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Psychologischer Berater bei den verschiedenen Anbietern


Regine Nurejew
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Guten Tag allerseits,

 

Ich möchte gerne den Kurs "Psychologischer Berater" in Kombination mit dem Lernberater (oder -coach) und der systemischen Beratung belegen und habe die Unterlagen von etlichen Fernlehrinstituten durchgearbeitet, z.B. sgd, ils, AlH, BtB, Impulse. Natürlich lobt jeder sein System als das beste, zertifiziert sind alle. Da fällt es schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. Nun hoffe ich, dass ich bei Ihnen aufgrund "geballter" Erfahrungen Ihrer Mitglieder etwas mehr Licht in die Materie bringen kann. Was mir auffiel: ils und Fernlehrakademie sind fast identisch in der Selbstdarstellung und im Konzept, was vermuten lässt, dass sie beide zu ein und demselben Konzern, nämlich der Klett-Gruppe, gehören. Sie decken alle Fachbereiche im Bildungssystem ab, wobei der Gesundheits- bzw. psychologisch-pädagogische Bereich wahrscheinlich eher unter "Ferner-liefen" einzuordnen ist, also wohl nicht sehr engagiert behandelt wird. Das zeigt sich daran, dass es beim psychologischen Berater keine Spezialisierungsmöglichkeiten gibt, also weder systemisch, noch lerntherapeutisch, noch integrativ, es sei denn, sie sind als Schmalspurausbildungen in den Psychologischen Berater eingebaut. Angeboten werden 15 Monate Ausbildung mit 15 Lehrbriefen und 5 Tagen Präsenzseminar, das immer extra mit über 500,00 Eu bezahlt werden muss. Ähnliches gilt für das Fernlehrinstitut sgd. Auffällig ist, dass alle drei Institute die absolut gleiche Preisstruktur aufweisen.

 

BtB, ALH und Impulse sind ganz auf gesundheitliche und psychologisch-pädagogische Berufe spezialisiert, was mir persönlich sehr zusagt. ALH scheidet für mich allerdings aus, weil deren Ausbildungsangebote zu schwach sind. Der Psychologische Berater bietet weniger Studienbriefe und entsprechend eine kürzere Ausbildungszeit und damit vermutlich weniger Wissen an als die anderen. Außerdem fehlen wichtige Begleitkurse wie z.B. Familientherapie, systemische Therapie und Lerntherapie, die für mich unverzichtbar sind. Allerdings bietet er Paartherapie an, was mir bei den anderen Anbietern fehlt. 

 

Also engt sich für mich das Angebot auf BtB und Impulse ein. Bei BtB kann ich aus einer Vielzahl an Spezialisierungsmöglichkeiten wählen, was mich sehr für BtB einnimmt. Über die inhaltliche Qualität der Kurse kann ich bis jetzt nur wenig sagen, denn zumindest für Impulse fehlt mir noch ein Probeheft eines Studienbriefs. Bei dem bei BtB angeforderten Brief fiel mir auf, dass der zu vermittelnde Stoff auf sehr schlichte Weise dargeboten wird und auch grammatisch, orthografisch und layouterisch eher unbeholfen, wie von Laien geschrieben, daherkommt (ich arbeite schon seit Jahren als Lektorin). Weiterhin fehlen mir hier Quellenangaben und Literaturangaben. Preislich ist BtB nicht preiswert, sondern liegt auf dem Niveau von sgd und ils, was bei BtB allerdings durch die Spezialisierungsangebote, die zweijährige Nachbetreuung und im ersten Jahr kostenlose Mitgliedschaft im Berufsverband erklärt werden kann, die bei den anderen Instituten fehlen. Dafür fehlt mir – und das ist für mich ein großes Manko – ausreichend Zeit für Präsenzseminare, die ja unverzichtbar für die Einübung der gelernten psychologischen Methoden ist. An diesem Punkt fühle ich mich mangelhaft betreut. Zwei Wochenenden reichen einfach nicht. Die angebotenen Sonntagsseminare sind keine Übungsseminare, sondern themenübergreifende Vorlesungen, die teilweise nichts mit meinen Lerninhalten zu tun haben, für mich also uninteressant sind. Mir scheint, dass an dieser Stelle eingespart wurde, obwohl die Kurse auch hier extra bezahlt werden müssen.

 

Ganz anders sind die Dinge bei Impulse. Dort gibt es den Psychologischen Berater mit anderen Spezialisierungsmöglichkeiten wie den Suchtberater oder die Erziehungs- und Entwicklungsberatung oder auch den Mediator. Aber der systemische Berater und der Lernberater, die bei Familientherapie eine wichtige Rolle spielen, fehlt. Auch fehlt mir die Paartherapie als wünschenswerte Ergänzung. Allerdings – und das ist Spitze – dauert die Ausbildung 18 Monate mit 18 Studienbriefen, also 3 (!) Monate länger, als alle anderen Ausbildungen zum Psychologischen Berater. Möglich ist also, dass die Ausbildung deutlich stärker vertieft ist. Welche Inhalte sich genau dahinter verbergen, weiß ich noch nicht. Das werde ich hoffentlich noch erfahren. Es kann natürlich auch sein, dass die einzelnen Studienbriefe weniger Inhalt aufweisen als bei den anderen Instituten, der Gesamtoff also in kleineren "Häppchen" serviert wird. Hier fehlen mir noch die Vergleichsmöglichkeiten. Der Clou ist aber, dass diese Ausbildung nur weniger als halb so viel kostet, wie alle anderen Angebote, die ich ausgewertet habe und alle Präsenzseminare im Preis enthalten sind. Selbst wenn ich ein zweites Spezialisierungsseminar buchen würde, wären die Kosten noch niedriger als bei den genannten Mitbewerbern. Interessant wäre zu wissen, wie die das kalkulatorisch hinkriegen. Außerdem gibt es eine sehr kundenfreundliche Kündigungsmöglichkeit jederzeit mit zweimonatiger Frist. Falls also jemand gezwungen sein sollte, vorzeitig aufzuhören, dann kann er das ohne großen finanziellen Verlust. 

