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mazine

Fachbereichwechsel nach staatlich gepr. Techniker

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Hallo zusammen,

ich mache mir derzeit relativ viele Gedanken über meine berufliche Zukunft, weil ich in meinem aktuellen Job nicht sonderlich glücklich bin.
Ich habe nach meiner Ausbildung direkt eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker gemacht und arbeite momentan als Konstrukteur im Sondermaschinenbau. Dieser Tätigkeit gehe ich nun seit ca. 2,5 Jahren nach und es wird mir immer mehr klar, dass ich darin für mich keine Zukunft sehe. Es macht mir einfach keinen Spaß meinen Kopf den ganzen Tag in ein CAD-Programm zu stecken, außerdem habe ich das Gefühl, dass es meinen Kollegen deutlich leichter fällt konstruktive Problemlösungen zu finden und allgemein die ganzen Zusammenhängen verschiedenster Anlage zu verstehen.

Kurz gesagt: Ich habe das Gefühl nicht sonderlich gut in meinem Job zu sein, was extrem frustrierend ist, an meinem Selbstbewusstsein nagt und mich teilweise schon in meinem Privatleben beeinflusst.
Was für mich jetzt in Frage kommen würde, wäre ein Bachelorstudium zum Wirtschaftsingenieur an der Diploma Hochschule, weil in diesem Fall um 3 Semester durch meine Weiterbildung verkürzt werden könnte, wodurch dann noch 4 Semester Studienzeit übrig blieben. Erhoffen würde ich mir dadurch eher in ein betriebswirtschaftliches Umfeld bzw. Marketing/Vertrieb zu kommen. Grundsätzlich erscheint das in meinem Kopf als deutlich logischer als meine zweite Überlegung, weil dieses Studium m.M.n. sehr gut auf meine Aus- und Weiterbildung aufbauen würde. Meine Angst bei dem Ganzen ist mein ganzes Leben quasi im Maschinenbau "zu hängen". Eigentlich muss ich mir selber vorwerfen mir nicht vor dem Techniker schon mehr Gedanken darüber gemacht zu haben, ob ich in diesem Umfeld bleiben möchte oder nicht, aber damals als frisch Ausgelernter waren halt die Gedanken eher "du bist dann weg von der Maschine, hast einen guten Bürojob und machst dabei interessante Dinge."

Die zweite Überlegung:
Ich studiere Wirtschaftsinformatik, da ich sowohl Interesse an wirtschaftliches Themen sowie der Informatik habe und mache damit praktisch eine berufliche Kehrtwende. Was natürlich zur Folge hätte, dass mein bisheriger Berufsweg erstmal relativ sinnlos wäre, aber damit müsste ich dann leben. Außerdem wäre ich beim Abschluss 29 Jahre alt (bei 48 Monatsmodell der IUBH) also fast 30 ohne Berufserfahrung in diesem Bereich, was sich im ersten Moment mal nicht sonderlich gut anhört. Eine Möglichkeit das zu verhindern wäre wahrscheinlich vor dem Ende des Studiums meine Vollzeitstelle zu kündigen und zu versuchen an Praktika im Bereich der Wirtschaftsinformatik zu kommen. Ist diese Vorgehensweise gängig für Fernstudenten? Grundsätzlich ist bei mir einfach ein Drang zu spüren etwas neues zu lernen und mich zu verändern, was natürlich mit meiner aktuellen Unzufriedenheit zusammenhängt.

Also mein Kopf sagt mir Wirtschaftsingenieur an der Diploma, weil relativ kurze Studiendauer, ich kann vorhandenes Wissen einbringen und mir Wissen in wirtschaftlichen Themen aneignen, womit ich danach einen Job finden kann, welcher mehr meinen Interessen entspricht als mein jetziger. 
Mein Bauch sagt mir Wirtschaftsinformatik, weil in diesem Studiengang zwei Interessen von mir kombiniert werden und ich denke, dass die Nachfrage an Leuten in dieser Fachrichtung stetig steigen wird. 


