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KanzlerCoaching

Die Sache mit den Transferleistungen

Empfohlene Beiträge

vor 4 Minuten, KanzlerCoaching schrieb:

 

Empfinden Sie diese Erfahrung nicht trotzdem als bedenklich? Allein die Tatsache, dass es in einem Studium ein Modul gibt, das "zu den einfachsten Modulen" gehören kann und also nicht das Anspruchsniveau der anderen Module hat, finde ich erschreckend.

 

Und Marketing ist ja im Bereich BWL auch kein Pillepallefach.

Zum Einen muss ich ergänzend hinzufügen, dass ich selbst das Modul Marketing noch nicht hatte, also nur vom Hörensagen spreche, dass Marketing ein "Auswendiglernfach" ist - ob ich selbst das auch so erleben werde, wenn ich das Modul bearbeite, kann ich daher noch nicht sagen.

 

Zum Anderen finde ich es nicht ungewöhnlich, dass es in jedem Studiengang Module gibt, die mehr oder weniger anspruchsvoll sind, zumal das ja eine sehr subjektive Einschätzung ist und auch vom eigenen Vorwissen und Können abhängt.

 

Auch unterscheidet sich das Verständnis von "Transferleistung" bzw. Lerntransfer von Hochschule zu Hochschule, da sich auch die Qualifizierungsmethoden voneinander unterscheiden, bspw. läuft Lehre an der

Dualen Hochschule anders ab als an der FU Hagen.

 

Ich habe nicht den kompletten Thread durchgelesen, aber durch Überfliegen bekam ich den Eindruck, dass Auswendiglernen und Lerntransfer anscheinend in Widerspruch zueinander stehen.

Ist das denn wirklich so?

Kann auswendig gelerntes Wissen nicht trotzdem nachhaltig wichtig und nützlich für die Praxis sein und selbstständige Reflexion ermöglichen?

 

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vor 29 Minuten, KanzlerCoaching schrieb:

Empfinden Sie diese Erfahrung nicht trotzdem als bedenklich? Allein die Tatsache, dass es in einem Studium ein Modul gibt, das "zu den einfachsten Modulen" gehören kann und also nicht das Anspruchsniveau der anderen Module hat, finde ich erschreckend.

 

Man sollte durchaus differenzieren. Für die einen sind eben Marketing und Kosten- und Leistungsrechung  einfache Module, für den anderen ist es Elektrotechnik oder Rechnungswesen oder eben beides. Es liegt m. E. aber eher daran, dass die meisten von uns bereits mindestens eine Ausbildung und meist einiges darüber hinaus absolviert haben und zusätzlich über entsprechende Berufserfahrung verfügen. Gerade Bachelorstudiengänge sind erste berufsqualifizierende Studiengänge, selbstverständlich merkt man dies wenn man bereits viele Jahre im Beruf steckt und manches kommt einem sehr leicht vor. Das halte ich weniger für bedenklich, kommt es vielmehr auf die Inhalte an und weniger auf das Empfinden der Studierenden.

 

Man nutzt sozusagen Transferwissen ohne es bewusst wahrzunehmen, weil man in manchen Bereichen vielleicht häufig beruflich im Tagesgeschäft damit konfrontiert wird. Das ist eben der Unterschied und gleichzeitig der Vorteil gegenüber 19 oder 20 Jährigen Abiturienten, welche mit diesen Studiengängen überhaupt die ersten Berührungen mit diesen Themen haben.

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Natürlich ist auch auswendig gelerntes Wissen nützlich für die Praxis. Und ebenso natürlich ermöglicht es eine selbständige Reflexion. Aber etwas zu ermöglichen bedeutet noch nicht, dass das auch stattfindet. Und so wäre diese Auseinandersetzung und kritische Reflexion in das Belieben des einzelnen Studenten gestellt. Und genau das geht m.E. gar nicht.

 

Ein Studium ist nicht so etwas wie eine Berufsausbildung mit IHK- oder Handwerkskammerabschluss. Da kann jeder nachlesen, was derjenige, der diesen Abschluss hat, können muss. Und mindestens die praktische Note gibt einen eindeutigen Hinweis, wie gut dieser Mensch das auch kann.

