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vor 18 Stunden, Steffen85 schrieb:

kein AG (außer dem ö. D.) zahlt für die Kinder extra. 

 

Indirekt ist das Nettogehalt dadurch etwas höher, als sich die Steuern etwas reduzieren, zum Beispiel durch die Pauschalen für die Kinder. Und es das Kindergeld gibt.

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vor 7 Stunden, unrockbar schrieb:

Die Frage ist, warum sollte er? Der AG bezahlt die Arbeitsleistung und nicht einen gewünschten Lebensstandard. Wenn Kinder dazu kommen, wird die Arbeitsleistung ja nicht mehr oder wertvoller.

 

Die Kritik geht hier wohl eher an das "System insgesamt". Sinnvolle Forderungen wären z.B. stärkere steuerliche Entlastungen oder mehr Kindergeld.

 

vor 7 Stunden, unrockbar schrieb:

Der Generationenvertrag sieht vor, dass die Leute im mittleren Alter das Geld für ihre Kinder und das Geld für die Rente der Älteren ranschaffen. Sowie dass die heute Jüngeren dann dasselbe in ihrem mittleren Alter machen. Ich muss übersehen haben, dass die Älteren im Generationenvertrag etwas dazu beitragen, dass Menschen mit Kindern entlastet werden. Höchstens über die Steuern, die für alle gelten (Mehrwert etc.), und über ein frühzeitiges Ableben (was natürlich niemandem zu wünschen ist).

 

Damit so ein System funktioniert, müssen aber genug Menschen in der jüngeren Generation nachkommen. Ansonsten passiert das, was wir gerade haben: zu wenig junge Menschen auf zu viele alte... Daher müssten alle ein Interesse daran haben, dass genügend Kinder geboren werden, und das müsste sich z.B. in entsprechenden staatlichen Anreizen niederschlagen.

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Am 14.8.2019 um 16:56 , ClarissaD schrieb:

Damit so ein System funktioniert, müssen aber genug Menschen in der jüngeren Generation nachkommen. Ansonsten passiert das, was wir gerade haben: zu wenig junge Menschen auf zu viele alte... Daher müssten alle ein Interesse daran haben, dass genügend Kinder geboren werden, und das müsste sich z.B. in entsprechenden staatlichen Anreizen niederschlagen.

 

Exakt - und da hilft es auch den Parteien nicht der immer größeren Wählerschaft der (potentiellen) Rentner Geschenke, wie Rente mit 63 etc. pp. zu machen. Geschweige als "Rentner" die Augen vor der Realität zu verschließen "aber ich habe doch mein Leben lang gearbeitet und akzeptiere keine Einschnitte". Denn die junge Generation ist mobiler denn je und bei entsprechender finanzieller Belastung dann einfach ausgewandert. Wo keine Zahler, da keine Rente.

Bearbeitet von Muddlehead

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Wobei ich es ja abgesehen von der Finanzierung der Rente ja sinnvoller finden würde, wenn die Weltbevölkerung sinkt, statt immer mehr zu wachsen. Gleiches gilt für die Wirtschaft. Aber nun gut, anderes Thema 😉.

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Es gibt da ein spannendes Video , dass mit Statistik erklärt, warum die Weltbevölkerung nicht "unendlich" wächst:

 

 

Bearbeitet von Muddlehead

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Es ist durchaus fraglich, ob mehr finanzielle Transfers zu Gunsten von Familien die in Deutschland niedrige Geburtenrate steigern würden. Im internationalen Vergleich findet da ja durchaus eine Menge statt.

 

Ich denke, dass das Kinderwunschmotiv sich verändert hat. Menschen in technologisch weniger entwickelten Ländern erhoffen sich von Kindern z.B. tatkräftige Mithilfe in der Landwirtschaft oder im Kleingewerbe. Kinder werden in vielen Kulturen auch als individuelle Altersabsicherung gesehen. Mehr Kinder bedeuten dann mehr Mithilfe und mehr Absicherung.

 

Diese Motive spielen in unserer Kultur keine Rolle mehr. Man bekommt Kinder aus emotionalen Gründen, also um in einer positiven Beziehung mit einem Kind zu leben, sich selbst in der Elternrolle zu erleben. So ein emotionales Motiv ist mit ein bis zwei Kindern ganz gut zu befriedigen. Mehr bringt nicht mehr.

 

Ein Stück weit ist ein Kind für viele auch ein Lebensprojekt. Aus dem Kind soll was werden. Man selbst möchte die Elternrolle gut ausfüllen, das Kind fördern, unterstützen, emotional begleiten. Geteilte Aufnerksamkeit macht es schwieriger, diese erhöhten Ansprüche an die Elternrolle zu erfüllen. In dieser Logik kann es sinnvoll erscheinen, die begrenzten Ressourcen in ein bis zwei Kinder zu investieren, statt in drei oder mehr. Mehr Geld löst dieses Problem nicht. Heutige Eltern erwarten von sich mehr als materielle Daseinsfürsorge.

