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Ebnet die FernUni Hagen den Weg zur psychologischen Psychotherapeutin?


Markus Jung
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Die FernUni Hagen schreibt in einem Tweet unter anderem "Beya möchte psychologische Psychotherapeutin werden. Den Weg dahin ebnet ihr seit anderthalb Jahren das Psychologiestudium an der #FernUni." Ist das realistisch? - Bisher vermittelt die FernUni ja nach außen eher, dass das Psychologie-Studium dort für andere Richtungen der Psychologie qualifiziert.

 

Der komplette Tweet ist hier zu sehen:

 

Und es wird damit auf einen umfangreicheren Artikel über Beya Mhadbi verlinkt, die schon einen beeindruckenden Weg hinter sich und noch vor sich hat. Sie hat ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Uni Stuttgart mit Auszeichnung abgeschlossen und eine Stelle als Doktorandin bei Rolls Royce Deutschland in der Nähe von Berlin angetreten. Doch ihre Berufung sieht sie in einem Bereich, in dem sie auch anderen helfen kann.

 

Der Beitrag macht dann auch deutlich, wie der Weg aussehen soll:

  • Bachelor an der FernUni Hagen
  • Master mit dem klinischem Teil an einer anderen Hochschule
  • Dann die Therapeutenausbildung

Da mittlerweile teilweise nicht mehr zwingend ein Bachelor mit klinischer Psychologie notwendig ist, um die Therapeutenausbildung zu beginnen, könnte das so für sie und andere ja sogar klappen. Vorausgesetzt, die Uni für den Master nimmt einen dann auch mit einem Bachelor ohne klinische Psychologie und das Ausbildungsinstitut macht am Ende auch mit. Wobei ich davon ausgehe, dass dies in Zukunft eher leichter als schwerer werden wird.

 

Später möchte Beya Mhadbi dann auch noch Philosophie studieren und meint, dass sie mit der Kombination Psychologie und Philosophie dann auch mit 90 noch Theorien entwickeln kann - langweilig dürfte es ihr in ihrem Leben also nicht werden.

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Ich bin von Haus aus wirklich kein Pessimist, aber ich fürchte, das kann man über diesen Weg leider vergessen. :(Mich wundert dieser Auftritt der FernUni sehr, die selbst mit deutlichen Worten ausschließt, dass eine ihrer Abschlüsse zum Berufsziel PP führen kann. Natürlich gibt es eine theoretische Möglichkeit, seitdem das Erststudium kein zwingender Psychologieabschluss sein muss - trotzdem entscheidet jedes Institut, wen sie mit welcher Vita aufnehmen (andernfalls: Leider kein Platz mehr frei!). An Universitäten war klinische Psychologie im Master aber auch vor dem Gerichtsurteil sehr stark nachgefragt, so dass oft kaum die uniinterne Nachfrage aller Bachelor-Bewerber abgedeckt werden konnte (eine Uni hat ja selten nur einen klinischen Schwerpunkt, damit auch wenig Plätze). 
Ich interpretiere das so, dass selbst der FUH der Widerstand der Prüfungsämter, Alt-Eliten, Verbände und Universitäten, die am längeren Hebel sitzen, da nicht bekannt ist. Wer einmal eine Kostprobe davon bekommen hat, weiß, wie zermürbend das ist. 

Wenn man PP werden will, kann das nur über andere Wege passieren.

Nichtsdestotrotz wünsche ich ihr, dass sie ihr Ziel erreicht - zum einen, damit sich auf dem Pfad mal generell was tut, zum anderen führt der besorgniserregende Notstand an PPs dazu, dass hoffentlich ein paar Was-zu-sagen-haber bald umdenken :) . 

LG

Bearbeitet von Vica
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Auch wenn die Chance vielleicht gering besser sein sollte (was ich durchaus annehmen kann), zerschlägt sich der vermeintliche "Uni-Vorteil" wieder dadurch, dass es kein klinischer (Uni)Bachelor ist...

 

Bearbeitet von Forensiker
Buchstaben vergessen :-(
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Bezüglich Master sehe ich das etwas positiver. Sie muss es nur in einen Master schaffen, in dem auch klinische Psychologie als Prüfungsfach vorkommt, es muss nicht mal einer mit klinischem Schwerpunkt sein. In manchen Bundesländer reichen (zumindest formal) schon 9 C in klinischer Psychologie für die Ausbildung. 

 

An der FernUni wird das ja sehr viel diskutiert und von dort kenne ich jetzt schon einen ganzen Haufen Leute, die es in solche Master geschafft haben. Es stimmt auch nicht, dass es FernUni-Absolventen bei der Mastersuche außergewöhnlich schwer haben. Alle (!) Psychologie-Bachelorabsolventen, die zum Master die Uni wechseln wollen, haben Probleme mit der Äquivalenz der Credits. Die Hürde ist manchmal auch gar nicht klinische Psychologie, sondern irgendwelche Sonderfächer (Neuroanatomie z.B....) die die Unis verlangen, damit sie nur ihre eigenen Absolventen zulassen müssen. Mag sein, dass man aus Hagen noch ein paar weniger Unis zur Auswahl hat, aber bundesweit betrachtet gibt es zumindest zur Zeit noch eine ganze Menge Unis, die Absolventen aus Hagen aufnehmen.

 

Der echte Knackpunkt ist eher die Note. Der NC liegt meistens bei 1,0-1,5. Wenn man das schafft und örtlich flexibel ist, kommt man auch in einen passenden Master. Da Frau Mhadbi ja ziemlich zielstrebig und erfolgreich wirkt, könnte ich mir schon vorstellen, dass das bei ihr funktioniert. 

