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Hausboot89

Studiengebühren vom Brutto umwandeln lassen sinnvoll?

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Hallo zusammen, 

 

ich arbeite Vollzeit in einem StartUp und plane demnächst ein Fernstudium (Bachelor) zu beginnen. 

Ich habe mit meinem Arbeitgeber über mögliche Unterstützungen gesprochen und er meinte, dass was sie mir anbieten könnten, wäre eine Verringerung meines Bruttogehalts und dass sie dafür die Studiengebühren tragen. 

So haben sie weniger Nebenkosten auf mein Bruttogehalt, was in etwa 24% ausmacht und welche für die Studienkosten genommen werden können. 

 

Bsp. Studiengebühren 349€ mein neues Bruttogehalt wären aber nur 265€ weniger (76% von 349) und Netto hätte ich dann ca. 145€ weniger.

So entstehen keinerlei Mehrkosten für den Arbeitgeber. 

 

Vorteile:

  • Mein monatliches Nettogehalt würde nur um 145€ sinken, statt 349€ wenn ich alles selbst zahle. 

 

Nachteile:

  • Weniger Brutto = weniger Rentenpunkte,
  • sowie geringeren Anspruch auf Arbeitslosengeld
  • und es geht mit einer 2-jährigen Verpflichtung nach Studienabschluss einher, wobei das eher für das Finanzamt eine Rolle spielt und wir da laut Arbeitgeber auch trotzdem eine Lösung finden würden. 
  • (Ich kann die Studiengebühren nicht von der Steuer absetzen)

 

Option 2 wäre alles selbst zu zahlen und komplett frei/ flexibel zu sein. 

 

Wie macht ihr das? Lasst ihr vom Arbeitgeber die Kosten tragen oder lässt sogar jemand von euch sein Bruttogehalt umwandeln? 

Was gibt es bei den jeweiligen Optionen noch zu beachten und wie würdet ihr in meinem Fall entscheiden? 

Gibt es einen groben Richtwert, welchen Anteil man ungefähr von der Steuer wieder erstattet bekommt wenn man alles selbst trägt?

Ich weiß es ist sehr individuell aber evtl. kann man sagen ob es 10%, 30%, 50% oder mehr sein können, bei einem durchschnittlichen Gehalt und einer Vollzeitbeschäftigung. 

 

VG 

Sebastian 

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Moin,

 

normal lese ich hier gerne nur mit - aber bei der Frage musste ich mich mal anmelden.

Ich finde es ziemlich dreist von deinem Arbeitgeber, dir das überhaupt so in dieser Form anzubieten:

 

Nur mal als Zahlenbeispiel: Man nehme an, du verdienst 40.000 € brutto, Steuerklasse 1, nicht in der Kirche.

 

Davon zahlst du 17094€ an Steuern.

 

Bei 349€ monatlich, hättest du jährlich 4188€ an Kosten für das Studium und würdest dadurch 1988€ von der Steuer zurück erstattet bekommen.

Auf den Monat umgerechnet wären das 166€ - schon mal rein vom Betrag her besser als der Arbeitgebervorschlag.

 

Du hast mit der Brutto-Methode viel zu viele Nachteile: Falls du gekündigt wirst, hast du weniger Anspruch an ALG. Durch die Bindung machst du dich abhängig und am Ende des Studiums könnte das sich ziemlich rächen (keine Lohnerhöhung aufgrund von deiner Abhängigkeit).

Des Weiteren spart dein Arbeitgeber Sozialabgaben ein, da du ein geringeres Bruttoeinkommen hast UND er kann die Kosten von der Steuer absetzen bzw. u.U. erhält er eine staatliche Förderung wegen Mitarbeiterweiterbildung. Also fair ist was anderes :)

 

Daher - mach das auf eigene Kosten !


Gruß

   

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Hallo Arazjal

 

vielen Dank für deine Antwort. 

 

Allerdings habe ich noch zwei Fragen zu deinen Beträgen, vielleicht magst du diese nochmal kurz erläutern. 

 

Wie bist du denn auf den Betrag von 1988€ Steuererstattung gekommen? 

und wie kommst du auf den Betrag von 17094€ an Steuern bei einem Gehalt von 40.000€ brutto?

 

Zu deinen weiteren Punkten: 

 

Die gesparten Sozialabgaben, diese 24% aus meiner Beispielrechnung würde der Arbeitgeber ja für die Studienkosten aufwenden, weshalb mein Bruttogehalt nicht um 349€, sondern nur um 265€ verringert werden würde. 

 

Deine Punkt mit dem Arbeitslosengeld stimmt natürlich, zu der Bindung meinte er, dass das nur für das Finanzamt  bei einer Prüfung schriftlich festgehalten werden muss aber wir gleichzeitig eine Vereinbarung treffen können, dass das nicht so ist und ich gehen kann. 

Nichtsdestotrotz ist natürlich eine gewisse Abhängigkeit vorhanden. 