 

Aber was erwartet man von einem Absolventen eines Studiums? Die konkrete Bewertung von Anwendungsfähigkeiten ja nicht, nicht wahr? Dazu ist ein Studium zu wenig auf bestimmte Aufgabenfelder bezogen. Aber erwartet wird doch ein profundes theoretisches Gerüst im jeweiligen Fach, die Fähigkeit zum Transfer aufs jeweilige Thema, die Fähigkeit, dieses Wissen selbständig weiterzuentwickeln und die geistige Fähigkeit und auch Beweglichkeit, Dinge kritisch zu hinterfragen, abzuwägen, zu argumentieren - und das auf einem deutlich höheren Niveau als beispielsweise ein Industriekaufmann oder ein anderer Ausbildungsberuf.

 

Und speziell Marketing ist in den letzten Jahren so vielfältig geworden in seiner gesamten Entwicklung und auch in den Anforderungen an die Stelleninhaber, dass man mit zwei Modulen, in denen man weitgehend mit Auswendiglernen mit einer guten Note durchkommen kann, keinen Blumentopf mehr auf dem Markt gewinnt.

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vor 51 Minuten, KanzlerCoaching schrieb:

Und speziell Marketing ist in den letzten Jahren so vielfältig geworden in seiner gesamten Entwicklung und auch in den Anforderungen an die Stelleninhaber, dass man mit zwei Modulen, in denen man weitgehend mit Auswendiglernen mit einer guten Note durchkommen kann, keinen Blumentopf mehr auf dem Markt gewinnt.

 

Deshalb ist es ja auch nur ein Modul Namens „Marketing“ mit 5 ECTS und kein Studium im Marketing mit 180 ECTS. Wenn ich Wirtschaftsingenieurwesen studiere, kratze ich eben bei vielen Themen nur an der Oberfläche um Grundlagenwissen zu erwerben, Zusammenhänge zu verstehen und diese bei Bedarf nach entsprechend tiefergehender Recherche auch anwenden zu können.

Bearbeitet von Matthias2021

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All diese studienspezifischen Fähigkeiten werden schon alleine bei der Anforderung, wissenschaftlich zu schreiben, gefordert. Das haben alle Studiengänge gemeinsam und grenzen sich stark von einer Ausbildung ab, wo man ja nur Berichtshefte ohne wissenschaftlichen Anspruch schreiben muss.

Beim wissenschaftlichen Schreiben kommt man nicht umhin, Wissen selbstständig auszuarbeiten, zu argumentieren, Dinge kritisch zu hinterfragen usw.

An der IUBH im Bachelor habe ich bspw. 2 Hausarbeiten, 1 Bachelor Thesis sowie im Rahmen von den Spezialisierungen weitere wissenschaftliche Arbeiten wie z.B. im Projektmanagement eine Fallstudie.

 

Für Marketingexperten gibt es ja auch einen eigenständigen Marketing-Studiengang. Beim BWL ist es ja nur ein Teil von ganz vielen Modulen und man kann ggf. auch Marketing-Spezialisierungen wählen und entsprechend die Themen sehr viel intensiver bearbeiten.

Bearbeitet von Markus Jung
Vollzitat gelöscht

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vor 11 Stunden, Vitali schrieb:

Meiner bisherigen IUBH-Erfahrung nach, reicht eben dies auch für eine 1,0 - 1,7 locker aus. Ich hatte bisher keine einzige Klausur, die den Stoffumfang des Skripts sprengte.

Aber vielleicht kannst du uns  ja einige Module nennen, in denen du dir Zusatzwissen anderweitig aneignen musstest.

 

Du hast natürlich Recht. Bei der IUBH müssen wir sehr viel auswendig lernen, was manchmal auch extrem nerven kann und an vielen Stellen sicher auch ausreichend sein wird. Aber gerade wenn es darum geht eben keine Formelsammlung nutzen zu dürfen, ist das herleiten und anwenden von Formeln allerdings auch eine Art Transferwissen.

