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derbuffer

Empfehlung von "außen"

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Guten Abend allerseits :)

Seit einiger Zeit gehe ich (Mitte 40) mit der Idee schwanger, wieder die Schulbank zu drücken. Als gelernter Industriemechaniker (Fachrichtung "Maschinen- und Systemtechnik) übe ich meine Job bis heute gerne (Automobilindustrie) aus, zwischenzeitlich für einige Jahre unterbrochen, um als Technischer Vertrieb in der Automatisierungstechnik unterwegs zu sein. Alle Jahre wieder wage ich den Blick über den Tellerrand, sodass ich meinen Interessen nachgegangen bin und mir an der IHK Weiterbildungen gegönnt habe: Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten, SPS Industriefachkraft und den Technischen Fachwirt.

Durch das Vorhandensein einer eigenen Familie mit 2 kleinen Kindern und den Wunsch, meinen jetzigen Beruf weiter ausüben zu können, bin ich nach einigem Hin und Her trotz der doch hohen Kosten an einem Fernstudium interessiert.

 

Meine Überlegung ist, dass ich noch mindestens 22 Jahre arbeiten muss, so möchte ich natürlich auf einen Abschluss setzen, der mich einem Job mit Zukunft näher bringt und mir natürlich auch Spaß macht. Daher hab ich die technischen Studiengänge im Visier.

 

Nun zu meiner Frage:

Wie sieht das für Euch aus, wenn ich als gelernter Industriemechaniker "plötzlich" in den Bereich Elektrotechnik und/oder Informatik eintauchen möchte? Wäre da durch meine IHK Weiterbildungen noch ein roter Faden erkennbar?

Oder würden Personaler eher darauf stehen, wenn ich "bei meinen Leisten" bleibe und Maschinenbau studiere?

 

Es geht ja auch darum, die Chancen auf bestimmte Jobs zu erhöhen.

Interessensmäßig stehen IT und Elektrotechnik bei mir hoch im Kurs, Maschinenbau aber auch - nur sehe ich bei dem jetzigen Umbruch in der Produktion und Automobilbranche den "klassischen Maschinenbauer" nicht sehr gut vorbereitet. Täusche ich mich?

 

Ich wäre für Eure Einschätzung sehr dankbar :)

 

 

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Ich bin nicht sehr nah dran an der Automobilindustrie, aber wenn man mal ehrlich ist, stehen die Chancen auf weiteres Wachstum für "den Automobilstandort Deutschland" wohl bestenfalls 50/50. Und falls das ganze Ding mal ins Rutschen gerät, kannst du nur hoffen, schon so weit weg wie möglich zu sein. Denn wenn sich erst mal zehn- oder gar hunderttausende Leute auf einen Schlag neu orientieren müssen, wird es sicher zu gewaltigen Verschiebungen kommen. Aber das ist meine persönliche Einschätzung, vollkommen unfundiert ;-).

 

Wozu ich etwas sagen kann, ist der IT-Bereich: Gerade Lebensläufe spielen hier so gut wie keine Rolle. Gerade gestern habe ich das Profil eines Fachinformatikers bekommen: Ende 40, früher LKW-Fahrer, 79.000 EUR gewünschtes Jahresgehalt (Raum München). Es wimmelt hier nur so vor Quereinsteigern :-).

 

Die Schwierigkeit liegt aber darin, dass Praxiserfahrung das A und O ist. Nebenberuflich (irgendwas mit) Informatik zu studieren und dann direkt in die IT zu wechseln, ohne sich beim Einkommen usw. zu verschlechtern, halte ich für ein gewagtes Unterfangen. Da würde ich mich eher mit einer Umschulung zum Fachinformatiker in einem Unternehmen beschäftigen, ein Studium könnte man dann immer noch anschließen. Aber auch da gilt es natürlich vorübergehend Gehaltseinbußen einzukalkulieren.

