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KanzlerCoaching

Die Qualität der Lehre...

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vor 16 Stunden, Markus Jung schrieb:

So gibt es durchaus Anbieter, (...), die ausschließlich oder überwiegend mit Honorarkräften arbeiten etc

 

Lieber Markus,

 

das stimmt so nicht bzw. würde den Anforderungen an private Hochschulen widersprechen. Die Akkreditierung einer Hochschule und von Studiengängen macht es erforderlich, dass mindestens 50% der Lehrleistungen durch fest angestellte Professorinnen und Professoren erbracht wird. Ist dies nicht der Fall, wäre das ein Verstoß gegen die Richtlinien des Wissenschaftsrates.

 

Übrigens benötigt man auch mindestens sechs Vollzeitstellen für Professoren (wenn man nur Bachelor-Programme anbietet) bzw. zehn Vollzeitstellen (wenn man auch Masterprogramme anbietet). 

 

Details dazu finden sich im Leitfaden der Institutionellen Akkreditierung nichtstaatlicher Hochschulen des Wissenschaftsrates.

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vor 2 Minuten, kurtchen schrieb:

Veröffentlichungen mögen ein Hinweis auf gute Forschung sein. Das korreliert leider nicht automatisch mit guter Lehre. Qualität der Lehre zu messen, stelle ich mir nicht einfach vor.

 

Sie zeigt den Anspruch, den ein Lehrstuhl hat.

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@phoellermann: Danke für die Korrektur/Klarstellung. Dennoch gibt es da denke ich Unterschiede, was das über die Mindestanforderungen hinausgehende Maß angeht und wer zum Beispiel letztlich der Ansprechpartner bei fachlichen Fragen der Studierenden ist. Und diese Unterschiede gibt es durchaus auch bei den staatlichen Anbietern.

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Zitat

Sie zeigt den Anspruch, den ein Lehrstuhl hat.

Ja, dieses Argument höre ich immer wieder, aber so allgemein überzeugt mich das nicht.

 

Ich war damals nach dem Abi an einer Präsenzuni eingeschrieben. Während einer einführenden Vorlesung in Mathematik wurde die Fassade des Hörsaals mit Presslufthämmern bearbeitet, so dass man den Prof nicht hören konnte. Ein Vorlesungsskript gab es nicht. Eine andere Vorlesung war dermaßen überlaufen, dass aus Gründen des Brandschutzes ein Teil der Studierenden in die Cafeteria geschickt wurde. Dort wurde die Vorlesung auf einen Fernseher übertragen. Aber in der Cafeteria saßen auch dermaßen viele Studierende, dass man effektiv nicht nah genug an den Fernseher ran kam, um etwas mitzubekommen. Verpflichtende Proseminare waren überlaufen. Erstsemester wurden gleich rausgeschickt. Ab dem zweiten Semester wurde gelost. Dafür wurden die Studierendenausweise eingesammelt, in einen Hut geworfen und dann wurde gezogen, wer einen Seminarplatz bekam. Die Studiendauer wurde so zum Glücksspiel. Verpflichtende Lehrveranstaltungen fanden gleichzeitig statt. Wir saßen zusammen und haben nach einer Kombination gesucht, die es ermöglichen würde, die Regelstudienzeit einzuhalten. Es gab keine. Ich finde nicht, dass man von einer akzeptablen Qualität der Lehre sprechen konnte. Aber der Ruf der Uni war gut. Wegen der Forschung.

 

Darum würde ich es begrüßen, wenn zwischen Qualität der Forschung und Qualität der Lehre differenziert würde.

Bearbeitet von kurtchen

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Was die Akkreditierung angeht: Ich denke, dass eine Akkreditierung vorliegt, kann man sehen wie die Zulassung durch den TÜV, die notwendig ist, um die Verkehrszulassung und hier dann Studienzulassung zu erhalten. Wer sich aber die Mühe macht, in den Akkreditierungsbericht rein zu schauen, der bekommt oft doch wertvolle Hinweise, wie ein Angebot gesehen wurde, was besonders positiv hervorgehoben wird und was eher kritisch oder wo es auch Auflagen gibt. Und mit der Erfüllung der Auflagen wird dann ja meist auch die Qualität verbessert.

