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Umgang Kollegen/ Vorgesetzter: Fernstudium & Arbeit


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Hey Leute,

 

ich bin neu hier und würde mich über ein paar Erfahrungswerte von Euch freuen.

Ich schreibe mich nun, für einen Fernstudiengang an der IUBH ein und wollte mal ganz allgemein ein paar Fragen dazu stellen, wie Ihr damit so umgegangen seid. Zu meiner Situation: Ich habe bereits einen Bachelorabschluss, eine Ausbildung und arbeite in meinem erlernten Ausbildungsberuf auf Vollzeitbasis. Das Studium wird mir, so hoffe ich natürlich, beruflich nochmal mehr Türen öffnen, da ich definitiv nicht bis zur Rente in meinem derzeitigen Job arbeiten will (zu wenig Verdienst, zu viel Routine, keine Aufstiegsmöglichkeiten = völlige Stagnation). Für mein Gemüt ist so langsam Sense. Mein Problem an der Sache ist, wie offen kann ich mit meinen Plänen umgehen?! Habt ihr eure Pläne und Ziele offen kommuniziert? Mir wird nämlich geraten, dass ich mit meinem Vorgesetzten über mein Studium sprechen soll - ihn einweihe. Ich glaube, dass sich Leute, die nicht in dieser Situation sind, das Ganze zu einfach vorstellen. Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? 

Vielleicht würde mein Vorgesetzter das befürworten aber ich denke eher, dass er dann Sorge hat, dass ich mich nach dem Abschluss aus dem Staub mache. Und ehrlich gesagt, das könnte ja auch passieren - Ziel ist es immerhin, mehr aus meinem bisherigen beruflichen Werdegang zu machen.

Ich tendiere daher eher dazu, dass ich das ganze Studium verschweige (was sicher nicht immer einfach sein wird), weil ich ja nun mal auch Praktika absolvieren muss, wofür ich meine Urlaubstage einplane. Mein AG würde mir sicherlich nicht unbezahlten Urlaub gewähren, um meine beruflichen Chancen zu fördern :D und, wenn meine Kollegen wüssten, dass ich meine Urlaubstage für Praktika nutze, würden die das nicht ok finden. Mir wurde nämlich schon gesagt, dass es Probleme geben könnte, wenn ich keinen längeren Urlaub nehme, sondern nur vereinzelt Tage. Damit will ich sagen, dass der Erholungseffekt bei einem Praktikum sicher noch viiiiiiiiiiiiiiiiiel weniger gegeben wäre und meine Kollegen dann sicher rum mauscheln würden. Ohne die Praktika wäre es deutlich einfacher offen damit umzugehen aber diese Offenheit könnte mir auch einen richtig fetten Strich durch die Rechnung ziehen.

Was sind Eure Erfahrungen? Interessiert mich brennend :) 

 

Bearbeitet von amilo
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Wie immer: Es kommt darauf an. 

Ich selbst habe meinen Chef von Anfang an eingeweiht und klar gemacht, dass ich "für die Arbeit" studiere und nicht arbeite um zu studieren. Da ich in einem Konzern arbeite ist vermutlich auch generell die Angst, das man nach dem Studium sich einen anderen Job sucht, eher geringer. Allgemein habe ich das Studium bei den Kollegen erwähnt, gehe aber nicht damit hausieren. War tatsächlich auch spannend zu beobachten wie sich die Neuigkeiten wie ein Lauffeuer verbreitet hat, nachdem ich das Studium in einem Nebensatz einem Kollegen gegenüber erwähnt habe. 

In Deiner Situation kann das natürlich anders sein. Wenn klar ist, dass Dich das Studium in eine andere berufliche Richtung treibt sehe ich da eher Missfallen beim AG. Insofern würde ich das Studium eher unter den Radar halten. Wie es jedoch arbeitsrechtlich aussieht, wenn du in deinem Urlaub arbeitest solltest du aber nochmal abklären. Urlaub ist für die Erholung da, nicht zum arbeiten. Wenn dein Chef oder die Kollegen das mitkriegen könnte das Problem mit sich bringen. 

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Da kann man leider nicht pauschal zu irgendwas raten. Aber tendenziell würde ich davon ausgehen, dass ein Arbeitgeber ein parallel laufendes Studium eher negativ auffassen wird und dir vielleicht sogar Steine in den Weg legen will.

Die Frage ist auch eher, was du dir davon erhoffst, wenn du deinen Arbeitgeber einweihst - unterstützten wird er dich bestimmt nicht dabei, dass du schneller und besser woanders unterkommst ;) 

Auch Kollegen gegenüber würde ich es nicht erwähnen, da du nie wissen kannst, wie missgünstig diese sind. 

