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SvenJJ

Selbststudium ohne FH oder Uni

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Vor vielen Jahren konnten Seiteneinsteiger in der IT Karriere machen. Auch ohne Studium ging es. Nach der Blase ist es anders. Ohne Studium bekommt man keine Jobs in dem Bereich. Deutschland ist das Land der Scheine. Ohne Nachweis geht kaum was.

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vor 23 Minuten, Azurit schrieb:

Ich bin auch ein Sonderling, viele kennen meine Beiträge im Forum und meine Blog-Einträge. Ich arbeite so ähnlich wie der junge Mann im Artikel, ich lerne wann und was ich will und ich finanziere mir mein Studium aber komplett selbst. Nur arbeite ich eben auf verschiedene Abschlüsse hin (4 Bachelor-Studiengänge, Heilpraktiker, Baumwart).

 

"Sonderling" ist ein weit gefasster Begriff, der vermutlich auf mehr Personen zutrifft, als vermuten lässt. Ich hätte dich jetzt, so wie ich dich hier kennengelernt habe, aber nicht als "Sonderling" bezeichnet. Du trittst sehr selbstbewusst auf und hast deine eigenen, sehr konkreten Vorstellungen. Dadurch, dass du Abschlüsse in Studiengängen anstrebst, gehst du aber mit dem System konform und erfüllst dadurch letztendlich auch hierin formulierte Anforderungen und Erwartungen. Dadurch das du für deine Abschlüsse Leistungsnachweise erbringen musst, musst du dich gezwungenermaßen auch mit Themen auseinandersetzen, die dich nicht interessieren.

 

Das ist nicht das, was ich aus dem Eingangspost an Informationen entnommen hatte. Ich hatte es so verstanden, dass die im Artikel beschriebene Person, dass macht bzw. lernt, worauf sie Lust hat und was sie selber für sich richtig hält und sich dann mit dem gelernten, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellt. Wohlgemerkt, den Artikel habe ich nicht gelesen. Das würde dann auch für mich in die Kategorie "Sonderling" fallen.

 

Wie bzw. was man lernt ist doch in unserem jetzigen System eher zweitrangig, solange das Endergebnis, ein offizieller und anerkannter Abschluss bzw.ein Zertifikat, stimmt.

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vor 9 Stunden, SvenJJ schrieb:

Jemand ist in der Uni über- oder unterfordert und glaubt, er könne sich das wichtigste selbst beibringen. Ja, bis zu einem bestimmten Grad geht das auch - wenn man aber den Weg des geringsten Widerstandes geht (und das tut man, wenn man Prüfungen und Modulen die man nicht so spannend findet oder die einfach sehr schwer sind aus dem Weg geht), zeugt das nicht von einer besonderen Persönlichkeit, die ich positiv bewerten würde.

 

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Wie viele andere im Thread sehe auch ich ein reines Selbststudium kritisch. Hier wurde schon viel Sinnvolles gesagt, dem ich mich anschließen könnte. Ich möchte stattdessen ein paar Punkte einbringen, die ich noch vermisst habe.

 

Zitat

Nunja ich interessiere mich ja für den Bereich Informatik. Ich habe in dieser Richtung schon oft gehört dass das Studium egal ob an der FH oder an der Uni sehr theorielastig sein soll und an den praktischen Anforderung der wirtschaft vorbei zielt.

Bislang stellen Unternehmen Informatiker von Unis und FHs durchaus gerne ein. Und zahlen ihnen in der Regel mehr als den betrieblich ausgebildeten Fachinformatikern. Das spricht nun nicht gerade dafür, dass die Unternehmen finden, das Studium gehe an ihren Anforderungen vorbei.

 

Ja, ein Studium hat naturgemäß einen höheren Theorieanteil. Gerade das theoretische Wissen hat oft eine höhere Halbwertszeit. Wegen des höheren Abstraktionsgrades lässt es sich in der Regel besser auf neue und unbekannte Situationen übertragen. Und das ist ganz schön praktisch.

 

Zitat

Aus meinem bekanntenkreis kenne ich auch jemanden der sein Informatikstudium abgebrochen hat und nun als Informatiker arbeitet. Er hat Projekte auf Stackoverflow hochgeladen, war in Xing aktiv und hat seine Profile und Projekte quasi als Referenz angegeben. Als ich nach seine Beweggründe fragte die ihn zum abbruch seines Studiums verleitet haben sagte mir er genau das gleiche wie im Artikel zu lesen ist.  Es würde an den Anforderungen der Wirtschaft vorbei gehen und wenn du letzt endlich einige Jahre Berufserfahrung nachweißen kannst würden sich viele auch garnichtmehr für den Abschluss interessieren.

Andere haben es schon erwähnt: Aktuell gibt es einen Bedarf an Informatikern, der allein mit den Absolventen nicht gedeckt werden kann. In solchen Situationen werden Unternehmen flexibel und akzeptieren Quereinsteiger. Das muss nicht immer so bleiben.

 

Ich stelle mir gerade vor, wie ein Personaler sich auf Xing durch die Profile clickt. "Der Typ sah eigentlich ganz interessant aus. Aber, Mist, der hat ja Informatik studiert. Oh nein, auch noch mit Abschluss. Schade. Wenn er's wenigstens abgebrochen hätte, dann hätten wir ihn zur Not noch nehmen können. Aber so..." Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber für mich klingt das unrealistisch.