 

Interessant finde ich die Frage, warum die Anbieter so wenig mit Qualität werben. Kann es sein, dass viele Fernstudierende mehr darauf achten, dass ein Fernstudium neben Job und Familie etc. besonders flexibel ist und die Qualität zwar natürlich grundsätzlich vorausgesetzt wird, aber jetzt nicht so entscheidend ist, dass diese hier besonders heraussticht. Gerade ja auch, weil nur wenige Fernstudierende in die Forschung wollen. 

 

Die SRH Fernhochschule sieht sich selbst zum Beispiel gerne als Qualitätsführer und hat das auch mal so zum Ausdruck gebracht, als die Hochschule im CHE Hochschulranking gute Ergebnisse erzielt hat: https://www.mobile-university.de/newsdetail/news/che-hochschulranking-bestaetigt-qualitaetsfuehrerschaft-der-srh-fernhochschule/ - Auf der Startseite wird aber auch eher die Flexibilität hervorgehoben.

 

Die AKAD sieht sich als "Digitaler Pionier" des Fernstudiums.

 

Und bei der HFH wird auf der Startseite auch die Vereinbarkeit des Studiums mit der Familie hervorgehoben.

 

Der staatliche zfh-Verbund stellt unter anderem die Verbund-Hochschulen in den Mittelpunkt. Am DISC (TU Kaiserslautern) und der FernUni Hagen fallen die Studienangebote schnell ins Auge. Speziell auf die Qualität hingewiesen wird dort aber auch nicht.

 

Auf der Homepage der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main fällt zunächst auf, dass dort Werbe-Banner angezeigt werden und die Seite noch keine SSL-Verschlüsselung anbietet. Ansonsten wird dort eher schon das Thema Forschung in den Mittelpunkt gestellt.

 

Die im Vergleich im FAZ-Artikel ganz vorne platzierte TU München weist ganz stark auf ihre Leistungen in Forschung und Wirtschaft hin sowie auf 150 Jahre "Culture of Excellence". Für mich die einzige der hier mal stichprobenartig angeschauten Homepages, wo nach meinem Eindruck wirklich die Qualität und die Leistungen der Hochschule als Ort der Wissenschaft hervor gehoben wird.

 

Sind natürlich nur Beispiele. Vielleicht habt ihr ja noch andere gute Seiten, auch aus dem Bereich Fernstudium, wo anderen Kriterien im Mittelpunkt stehen oder seht das auch anders als ich?

 

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vor 52 Minuten, Markus Jung schrieb:

Die im Vergleich im FAZ-Artikel ganz vorne platzierte TU München weist ganz stark auf ihre Leistungen in Forschung und Wirtschaft hin sowie auf 150 Jahre "Culture of Excellence". Für mich die einzige der hier mal stichprobenartig angeschauten Homepages, wo nach meinem Eindruck wirklich die Qualität und die Leistungen der Hochschule als Ort der Wissenschaft hervor gehoben wird.

 

Interessanterweise die Uni, bei der ich mich vorsichtig trauen würde, einen kleinen Vergleich zu ziehen, da ein Bekannter da gerade den gleichen Studiengang (Wirtschaftsinformatik) belegt wie ich an einer Fernhochschule.

  • Credits gibt es hier durchaus auch für Sprachkurse und (von der TU angebotene) Praktika, die zusammen bzw. für Vertreter aus der Wirtschaft veranstaltet werden (sic).
  • Die oben beschriebene Situation, dass Hörsäle überfüllt, Kurse binnen Sekunden zu Semesterbeginn ausgebucht sind und Pflichtveranstaltungen parallel laufen, herrscht auch hier vor.
  • Inhaltlich schwankt es zwischen "Aussiebe-Veranstaltungen" (Mathe) bis hin zu Kursen, in die alle rein wollen, weil die Credits quasi geschenkt sind.
  • Interessanterweise werden viele Vorlesungen aufgezeichnet, was der Bekannte zum Anlass nahm, eigentlich nie vor Ort zu sein, außer gen Semesterende zum Schreiben der Prüfungen. Die Vorbereitung auf diese hat er dann eigentlich nicht anders erledigt als ich mit meinem Fernstudium – nur dass die Unterlagen sicher nicht so kompakt und gut aufbereitet waren ;-).

Disclaimer: Das ist nur eine einzige Perspektive und ganz sicher nicht zu verallgemeinern. Mir ist schon klar, dass Anspruch und Möglichkeiten hier vermutlich alles übersteigen, was alle (Fern-)Hochschulen in Deutschland zusammen bieten können.

