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Interessant, wobei die Frage ist, wie lange das noch so ist. Die GKV kann halt nur mit Leistungskürzungen das Systemaufrecht erhalten, wobei trotzdem die JAE Grenze jedes steigt + mittlerweile übliche Zuzahlungen für bestimmte Betroffene. Die PKV eben nur mit Beitragserhöhungen, aber keine Leistungskürzungen.

 

Zitat

Aber auch in der gesetzlichen Krankenversicherung steht nicht alles zum Besten. In den letzten Jahrzehnten wurde wiederholt durch den Gesetzgeber in den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung eingegriffen. Gerade ältere chronisch Erkrankte und Menschen mit Behinderungen werden so durch Zuzahlungen, Selbstzahlungen oder zum Beispiel Mengenbegrenzungen bei Heil- und Hilfsmitteln belastet. Die gesetzliche Krankenversicherung braucht daher für die Zukunft eine stabilere finanzielle Basis.

 

Bearbeitet von Muddlehead

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Gast

Ich bin seit knapp 10 Jahren privat versichert. Meine Meinung:

 

Bei den Leistungen bist du privatversichert definitiv besser gestellt, wenn du sie in Anspruch nehmen musst. In Großstädten relativiert sich zwar sehr vieles, weil das Angebot an ärztlichen Leistungen größer ist – aber gerade im Fall „harter Krankheiten“ gehen dir privat versichert mehr und schneller Türen auf. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt.

 

Das System PKV ist in meinen Augen nicht nachhaltig konstruiert. Tarife werden günstig eröffnet, die darin Versicherten werden älter und kränker, die Versorgung teurer, Beitragssteigerungen fällig. Irgendwann sind diese Beiträge nicht mehr interessant für die Akquise von Neukunden, also wird der Tarif langsam geschlossen und ein neuer aufgemacht. Das Spiel beginnt von vorn, hat aber für die Versicherten im alten Tarif fatale Folgen: Da keine jungen, gesunden Leute mehr nachkommen, bleiben sie im Pool der Alten und Kranken unter sich. Irgendwann explodieren dann die Beiträge. Deshalb kann ich grundsätzlich auch nur raten, ein paar Euro mehr für einen soliden Tarif eines großen Versicherers zu nehmen, nicht zu irgendeinem Wald- und Wiesen-Versicherer zu gehen.

 

Meine persönliche Wette ist, dass das System implodiert, bevor ich mich zur Ruhe setze. Eine Art Bürgerversicherung (oder wie auch immer das Kind dann genannt wird), in der alle Menschen, einschließlich der Besserverdienenden, Beamten und Selbstständigen versichert sind, ist in meinen Augen unausweichlich. Aber das ist ein anderes Thema. Diese Wette ist jedenfalls nicht ohne Risiko (das jeder für sich selbst kalkulieren muss).

 

Nun zum wichtigsten Punkt: Dein Kind. Ich habe auch zwei. Und die sind bei ihrer Mutter kostenfrei in der GKV familienversichert. Was, und das ist wichtig, nur deshalb funktioniert, weil wir nicht verheiratet sind. Wären wir das, müsste ich sie privat versichern – so die aktuelle Rechtslage (ich bin aber kein Anwalt, bitte selbst googeln). Ich rechne pro Kind mit 300 EUR im Schnitt an monatlichem Beitrag bis zu einem Alter von 25 (Worst Case), also in Summe einem guten sechsstelligen Betrag, der dann fällig würde.

 

Das sollte man in die Überlegungen mit einfließen lassen.

 

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Ich kann alles was @Roland78 geschrieben hat genau so unterzeichnen. Als ehemaliges Mitglied der Central, bin ich nun freiwilliges Mitglied in der DAK. Wenn ich unbedingt ein „Upgrade“ benötige, zahle ich die Differenz eben selbst. Wird heutzutage beinahe überall angeboten. Wir bekommen stets fast sofort einen Termin und haben auch sonst durch die GKV keine Nachteile, auf lange Sicht wohl eher sogar Vorteile.

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@Roland78 Warum hast du dein Kind nicht auch PKV versichert, wenn es qualitativ besser ist? Das würde ich auf jedenfall tun. So allein in der Familie die Vorzüge der PKV geniessen, würde sich für mich komisch anfühlen. Oder musst du dich privat versichern?