Nehmen wir zum Beispiel die Module: Naturwissenschaftliche & technische Grundlagen, Automatisierung & Robotic, Elektrotechnik sowie Finanzierung & Investition. Klar kann man versuchen dies mit reinem Auswendiglernen zu schaffen und bei den Aufgabenstellungen „Glück“ haben. Allerdings sehe ich es eher als nutzlos an ganze Formelsammlungen versuchen auswendig zu lernen, anstatt die Entwicklung dieser als dauerhaft nutzbares Werkzeug zu erlernen. Letzteres hat auch eher etwas mit Ingenieurwissenschaft zu tun, als reines stupides Auswendiglernen.

 

Um aber deine Frage zu beantworten. Ich kann nicht sagen in welchem Modul genau ich auch ohne das angeeignete Zusatzwissen aus Beruf, vorhergehenden Ausbildungen oder eben direktem hinzuziehen von zusätzlicher Literatur ausgekommen wäre. Ist auch im Nachgang schwer zu sagen, bin ich ja nicht in der Situation, mich ausschließlich auf die Skripte verlassen zu müssen, kann ich das bereits vorhandene Wissen ja nicht ausblenden. Sicher ist nur, dass ich auch mit Hilfe meiner Bücher z. B. vom Europa-Verlag, welche ich sowieso da habe, einiges Vertiefen konnte, was mir bei der Anwendung in den Prüfungen durchaus geholfen hat. Zumindest glaube ich das, vielleicht wäre ich aber auch ohne ausgekommen.

Es gab aber auch Module, bei denen ich ausschließlich das Skript genutzt habe. Nehmen wir IoT, das war für mich persönlich fast schon zu einfach, weshalb hier ohne Mühe auch 100% möglich waren. Trotzdem würde ich mir nicht anmaßen dies als Maßstab für andere Studierende anzusetzen und das Modul oder gar das Studium als per se zu einfach abzustempeln. Nur weil mir etwas leicht fällt, muss das nicht automatisch für andere gleichermaßen gelten.

Bearbeitet von Matthias2021

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vor 52 Minuten, KanzlerCoaching schrieb:

Aber was erwartet man von einem Absolventen eines Studiums? Die konkrete Bewertung von Anwendungsfähigkeiten ja nicht, nicht wahr? Dazu ist ein Studium zu wenig auf bestimmte Aufgabenfelder bezogen. Aber erwartet wird doch ein profundes theoretisches Gerüst im jeweiligen Fach, die Fähigkeit zum Transfer aufs jeweilige Thema, die Fähigkeit, dieses Wissen selbständig weiterzuentwickeln und die geistige Fähigkeit und auch Beweglichkeit, Dinge kritisch zu hinterfragen, abzuwägen, zu argumentieren - und das auf einem deutlich höheren Niveau als beispielsweise ein Industriekaufmann oder ein anderer Ausbildungsberuf.

 

Das alte Thema: Erfahrungs- vs. Methodenwissen. Letzteres erwarte ich von einer akademischen Ausbildung, gern auch so formuliert wie hier von Ihnen. Und wissen Sie was? Ich denke, genau das hat mir das Studium an der IUBH mitgegeben. 😱😉

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Na dann ist es ja fein, wenn Sie das denken.

 

Mir ging es übrigens nicht um eine konkrete Hochschule. Ich habe nur auf eine Beispiel zurückgegriffen, das ein Mitdiskutant weiter oben genannt hat.

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Ich habe folgende Klassifikation gefunden:

 

 

 

- Faktenwissen (vertstehe ich als: Auswendig gelerntes Wissen, z.B. wichtige Definitionen)

 

- Prozeduren (verstehe ich als: Methodenwissen, z.B. Schaltungsberechnung, Herzoperation)

 

- Konzeptwissen (verstehe ich als: Wissen, um schöpferisch tätig zu sein, z.B. Ingenieursentwicklung, oder den Dachstuhl flächen- und volumenoptimal auszubauen oder neue Ansätze in der Altenpflege, allerdings bis hinunter auf die operative Ebene und nicht nur auf einer akademisch verklausulierten "Ideenebene" oder wissenschaftlich arbeiten).

