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SirAdrianFish

"Warum studieren so viele Leute, (...)" - Stern.de, NEON Redaktion vom 05.08.2018

Empfohlene Beiträge

Am ‎10‎.‎08‎.‎2018 um 17:42 , Markus Jung schrieb:

Mir haben jetzt schon einige Handwerker, denen ich während meines Umzugs Ende letzten Jahres begegnet bin, mitgeteilt, dass es den Bewerbern oft sowohl an simplen Mathe-Kenntnissen wie zur Flächenberechnung als auch den Grundregeln der Höflichkeit mangelte, um sie in Kontakt mit Kunden treten zu lassen. 

 

Diese alte Leier wird ja nun auch schon über die x-te Generation weitergetragen. Wenn die Ausbildungsbetriebe weniger damit beschäftigt wären zu Jammern und Klagen und diese verlorengehende Energie nutzen würden und noch fehlende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, dann wäre dies auch kein Problem mehr.

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vor 6 Stunden, CrixECK schrieb:

Das ist in manchen Fällen durchaus möglich, in vielen Fällen gibt es aber über die Tarifverträge bestimmte formelle Vorgaben. Und in denen ist ein Master ein Master - und eben kein Betriebswirt (IHK), egal wie viel Berufserfahrung die Person hat. 

 

So sieht's aus - und in diesen Fällen bleiben dann die Weiterqualifizierten (Betriebswirte o.Ä.) trotz ihrer fachlichen und persönlichen Eignung und großen Erfahrung einfach auf der Strecke. Nicht zuletzt im öffentlichen Dienst gibt es hier recht eindeutige Schranken (Führungspostion nur mit Studium), die nur in seltenen Ausnahmefällen ohne Studium überwunden werden (die Arbeitgeber sind hier recht strikt was die Anwendung der Tarifverträge anbelangt). Das ist insofern besonders relevant, weil der öffentliche Dienst nicht nur einer der größten, sondern auch einer der beliebtesten Arbeitgeber ist.

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vor 3 Stunden, Sheldon schrieb:

Nicht zuletzt im öffentlichen Dienst gibt es hier recht eindeutige Schranken (Führungspostion nur mit Studium), die nur in seltenen Ausnahmefällen ohne Studium überwunden werden (die Arbeitgeber sind hier recht strikt was die Anwendung der Tarifverträge anbelangt).

 

Finde ich aber auch im Grunde richtig. Irgendwo sollte halt auch eine Qualifikation belohnt werden und nicht immer nur Vitamin B. etc.

 

Wie fühlt sich jemand, der mit dem Master fertig ist und ggf. auch einige Jahre Berufserfahrung hinter sich hat, wenn dann am Ende jemand mit einer IHK-Weiterbildung (6-8 Monate) auf den Platz gesetzt wird.

Nicht falsch verstehen. Ich kenne die IHK-Weiterbildungen und habe sie ja selbst. Aber ich finde den Qualifikationsrahmen mit der Gleichstellung Meister und Bachelor  und Betriebswirt sogar Master einfach falsch.

Vom Fachlichen und von den Inhalten ist ein Meilenweiter Unterschied zwischen den Einzelnen.

 

Berufserfahrung ist ja auch schön und gut, aber sagt halt am Ende auch nichts über die einzelne Qualifikation aus, nur weil jemand x-Jahre einer Tätigkeit nachgegangen ist.

 

Darum frage ich mich auch, wieso viele ein Studium etc. eher schlecht reden. Hier wird ja klar mit einem Zertifikat ein gewisses Lernpensum und tiefere Inhalte bescheinigt.

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vor 1 Minute, andreas1983 schrieb:

Berufserfahrung ist ja auch schön und gut, aber sagt halt am Ende auch nichts über die einzelne Qualifikation aus, nur weil jemand x-Jahre einer Tätigkeit nachgegangen ist.

 

Ein abgeschlossenes Studium, ggf. auch mit Bestnoten, sagt auch nur wenig über die real vorhandenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Einzelnen aus.

 

Wie weiter oben schon aufgeführt, wird in der privaten Wirtschaft gerne lamentiert, dass es viele Schulabgängern an den Grundfertigkeiten mangelt (Lesen, Schreiben, Rechnen). Dieser "MANGEL" wird sich aber nicht zwangsläufig auch im Abschlusszeugnis so darstellen. Warum sollte dies bei einem fertigen Absolventen mit Abschluss anders sein.

 

Es geht bei dieser Diskussion, so zumindest meine Einschätzung, auch weniger darum, ein Studien-Bashing zu betreiben, als vielmehr aufzuzeigen, dass auch Leute ohne Studienabschluss nicht schlechter aufgestellt sein müssen.     

 

Im übrigen sollte man sich im klaren darüber sein, dass man sich Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, jederzeit nach Bedarf aneignen kann, dies bei den sogenannten Soft Skills aber nicht so ohne weiteres möglich ist ("Ein Arschloch bleibt halt ein Arschloch!)".   