 

Ich würde das Studium einfach verschweigen, und wenn du dich irgendwann auf die Suche nach einem Praktikum machen musst, würde ich dies direkt mit einem Jobwechsel verbinden (also in einem neuen Unternehmen als (bezahlter) Praktikant anfangen und dann eine reguläre Stelle dort antreten).

Falls dir das zu riskant ist, kannst du natürlich auch tatsächlich nach unbezahlter Freistellung fragen, aber würde dann nicht das Studium als Grund nennen, sondern mir irgendwas anderes überlegen (Pflege Angehöriger oder Ähnliches).

Bearbeitet von Gast
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Zuerst ein paar Fragen, denn die Ausgangslage ist nach Ihrer Beschreibung doch noch sehr abstrakt:

 

Wie groß ist denn das Unternehmen, in dem Sie arbeiten, amilo? Gibt es in diesem Unternehmen so einen Arbeitsplatz, wie Sie ihn anstreben? Und wenn Sie schon einen Bachelor haben (welche Richtung?), warum arbeiten Sie dann immer noch in Ihrem Ausbildungsberuf und haben Ihr Arbeitsfeld (und ggf. den Arbeitgeber) nicht schon nach dem Bachelor gewechselt?

Bearbeitet von KanzlerCoaching
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Moin amilo, 

ob man damit nun offen umgeht oder es als Privatsache handelt: Ich persönlich würde nicht den Kopf des AGs und der Kollegen zerbrechen :wink:

 

Zitat

Vielleicht würde mein Vorgesetzter das befürworten aber ich denke eher, dass er dann Sorge hat, dass ich mich nach dem Abschluss aus dem Staub mache. Und ehrlich gesagt, das könnte ja auch passieren - Ziel ist es immerhin, mehr aus meinem bisherigen beruflichen Werdegang zu machen.


Das muss ja nicht zwangsläufig so sein: Er könnte auch Chancen darin sehen, dass da jemand aufsattelt und vielleicht für höhere Positionen im Unternehmen (je nachdem) qualifiziert wäre oder eine Stelle dafür schaffen, die entsprechend passt. 
Oder dass er dir ganz andere Angebote macht, weil er Sorge hat, dass bald jemand 'nen Abflug macht, den er vermissen würde? Alles ebenfalls drin!
Das kann sogar so weit gehen, dass manche AGs das Fernstudium zahlen und fördern. 
 

Zitat

Ich tendiere daher eher dazu, dass ich das ganze Studium verschweige (was sicher nicht immer einfach sein wird), weil ich ja nun mal auch Praktika absolvieren muss, wofür ich meine Urlaubstage einplane.


Je nachdem, welche Praktika das sein sollen, wird man mit den Urlaubstagen eventuell schwer hinkommen. Bei mir zB (Master Psychologie) sind 9 Wochen Vollzeitpraktikum am Stück gefordert. Das ist mit der Urlaubszeit nicht hinzubiegen. 
Auf 2-4 Wochen lassen sich nicht alle Unternehmen ein, überall wo ich in der letzten Zeit nach Praktika geforscht habe, war von 3 - 6 Monaten Mindestzeit die Rede (auch außerhalb der Psychologie). 

Also kann es sein, dass du eventuell auf die Freistellungszeit angewiesen bist :)
 

Zitat

Mein AG würde mir sicherlich nicht unbezahlten Urlaub gewähren, um meine beruflichen Chancen zu fördern :D 


Was macht dich da so sicher? 
 

Zitat

und, wenn meine Kollegen wüssten, dass ich meine Urlaubstage für Praktika nutze, würden die das nicht ok finden.

 

Klar, es gibt die Art Kollegen, die einem ungern beim Aufstieg zuschauen. Aber warum sollte man das von deren Meinung abhängig machen?

Das wäre mir echt Caffè Latte, was die dazu sagen. 

 

 

Zitat

Mir wurde nämlich schon gesagt, dass es Probleme geben könnte, wenn ich keinen längeren Urlaub nehme, sondern nur vereinzelt Tage. Damit will ich sagen, dass der Erholungseffekt bei einem Praktikum sicher noch viiiiiiiiiiiiiiiiiel weniger gegeben wäre und meine Kollegen dann sicher rum mauscheln würden.


Verstehe ich, im Bezug auf das Praktikum wird es eventuell schwierig, dass mit normalem Urlaub zu decken. Wie das rechtlich so ist, kann ich nicht sagen, denn während des Urlaubs soll man eigentlich nicht arbeiten. Auch daher wäre es ein Vorteil, das mit dem AG abzuklären, ob du doch Freistellung bzw. Bildungsurlaub bekommst. 
Hätte vielleicht auch den Vorteil, dass dir normale Urlaubstage stehen bleiben! Brauchst doch sicher auch mal Erholung, oder? :wink:

 

Zitat

Ohne die Praktika wäre es deutlich einfacher offen damit umzugehen aber diese Offenheit könnte mir auch einen richtig fetten Strich durch die Rechnung ziehen.