Was haltet ihr von meinen Gedankengängen? Wäre es eine schlechte Entscheidung jetzt den Fachbereich zu wechseln und wieder bei null anzufangen?
Vielleicht findet sich ja hier jemand, der eine ähnlich Änderung vorgenommen hat und möchte seine/ihre Erfahrungen mit mir teilen.


Viele Grüße und einen schönen Abend  

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vor 12 Stunden, mazine schrieb:

Ich studiere Wirtschaftsinformatik, da ich sowohl Interesse an wirtschaftliches Themen sowie der Informatik habe und mache damit praktisch eine berufliche Kehrtwende.

 

Interesse an Informatik gleicht so ungefähr dem Interesse an Autos ;-). Was genau interessiert dich? Womit hast du dich privat schon beschäftigt?

 

vor 12 Stunden, mazine schrieb:

Was natürlich zur Folge hätte, dass mein bisheriger Berufsweg erstmal relativ sinnlos wäre, aber damit müsste ich dann leben.

 

Nein, das musst du nicht so schwarz/weiß sehen. Wenn ich mir jetzt mal Softwareentwicklung als ein mögliches Arbeitsfeld rauspicke, dann findet die nie im luftleeren Raum statt. Software-Entwickler müssen die Domäne ihrer Kunden und Anwender verstehen, um deren Probleme mit Software adressieren zu können. Wer da ein Thema also nicht nur aus Sicht von 1 und 0, sondern auch aus Anwendersicht betrachten kann, hat einen enormen Vorteil.

 

Ein Bekannter von mir etwa hat einen ähnlichen formalen Bildungsweg inkl. Techniker und arbeitet nun als Berater und Softwarearchitekt für kleine Mittelständler, zu deren "Maschinen" eben auch Softwarelösungen gehören. Das ließe sich also durchaus verbinden.

 

vor 12 Stunden, mazine schrieb:

Außerdem wäre ich beim Abschluss 29 Jahre alt (bei 48 Monatsmodell der IUBH) also fast 30 ohne Berufserfahrung in diesem Bereich, was sich im ersten Moment mal nicht sonderlich gut anhört. Eine Möglichkeit das zu verhindern wäre wahrscheinlich vor dem Ende des Studiums meine Vollzeitstelle zu kündigen und zu versuchen an Praktika im Bereich der Wirtschaftsinformatik zu kommen. Ist diese Vorgehensweise gängig für Fernstudenten?

 

Wenn du dir das leisten kannst, ist das definitiv eine sehr sinnvolle Option. Denn du hast recht: Ganz ohne Praxiserfahrung wird es nicht gehen. Allerdings gibt es weitere Wege: Wenn du bspw. in die Entwicklung willst, kannst du hier privat viel machen und den Nachweis bspw. in Form von eigenen Projekten erbringen. Vergleichbar mit Designern, die sich mit einer (digitalen) Mappe vorstellen.

 

Wenn du über Praktika nachdenkst und es finanziell drin ist, könntest du auch überlegen, ob du nicht ein duales Studium machst und gleich über drei Jahre wenigstens etwas Geld verdienst (was ja auch immer Verhandlungssache ist!). Das hätte viele Vorteile.

 

vor 12 Stunden, mazine schrieb:

Was haltet ihr von meinen Gedankengängen? Wäre es eine schlechte Entscheidung jetzt den Fachbereich zu wechseln und wieder bei null anzufangen?

 

Ich finde, das was du beschrieben hast, klingt sehr reflektiert und du solltest deinem Bauchgefühl folgen. Selbst wenn es nicht klappt, kannst du ja in deinen alten Beruf zurückkehren.

