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Studium im Gefängnis - Wo Häftlinge zu Akademikern werden | Spiegel Online, 26.05.2018


SirAdrianFish
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Studium im Gefängnis - Wo Häftlinge zu Akademikern werden


Sie sind Dealer, Betrüger oder Räuber: In deutschen Gefängnissen absolvieren rund 200 Häftlinge ein Studium auf Staatskosten. Ist das gerecht? Ein Besuch in der JVA Würzburg. [Von Marie-Charlotte Maas]

 

Maximilian Weber und seine Kommilitonen trennen Welten. Genauer: eine große Mauer, ein Zaun aus Stacheldraht, zehn Türen mit Sicherheitsschlössern, drei lange Gänge. (...)

 

Quelle:  Spiegel Online, 26.05.2018 | Studium im Gefängnis - Wo Häftlinge zu Akademikern werden | von Marie-Charlotte Maas

 

 

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Da ist ein Bachelor auch bequem in drei Jahren schaffbar... 

 

Mir ist jetzt nicht ganz klar, wofür die Studierenden ihre Vergütung bekommen. Schrauben die auch noch Kugelschreiber zusammen oder bekommen sie das Geld für die Zeit vor den Unterlagen aus Hagen...?

 

Täter muss man sein. Opfer ist immer scheiße. Wo ist die spezielle, kostenfreie Förderung für Gewaltopfer, die studieren wollen? Aber vielleicht bekommen sie wenigstens bei einer nötigen Therapie Vergünstigungen, wenn sie sich freiwillig von einem ehemaligen Täter therapieren lassen...

 

Für sowas werde Steuergelder verwendet, während die Opferhilfe auf Spenden angewiesenen ist. Zum kotzen.

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Man kann auch das Abi im Gefängnis nachmachen. Als ich damals bei der sgd mit dem Abi begonnen hatte, war ich auf einen freiwilligen Präsenskurs welcher natürlich extra Geld kostet. Dort bin ich mit einem jungen Mann ins Gespräch gekommen der in der JVA kaiserslautern war. Er wurde In einem zivilen Fahrzeug von zwei zivilen Beamten von KL nach Darmstadt gefahren worden, welche auch die ganze Zeit vor Ort waren.... Grundsätzlich finde ich es gut Schulabschluss oder Erstausbildung zu fördern aber Studium.... 

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  • Community Manager
vor 20 Stunden, jedi schrieb:

Haben andere Anbieter sowas für Häftlinge?

 

Im akademischen Bereich ist mir das lediglich von der FernUni Hagen bekannt. Bei privaten Anbietern wären ja die Kosten sehr hoch. Ob andere staatliche Hochschulen auch Häftlinge unter ihren Fernstudierenden haben, ist mir nicht bekannt. Möglicherweise gibt es das ja, wird aber nicht an die große Glocke gehangen.

 

Insgesamt gibt es laut dem Artikel ja 200 Häftlinge, die in dem Programm sind. Insgesamt gab es nach diesen Zahlen von Statista Ende November 64.351 Häftlinge. Und ich vermute, dass es verschiedene Kriterien gibt, die erfüllt sein müssen, damit eine Zulassung erfolgt - schon an den formalen Zugangsvoraussetzungen für ein Uni-Studium dürfte ein größerer Teil der Häftlinge ja vermutlich scheitern.

 

Die Frage, ob solche Förderungen gerecht sind darf und sollte sicherlich gestellt werden. Ich habe sie mir auch gestellt, tue mich allerdings mit einer eindeutigen Antwort schwer, weil da meiner Meinung nach viele Argumente pro wie contra mit rein spielen. Wichtig fände ich zum Beispiel auch Antworten auf Fragen wie zum Beispiel danach, was aus diesen Häftlingen nach der Haftzeit im Vergleich zu anderen ohne diese Förderung wird, also wie gut die Resozialisierung gelingt oder ob sie erneut straffällig werden, oder ihr Wissen nutzen, um die Gesellschaft zu unterstützten und Steuern zu zahlen, statt auf Staatskosten zu leben.

 

Was die Vergütung angeht finde ich es auch seltsam. Hier könnten die Häftlinge doch das Studium wie viele andere draußen auch "berufs"begleitend in ihrer Freizeit machen, so dass sie tagsüber wie andere Häftlinge auch Geld verdienen können.

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Eigentlich wollte ich mich nicht dazu äußern, denn oft werden verschriftliche Meinungen von Vielen falsch aufgefasst. Ich habe den Artikel auch gelesen & mir ging dieses Thema den ganzen Nachmittag durch den Kopf.

Ähnlich wie Markus ist meine eigene Meinung dazu zweigeteilt:

 

Pro: die Häftlinge haben etwas Sinnvolles (während der Haftzeit) zu tun, können mit einem erfolgreichen Abschluss voraussichtlich gut Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen (was aber natürlich noch von weiteren Kriterien abhängig ist) und sind somit wahrscheinlich motivierter nach der Zeit auf dem richtigen Weg zu bleiben & sich ein neues Leben aufzubauen

 