 

Letztlich ist der Studierende, Auszubildende und eingeschränkt Schüler (zumimndest in der Abschlußphase) für seine Fachkompetenzen zu einem großen Teil selber verantwortlich.  Und je nach Interesse, Talent und Einsatzwillen- /  möglichkeit und tatsächlich geleistetem Einsatz, wird aus dem Kandiaten ein Absolvent mir mehr oder weniger großen Anteilen der oben genannten Wissensdimensionen.

 

Ein Jurist mit großem Faktenwissen erlangt durch dieses Faktenwissen alleine noch keine Kompetenz, einen schwierigen Fall im Sinne seines Mandanten zu bewältigen. Dafür braucht es auch für diesen Fall ausreichendes Prozedur- und Konzeptwissen.

 

Wer ein technisch kompliziertes Bauwerk konstruiert oder während des Baus die dutzenden von plötzlich auftauchenden Problem lösen muss, stößt abängig von der Verteilung seiner Wissenskompetenzen (x% Fakten, y% Prozeduren, z% Konzepte, x+y+z = 100%) mehr oder weniger schnell an seine Grenzen.

 

Allgemeiner:  Jemand ist abhängig vom Anforderungsprofil einer Tätigkeit und der persönlichen Verteilung der genannten Wissensdimensionen, mehr oder weniger an der Tätigkeit interessiert, mehr oder weniger interessant für Arbeitgeber oder mit seiner Arbeit mehr oder weniger über-/unterfordert. Das gilt natürlich auch schon in der Ausbildung und im Studium in Bezug auf die Lern-, Lehr- und Prüfungsinhalte.

 

In der Arbeitswelt finden sich idealerweise Jobprofil und Interessenten mit derselben Verteilung der Anteile auf die drei Wissenskategorien zueinander, mit den jeweiligen (berechtigten) Gehaltsvorstellungen und Gehaltsangeboten.

 

Schönen Sonntag

Greetsiel

Bearbeitet von Greetsiel

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vor 7 Stunden, KanzlerCoaching schrieb:

 

Empfinden Sie diese Erfahrung nicht trotzdem als bedenklich? Allein die Tatsache, dass es in einem Studium ein Modul gibt, das "zu den einfachsten Modulen" gehören kann und also nicht das Anspruchsniveau der anderen Module hat, finde ich erschreckend.

 

Und Marketing ist ja im Bereich BWL auch kein Pillepallefach.

Dass die Module unterschiedlich schwer sind, ist wohl kaum zu vermeiden. Und in dem Moment, in dem es unterschiede gibt, muss es auch "das einfachste" (relativ) Modul im Studium geben. Und es einige Module geben, die "die einfachsten" (x Module, oder x % Module) sind. Das ist unvermeidlich, wenn nicht alle exakt den gleichen Schwierigkeitsgrad habne, was schon deswegen unmöglich ist, weil der Schwierigkeitsgrad immer subjektive ist.

Und Marketing ist natürlich ein Pillepallefach, jedenfalls dürften geschätzte 90% aller BWL-Studenten dieser Ansicht sein. An meiner Präsenzuni wurde es solches gehandelt, und war es auch, schon weil es ein reines Auswendiglernfach war (das reichte soweit, dass in einer Vorlesung "der Internationaliserungsprozess des Marketing nach Meier" vorgestellt wurde (als Diagramm mit ein Paar Pfeilen und Kästchen) und in der Klausur gefragt wurde "Stellen Sie den Internationaliserungsprozess des Marking nach Meier als Diagramm dar". Jede Abweichung vom "Original" gab Punkteabzug.

Insofern sehe ich hier nicht, was bedenklich sein soll, jenseits der normalen Tatsache, dass ein BWL-Studium weitgehend anspruchslos ist. Das ist aber natürlich ein alter Hut.

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