 

Ich würde dir allerdings empfehlen, den Zielkorridor noch ein wenig enger zu schnüren. Informatik ist ein wahnsinnig breites Feld, und Wirtschaftsinformatik (übrigens ebenso wie Wirtschaftsingenieurwesen) qualifiziert dich erst mal nicht per se direkt für einen Job. Sondern es ist eine Schnittstellenfunktion, die in mehrere Richtungen Türen öffnet. Aber durch welche du wirklich durchgehen willst, das musst du selbst entscheiden. 

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vor 12 Stunden, mazine schrieb:

Kurz gesagt: Ich habe das Gefühl nicht sonderlich gut in meinem Job zu sein, was extrem frustrierend ist, an meinem Selbstbewusstsein nagt und mich teilweise schon in meinem Privatleben beeinflusst.
Was für mich jetzt in Frage kommen würde, wäre ein Bachelorstudium zum Wirtschaftsingenieur an der Diploma Hochschule, weil in diesem Fall um 3 Semester durch meine Weiterbildung verkürzt werden könnte, wodurch dann noch 4 Semester Studienzeit übrig blieben. Erhoffen würde ich mir dadurch eher in ein betriebswirtschaftliches Umfeld bzw. Marketing/Vertrieb zu kommen.

 

 

Warum gehst du nicht direkt in Richtung BWL / Vertrieb / Marketing, bzw. möchtest du in einem speziellen Wirtschaftsbereich in den Vertrieb / Marketing? Von der Anrechenbarkeit alleine würde ich es nicht abhängig machen, nachher studierst du etwas, was dich deinen beruflichen Wünschen nicht weiterbringt.

 

vor 12 Stunden, mazine schrieb:

Die zweite Überlegung:
Ich studiere Wirtschaftsinformatik, da ich sowohl Interesse an wirtschaftliches Themen sowie der Informatik habe und mache damit praktisch eine berufliche Kehrtwende. Was natürlich zur Folge hätte, dass mein bisheriger Berufsweg erstmal relativ sinnlos wäre, aber damit müsste ich dann leben. Außerdem wäre ich beim Abschluss 29 Jahre alt (bei 48 Monatsmodell der IUBH) also fast 30 ohne Berufserfahrung in diesem Bereich, was sich im ersten Moment mal nicht sonderlich gut anhört. Eine Möglichkeit das zu verhindern wäre wahrscheinlich vor dem Ende des Studiums meine Vollzeitstelle zu kündigen und zu versuchen an Praktika im Bereich der Wirtschaftsinformatik zu kommen. Ist diese Vorgehensweise gängig für Fernstudenten? Grundsätzlich ist bei mir einfach ein Drang zu spüren etwas neues zu lernen und mich zu verändern, was natürlich mit meiner aktuellen Unzufriedenheit zusammenhängt.

 

Hier kann ich mich nur thb anschließen, was genau interessiert dich an WI, vlt gibt es alternative Studiengänge die deine Wünsche besser kombinieren durch Vertiefungen/Spezialisierungen etc.

 

Fehlende Berufserfahrung kann ein Kriterium sein, muss es aber nicht. Das hängt von sehr sehr vielen Faktoren ab, zu einem wie deine Grundvoraussetzungen sind ( die wären ja z.B. mit dem Studium und wenn möglich Praktika erfüllt) und dann auch von den Wünschen vom Arbeitgeber - möchte er vielleicht einen Quereinsteiger der eine andere Sicht auf die Dinge hat? Werden in der Branche gerade dringend Mitarbeiter gesucht? Viel hängt einfach vom richtigen Zeitpunkt und manchmal auch Glück ab.

ABER wenn die Grundbedingungen stimmen und du alles getan hast, was einem Arbeitgeber zeigt, dass du diesen Job machen möchtest, hast du gute Chancen.

Lese mal ein paar der Blogs hier quer, hier sind einige dabei, die auch älter als du waren und nochmal einen beruflichen Wechsel nach dem Studium vollzogen haben, man weiß einfach vorher nicht, ob der Plan den man sich macht in 3 bis 4 Jahren auch aufgeht. Aber ansonsten bleibt die Frage : Was wäre wenn?

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