ist ein Vorzug, den ich leider nicht genieße. Ich würde das nicht leichtfertig aufgeben. Aus Deiner Stelle heraus können sich während eines Studium viele Möglichkeiten ergeben. Ein Fernstudium der Informatik parallel zu einer Berufstätigkeit als Fachinformatiker ist eine gut begründbare Kombination. Das machen viele meiner Kommilitonen so.

 

 

 

Bearbeitet von kurtchen

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