 

Das könnte jedenfalls der Grund dafür sein, dass sich Deutschland eine vergleichsweise teure Familienpolitik leistet, bestehende Leistungen ausbaut, neue Leistungen erfindet und die Leute sich trotzdem nicht dafür entscheiden, mehr Kinder zu bekommen. Und der Grund dafür, dass global betrachtet viele Kinder vor allem dort geboren werden, wo es seitens der Politik wenig Unterstützung für Familien gibt.

 

Eine wesentliche Rolle dürfte auch spielen, dass Frauen heute gut ausgebildet sind und (zu recht) Ansprüche an Selbstverwirklichung außerhalb von Heim und Familie haben. Das ist mit Kind schwierig und mit vielen Kindern umso schwieriger. Das führt insbesondere bei hochqualifizierten Frauen dazu, die Familiengründung weit hinauszuschieben, oft bis es zu spät ist. Auch hier hilft Geld nur bedingt. Eine promovierte Frau wird sich ihre Ambitionen auf eine wissenschaftliche Karriere nicht für mehr Kindergeld und einen Steuervorteil abkaufen lassen.

 

Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben könnte manchen den Mut machen, sich für ein weiteres Kind zu entscheiden. Hier investiert die Politik in jüngerer Zeit auch. Ein Problem hierbei ist: Die Vereinbarkeit soll allein vom Staat in Form von Kinderbetreuung hergestellt werden. Die Arbeitswelt soll sich möglichst nicht ändern. Mama und Papa können Vollzeit arbeiten, weil die Kinder ganztags in Krippe, Kindergarten, Schule und Hort sind. Das passt aber nicht gut zum emotionalen Kinderwunschmotiv und zum Anspruch, persönlich da zu sein.

 

Echte Vereinbarkeit bräuchte eine Arbeitswelt, in der man Chancen auf berufliche Entwicklung hat, obwohl man als Mutter und als Vater persönlich für seine Kinder da sein möchte. Von so einer Arbeitswelt sind wir noch weit entfernt. Im Moment bauen wir Betreuungssysteme um die bestehende Arbeitswelt herum und wundern uns, dass die Leute trotzdem nur ein bis zwei Kinder wollen. Eine solche Arbeitswelt kann die Politik wohl auch nicht im Alleingang verordnen. Da müsste sich auch in den Unternehmen etwas verändern.

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vor 34 Minuten, kurtchen schrieb:

Ich denke, dass das Kinderwunschmotiv sich verändert hat. Menschen in technologisch weniger entwickelten Ländern erhoffen sich von Kindern z.B. tatkräftige Mithilfe in der Landwirtschaft oder im Kleingewerbe. Kinder werden in vielen Kulturen auch als individuelle Altersabsicherung gesehen. Mehr Kinder bedeuten dann mehr Mithilfe und mehr Absicherung.

 

Hans Roslings Theorie ("Factfulness" – Buchtipp), kurzgefasst: Kultur spielt weniger eine Rolle als gemeinhin angenommen. Es geht vor allem um Partizipation an der wirtschaftlichen Entwicklung. Vergleicht man dann Lebensumstände von Haushalten mit vergleichbaren Einkommen, ist es egal, ob man nach Europa, Westafrika oder in die Mongolei schaut: die wesentlichen Dinge werden sich gleichen (vgl. Dollar Street). Analog dazu verhält es sich mit den Geburtenraten. Je besser es den Menschen wirtschaftlich betrachtet geht, desto weniger Kinder bekommen sie. Das Muster ist immer und überall gleich.

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vor 1 Stunde, kurtchen schrieb:

Ich denke, dass das Kinderwunschmotiv sich verändert hat. Menschen in technologisch weniger entwickelten Ländern erhoffen sich von Kindern z.B. tatkräftige Mithilfe in der Landwirtschaft oder im Kleingewerbe. Kinder werden in vielen Kulturen auch als individuelle Altersabsicherung gesehen. Mehr Kinder bedeuten dann mehr Mithilfe und mehr Absicherung.

 

 

Für Afrika wurde das bereits widerlegt. Es geht auch viel um Status, d.h. viele Kinder bedeutet hohes Ansehen. Ist in anderen Landesteilen sicher nicht gleich.

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vor 1 Stunde, thb schrieb:

Vergleicht man dann Lebensumstände von Haushalten mit vergleichbaren Einkommen, ist es egal, ob man nach Europa, Westafrika oder in die Mongolei schaut: die wesentlichen Dinge werden sich gleichen. [...] Je besser es den Menschen wirtschaftlich betrachtet geht, desto weniger Kinder bekommen sie.

Wahrscheinlich hast du mich missverstanden. Oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich glaube, dass Menschen in anderen Kulturen ebenfalls weniger Kinder bekommen würden, wenn sie in vergleichbaren wirtschaftlichen Umständen leben würden.

 

Das ändert aber nichts daran, dass ich nicht glaube, dass höhere direkte Geldleistungen an Familien (unter unseren sozioökonomischen Umständen) einen positiven Effekt auf die Geburtenrate hätten.

 

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Einen Effekt auf die Geburtenrate haben gute bereitgestellte Möglichkeiten, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen. In Frankreich haben unglaublich viele Familien zwischen 2 und 3 Kinder. 3 sind ziemlich normal. Was auffällt: Die Eltern sind im Durchschnitt erheblich jünger als bei uns.

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