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Muddlehead

Gesundheitsminister will Ausbildung von Psychotherapeuten neu regeln

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden, clairvoyant schrieb:

 

Wieso erscheint es dir nicht sinnvoll und siehst du beide gleich gut qualifiziert?

 

Es erscheint mir nicht sinnvoll, weil die Voraussetzung für einen Kassensitz eine Approbation ist und die hat man auch mit der alten Ausbildung. Auch nach Ablaufen der Übergangsregel wird es Therapeuten mit der alten Ausbildung geben, die einen Kassensitz haben. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum man die Kassensitze plötzlich auf die Leute beschränken sollte, die nach der neuen Regel ihre Approbation bekommen haben?

Ich habe mich mit den neuen Studiengängen noch nicht so ausführlich befasst, aber tendenziell würde ich sogar sagen, dass man mit der alten Ausbildung besser qualifiziert ist... Bisher hat man zur Approbation schließlich ein fünfjähriges Studium plus eine mehrjährige theoretische und praktische Ausbildung absolviert. Beim neuen System hat man dann "nur" das Studium mit einigen Praxisphasen.

 

Zitat

Aus welchem Grund hälst du Soziale Arbeit für die sinnvollste Option? Weil der Studiengang überall ähnlich aufgebaut ist?

Ich habe die Befürchtung (auch aufgrund einer Tätigkeit in dem Bereich), dass mich die soziale Arbeit nach max. 5 Jahren total ausgebrannt haben wird, was nicht am Klientel sondern viel mehr an den Arbeitsstrukturen liegt. 

 

Ich hielt Soziale Arbeit für die sinnvollste Option, weil es ziemlich sicher zur KJP-Ausbildung berechtigt, an recht vielen FHs angeboten wird und daher mit FHR erreichbar ist und auch, wenn das mit der Ausbildung nicht klappt, recht viele Jobmöglichkeiten bietet. Für die Ausbildung reicht außerdem manchmal auch ein Bachelor, das verkürzt die Ausbildungszeit (gerade was die geplante Übergangsregelung angeht nicht ganz unwichtig). Was das Arbeitsfeld angeht, kann ich deine Bedenken verstehen. Ich weiß aber nicht, ob das mit Pädagogik (o.ä.) wirklich besser wäre?

 

Zitat

Hier in NRW ist es z.B. anscheinend so, dass einige Hochschulen telefonisch mitgeteilt haben den alten Weg schon abgeschafft haben., andere wiederum nicht... Womit wir wiederbei den schwammigen Aussagen wären, was denn nun qualifiziert und was nicht.

 

Bezüglich der Landesprüfungsämter kann ich leider nicht weiterhelfen, möglicherweise sind die Auskünfte über die Ausbildungsinstitute tatsächlich die einzige "sicheren". Ich verstehe allerdings nicht die Aussage "dass einige Hochschulen den alten Weg schon abgeschafft haben." Hochschulen bieten doch einfach die Studiengänge Psychologie/Pädagogik/Soziale Arbeit an und werden das auch nach der neuen Regelung weiter tun? Oder meinst du, dass einige Hochschulen schon planen, den neuen Studiengang einzuführen und es dort dann kein Psychologiestudium mehr geben wird?

Bearbeitet von ClarissaD

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Am 6.6.2019 um 16:19 , ClarissaD schrieb:

 

Es erscheint mir nicht sinnvoll, weil die Voraussetzung für einen Kassensitz eine Approbation ist und die hat man auch mit der alten Ausbildung. Auch nach Ablaufen der Übergangsregel wird es Therapeuten mit der alten Ausbildung geben, die einen Kassensitz haben. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum man die Kassensitze plötzlich auf die Leute beschränken sollte, die nach der neuen Regel ihre Approbation bekommen haben?

Ich habe mich mit den neuen Studiengängen noch nicht so ausführlich befasst, aber tendenziell würde ich sogar sagen, dass man mit der alten Ausbildung besser qualifiziert ist... Bisher hat man zur Approbation schließlich ein fünfjähriges Studium plus eine mehrjährige theoretische und praktische Ausbildung absolviert. Beim neuen System hat man dann "nur" das Studium mit einigen Praxisphasen.

 

Wenn man so wie ich es gelesen habe mit dem neuen Approbationsstudiengang ohne doppelte Ausbildung(-skosten?) dann sowohl Erwachene als auch Kinder und Jugendliche therapieren darf könnte ich mir schon eine Bevorzugung vorstellen, 2 zum Preis für 1 sozusagen. Ich sehe in dem neuen Studiengang hauptsächlich den Versuch die Ausbildung & Versorgung zu ökonomisieren und weniger die Bedingungen für PiAs zu verbessern...

Ich habe mir in den letzten Monaten wirklich jeden online auffindbaren Schnipsel zum neuen Studiengang durchgelesen und finde es schade, dass so wenige der Kritikpunkte aus den vielen Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf eine journalistische Aufarbeitung gefunden haben, so z.B. die Befürchtung das systemische Therapie nun doch keine Kassenleistung werden könnte.