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vor 5 Minuten, SirAdrianFish schrieb:

Es geht bei dieser Diskussion, so zumindest meine Einschätzung, auch weniger darum, ein Studien-Bashing zu betreiben, als vielmehr aufzuzeigen, dass auch Leute ohne Studienabschluss nicht schlechter aufgestellt sein müssen.     

 

Im übrigen sollte man sich im klaren darüber sein, dass man sich Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, jederzeit nach Bedarf aneignen kann, dies bei den sogenannten Soft Skills aber nicht so ohne weiteres möglich ist ("Ein Arschloch bleibt halt ein Arschloch!)".   

 

Das ist natürlich richtig, dass jemand ohne Studium genauso weit kommen kann.

 

Und auch die Aneignung von Wissen, Fähigkeiten stimmt. Aber ist ist in Deutschland zum Glück noch geregelt, dass man hier dieses Wissen und Fähigkeiten nachweisen muss.

 

Wenn man es überspitzt ausdrückt, könnte sich vielleicht jemand über Youtube, Ärztevideos, Fachbücher aneignen, wie man jemanden den Blindarm herausoperieren kann. Aber würde sich jemand von einer solchen Person wirklich operieren lassen? 😉  Oder doch von einem fertigen Mediziner mit Studienabschluss und somit nachweisbaren Qualifikationen.

 

Oftmals wird halt meiner Meinung die Berufserfahrung so hoch gestellt. Nur weil jemand 10 Jahre im Berufsleben steht, kann es sein, dass er nicht viel weiß, wenn er als Beispiel an ein und derselben Maschine steht und langsam die Inhalte seiner Ausbildung vergisst und immer den gleichen Knopf betätigt, wenn das Blech richtig liegt.

 

Und das meinte ich beim Meister genauso. Theoretisch kann jemand unmittelbar nach der Ausbildung mit dem Meister anfangen. Die Prüfung kann erst müsste ich nachschauen nach 1-2 Jahren Berufserfahrung geschrieben werden.  Der Industriemeister in Vollzeit in knapp über einem halben Jahr durchgezogen. In Sachen rechnen kommt im Schnitt das gleiche wie in der Ausbildung dran. Also keine höhere Mathematik usw. BWL besteht aus zwei Skripten mit gesamt 200 Seiten.  Und das soll nach dem Qualifizierungsrahmen am Ende gleichwertig mit einem Bachelor sein.

 

In diesem Bezug finde ich es eher traurig, wie die eher hochwertige Ausbildung und die Trennung von Ausbildung , Meister und Studium eher immer weiter abgebaut und alles nur noch vereinfacht und gleichgestellt wird.

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vor 30 Minuten, andreas1983 schrieb:

 

Finde ich aber auch im Grunde richtig. Irgendwo sollte halt auch eine Qualifikation belohnt werden und nicht immer nur Vitamin B. etc.

 

Wie fühlt sich jemand, der mit dem Master fertig ist und ggf. auch einige Jahre Berufserfahrung hinter sich hat, wenn dann am Ende jemand mit einer IHK-Weiterbildung (6-8 Monate) auf den Platz gesetzt wird.

Nicht falsch verstehen. Ich kenne die IHK-Weiterbildungen und habe sie ja selbst. Aber ich finde den Qualifikationsrahmen mit der Gleichstellung Meister und Bachelor  und Betriebswirt sogar Master einfach falsch.

 

Deutschland, das Scheine Land. Belohnen muss ich als Arbeitgeber mal eben gar nichts. Ich habe eine Arbeitstelle A mit dem Anforderungsprofil XYZ. Darauf setze ich den Mitarbeiter mit Fähigkeiten XYZ - am Besten mit entsprechender Berufserfahrung. Ob der davor seinen Doktor in Sonstwas gemacht hat, ist mir ehrlich gesagt egal. Ich bezahle für die Wertschöpfung.  Ist in Deutschland natürlich nicht en vogue, zu sehen beim öffentlichen Dienst. Wobei das den Jungs so langsam auf die Füße fällt. Von Attraktivität sehe ich bei den Gehältern nicht viel. Man tauscht halt diverse Annehmlichkeiten gegen weniger Gehalt. Jeder wie er es halt benötigt.

 

Bei Berufseinsteigern mögen die Scheine noch mir als Arbeitgeber helfen, danach sollte jedoch Berufserfahrung und Nachweisbare Fähigkeiten zählen. Sollte das Angebot überwiegen, kann ich ja wieder über irgendwelche Scheine aussortieren, um die Sahne abzuschöpfen. Ich nehme gerne mehr für gleiches Gehalt.


Miserable MAs gibt es mit Ausbildung, Miserable MAs gibt es mit Studium. 

 

In der IT Branche läuft das nach dem Prinzip zum Großteil ausgezeichnet.

 

 

Bearbeitet von Muddlehead

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vor einer Stunde, Muddlehead schrieb:

 

Deutschland, das Scheine Land.

 

 

Nur einmal so aus Interesse, weil du ja in mehreren Postings dieses "Scheine-Land" kritisierst. Wie willst du als Unternehmer sonst überprüfen, welche Qualifikationen bei einem Mitarbeiter vorhanden sind?

 

Diese "Scheine" geben halt nun einmal einen gewissen beweisbaren Sachstand wieder.