 

Interessant könnte es sein, deine bisherige Erfahrung und Expertise mit IT zu verknüpfen. Wenn du das schaffst und verkauft bekommst, könnte das ein interessanter Ansatzpunkt sein. Je nach Interessenlage und eigener Einschätzung könntest du dich bspw. mit Wirtschaftsinformatik so für das untere Management positionieren und so den Umstieg schaffen.

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Danke Dir für die Einschätzung.

 

Mein Gedanke ging schon in die Richtung, das alles zu verknüpfen. Ich bin für die Produktionsanlagen zuständig, die gibt es auch außerhalb der Automobilindustrie :) Aber auch die sollen in Zukunft "smarter" werden, sodass ich glaube, dass tiefere Kentnisse in IT und Elektrotechnik einen gelernten Industriemechaniker auch nützen. Also irgendwo doch schon Maschinenbau, aber eben nicht der "klassische".

 

Alles nicht so einfach... :)

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Was ich vorhin so nicht geschrieben habe: Es kann gut sein, dass wir in Deutschland noch weiter Autos bauen, das aber mehr oder weniger nur noch Hardwarelieferungen sind. Die Musik spielt dann auf Ebene der Software. Das ist ja jetzt schon absehbar, bzw. passiert es gerade (vgl. Tesla und VW's Probleme beim neuen Golf ...).

 

Wenn du dich jetzt mit deiner bisherigen Erfahrung in Richtung Informatik mit Schwerpunkt IoT, Embedded-Systeme, hardwarenaher Programmierung und was nicht noch so alles in dem Gebiet rumschwirrt, aufstellst, dann könnte das ne ziemlich clevere Investition sein.

 

Je nachdem, wo du (nicht) hinwillst, könnte auch Wirtschaftsingenieurwesen noch eine Überlegung wert sein. Die können zwar alles und nix richtig ;-), aber vielleicht ist genau das ja hilfreich für dich, um dann an die Schnittstellen gehen zu können. Schau z.B. mal hier.

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Diese neuen Industrie 4.0 Studiengänge sind mir auch schon über den Weg gelaufen. Hab mich bisher durch den AKAD Katalog geklickt. Klingt in meinen Ohren alles ganz nett, aber mehr auch nicht. Da sehe ich zu viele Grundlagen Kurse. Aber vielleicht kann man über diesen Grundlagenstudiengang noch über extra Kurse Schwerpunkte setzen. Ist aber auch finanziell und zeitlich Mehraufwand - und ob das was bringt?

 

In der Technik fühle ich mich zuhause. Aufbauen, Improvisieren, Probleme einkreisen und lösen sind mein Ding. Die Verknüpfung zwischen Elektrotechnik und Informatik (wie das von Dir benannte ioT) interessieren mich auch sehr. Das wäre auch eine relativ breit aufgestellte Basis für verschiedene Berufszweige - hoffe ich :) Programmiert hab ich bisher nur hobbymäßig (und das auch seit sicherlich 35 Jahren immer wieder mal), allgemeines IT Verständnis ist auf jeden Fall auch vorhanden (bin 11 oder 12 gewesen, als mit dem damals neuen C64 der Wahnsinn mit den durchprogrammierten Nächten losging....heute zwar nicht mehr so exessiv, aber das Faible ist geblieben) :)

Bearbeitet von derbuffer

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vor 7 Stunden, derbuffer schrieb:

Aber vielleicht kann man über diesen Grundlagenstudiengang noch über extra Kurse Schwerpunkte setzen. Ist aber auch finanziell und zeitlich Mehraufwand - und ob das was bringt?

 

Du stehst ja mit dem Fachwirt ganz gut da. Eventuell wären auch Zertifikatsstudiengänge, oder schlicht die Buchung von solchen interessanten Modulen ja eine Option. Dann kannst du dich gezielt nach Interessen und tatsächlichem Nutzen weiterbilden und hast am Ende auch was auf dem Papier.