 

@Matthias2021 Na ja so für die generellen wehwechen, denke ich, ist die GKV absolut gut, aber ich meinte eher die schlimmen Schicksalschläge .bei denen ich dann einen Spezialisten haben will. Und der steht nicht für den GKV-Kostensatz auf. Und so ein Upgrade ist nicht mal eben so bezahlbar. Und die GKV agiert schluß endlich nach der folgende Prämisse:

 

§ 12 SGB

"Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen."

 

Das gibt mir dann schon zu denken im Worst case. Zu mal das GKV System immer mehr belastet wird und damit §12 sicherlich präsenter werden wird. Und als Maximalbeitragszahler hier und da wie ein Bettler auftreten zu müssen bzw. zu zahlen zu müssen, nervt mich. Aktuell schreckt mich nur noch der Basistarif ab, da der Standard-Tarif nicht mehr als Fallback zur Verfügung steht. Der Basistarif ist nämlich wirklich besch.... .

Bearbeitet von Muddlehead

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Gast
vor 12 Minuten, Muddlehead schrieb:

Warum hast du dein Kind nicht auch PKV versichert, wenn es qualitativ besser ist? Das würde ich auf jedenfall tun. So allein in der Familie die Vorzüge der PKV geniessen, würde sich für mich komisch anfühlen. Oder musst du dich privat versichern

 

Ich bin länger privat versichert, als ich Kinder habe. Die Frage stand damals im Raum, aber nach Abwägung von Kosten und Nutzen haben wir uns entschieden, sie in der Familienversicherung zu lassen. Wir leben in einer Großstadt und haben hier bisher keine Nachteile durch das System erfahren, eher im Gegenteil. Selbst bei Fachärzten bekommen wir binnen Stunden einen Termin, und bei einer größeren Sache sind wir in der Chefarzt-Sprechstunde der renommiertesten Kinderklinik vor Ort gelandet. Insofern fühlen wir uns hier in der GKV gut aufgehoben.

 

Letztlich war das übrigens auch ein Stück weit Zufall. Meine bessere Hälfte wurde von der PKV abgelehnt und zahlt nun die knapp 10.000 EUR Höchstbeitrag im Jahr als „freiwillig“ gesetzlich Versicherte ein. (*) Der Beitrag relativiert sich durch die Kinder wieder.

 

(*) Das ist der Treppenwitz in unserem System: Als (selbstständiger oder freiberuflicher) Kassenpatient kann man problemlos mehr als doppelt so viel im Jahr für die GKV zahlen, als die PKV kosten würde. Aber dort kommt ja nun mal nicht jeder rein.

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Die PKV ist großzügiger, ja - aber auch dort wird nicht alles anerkannt und es sind Nachweise notwendig, dass etwas medizinisch notwendig ist.

 

Eine bedenkenswerte Option finde ich es auch, in der GKV zu bleiben und ergänzend verschiedene Bereiche privat abzudecken. So hatte ich auch als gesetzlich Versicherter immer eine private Zusatzversicherung für das Krankenhaus (vor allem um im Fall der Fälle ein Einbett- oder Zweibett-Zimmer zu bekommen). Da gibt es ja mittlerweile einige Bausteine.

 

Einen großen Vorteil sehe ich gerade beim Hausarzt. Früher war ich fast jedes Mal krank, nachdem ich beim Hausarzt war und dort lange im Wartezimmer gesessen habe. Jetzt gibt es hier einen schon älteren Hausarzt, der mittlerweile nur noch Privatpatienten und Selbstzahler behandelt, so dass ich da beim Termin auch gleich oder sehr schnell dran komme. Allerdings fürchte ich, dass dieser in absehbarer Zeit seine Praxis zu machen wird.

 

Risiko in der PKV könnte auch noch sein, dass mit den PKV-Patienten besonders viel Geld verdient werden soll und mehr gemacht wird, als medizinisch nötig ist. 