 

Wenn es natürlich ein Unternehmen ist, welches seinen Mitarbeiter mit zig internen Weiterbildungen aufgebaut hat, dann sieht es anders aus. Aber das dürften die wenigsten sein. Und ist dann bei einer Bewerbung bei einem anderen Unternehmen oftmals nichtig.

 

Genauso lässt sich Berufserfahrung ohne Scheine und weiteren aktuellen Qualifizierungen nicht nachweisen.

 

Was erwartet man als Beispiel, wenn jemand eine Ausbildung zum Elektroniker etc. absolviert hat und bleibt dann 10 Jahre in dem Unternehmen.  Er kann in der Bewerbung Gebäudetechnik etc. schreiben.

Dass er aber vielleicht 10 Jahre  nur Schlitze aufgestemmt hat  und die Kollegen haben verkabelt und ggf. die neuen smarten Lösungen programmiert ist dann nicht ersichtlich, aber davon geht dann der Unternehmer aus?

 

Darum meinte ich ja immer, dass man mit dem Begriff "Berufserfahrung und die Wertigkeit der Vergleichbarkeit" eben vorsichtig sein muss.

 

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vor 2 Stunden, Muddlehead schrieb:

Ob der davor seinen Doktor in Sonstwas gemacht hat, ist mir ehrlich gesagt egal. Ich bezahle für die Wertschöpfung.  Ist in Deutschland natürlich nicht en vogue, zu sehen beim öffentlichen Dienst. Wobei das den Jungs so langsam auf die Füße fällt. Von Attraktivität sehe ich bei den Gehältern nicht viel.

 

Wenn ein Jurist mit Doktor im ÖD als Reinigungskraft arbeitet, wird er bezahlt wie eine Reinigungskraft. Der ÖD bezahlt nämlich ausgeübte Tätigkeiten, nicht Abschlüsse. Das von Dir geschilderte kann es in der privatwirtschaft aber natürlich geben.

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Wow, in dieser Diskussion entsetzt mich gerade einiges. Gerade von Menschen, die ein Fernstudium absolvieren, hätte ich andere Ansichten erwartet. Ein Studium, inbesondere das Bachelor-Studium, ist in erste Linie nur eine Form der Wissensvermittlung. Wissen sagt noch lange nichts über Können aus und schon gar nicht, ob jemand geeignet ist Personalführung zu übernehmen. Da besteht überhaupt kein Zusammenhang. In Deutschland besteht gerade das Problem, dass eben nur das zählt, was auf dem Papier steht und nicht die Leistung und das Können. Es sollte viel häufiger nach Fähigkeit entschieden werden und nicht nach Qualifikation. Da werden bei uns Frischlinge direkt nach der Promotion als Laborleiter mit Personalführung eingesetzt. Viele von ihnen sind damit völlig überfordert, nicht wenigen fehlt dazu auch schlicht das Können. Was das den Unternehmen am Ende kostet (weniger Leistung, innerliche Kündigung, Unzufriedenheit, etc.) möchte ich mir gar nicht ausrechnen. Auf der anderen Seite verheizt man die vermeintlichen hochqualifizierten Wissenschaftler, als Administratoren (Zielgespräche, Urlaubsplanung, etc). Die fachliche Kompetenz spielt für die Personalbetreuung häufig aber gar keine Rolle. Um Zeit zu sparen, werden Zwischenebenen eingezogen. Die Mitarbeiter kümmern sich um das Personal, damit der Laborleiter vielleicht auch mal seiner Forschungstätigkeit nachgehen kann. Wieder einer weniger, der wirklich die Tagesarbeit bewältigt. 

 

Bei der völligen Fokussierung auf die Qualifikation bleibt viel Potential unentdeckt. Ein engagierter Mitarbeiter mit Ausbildung, der sich selbst regelmäßig über sein Fachgebiet auf dem Laufenden hält und bereits jahrelange Erfahrung mitbringt, ist 100 Mal mehr wert, als ein Frischling mit Bachelor- oder Masterabschluss. Aber genau deshalb studieren heute so viele. Man hat doch gar keine andere Wahl mehr, wenn man die Leiter noch etwas aufsteigen möchte. Industriekaufmann/frau? Nein, da wird heute natürlich ein BA oder MBA gebraucht. Die duale Ausbildung - der Grundpfeiler für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes - verliert immer mehr an Ansehen und damit an Zukunft. Ich bezweifel aber, dass uns das als Gesellschaft dauerhaft gut tun wird. 

 

In meinem Betrieb werden für die Labore immer häufiger Absolventen eines Studiums eingestellt, statt ausgebildete Laboranten. Fachlich nimmt sich ein Bachelorabsolvent und ein Laborant nichts, der eine hat etwas intensiver die Theorie bearbeitet, der andere die Praxis. Die tatsächliche Erfahrung ist aber das was zählt. Nur möchten diejenigen mit Studium (selbst die nur einen Bachelor haben) häufig mehr. Zumindest eine kleine Gruppenleitung, aber nicht ewig praktisch "schuften" im Labor. Leider muss die praktische Arbeit aber auch jemand tun.. 

 

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