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Belegung einzelner Module - Elektrotechnik


Empfohlene Beiträge

Am 20.6.2020 um 21:34 , kurtchen schrieb:

Mal ein Beispiel, was es bringen könnte: Ich bin Informatiker. Aktuell programmiere ich Steuersoftware für Verhaltensexperimente mit Insekten. Dafür muss ich einerseits mit Biologen kommunizieren, um zu verstehen, worauf es bei den Experimenten ankommt. Und andererseits mit unserem Elektroniker, der die Hardware für die Apparate baut. Da merke ich oft, dass es die Zusammenarbeit erleichtern würde, wenn ich mehr über Elektronik und Elektrotechnik wüsste.

 

Verstehe ich... 

Ich bin elektr. Antriebstechniker (hab den Käse an einer FH studiert).

 

Wenn ich meinem Chef jetzt käme:
"Du sag mal... ich möchte Informatik studieren, muss C und C++ lernen..."

 

Was meinst du, wie der mich anguckt? Der erwartet von mir, dass ich mir das Zeug selbst aneigne, dafür bin ich Ingenieur. Von mir aus bezahlt er diese Arbeitszeit, in der ich das tue... 

 

Aber Leute... wir sind Akademiker oder wir wollen es sein. Wer nicht in der Lage ist, sich in gewisse Themen selbst einzuarbeiten/einzulesen ohne Betreuung... der ist kein Akademiker. Punkt. 

Wenn ich in meinem Job ein Problem habe, dann habe ich ja auch keine Nummer vom Tutor, der die Lösung für mich parat hält.

Macht euch das bitte mal klar. Ein "richtiger" Akademiker bewegt sich in Sphären, die nur wenige oder keiner kennt. Das heißt... er ist allein und muss selbst sicherstellen, dass seine Ergebnisse stimmen oder zumindest plausibel sind.


Wir verdienen das viele Geld aber nicht für "Kann ich", sondern für "Geht nicht, ich finde raus, warum und wie man es beheben kann..."

Bearbeitet von roth
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Hier war ja nicht die Rede davon, seinem Chef mit irgendwelchen Ansprüchen zu kommen, sondern bestimmtes Fachwissen in Form eines Modulstudiums gezielt nachzurüsten. Natürlich kann man sich in alle möglichen Themen selbst einlesen. Ich denke, dass es trotzdem Vorteile hat, wenn man sich die Zeit nehmen kann, einem strukturierten Curriculum zu folgen. Und finde es prinzipiell gut, wenn es Möglichkeiten zur Weiterbildung auf Hochschulniveau gibt.

 

Ich arbeite ja aktuell in einem wissenschaftlichen Umfeld, d.h. meine Kollegen und Vorgesetzten sind Leute, die forschen und publizieren. Das ist nun eigentlich das, was ich mir unter einem Akademiker vorstelle. Und mein Eindruck ist, dass diese Leute durchaus Wertschätzung für die Fachlichkeit haben, die man durch ein strukturiertes Ausbildungsprogramm erwerben kann. Die Vorstellung, sich künftig alles selbst beibringen zu müssen, weil man sonst kein richtiger Akademiker sei, ist mir dort jedenfalls noch nicht begegnet.

 

Auch erlebe ich meine Kollegen nicht als Menschen, die Probleme alleine lösen. Es gibt ein hohes Maß an fachlichem und überfachlichem Austausch. Ich sehe eine hohe Bereitschaft, den Rat von Leuten zu suchen, die etwas besser wissen oder können als man selbst. Und das sind nicht immer nur Akademiker.

Bearbeitet von kurtchen
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Es war nie meine Absicht, irgendeine Form der Weiterbildung schlecht reden zu wollen.

Aber bei den stolzen Preisen, welche die WBH für einen Nano Degree aufruft, sehe ich mich irgendwie doch berufen, zu hinterfragen, ob das denn das viele Geld wirklich wert ist.

 

Klar, für meinen Master zahle ich in Summe knapp 10.000 EUR. Aber da habe ich am Ende auch ein Zeugnis, das mich als M.Eng. ausweist, bis in alle Ewigkeit, staatlich anerkannt usw.

 

Beim Nano Degree habe ich ein Zertifikat, dass ich eine bestimmte Klausur bestanden habe. Das ist, je nach Betrieb, alles oder eben auch nichts. Und es ist auch nach einem Wechsel des Betriebs alles... oder eben nichts...

 

Den Master habe ich (irgendwann), den kann kein Betrieb dieser Welt anzweifeln. Aber ein Zertifikat von einer Fernhochschule. Naja ;)

 

PS:
Meine Kurse in 2020 sind alle ausgefallen, also bin ich gerade dabei mich selbst in die "Hochsprache" SCL einzufuchsen, daneben noch ein bißchen in die Tiefen der PLC-Programmierung und HTML brauche ich demnächst auch noch...

Eigenantrieb, das ist der Schlüssel. Mehr braucht es selten.

Bearbeitet von roth
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Ja, das ist tatsächlich blöd, dass akademische Weiterbildung oft sehr teuer ist. Ich würde z.B. aktuell gerne mehr über Datenanalyse und Datenvisualisierung lernen. Und da gibt es auch ganz interessante Weiterbildungsangebote. Aber wenn dann 5 ECTS an die 2000 Euro kosten, kaufe ich mir doch lieber ein gescheites Buch.

Bearbeitet von kurtchen
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vor 10 Stunden, kurtchen schrieb:

Ja, das ist tatsächlich blöd, dass akademische Weiterbildung oft sehr teuer ist. Ich würde z.B. aktuell gerne mehr über Datenanalyse und Datenvisualisierung lernen. Und da gibt es auch ganz interessante Weiterbildungsangebote. Aber wenn dann 5 ECTS an die 2000 Euro kosten, kaufe ich mir doch lieber ein gescheites Buch.

 

Alternativ gibt es geniale Videokurse auf Plattformen wie coursera.org, edx.org und udacity.com.

Die kann man meines Wissens auch kostenlos anschauen wenn man am Ende kein Zertifikat möchte (oder 35 Dollar pro Monat, was ja noch ok ist).

Tolle Kurse mit dabei, in allen Wissensgebieten, und zwar von den Profs aus den besten Unis der Welt (MIT, Stanford, Harvard,usw.). Kann ich nur empfehlen ! Toll was das Internet so alles anbieten kann :)

Auch Edukatico.org ist cool und hat sogar ein deutschsprachiges Angebot !

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Ja, solche Plattformen finde ich mittlerweile auch interessant. Für mich als Informatiker z.B. weil es dort Angebote für Sprachen und Frameworks gibt, die noch längst nicht in die Lehrpläne der Hochschulen vorgedrungen sind. In meinem Job programmiere ich z.B. aktuell in Go. Für den Einstieg in die Sprache habe ich einen Online-Kurs genutzt. Den habe ich gar nicht zu Ende gemacht, denn sobald ich produktiv wurde, konnte ich an den Problemen weiterlernen. Aber der Kurs war trotzdem sein Geld wert. Go hat ein paar eigenwillige Sprachkonzepte und es hat meine Einarbeitung sehr beschleunigt, bestimmte "Ecken und Kanten" einmal explizit erklärt zu bekommen.

 

Außerdem sind solche Angebote vergleichsweise günstig. Das ist oft eine gute Möglichkeit, punktgenau Wissen nachzutanken. Und da hat roth natürlich einen Punkt: Wer ein Hochschulstudium absolviert hat, sollte das Mindset und die Arbeitstechnik haben, z.B. solche Möglichkeiten zu finden und auch effektiv zu nutzen.

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