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Neuanfang mit 43 - "langes" BWL-Studium vs. Zertifikat

Empfohlene Beiträge

Hallo,

 

nach knapp 20 Jahren in einem großen Unternehmen (Krankenversicherung) in dem ich mich vom Azubi bis z. stv. GF durchgekämpft habe, habe ich dieses aufgrund zunehmender Wertekonflikte meinerseits im Rahmen einer Reorga, als ich die schwächsten Glieder als erstes entlassen musste und nur noch unzufriedende Mitarbeiter um mich herum hatte, mit Abfindung verlassen. Ich habe ein hervorragendes Zeugnis erhalten. (ist jetzt 3 Jahre her) Ich habe zunächst mir persönlich wertvolle Weiterbildungen im psychologischen und Coaching- Bereich absolviert, mich viel mit Werten und einer integralen Lebens- und Arbeitsweise beschäftigt und arbeite derzeit in einem kleinen Unternehmen der Gesundheitsbranche im Management. Nun würde ich gern wieder in einem werteorientierten größeren Unternehmen der Gesundheitsbranche Fuß fassen. (gern wieder mit Personalverantwortung - denn die Begegnung mit den Menschen ist mir wichtig) Mein Problem: Neben Abitur, einer Berufsausbildung und natürlich zahllosen betriebsinternen Weiterbildungen kann ich auf keinen akademischen Grad verweisen und strebe daher einen BWL-Abschluss an. Ich gehe davoin aus, dass ich durch meine praktische Tätigkeit und die internen Fortbildungen sehr viel  Inhalte aus der Betriebswirtschaft "drauf habe" - nichts desto trotz wollen die Personaler Abschlüsse sehen.  Wenn ich jetzt ein B.A/ Masterstudium anfange, bin ich mind. 46 bis ich den ersten akademischen Grad erreicht habe. Einen "kleinen" Betriebswirt (z.B. IWW) könnte ich schon in weniger als 1 Jahr in der Tasche haben.Wer hat Erfahrungen in einer solchen Konstellation und kann mir Tipps geben? Gern auch Personalverantwortliche die von ihren eigenen Kriterien (Berufserfahrung, akademischer Grad,  versus "zu alt") berichten. DANKE! :-)

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Hallo,

 

Weiterbildungen (und das ist der "kleine Betriebswirt" wie zum Beispiel IWW) und Praxiserfahrungen hast du ja schon jede Menge und wie du ja selbst schreibst, fehlt dir der akademische Grad, wo dieser denn gefordert ist.

 

Daher würde ich dir eher dazu raten. Der Bachelor reicht ja vielleicht schon zum Einstieg und möglicherweise können dir auch ein paar Vorleistungen angerechnet werden aufgrund deiner internen Fortibildungen (sofern diese gut dokumentiert sind) in Verbindung mit deiner Ausbildung. Außerdem wirst du aufgrund deiner Vorkenntnisse ja vermutlich recht schnell und mit überschaubarem Aufwand voran kommen.

 

Du könntest entweder allgemein was in Richtung BWL machen, oder dir überlegen gezielt etwas im Bereich Gesundheitsmanagement zu machen, wenn du in dieser Branche bleiben möchtest. Auch dafür gibt es mittlerweile mehrere spezielle Angebote.

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Ich habe quasi nur Hörensagen-Erfahrungen vom Arbeiten in großen Firmen mit Personalabteilungen. Daher bitte meine Meinung entsprechend einordnen.

Beim Lesen deines Beitrags ging mir durch den Kopf, dass du für die geplanten Jobs durch Erfahrung super qualifiziert bist. Wenn dies ein Unternehmen und dessen Personaler nicht erkennen und wertschätzen wollen, dann werden diese Unternehmen doch sicherlich eher weniger von einem kleinen Betriebswirt beeindruckt sein, oder? Ich vermute daher, dass du bei dieser Art von Unternehmen nicht an einem Hochschul-Bachelor und vermutlich auch Master vorbeikommst.

Platt gesagt, auf andere Unternehmen fokussieren oder bzw. suchen oder in den "sauren" Apfel Langzeitstudium  beissen. Ab und zu habe ich hier im Forum auch schon Berichte über einen Master/MBA-Direkteinstieg gelesen, die in meiner Erinnerung als "halbgare" Angebote sehr heiss diskutiert worden. Das musst du wiederum mit dir ausmachen, ob dir so ein Studium reicht und ob das den angezielten Unternehmen auch reicht.

Vielleicht stellst du dir das Studium auch länger vor als es ist. Wenn du nicht gleich die Fernuni anstrebst, dann solltest du mit deinen Fachkenntnissen an einer Fernhochschule flott vorankommen.

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Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich selbst 40, mit einer Menge nicht-akademischen Qualifizierungen ausgestattet, habe mich dafür entschieden, meinen umfangreichen technischen Hintergrund mit einem sinvollen B.Eng. als Wirtschaftsingenieur zu untermauern, um dann anschließend einen Master im Management darauf zusetzen. Auch wenn wir von unterschiedlichen Branchen sprechen, ist es im Grunde ähnlich gelagert.

 

Meine Motivation liegt etwas anders, ich bin bereits auf der höchsten Position innerhalb meines regionalen Wirkungskreises, das nächste wäre Geschäftsführung oder Vorstand, allerdings müsste ich dafür in ein anderes, weit entferntes Bundesland, dazu habe ich aktuell keinerlei Ambitionen. Zumindest nicht in unserem Unternehmen. Aber ich möchte mich eben nicht darauf ausruhen und mich bis zur Rente an meinen Stuhl klammern müssen, deshalb habe ich mir ähnlich wie Du auch, Gedanken darüber gemacht, was wäre wenn ich das Unternehmen irgendwann einmal wechseln und von der Position her nicht viel schlechter dastehen möchte. Beim Blick in die entsprechenden Stellenausschreibungen bei experteer & Co., war mir schnell klar, dass es nur mit diesen Abschlüssen funktionieren kann. Zumindest, wenn man die Wahl haben möchte. 