Mit deutlich schlechteren Noten ist das schon sehr viel schwieriger, aber das liegt dann nicht an Hagen.

 

Wie das mit Ausbildungsinstituten aussieht, weiß ich allerdings nicht. Bisher habe ich noch nicht gehört, dass die besonders strenge Kriterien haben. Ich dachte auch, die interessieren sich eher für die persönliche Motivation und Eignung, weniger für "harte" Lebenslauf-Kriterien. Aber da mag ich mich irren.

 

vor 3 Stunden, Vica schrieb:

An Universitäten war klinische Psychologie im Master aber auch vor dem Gerichtsurteil sehr stark nachgefragt, so dass oft kaum die uniinterne Nachfrage aller Bachelor-Bewerber abgedeckt werden konnte (eine Uni hat ja selten nur einen klinischen Schwerpunkt, damit auch wenig Plätze). 

 

Bei den meisten Unis kann man klinische Psychologie in jedem Schwerpunkt belegen. Es gibt insgesamt nur recht wenige Master, mit denen man die formalen PP-Kriterien nicht erfüllt.

 

vor 3 Stunden, Vica schrieb:

Nichtsdestotrotz wünsche ich ihr, dass sie ihr Ziel erreicht - zum einen, damit sich auf dem Pfad mal generell was tut, zum anderen führt der besorgniserregende Notstand an PPs dazu, dass hoffentlich ein paar Was-zu-sagen-haber bald umdenken :) . 

 

Ich glaube, es gibt schon genug Psychotherapeuten. Der Flaschenhals sind eher die Kassensitze.

 

vor 3 Stunden, csab8362 schrieb:

Solche Artikel aus Hagen desillusionieren mich. Immer werden die gleichen Typen vorgestellt, die alles so wunderbar auf die Reihe bekommen. Luft- und Raumfahrttechnik Studium mit Auszeichnung Dissertation und 40 Stunden Job und nebenbei noch Psychologie. 

Warum werden nicht Normalstudenten dargestellt bei denen es auch einmal nicht klappt oder die Statistik einmal verkackt haben und sich trotzdem nicht unterkriegen lassen. 

 

Das geht mir auch so. Ich finde aber, das ist so eine generelle gesellschaftliche Tendenz, immer die tollsten Typen als Vorbilder vorzustellen und so zu tun, als wäre deren Werdegang für jeden erreichbar. 

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vor 10 Stunden, csab8362 schrieb:

Solche Artikel aus Hagen desillusionieren mich. Immer werden die gleichen Typen vorgestellt, die alles so wunderbar auf die Reihe bekommen.

Das kritisiere ich - vor allem bei der Vorstellung von Psychologiestudenten - schon lange. Leistungssportler, Job oder Bundeswehr/Polizei und ein Fernstudium. Hund und Familie dürfen auch nicht fehlen ...

 

Back to Topic: Ist aber das erste Mal, dass die FernUni so ein Beispiel wählt, oder? 

Bearbeitet von parksj86
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  • Community Manager
vor 13 Stunden, parksj86 schrieb:

Ist aber das erste Mal, dass die FernUni so ein Beispiel wählt, oder? 

 

Mir ist es zumindest das erste Mal aufgefallen, auch weil es im Kontrast dazu steht, was bisher so bei mir angekommen war und in den FAQs etc. formuliert ist - gerade weil ja vermutlich viele mit falschen Vorstellungen das Psychologie-Studium an der FernUni beginnen.

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vor 2 Stunden, Markus Jung schrieb:

 

Mir ist es zumindest das erste Mal aufgefallen, auch weil es im Kontrast dazu steht, was bisher so bei mir angekommen war und in den FAQs etc. formuliert ist - gerade weil ja vermutlich viele mit falschen Vorstellungen das Psychologie-Studium an der FernUni beginnen.


Das wundert mich auch. Auf den FAQs zum Bachelor Psychologie steht dazu nun Folgendes:
 

Zitat

[...]
Das Psychotherapeutengesetz von 1998 (geändert 2011) sieht vor, dass die Voraussetzung für die postgraduale Ausbildung zum/r Psychologischen Psychotherapeuten/in oder zum/r Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/in entweder das Diplom im Fach Psychologie mit einer Abschlussprüfung in Klinischer Psychologie oder der Master in klinischer Psychologie ist. Mit dem B.Sc.-Abschluss von der FernUniversität in Hagen können Sie sich für Masterstudiengänge an anderen Hochschulen bewerben. [....]


[...]Voraussetzung für eine Approbation, d.h. eine staatliche Anerkennung und damit die Möglichkeit zur Abrechnung der Therapien mit den gesetzlichen Krankenkassen, als psychologische(r) Psychotherapeut/in oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in ist ein Master in klinischer Psychologie und ein konsekutiver Studiengang. Was als konsekutiver Studiengang definiert wird, unterscheidet sich je nach Bundesland. So akzeptieren einige den Bachelor ohne klinische Psychologie und den darauffolgenden Master in klinischer Psychologie, andere dagegen nicht. Aus diesem Grund wird Studierenden mit dem Ziel, selbstständig im klinischen Bereich tätig zu werden, nicht dazu geraten, ein Studium der Psychologie in Hagen zu wählen. Die FernUniversität kann nicht gewährleisten, dass Weiterqualifikationen im klinischen Bereich absolviert werden können. [...]

Quelle: http://www.fernuni-hagen.de/KSW/portale/bscpsy/service/



Im Master werden natürlich noch deutlichere Worte gewählt (dass die Approbation nicht möglich ist), weil hier der notwendige klinische Schwerpunkt natürlich gar nicht erst angeboten wird, aber um den geht's ja auch nicht. 

LG 

 

Bearbeitet von Vica
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