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McJuli

Mißverständnisse im Umgang mit ausländischen Bildungseinrichtungen

Empfohlene Beiträge

Moin!

 

Ich habe einmal die gängigsten Mißverständnisse im Umgang mit ausländischen Bildungseinrichtungen zusammengetragen. Ich hoffe, jemand kann sie sinnvoll verwenden und auch, wenn nötig, sinnvoll ergänzen. Ich habe diese Zusammenstellung nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und bitte alle Kritiker, wenn sie einen Punkt anders sehen, um Nachsicht. Zudem habe ich sie eher für den Neuling auf diesem Gebiet geschrieben. „Alte Hasen“ werden sicherlich all dies bereits wissen!

 

„Lizensiert“ oder „Legal“ ist nicht akkreditiert

Nur wenn eine Bildungseinrichtung im Ausland legal Titel vergibt, heisst es noch lange nicht, dass diese Titel einen Wert haben und/oder in Deutschland führbar sind. Sie können bei mehreren privaten Bildungseinrichtungen in Südamerika absolut legal MBA – Kurse für deutlich unter 100 Euro absolvieren. Diese sind legale Eigentitel, die auch von den jeweiligen Regierungen als legal angesehen werden – nur sollte man diese nicht mit einem MBA, der in Deutschland führbar ist, verwechseln. Ebenso kann eine französische Bildungseinrichtung derartige Eigentitel vergeben.

 

„Akkreditiert“ ist eventuell nicht gleich akkreditiert, so wie Sie es vielleicht verstehen

Wenn eine Einrichtung akkreditiert ist, ist sie nicht unbedingt von einer allgemein anerkannten Organisation akkreditiert. Viele Betreiber von Titelmühlen betreiben parallel eine Akkreditierungsagentur, mit der sie ihre Institute akkreditieren. Andere missbrauchen Agenturen wie beispielsweise ASIC in Großbritannien, um sich den Anschein von Seriosität zu geben – gleichwohl betont sogar ASIC auf ihrer website, dass ihre Akkreditierung nicht dazu berechtigt, Titel zu vergeben („it should be noted that ASIC neither confers nor validates degree-awarding powers“). Da gerade mit der ASIC-Akkreditierung viel Mist gemacht wird, bin ich hier besonders drauf eingegangen; und, ich gebe es zu, ich mich selbst habe davon ein wenig)in die Irre führen lassen – siehe

 

„Membership“ ist nicht gleich Akkreditierung

Viele Einrichtungen sind nur Mitglied einer Akkreditierungsagentur. Besonders beliebt ist der Trick, sich bei Agenturen wie dem ACBSP (akkreditiert Business-Studiengänge weltweit) als Mitglied eintragen zu lassen - kostet nur die Mitgliedsgebühr, soweit ich weiss - und sich dann als „ACBSP Member“ auszugeben. Rein technisch korrekt, aber potentiell irreführend.

 

„Nicht akkreditiert“ ist nicht gleich „Müll“

Es gibt durchaus seriöse Bildungseinrichtungen, die nicht akkreditiert sind und die dennoch ein gewisses Standing in der Geschäftswelt haben. Ein solches Positivbeispiel ist das Cleveland Institute of Electronics. Ob man damit seine beruflichen und akademischen Ziele erreicht, ist natürlich eine andere Frage.

 

„Akkreditiert“ ist nicht gleich „Qualität“

Eine meiner schlechtesten Erfahrungen meines Fernstudentenlebens habe ich bei einem Fernkurs in der Schweiz gehabt. Der Lehrgang war wirklich grottenschlecht, keinen Schuss Pulver wert … und komplett akkreditiert in den USA und vom ABCSP. 

 

Erbitte Ergänzungen, wenn nötig!

 

 

Gruß

Julien Caussin

 

 

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Ja, kann hilfreich sein. Letztlich kommt es halt doch wieder auf das einzelne Angebot an und auch die Motivation dahinter, einen Abschluss im Ausland machen zu wollen.

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Zuerst einmal sind Bachelor, Master und sogar Dr. keine Titel, sondern akademische Grade. Da ist ein riesen Unterschied, den man wissen sollte.

Zweitens sagt eine Akkreditierung (sei es FIBAA, ACQUIN oder AQAS) nur sehr begrenzt was zur Qualität des Studiums aus. Diese Institute schauen sich nur die Mindestforderungen eines Studiums an. So sind Studiengänge von der FOM, AKAD oder andere Wiesen-Wald FHs zwar akkreditiert, aber diese werden von anspruchsvollen Personalern trotzdem belächelt. Vielmehr kommt es auf die Universität an, die den Abschluss vergibt. Ein (noch) nicht-akkredierter Studiengang von der TU Hamburg, ist sicher höher angesehen als ein Studium an der SRH. Eine Ausnahme bildet die Triple Crown Universitäten, die nach amerikanischem Standard akkreditiert sind. Der Ruf dieser Universitäten in Deutschland ist demnach aber auch entsprechend hoch (z.B. Uni Mannheim).

 

Ich sehe das Ranking zur Wertigkeit eines Hochschulabschlusses folgend:

 

1. Ruf der Hochschule (in DE sind die TOP Hochschulen bis auf die ESB tatsächlich nur Unis)

2. Hochschulart (Staatl. Uni > Private Uni > Staatl. FH > Private FH > Berufsakademien)

2. Note 

3. Akkreditierung

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@Juggler95

 

Der Ruf einer Hochschule spielt in Deutschland keine Rolle. Wir haben ja keine Elite-Unis im Land. In Frankreich oder USA sieht es anders aus.

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Am 2.7.2020 um 13:47 , Juggler95 schrieb:

von anspruchsvollen Personalern trotzdem belächelt. Vielmehr kommt es auf die Universität an, die den Abschluss vergibt.

 

Ich glaube, hier kommt es sehr auf den Job an, für den man sich bewirbt. Und auf das Unternehmen, bei dem man sich bewirbt. Oft reicht ein ganz normaler Abschluss einer (deutschen) Hochschule vollkommen aus. Aber hier geht es ja um ausländische Bildungseinrichtungen und da kommt es dann darauf an deutlich zu machen, warum man gerade dort studiert hat.

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