 

Da Du die Branche nicht wechseln willst und bereits eine Menge Erfahrung vorweisen kannst, ist es völlig egal wie alt Du bist, wenn Du den Abschluss hast. Du bist weder Neu- noch Quereinsteiger. Deshalb wäre es meiner Meinung nach in der Tat sinnvoll, mindestens den Bachelor zu absolvieren, um dann evtuell noch den Master aufzusetzen. Selbst wenn Du zum Masterabschluss 50 wärst, hättest Du noch mindestens 17 lange Arbeitsjahre vor Dir, in denen Du entscheiden kannst, wo und in welcher Position du arbeitest. Zumindest wärst Du breiter aufgestellt und könntest zusätzlich zu deiner Erfahrung mit den Abschlüssen punkten.

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Strebst du denn auf lange Sicht wieder eine Tätigkeit im Bereich der Geschäftsführung an?

 

Ich weiß ja nicht, wie groß das Unternehmen war, für das du als Geschäftsführer tätig warst, aber ich könnte mir vorstellen, das dein Problem u.U. weniger der fehlende akademische Grad sein wird, als deine bisherige Berufserfahrung, sowie die persönlichen Charaktereigenschaften, die du als Führungsperson ja inne haben musst bzw. mal inne hattest.

 

Beiden genannten Punkte können einen potentiellen AG abschrecken.  

 

  1. Will ich mir als Unternehmer einen Mitarbeiter ins Haus holen, der selber schon ein Unternehmen geführt und gelenkt hat, und ggf. sehr ähnliche Charaktereigenschaften wie ich selber hat?  
     
  2. Wie soll ich einen zukünftigen MA einschätzen (können), welcher mal die Funktion einer GF inne hatte, damit gebrochen und sein Leben umgestellt hat. Ggf. sogar die Werte, die er mal vertreten hat, inzwischen kritisch sieht oder gar "bekämpft".

Bevor du jetzt hoch motiviert, wild darauf los studierst, solltest du dir vielleicht selber mal ein Coaching (für ehemalige/freigestellte Führungskräfte) gönnen, um mal deinen "Marktwert" zu erfahren, sowie die Optionen, die dir auf dem Markt realistisch zur Verfügung stehen. 

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Ich will mal bei Ihren Überlegungen anschließen, Adrian.

 

Sie, Machs_neu, haben eine Position in einem größeren Unternehmen aufgegeben, weil Sie Probleme hatten, Ihre Mitarbeiter nach einer Reorganisation mit durchzuführenden Entlassungen nicht mehr in Schwung bekommen haben. (Ich verkürze mal bewusst, weil dieser Gedanke bei der Lektüre Ihres Lebenslaufes bei Bewerbungsverfahren vermutlich auftauchen wird. Ein sehr gutes Zeugnis wird diese Vermutung nicht ausräumen, weil sich natürlich jeder fragen wird, warum Sie trotz dieses wunderbaren Zeugnisses nicht geblieben sind, zumal Ihrer Beschreibung nach die jetztige Stelle vielleicht erfüllend, aber sicher kein "Karriereschritt" ist.)

 

Unternehmen der Gesundheitsbranche stehen genauso unter dem Druck, effektiv und gewinnorientiert geführt zu werden. "Werteorientierung" eines Unternehmens wird Sie nicht davor bewahren, ggf. wieder harte Entscheidungen treffen und auch vielleicht Kündigungen aussprechen zu müssen. Mit all den Folgen, die so etwas mit sich bringt, werden Sie also bei jeder Leitungsposition umgehen und leben müssen.

 

So weit, so gut. Jetzt zu Ihrer Überlegung, ob und was Sie studieren sollen.

 

Ich glaube nicht, dass ein Wechsel in Ihre Wunschunternehmen am fehlenden Studium scheitern wird. Dieser fehlende Abschluss wird vielleicht 10 oder 20 Prozent ausmachen, das Grundproblem, das ich oben geschildert habe, halte ich aus meiner Erfahrung heraus für ausschlaggebender.

 

Meine Idee wäre also, dass Sie sich grundlegend damit auseinandersetzen, wie Sie mit den Anforderungen an Härte und an emotionale Widerstandsfähigeit umgehen und ob Sie das überhaupt wollen.

 

Das heißt nicht, dass Sie nicht weiter an dem Thema Studium herumdenken sollen. Aber vielleicht finden Sie ja einen Anbieter, der neben BWL sich inhaltlich mit Themen der Gesundheitsbranche befasst und somit Ihr Spektrum erweitert und Sie breiter aufstellt.

 

 

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Ab einem bestimmten Erfahrungslevel ist ein abgeschlossenes Studium oder das Nichtvorhandensein eines solchen Abschlusses kein reines Ausschlusskriterium mehr, auch nicht bei größeren Unternehmen. Insofern schließe ich mich den Vorrednern @SirAdrianFish und @KanzlerCoaching an.

 

Wenn Du studieren möchtest, nur zu - auf ein Jahr mehr oder weniger kommt es nicht an, wenn Du dann bis Mitte 60 noch arbeitest. Aber das muss nicht der ausschlaggebende Punkt in den Überlegungen sein.

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