 

Generell ist es vom AG auch nicht böse gemeint, er hatte so einen Fall bisher noch nicht und es ist kein Budget da, deswegen der Vorschlag der Bruttoumwandlung, damit ich quasi die vom AG gesparten Sozialabgaben für die Studiengebühren bekommen. 

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Wenn ein Arbeitgeber mit Vorschlägen kommt, inoffizielle Absprachen zu treffen, um damit dem Finanzamt gegenüber Nachzahlungen zu verhindern, dann wäre ich misstrauisch, ob er solche Spielchen nicht auch mit mir macht.

 

Startups zeichnen sich übrigens nicht immer dadurch aus, dass sie wirklich Ahnung von arbeitsvertraglich rechtssicherer Gestaltung des Arbeitsverhältnisses haben. 

 

Lange Rede kurzer Sinn: Ich würde es selber bezahlen. Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen etwas Gutes tun will, dann kann er Ihnen ja in Sachen Zusatzurlaub ein Angebot machen.

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Gast

Dann falle ich hier mal aus der Reihe: Ich finde den vorgeschlagenen Deal des Arbeitgebers gar nicht so verkehrt. Du hast nicht geschrieben, wie alt du bist und in welchem Bereich du arbeitest, aber ich vermute die Berücksichtigung von Renten- und Arbeitslosenversicherung kannst du dir hier sparen. Einerseits weil du vermutlich relativ problemlos einen neuen Job finden, und weil du mit Studium langfristig sicher auch ein höheres Einkommen haben wirst. Insofern: geschenkt.

 

Interessant wäre so eine Vereinbarung vor allem auch, wenn du noch weitere Unterstützung bekommst: z.B. Zeit zum Lernen, Bachelorarbeit im Unternehmen usw. usf.

 

Steuerlich habe ich das jetzt natürlich nicht nachgerechnet, da würde ich noch mal Excel bzw. diverse Lohnrechner anwerfen und genau nachrechnen, so wie @Arazjal es ja auch schon getan hat. 

 

Und damit komme ich zum letzten Punkt: Startup + langfristige Planung bzw. Bindung passen nicht gut zusammen. Und ins Blaue hinein gesprochene Vereinbarungen wie

 

vor 5 Stunden, Hausboot89 schrieb:

wobei das eher für das Finanzamt eine Rolle spielt und wir da laut Arbeitgeber auch trotzdem eine Lösung finden würden. 

 

würde ich ohnehin nicht eingehen. Stattdessen wäre mir meine persönliche Unabhängigkeit, während oder nach dem Studium den Job wechseln zu können, auch ein paar Euro wert. Aber das ist natürlich abhängig von deiner Situation und Einstellung.

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Noch ein Hinweis am Rande, solltest du tatsächlich einen Deal mit deinem AG eingehen.

Bitte bei der Vereinbarung darauf achten, dass du nicht in die „Falle“ des geldwerten Vorteil tappst und du am Ende den vermeintlichen „Vorteil“ womöglich nachträglich versteuern musst.     

Bearbeitet von Matthias2021

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Also ich kann jetzt auch komplett falsch liegen.

 

Aber wenn dein Netto um ca. 150 Euro sinkt, dann könntest du es doch auch fast selbst zahlen.

 

Weil dann kannst du die Summe ja auch selbst beim Finanzamt als Werbungskosten geltend machen und bekommst falls du Ledig bist ja einen höheren Beitrag zurück. > 30 Prozent.

 

Und so würde dein Brutto und die Rentenansprüche auch unberührt bleiben.

 

Also ich kenne es eigentlich nur so, dass ein Arbeitgeber die Beteiligung auch wirklich bezahlt,

und nicht im Grunde den Geldtopf des Arbeitnehmers anrührt.

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@Matthias2021 Ja, genau deswegen brauche ich eine Bescheinigung vom AG dass das Studium auch in seinem Interesse liegt und für meine derzeitige Arbeit direkt relevant ist UND diese Vereinbarung mit der 2-jährigen Bindung. 

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@andreas1983 Leider kann ich bisher schlecht einschätzen wieviel Prozent ich an Steuern in etwa wieder erstattet bekomme. 30+ % wäre schon mal nicht schlecht und somit müsste ich vermutlich nur ca. 50€ mehr zahlen als mit der Bruttoumstellung aber dafür mit voller Rente, ALG und Unabhängigkeit vom AG. 

 

Dann müsste ich jetzt für mich entscheiden, ob diese 50-60€ höhere Kosten monatlich, die ganzen Nachteile wert sind. 

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Bei bezahlten Weiterbildungen muss man auch immer drauf achten, ob im Vertrag was drinsteht wegen Kündigung. Oft muss man sie ganz bzw. anteilig zurückzahlen, wenn man aus dem Betrieb ausscheidet, je nachdem wie weit die Weiterbildung zurückliegt. 

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