Ja, das stimmt. 
Wie so vieles im Leben würde ich aber sagen: Wo gehobelt wird, fallen halt leider Späne.  
Immer da, wo man aus alten Mustern ausbricht, muss man damit rechnen, dass das anderen nicht gefällt. Man müsste sich (mit Blick auf den Gewinn) dann aber fragen, wie viel Macht man anderen über sich gibt. 
Manches muss man ein bisschen wagen. 

Insgesamt würde ich da aber sehr sachlich vorgehen. 
- Den AG würde ich höchstens informieren, dass ich ein Studium zwecks Weiterqualifizierung mache und hier und da Bildungsurlaub benötige. Und ob das zu gegebenem Zeitpunkt geht. Falls er weiter fragt, gute Gründe überlegen, aber nicht rechtfertigen. Klar kann eine Grundsatzdiskussion um die Stelle draus werden, darauf sollte man gefasst sein. Würde da aber nicht ganz so negativ rangehen! ;)  
- Die Kollegen geht das gar nichts an. Frage mich aber eh, ob die da wirklich so großes Interesse zeigen werden. Ich denke mal, dass da 1-2 Fragen kommen und der Rest dürfte doch nicht wirklich relevant sein. Haben die wirklich eine Meinung dazu, wie du deinen Urlaub planst?:wacko:
- Wenn's doch Zoff mit ihnen geben kann, kann man sie ja fragen, warum sie ein Problem damit haben. Da wäre ich aber mal gespannt. 

LG


 

Bearbeitet von Vica
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Auch ich würde sagen, es kommt sehr darauf an.

Ich persönlich bin zu meiner Chefin und zu meinen Kollegen ehrlich gewesen, als ich in der Elternzeit das Studium begonnen habe. Da es ein völlig branchenfremder Studiengang ist, kann sich wohl jeder denken, dass ich damit vermutlich bei Abschluss des Ganzen einen Wechsel anstreben werde. Das hätte mir natürlich auf die Füße fallen können.

Bisher gehen aber dort alle damit ganz entspannt um, freuen sich eher für mich und finden die Bemühungen bewundernswert. Das finde ich persönlich total toll, weil in meinem privaten Umfeld manchmal ganz andere Rückmeldungen kommen, da gibt es mehr Leute, denen ich es vielleicht hätte verschweigen sollen. 😂
 

Ich muss aber auch ganz klar sagen, dass das Risiko bei mir nicht sonderlich groß war. Hätte das Arbeitsumfeld negativ reagiert, hätte ich entweder die Elternzeit verlängert oder mir einfach was Neues gesucht, was im Apothekenbereich jetzt nicht so schwierig ist. Außerdem werde ich eh nur Teilzeit beschäftigt sein, wenn ich wieder einsteige und bringe daher nicht viel Gehalt nach Hause, das hätten wir als Familie notfalls ein paar Monate auffangen können. Ich freue mich natürlich trotzdem, dass ich offen damit umgehen kann. Habe halt eine tolle Chefin und nette Kollegen, und bin sehr dankbar dafür weil ich es an anderen Arbeitsstellen auch schon anders erlebt habe.

 

Wenn man Alleinverdiener und vollzeitbeschäftigt ist, sollte man sich gut überlegen, was man sagt und was nicht. Zu viel riskieren ist sicherlich nicht sinnvoll.

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Da ich meine Bachelor bei der IUBH bereits begonnen hatte, als ich meine jetzige Stelle angetreten bin, habe ich das Studium offen kommuniziert (stand auch im CV) und habe eigentlich nur positives Feedback erhalten (mein Studiengang war aber nicht branchenfremd),

Als ich dann mit dem Master begonnen hatte, bin ich auch ganz offen damit umgegangen; gegenüber Kollegen als auch Führungskräfte. Bei mir ist das nicht so problematisch, weil mein Studium zur jetzigen Stelle passt und man denken könnte, dass ich mit dem Master dann aufsteigen will.

Im Endeffekt würde ich sagen, hängt es ein bisschen von der momentanen Situation und Unternehmenskultur ab (z.B. ob viele Leute frustriert sind, weil sie nicht aufsteigen), ob du es erzählst oder nicht. Verpflichtet bist du meiner Meinung nach nicht dazu, da du das Studium ja "in deiner Freizeit" machst und auch privat bezahlst.

Und wofür du deinen Urlaub nutzt, musst du auch niemanden sagen. Du machst halt gern kleine Städtetrips, na und :)

Und zur not ginge ja auch noch unbezahlter Urlaub bzw. Freistellung, da kann man auch als Grund auch einfach "privat" angeben und gut ist. Wenn du eh wechseln willst (was evtl. finanziell auch Sinn macht), kann es dir ja egal sein, was die Kollegen da von dir denken.

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