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vor 14 Stunden, CrixECK schrieb:

Aha. Du kaufst also auch ein Auto nur nach der Frage "Hat es TÜV". Deiner Logik nach müsste jedes Auto mit TÜV demnach auch eine gute Qualität haben. Uter dem Gesichtspunkt Qualität = "darf auf der Straße fahren" stimmt das auch. Kleiner Tipp: Fahre mal mit einem VW Polo und danach mit einem Mercedes 600 SL. Beides natürlich mit TÜV. Ich wette ganz ehrlich um einen Kasten Bier, dass Du einen geringen Unterschied bemerken wirst. Und das, obwohl beide Autos TÜV haben. Verrückt, oder?

 

 

Der Vergleich mit den Autos und der Werbung allgemein hinkt aber auch ein wenig. Im Grunde müsste ein Interessent ein Fahrzeug live sehen und eine Probefahrt machen und somit Modelle vergleichen. Durch geschickte Werbung kann auch ein Lada als Sportwagen durchgedrückt werden.

 

Und so wäre es doch auch mit der Qualitätswerbung bei Fernstudien-Anbietern. Der eine wirbt mit super Qualität. Dann kommt der nächste mit Hyper-Qualität. Und was helfen am Ende große Versprechen, wenn hinter der Fassade nichts passiert und Material einmal erstellt wurde und dann nie mehr erneuert und verbessert wurde?

Aber die tolle Werbung läuft und blendet alle?

 

Statt Werbung informiert man sich doch dann lieber in Foren, oder auf Meinungsseiten und liest ein wenig quer.

Klar muss man hier auch aufpassen, wenn durchgefallende Studenten dann ihren Frust auslassen und 0 Punkte vergeben.

 

Also alle die ich kenne und die sich informiert haben, schauen im Grunde auf drei Sachen. Die Akkreditierung, dann die angebotenen Module, welche sich nach den Interessen/Zukunft richten sollen  und viele Anbieter haben ja sogar sowieso eine Liste an Unternehmen auf der Seite mit denen sie Verträge haben und ggf. sogar wegen den Inhalten zusammenarbeiten.

Bzw. in großen Unternehmen werden sogar Anbieter vorgeschlagen.

 

 

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Qualität der Forschung und Qualität der Lehre ist durchaus eng miteinander verknüpft. Natürlich kann nicht erwartet werden, dass in jedem popeligen Bachelor Einführungsmodul der Professor einem die Händchen hält. An Unis wird einfach Selbstmotivation und Eigenverantwortung vorausgesetzt. An FHs mit Klassen wie in der Schule mag das anders sein. Wenn man jedoch weiter im Studium fortschreitet wird der Aspekt der Forschung immer wichtiger. Seminare, Praktika, Abschlussarbeiten und Forschungsmodule an einem Lehrstuhl mit einem der weltführenden Experten mit enormen Forschungsgeldern und der besten Ausrüstung ist ne ganz andere Hausnummer. Und wenn man sich dann bewirbt und sagt ich habe meine Abschlussarbeit bei "Prof. Hatjederschonmalgehört" geschrieben, mit mehren Papern als Koautor, zieht das auch mehr als "ich war bei Prof. Weristdas"

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Am 29.11.2018 um 22:19 , Mewchen schrieb:

Ich habe mich auch nach der Akkreditierung gerichtet. Ich setze voraus, dass die Qualität der Lehre dadurch gegeben ist.

Wäre es so einfach mit der Qualität, stünde Qualität bei staatlich

Zugelassenem eigentlich nie zur Diskussion. Rechtsanwalt, Arzt, Lehrer sind auch staatlich zugelassen, dennoch gibt es Unterschiede in deren Qualität. Die staatliche Zulassung ist das Ergebnis eines formalen Prozesses, an deren Ende die staatliche Zulassung steht. Aber genauso wie andere formale Abschlüsse ist das zwar ein Hinweis auf bestimmte nachgewiesene formale Qualifikationen, Eignungen und Erfüllung staatlicher Anforderungen. Der Qualitätsbegriff ist jedoch viel weiter gefasst. Schon der Begriff ist schwierig und mehrere Personen werden sich nur auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner über den Inhalt des Begriffs einigen können.

 

Schönes Wochenende

Greetsiel

Bearbeitet von Greetsiel

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