Contra: in meinen Augen hat ein Straftäter der rechtmäßig verurteilt wurde zunächst einmal seinen Stand in der sozialen Gesellschaft verwirkt, daher sehe ich hier eine vollumfängliche Förderung (finanziell/materiell) als nicht gerecht an, besonders da sie bereits über einen entsprechenden Bildungsstand verfügen müssen um ein Studium zu beginnen bzw. nicht zwangsläufig das Studium benötigen um nach der Haftzeit einen Job zu erhalten. Jeder normal Arbeitende muss sich von seinem bereits versteuerten Geld ein Studium finanzieren, egal über welchen Weg, warum kann das auch mit den Häftlingen nicht gleich gemacht werden, ich finde sie sollten das Studium ermöglicht bekommen aber z.B. ähnlich wie einen Kredit später mit Erhalt der Arbeitsstelle auch dieses wieder abzahlen. Ich finde solch ein Angebot ohne Gegenleistung (seitens des Häftlings) ist nicht gerecht. Diesen Ansatz übertrage ich für mich auch auf die Weiterbildungsmaßnahmen der Arbeitslosen, jedem kann es passieren, jeder kann die Chance bekommen wieder auf die Beine zu kommen aber um auch der arbeitenden Gesellschaft gerecht zu werden bitte mit Gegenleistung. 

 

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vor einer Stunde, Markus Jung schrieb:

Was die Vergütung angeht finde ich es auch seltsam. Hier könnten die Häftlinge doch das Studium wie viele andere draußen auch "berufs"begleitend in ihrer Freizeit machen, so dass sie tagsüber wie andere Häftlinge auch Geld verdienen können.

 

Die Gründe werden u.a eher logistischer Natur sein. Die Zugangszeiten zu Computern, Bibliotheken etc. sind zeitlich limitiert und beschränken sich vermutlich auf die Kernarbeits- oder Anwesenheitszeiten des beaufsichtigenden/unterrichtenden Personals. Das die Gefangenen auch abends nochmal in ihre Unterlagen schauen können steht außer Frage.

 

Ein weiterer Punkt ist, dass nicht für jeden Gefangenen ein "Arbeitsplatz" zur Verfügung steht, sondern sich dieser von den Gefangenen häufig "erarbeitet" werden müssen. Es stellt also nicht selten schon ein Privileg dar, wenn ein Gefangener arbeiten "darf". 

 

vor 10 Minuten, Katze87 schrieb:

Jeder normal Arbeitende muss sich von seinem bereits versteuerten Geld ein Studium finanzieren, egal über welchen Weg, warum kann das auch mit den Häftlingen nicht gleich gemacht werden, ich finde sie sollten das Studium ermöglicht bekommen aber z.B. ähnlich wie einen Kredit später mit Erhalt der Arbeitsstelle auch dieses wieder abzahlen.

 

In dem Punkt hast du sicherlich nicht ganz unrecht. Allerdings sollte man sich hier im klaren sein, das viele Strafgefangen eben auch schon mit einem nicht unerheblichen Schuldenberg ins Gefängnis einziehen, bzw. diesen anhäufen, während sie einsitzen. Nicht zuletzt findet ein Täter-Opfer-Ausgleich auch häufig auf finanzieller Ebene statt (Schmerzensgeld, Schadenswiedergutmachung, etc.). Da wären dann zusätzliche Kosten für eine Ausbildung/für ein Studium eher kontraproduktiv.

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vor 1 Minute, SirAdrianFish schrieb:

In dem Punkt hast du sicherlich nicht ganz unrecht. Allerdings sollte man sich hier im klaren sein, das viele Strafgefangen eben auch schon mit einem nicht unerheblichen Schuldenberg ins Gefängnis einziehen, bzw. diesen anhäufen, während sie einsitzen. Nicht zuletzt findet ein Täter-Opfer-Ausgleich auch häufig auf finanzieller Ebene statt (Schmerzensgeld, Schadenswiedergutmachung, etc.). Da wären dann zusätzliche Kosten für eine Ausbildung/für ein Studium eher kontraproduktiv.

 ok, dass sehe ich ein. Aber dann muss ich ehrlich sagen, kann das Studium nicht begonnen werden. Es müssen für viele Sachen immerzu Kriterien erfüllt sein. Sobald eines nicht zutrifft, kann ich es nicht tun. Ich kann theoretisch auch keine Kredit beantragen ohne irgendwelche Sicherheiten zu bieten.

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vor 1 Minute, Katze87 schrieb:

 ok, dass sehe ich ein. Aber dann muss ich ehrlich sagen, kann das Studium nicht begonnen werden. Es müssen für viele Sachen immerzu Kriterien erfüllt sein. Sobald eines nicht zutrifft, kann ich es nicht tun. Ich kann theoretisch auch keine Kredit beantragen ohne irgendwelche Sicherheiten zu bieten.

 

Die Sichtweise kann ich gut nachvollziehen. Allerdings könnte man generell das derzeitige System in Frage stellen. Allerdings tangiert das dann auch unser gesellschaftliches System. Warum hat ein Mensch das Recht auf sein eigenes Leben, wenn er einer anderen Person dieses verweigert hat? Warum muss jemand nur für wenige Jahre ins Gefängnis, wenn er sein Opfer "lebenslänglich" bekommt (Sexueller Missbrauch an einem Kind, Vergewaltigung). Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen und lautstark diskutieren.

 

Ich unterstelle einfach mal, das sich irgendwelche schlauen Menschen Gedanken zu dem Thema Ausbildung/Studium in einer Haftanstalt gemacht haben und zu dem Ergebnis gekommen sind, dass dieses mehr Vor- als Nachteile bietet. Ggf. gibt es hierzu auch Untersuchungen/Studien, welche diese Fragestellung zum Thema haben.

 

Es liegt mir übrigens fern, dieses System zu verteidigen, ich versuche lediglich Erklärungsansätze zu bieten.

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