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tiransich

Warum verbreiten sich diese Verschwörungstheorien eigentlich schlimmer als sonst?

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Hallo zusammen, 

 

hier sind ja viele (angehende) Psychologie - Fachkräfte versammelt, die vielleicht eine Meinung dazu haben... 

 

Gefühlt kommt die tägliche Dosis Fake News immer näher an mich heran (aber interessanterweise nie direkt, vielleicht weil ich schon immer mit Faktenchecks auf offensichtlich dubiose Kettenbriefe reagiert habe) .

 

Auch halbwegs intelligente und sonst wenig anfällige Leute aus meinem Umfeld teilen inzwischen ziemlich jeden oder zumindest irgendeinen Mist 😵🤥😡

 

Ich bin inzwischen völlig genervt davon. Es ist doch bekannt, dass noch mehr Unsinn unterwegs ist, als sonst... 

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vor 17 Minuten, tiransich schrieb:

Auch halbwegs intelligente und sonst wenig anfällige Leute aus meinem Umfeld teilen inzwischen ziemlich jeden oder zumindest irgendeinen Mist 😵🤥😡

 

Meine Beobachtung:

 

Neben dem offensichtlichen Unsinn, der wie immer verbreitet wird (keine Ahnung, ob das zugenommen hat oder nur sichtbarer ist), hinterfragen viele smarte Menschen momentan die offiziellen Verlautbarungen und Entscheidungen, da sie von den handelnden Politikern teilweise nicht gut begründet und/oder erklärt worden sind.

 

Es gibt hier ja auch neben den offensichtlichen Verschwörungstheoretikern auch noch ein breites Spektrum an offensichtlich gut gebildeten Leuten, die sich von Anfang an komplett gegen den Mainstream gestellt haben (Wodarg, Bhakdi, etc.), oder solchen, die mit der Zeit skeptisch wurden (Beispiel, das ist das Blog eines Profs für  Political Data Science an der TU München).

 

Wann immer ich mich in den letzten Wochen mit so etwas beschäftigt habe, habe ich auf so etwas zwei Reaktionen erlebt:

 

1. Es ist viel plausibler als die offiziellen Ansagen und wahrscheinlich wahr.

2. Das sind alles Idioten, die keine Ahnung von Epidemiologie haben und mal besser die Klappe halten sollten.

 

Daraus resultiert eine Polairisierung und abhäng davon, auf welcher Seite des Spektrums du stehst, wird das andere dann halt zu "ziemlichem Mist".

 

😉

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Meidet einfach Facebook und Twitter.

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@jediIch meide ohnehin Facebook und Twitter, aber mein Umfeld nicht. 

@paulaken So genau ist es natürlich nicht immer ersichtlich. Aber Meldungen über kurzfristige Impfflicht, ein beschlossenes Alkoholverbot in Deutschland oder irgendwelche beschlossene Maßnahmen mit Verweis auf Focus oder Spiegel (in denen man bei Bemühen der Suche besagte Artikel nicht findet) wirken auf mich eindeutig bewusst gefälscht.

Das Teilen anderer Meinungen und dann darauf bestehen, dass es die einzig richtige sei, finde ich zumindest fragwürdig. 

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Geschrieben (bearbeitet)

Massive fehlende Medienkompetenz

Bearbeitet von Muddlehead

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Ich denke, ein Aspekt ist auch, dass viele Menschen und auch Medien den Umgang mit wissenschaftlichen Experten nicht gewohnt sind. Ich glaube, in der allgemeinen Bevölkerung herrscht so eine Erwartung, dass Wissenschaftler "die Wahrheit" kennen müssten und einem auch noch sagen müssten, was man jetzt tun soll. Und dass das dann bitte auch für alle Ewigkeit korrekt sein soll.

 

Die Darstellung in den Medien und zum Teil auch der Politik trägt dazu auch bei, meiner Meinung nach. Ich lese häufiger mal Schlagzeilen à la "Virologe XY sagt: [Übertriebene, kontroverse Aussage]!" Wenn man dann den Artikel liest, sieht man, dass das so gar nicht gesagt wurde und dass die angebliche Kontroverse gar nicht existiert. Das schafft wahrscheinlich nicht gerade Vertrauen in die Wissenschaft, wenn der Eindruck entsteht, die würden sich die ganze Zeit nur streiten. Und wenn ein gewisser Parteichef im Fernsehen sagt, Virologen sollten doch bitte erst mal in Klausur gehen und sich auf eine Version einigen, frage ich mich auch, ob derjenige eigentlich verstanden hat, was Wissenschaft ist...

Da kann ich schon verstehen, dass manche Menschen auf der Suche nach Orientierung eher denjenigen zuhören, die ihnen eine eindeutige Version der Geschichte liefern, die sie auch noch in ihrem Wunsch nach dem Ende der Einschränkungen bestätigt.

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vor 59 Minuten, tiransich schrieb:

Das Teilen anderer Meinungen und dann darauf bestehen, dass es die einzig richtige sei, finde ich zumindest fragwürdig. 

 

Ich würde das als eine der vielen kognitiven Verzerrungen ansehen, denen eben auch ansonsten intelligente Menschen unterliegen können: https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Verzerrung#/media/Datei:Cognitive_bias_codex_en.svg

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Geschrieben (bearbeitet)

Das ist eine gute Frage mit interessanten Ansichten. 
Meiner Meinung nach auch ein spannendes und wichtiges Thema für künftige Projekt- und Abschlussarbeiten.


Ich glaube ja, dass da viele Punkte mit reinspielen und keiner für sich allein steht. Könnte mir aber folgende Dinge vorstellen:

1.)  Generell haben Menschen eher Abneigungen gegen Zufälle. Pandemien, Anschläge etc. bedeuten immer den ultimativen Kontrollverlust. Es gibt Menschen, die nicht akzeptieren können, dass Dinge passieren, die nicht planbar sind und indem sie ein Spielball sind. Gewissermaßen also ein maladaptiver Bewältigungsstil gegen Angst.

2.) Verschwörungstheoretiker haben oft auch das Gefühl, einzigartig zu sein. Vergl. "Die Schublade, in die man mich stecken kann, muss erst noch erfunden werden". Es gehört zum eigenen Selbstverständnis dazu, dass man sich gegen die Masse abhebt und muss quasi die Opposition zur etablierten Meinung einnehmen. Die Masse ist in dem Fall der Spielball und man selbst ist so schlau und hat das geblickt. Teil der Masse zu sein wäre dann natürlich auch eine Selbstwertabstufung. 
Der Therapeut, zu dem so jemand in die Stunde käme, könnte dann erörtern, wie es bei diesen Menschen so mit sicheren Bindungen bestellt war und ist. 

3.)  Anti-Establishment. Eng verwandt mit Punkt 2; aber wenn in den letzten Tagen z.B. Nutzer von anderen Betriebssystemen als MS insbesondere Bill Gates in den Fokus rücken, ist das vermutlich kein Zufall, sondern eher eine generelle Abneigung und die Gelegenheit, mal wieder unliebsamen "übervorteilten" Figuren ans Bein zu pissen. ,,Von dem kann ja nichts Gutes kommen, der will nur Geld und Weltherrschaft. Ich natürlich nicht." 

4.) Kognitive Verzerrung, insbes. Dunning Kruger Effekt 

5.) Wichtigster Punkt: Die Unfähigkeit, zu vertrauen. Gewissen Quellen nicht, Politikern, Experten, Helfern, öffentlicher Ordnung.

LG

Bearbeitet von Vica

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