 

Ich habe für mich noch keine endgültige Entscheidung getroffen, muss mich noch intensiver mit Impulse befassen. Vielleicht können Sie, Markus Jung, als Leiter dieses Forums, darüber noch mehr sagen, denn – wie ich gelesen habe – haben Sie selbst bei Impulse studiert.

 

Ich freue mich, wenn ich recht viel Resonanz auf meinen Beitrag bekomme.

 

Herzliche Grüße

 

Regine Nurejew

 

 

Bearbeitet von Regine Nurejew
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Ich bin ehemalige Sozialpädagogin, arbeite nach einer schweren Erkrankung vor Jahren nicht mehr in diesem Beruf, sondern als Lektorin. Da komme ich viel mit Studenten zusammen, die teilweise erhebliche Lernprobleme mitbringen, was sich dann in ihren Arbeiten niederschlägt. Mein Studium der Sozialpädagogik liegt schon sehr lange zurück und ich bin methodisch aus der Übung. Diese Übung möchte ich wiedergewinnen und mich dann als Familienberaterin niederlassen. Dafür brauche ich das Zertifikat. 

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Wenn Sie wirklich als Familienberaterin arbeiten und auch davon leben wollen, dann wird so ein Fernkurs inhaltlich nicht genügen. Denn Sie werden ja diese Beratungen privat abrechnen müssen und wer privat bezahlen muss, der kommt in aller Regel nicht wegen irgendwelcher Kleinigkeiten zur Familienberatung.

 

Das bedeutet, dass Sie lernen müssen, mit "kranken" Systemen umzugehen, diese Systeme zu durchschauen, sich nicht instrumentalisieren zu lassen und unabhängig im System Familie zu agieren und dazu noch die richtigen (passenden) Methoden an der Hand zu haben.

 

Selbst wenn Sie in der Theorie im Kurs über zirkuläre Fragen lesen und schriftlich ein paar Übungsbeispiele bearbeiten, dann heißt das noch lange nicht, dass Sie das auch im Familiengespräch beherrschen. So etwas lernt man nur durch supervidierte Übung und die bekommen Sie in keinem Fernkurs. Auch eine lange zurückliegende Sozialpädagogenausbildung und Arbeit hilft da nicht wirklich.

 

Wenn Sie also wirklich beratend arbeiten wollen, dann würde ich Ihnen empfehlen, das Geld für die Fernkurse zu sparen und lieber eine Präsenzausbildung bei einem guten Institut für systemische Beratung zu machen.

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Hallo,

 

hier im Forum ist untereinander das "du" üblich, so dass ich das nachfolgend auch so handhaben möchte.

 

Ja, ich habe den Kurs bei Impulse gemacht und war damit für meine Ziele zufrieden - insbesondere mit der Qualität der Praxis-Seminare. Über meine Erfahrungen habe ich hier in meinem Blog ausführlich berichtet, auch über die Inhalte:

Du sprichst ja viel von Therapieverfahren, die du mit bekommen möchtest wie Familientherapie oder Systemische Therapie. Der Psychologische Berater vermittelt in keinem Bereiche echte Therapie-Fähigkeiten, sondern grundlegende Beratungs-Kompetenz - viel Theorie und etwas Praxis.

 

Ich würde mich Frau Kanzler anschließen und die empfehlen zu überlegen, ob du dich nicht auf einen Bereich wie zum Beispiel die systemische Familientherapie spezialisieren möchtest und dort dann eine Ausbildung bei einem renommierten Institut machen möchtest. Je nach Gestaltung ist dabei der eigentliche Präsenz-Anteil vor Ort ja auch überschaubar. Hinzu kommt dann natürlich die Superversion.

 

SGD, ILS und Fernakademie gehören alle drei zur Klett-Gruppe. Die SGD mit ihrem Standort in Pfungstadt bei Darmstadt und ILS und Fernakademie sind zwei Marken des gleichen Standorts in Hamburg.

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Lieber Markus, liebe Frau Kanzler,

danke, dass Sie/du sich Gedanken über meine Zukunftspläne machen. Aber meine Sachfragen sind nicht beantwortet, nämlich der Vergleich zwischen BtB und Impulse und die Tatsache, dass Impulse für den gleichen Lehrgang Psychologische Beratung drei Monate länger veranschlagt als BtB und die anderen Institute. Bedeutet das, dass Impulse mehr Inhalte vermittelt, also qualifizierter ausbildet als BtB? 

Dass ein solcher Lehrgang allein nicht ausreicht für die praktische Arbeit, ist mir bewusst. Aber wie ich meine Praxiserfahrung erwerbe und welche Institution ich dann wähle, werde ich nach Abschluss des Lehrgangs entscheiden. Es gibt viele Möglichkeiten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie/du mir meine Fragen noch beantworten würden. Danke.

Viele Grüße

 

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