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Ich möchte gar nicht, dass die PKV großzügig ist. Das wäre schlecht für die Tarifkohorte. Ich finde die Tatsache attraktiv, dass die vertraglich zugesicherten Leistungen durchsetzbar und unveränderlich sind. Ein fixer Leistungskatalog eben. Ein Leistungskatalog,der sich bei der GKV fortwährend ändert (nicht wirklich transparent), trotz anziehender Beiträge.

 

Und ja, über Zusatzversicherungen habe ich mir gedanken gemacht. Ich darf dann also zu den eh 10.000 € pro Jahr (tendenz steigend, siehe 2019 -> JAEG ~60 000 €), dann noch mal minimum 480 €+ / p.a. (tendenz logischer weise steigend) zahlen. + immense Steuermittel, die die GKV am Leben erhält, die wir auch noch indirekt erwirtschaften.

 

Sei's drum, irgendein Risiko trägt man immer.

Bearbeitet von Muddlehead

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Die Leistungen durchzusetzen erfordert bei den Privaten einen vergleichbaren Aufwand wie bei den Gesetzlichen.

 

Aber egal. Muddlehead, Sie scheinen ja überzeugt davon, dass "privat" die bessere Alternative ist. Dann sollten Sie nur noch überlegen, ob Sie sich den Spaß auf Dauer leisten können. Denn raus aus der gesetzlichen Krankenversicherung ist man schnell. Zurück ist der Weg nicht so leicht möglich.

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Noch ein letzter Hinweis zum Thema. Man sollte darüber nachdenken und sich ausgiebig beraten lassen, dass wenn man bei der PKV mehr als die „normalen“ Leistungen versichern möchte, man das monatlich entsprechend bezahlen muss. Zusätzlich gibt es die Selbstbeteiligung als prozentualen Anteil oder absoluten Betrag. Das kann bedeuten, dass du alle Leistungen je nach Tarif prinzipiell bis zu einem Betrag von z. B. 1.000 oder gar 3.000 € stets selbst zahlst und nicht erstattet bekommst oder 10 - 30 % jeder Behandlung selbst tragen musst. Dafür können dann monatlich trotzdem Beiträge von 400 € bis zu 800 € oder je nach Alter mehr fällig werden. 

 

Dann zahle ich lieber mal 10 oder 15 k € für einen einmaligen Bedarf, z. B. bei einer alternativ-medizinischen Behandlung oder anderen Leistungen, wenn ich diese tatsächlich benötige und zahle regelmäßig und berechenbar die 14,6 % auf die Beitragsbemessungsgrenze von 4.537,- € (ab 2019) und bin trotzdem rundum versorgt. Zusatzleistungen oder „Vorzugsbehandlungen“ kann man in den meisten Fällen jederzeit dazu buchen und selbst bezahlen.

 

Ich habe in beiden Systemen gelebt, beide mit Kindern. Ich kann ein Lied von unberechenbaren Kosten, Diskussionen zu Kostenvoranschlägen und anderem singen. Zudem hatte ich einen Tarif in welchem ich immer meinen Anteil zahlen musste. Aber wie Frau Kanzler bereits geschrieben hat, hast du dich wohl schon entschieden und solltest demnach deine eigenen Erfahrungen machen. Vielleicht helfen dir unsere Hinweise trotzdem. 

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Ich habe mich noch gar nicht entschieden, auch wenn meine Beiträge so klingen mögen ;-). Ich bin auch eher pro GKV, auch wenn es nicht so klingt. Mitunter kommen auch jetzt schon Mehrbeiträge auf mich zu, um die PKV Zahlung auch im Worst Case zahlen zu können - beispielsweise muss ich meine BU Rente erheblich nach oben anpassen. Und die ist bekanntlich schon jetzt nicht preiswert, aber ihren Preis wert ;-).

 

Wie gesagt, der Basistarif ist halt wirklich die Krux an der ganzen Sache, wenn alles schief läuft. Und darin zu landen ist ein Todesurteil - überspitzt formuliert ;). 

 

Daher folge ich schon deiner Denkweise, Matthias, mit etwas berechenbaren kalkulieren zu können. Ich weiß, wie schnell sich die Lebensumstände ändern können.

 

Ich denke es ist alles gesagt, guter Thread geworden, wie ich finde :-).

Bearbeitet von Muddlehead

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