 

Ich kenne tatsächlich einige Leute, die als Quersteiger in die Softwareentwicklung gegangen sind und nun nach mehreren Jahren Berufspraxis als gleichrangige Teammitglieder geschätzt werden. Die meisten haben allerdings in akzeptabler Zeit und mit vorzeigbaren Noten ein Studium abgeschlossen, nur eben nicht in Informatik. Nicht selten gibt es dennoch einen fachlichen Bezug zwischen dem Studium und der Entwicklertätigkeit. Zum Beispiel ein Biologe, der in seiner Promotion computergestützt große Datenmengen ausgewertet hat und nun im Bereich Data Science arbeitet. Zum Beispiel ein Ingenieur, der sich mit Staudrucksonden von Flugzeugen beschäftigt hat und nun Software für Geräte zur Lungenfunktionsdiagnostik erstellt. Oder kommunikationsstarke Geisteswissenschaftler, die im Requirements Engineering ihre Stärken ausspielen.

 

Deine Frage erinnert mich an die 90er. Damals wollte auf einmal jedes Unternehmen eine Webseite. Ein bisschen HTML reichte, um Geld zu verdienen. Damals hatte ich einen Bekannten, der Grafikdesign studierte. Etliche seiner Kommilitonen brachen ihr Studium ab und verdienten mit Webseiten sehr schnell sehr viel Geld.

 

Damals waren sich auch Politiker konservativer Parteien nicht zu blöd, um zu äußern, es breche eine neue Zeit an. Die Internet-Ökonomie zeige, dass man nicht mehr unbedingt ein Studium brauche. Eine gute Idee und ein paar autodidaktisch angeeignete Kenntnisse würden künftig reichen, um neue Unternehmen aus dem Boden zu stampfen. Ja, dafür gibt es prominente Beispiele.

 

Mein Bekannter brach sein Studium nicht ab. Und kam sich zwischenzeitlich ziemlich blöd vor, wenn er seine ehemaligen Studienkollegen mit Sportwagen durch die Gegend flitzen sah.

 

Ein paar Jahre später platzte die Dotcom-Blase. Die Studienabbrecher waren auf einmal nicht mehr gefragt. Die Preise fielen. Viele sahen zunächst nicht ein, für deutlich weniger Geld zu arbeiten und lehnten die wenigen Aufträge ab, die sie noch hätten ergattern können. Und auf einmal waren sie raus und standen ohne Abschluss da.

 

Zu dieser Zeit wurde mein Bekannter mit dem Studium fertig und machte seinen Berufseinstieg als selbstständiger Grafik-Designer. Er konnte sich kein cooles Auto leisten. Die ersten Jahre waren mühsam. Aber er gehört zu denen, die mit Grafikdesign ihren Lebensunterhalt verdienen. Das ist in diesem Feld keine Selbstverständlichkeit.

Bearbeitet von kurtchen

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Was aber oft auch völlig außer acht gelassen wird sind die Beziehungen. Zum Beispiel frühe Parteizugehörigkeit. Es soll ja genug Politiker, auch Ministerpräsidenten, geben, die weder eine Ausbildung absolviert noch studiert haben. Einfach nur zur richtigen Zeit das richtige Parteibuch gehabt. Auch das öffnet Türen, auch ohne Qualifikation. 

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Am 2.11.2018 um 17:59 , Luulaa schrieb:

Was aber oft auch völlig außer acht gelassen wird sind die Beziehungen. 

 

Zum Politik"Geschäft". Und ja, auch zu Aufsichtsratsmandaten, aber das ist doch eher der geringere Teil derjenigen, die kein Studium oder keine Ausbildung durchgezogen haben - gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten.

Bearbeitet von Markus Jung
Vollzitat gekürzt

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Ja, im Vergleich finde ich es nur sehr extrem, dass man ohne irgendwas Ministerpräsident eines Bundeslandes werden kann, in anderen Branchen aber oft scheitert, wenn ein bestimmter Abschluss fehlt. Und damit meine ich jetzt kein Medizinstudium oder ähnliches 

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Man wird aber nicht Ministerpraesident (oder Abgeordneter etc.), weil man in einer Partei ist. Tip: Vergleiche Zahl der Parteimitglieder mit der Zahl der Ministerpraesidenten (oder Abgeordneten etc.). Ohne Parteimitgliedschaft geht es zwar eher nicht, aber da ist der Wettbewerb auch knallhart. Es duerfte sehr viele einfachere Karrieren geben, als Politiker.

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Ja nun, es wird sich immer beschwert, dass es zu wenig "normale Leute" in der Politik gaebe, jetzt sind sie ploetzlich zu normal. Zum Meckern gibt es eben immer einen Grund, vor allem wenn es um Politiker geht.

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vor 2 Minuten, Luulaa schrieb:

Ja, im Vergleich finde ich es nur sehr extrem, dass man ohne irgendwas Ministerpräsident eines Bundeslandes werden kann, in anderen Branchen aber oft scheitert, wenn ein bestimmter Abschluss fehlt. Und damit meine ich jetzt kein Medizinstudium oder ähnliches 

 

Ich sehe da keine Ungleichheit - wenn du genug Beziehungen in einem Unternehmen hast, kannst dich auch hochpushen lassen, auch ohne irgendwelche Zeugnisse. Ob das fair ist, interessiert dann niemanden.

Bearbeitet von Muddlehead

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