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Weiterbildung in Modulbauweise je nach Interessenslage und Zukunftsaussichten hatte ich mir nach dem Abschluss zum Technischen Fachwirt auch geschworen. Wenn ich mir die (internen) Stellenausschreibungen anschaue, wächst meine Skepis jedoch, ob ich die gleichen Chancen bekäme wie jemand, der in die Richtung studiert hat (heißt ja meist "abgeschlossenes Studium in XYZ oder vergleichbare...."). Auch wenn ich mir die fachlichen Fähigkeiten durch Module angeeignet habe und eigentlich niemand aus irgendeinem Studium oder Weiterbildung passgenau den Job antritt, dh sowieso immer noch das learing by doing unumgänglich ist.

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vor 8 Stunden, derbuffer schrieb:

Klingt in meinen Ohren alles ganz nett, aber mehr auch nicht. Da sehe ich zu viele Grundlagen Kurse. 

 

Unterschätz diese Grundlagen nicht, ein Studium ist was völlig anderes als eine Ausbildung, Techniker oder ein sps-kurs.

 

Ich dachte am Anfang auch, "naja allgemeines IT-ET-Verständnis ist ja da..." aber eben wirklich nur allgemein und das hilft einem in manchen Skripten nur bis zum Ende des Vorworts.

 

Was spricht denn dagegen, dich an der Fernuni Hagen einzuschreiben, 1-2 Module Informatik zu belegen und ein Semester lang zu testen, ob diese Form des Lernens und die Menge überhaupt was für dich ist?

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vor 35 Minuten, lilienthal schrieb:

Was spricht denn dagegen, dich an der Fernuni Hagen einzuschreiben, 1-2 Module Informatik zu belegen und ein Semester lang zu testen, ob diese Form des Lernens und die Menge überhaupt was für dich ist?

 

Danke Dir.

Es spricht nichts gegen ein Fernstudium. Wie oben erläutert, ist das mein Gedanke und ich stelle mir auch vor, dass das komplett anders wird als ich bisher gewohnt war.

Meine Zweifel gehen Richtung Außenwirkung, wenn ich - aus dem Bereich der Mechanik komme (nur den Lehrberuf und Berufsbezeichnung betrachtet, in der Realität findet längst ein bereichsübergreifendes Arbeiten statt, dh inkl Elektrik und IT) und daraus ein Komplettpaket stricken möchte, indem ich mir noch "offiziell" die Elektrotechnik und Informationstechnik aneigne. Ist das dann noch interessant für die Entscheider?

 

Da es an den privaten Fernhochschulen schon Abschlüsse mit ziemlich gemischten Inhalt gibt (als Beispiel diverse Industrie 4.0), stelle ich mir mehrere Fragen:

- die Inhalte werden in der gleichen Zeit vermittel wie die klassischen Studiengänge. Da wird es im Vergleich wohl an Tiefe fehlen (ähnlich ist es auch mit der Ausbildung zum Mechatroniker vs Elektriker/Mechaniker)

- wie sind die Studiengänge mit sehr gemischtem Inhalt im Markt angesehen? Weder Fisch noch Fleisch, weil nicht spezialisiert genug, oder breit genug, um ausreichend die Grundlagen zu können und den Feinschliff im Job zu bekommen?

- wie würde ich im Vergleich dastehen, wenn ich sage "okay, ich bin ein 'fertiger' Mechaniker und packe nun noch Elektrotechnik oder (ggf) und Informationstechnik* oben drauf."? Ich weiß, das ist ne Frage, die könnt Ihr sicherlich nicht so beantworten. Möchte Eure Gedanken dazu erfahren :)

 

*dabei noch ausgeklammert, ob es nur bei der technischen oder angewandten IT bleibt....da bin ich mir auch noch nicht sicher

Bearbeitet von derbuffer
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Mal angenommen du willst in deinem (wohl größeren) Unternehmen bleiben: Welche Positionen würden dich denn reizen? Und welche Ausbildungen/Titel haben die Leute, die sie besetzen? Bzw. was wird in den Stellenausschreibungen gesucht?

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