 

Vielleicht habe ich auch nur einen Soziologieartikel zu viel gelesen und steigere mich hier in Verschwörungstheorien rein. 😅

 

Zitat

 Oder meinst du, dass einige Hochschulen schon planen, den neuen Studiengang einzuführen und es dort dann kein Psychologiestudium mehr geben wird?

 

Ja so in etwa, aber nicht irgendwann nächstes Jahr sondern ab kommenden Semester schon nicht mehr - "den alten Weg bieten wir jetzt nicht mehr an" - ...??? 

 

Ich habe es jetzt doch wundersamerweise an eine Präsenzuni geschafft und dort empfiehlt und vermutet man (ohne Gewähr natürlich), dass 20 CP im klinischen Bereich im Bachelor benötigt werden um für den eventuellen kommenden Psychotherapie Master überhaupt in Frage zu kommen. An meiner HS wären die CP jetzt auch ohne Umstellung zu erreichen, ich weiß jedoch nicht wie es aussieht mit Scheine nachmachen bei schon abgeschlossenem Bachelor.

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vor 3 Stunden, clairvoyant schrieb:

 

Wenn man so wie ich es gelesen habe mit dem neuen Approbationsstudiengang ohne doppelte Ausbildung(-skosten?) dann sowohl Erwachene als auch Kinder und Jugendliche therapieren darf könnte ich mir schon eine Bevorzugung vorstellen, 2 zum Preis für 1 sozusagen.

 

Darf man jetzt mit der PP-Ausbildung doch auch schon... da seh ich keinen Unterschied.

 

vor 3 Stunden, clairvoyant schrieb:

Vielleicht habe ich auch nur einen Soziologieartikel zu viel gelesen und steigere mich hier in Verschwörungstheorien rein. 😅

 

Ehrlich gesagt... du spekulierst schon ziemlich wild rum, oder?

 

vor 3 Stunden, clairvoyant schrieb:

Ja so in etwa, aber nicht irgendwann nächstes Jahr sondern ab kommenden Semester schon nicht mehr - "den alten Weg bieten wir jetzt nicht mehr an" - ...??? 

 

Von welcher Uni kam das denn?

 

vor 3 Stunden, clairvoyant schrieb:

Ich habe es jetzt doch wundersamerweise an eine Präsenzuni geschafft und dort empfiehlt und vermutet man (ohne Gewähr natürlich), dass 20 CP im klinischen Bereich im Bachelor benötigt werden um für den eventuellen kommenden Psychotherapie Master überhaupt in Frage zu kommen. An meiner HS wären die CP jetzt auch ohne Umstellung zu erreichen, ich weiß jedoch nicht wie es aussieht mit Scheine nachmachen bei schon abgeschlossenem Bachelor.

 

Dann ist doch alles super und du musst auch gar nichts nachmachen. Mit etwas Glück stehen dir dann nach dem Bachelor sogar beide Wege offen.

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vor 3 Stunden, clairvoyant schrieb:

Wenn man so wie ich es gelesen habe mit dem neuen Approbationsstudiengang ohne doppelte Ausbildung(-skosten?) dann sowohl Erwachene als auch Kinder und Jugendliche therapieren darf könnte ich mir schon eine Bevorzugung vorstellen, 2 zum Preis für 1 sozusagen.

Ich sehe nicht, wie sich hieraus eine Bevorzugung ergeben soll. Denn selbst mit Doppelapprobation hat der Therapeut nur X Stunden pro Woche Zeit, ob er die nun vollständig mit der Therapie von Kindern und Jugendlichen oder mit der von Erwachsenen verbringt, oder aber seine Zeit so aufteilt, dass er halb-halb therapiert. Am Ende ergeben sich dadurch aber nicht mehr Stunden, die abgedeckt werden können. Die Gesamtzahl an Kassensitzen wird dadurch nicht weniger werden. Denn wer seine Zeit vollständig mit der Therapie von Erwachsenen verbringt, verbringt null Stunden mit der Therapie von Kindern/Jugendlichen. Damit muss also trotzdem ein Kassensitz für KJP an jemand anderen vergeben werden. Andersherum gilt dasselbe für KJPs, die dann ja keine Erwachsenen therapieren. Und wenn jemand das halb-halb teilt, wird dennoch ein halber Kassensitz für Erwachsenen- bzw. KJ-Therapie frei sein.

 

Es spart meines Erachtens nur einer, und das ist der Therapeut, der nicht zweimal Ausbildungskosten bezahlen muss.

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Der Bundestag hat die Neuregelung der  Ausbildung von Psychotherapeuten jetzt beschlossen:

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-09/bundestag-gesetze-gesundheitswesen-implantateregister-psychotherapeuten-hebammen

 

Fehlt noch die Bestätigung durch den Bundesrat. Die neuen Studiengänge sollen zum Wintersemester 2020 starten.

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