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Warum psychologischer Psychotherapeut werden?


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Hallo zusammen,

 

ich studiere Medizin im 9. Semester und strebe später die Facharztausbildung zum ärztlichen Psychotherapeuten an. 
Ich habe mir schon damals im Abitur immer die Frage gestellt, warum Menschen den Weg über das Psychologiestudium gehen, damit sie nach dem Master und nach einer langen, schlecht oder gar unbezahlten Ausbildung psychologischer Psychotherapeut werden?

 

Ich sehe für den Weg über das Medizinstudium tatsächlich nur Vorteile, denn auch als ärztlicher Psyhotherapeut hat man die Möglichkeit zu therapieren. Darüber hinaus habe ich noch folgende Vorteile damals gesehen, dass ich mich für das Medizinstudium entschieden habe:

 

- Die Facharztausbildung wird sehr gut bezahlt. Im Gegensatz zur teils unbezahlten Ausbildung bei der psychologischen Therapeutenausbildung, die 3 - 5 Jahre dauert, arbeitet man bei der Facharztausbildung bereits als Assistenzarzt und verdient im ersten Jahr knappe 5000€ mntl. (auf 5 Jahre hochgerechnet ist das bereits ein immenser finanzieller Vorteil zu Berufsbeginn).

- Als ärztlicher Psychotherapeut darf man dieselbe Tätigkeit wie ein approbierter psychologischer Therapeut ausüben. Darüber hinaus darf man Medikamente verschreiben und hat mehr Spezialisierungsmöglichkeiten (im Gegensatz zum psych. Psychotherapeuten).

- Innerhalb des Medizinstudiums ist i.d.R. innerhalb eines Semesters die Doktorarbeit anzufertigen. Sollte man sich daher später entscheiden selbständig zu machen, hat man mit dem Dr.-Titel eine bessere Reputation für die Praxis.

- Das Gehalt von ärztlichen Psychotherapeuten ist deutlich höher als von psychologischen Psychotherapeuten (liegt natürlich auch mitunter, dass Paychotherapeuten meist eher medikamentös arbeiten, da hier pro Stunde mehr Geld verdient werden kann als Therapie. (Dennoch kann ein Mediziner beides anbieten).

- Das Medizinstudium ist mir persönlich einfach spannender; man lernt neben der Theorie auch viel durch medizinische Praktika in den letzten Semestern und hat einen besseren, medizinisches Allgemeinwissen. Im Psychologiestudium sitzt man bis Ende des Masters nur in der Uni und hat sich mit langweiliger Statistik zu kämpfen (und im WortCase gerade noch ein 6 wöchiges Praktikum in der Klinik).
- Als Mediziner kann man immer noch als Arzt arbeiten, wenn die Therapie irgendwann nichts mehr für einen ist. Als psych. Therapeut ist man tatsächlich nur für die Therapie ausgebildet (außer man fängt mit Coaching oder so an, dafür ist aber auch kein Studium notwendig)

Meine Frage daher, wie kommen Menschen darauf, Psychologie mit dem Ziel zu studieren, Psychotherapeut zu werden, wenn doch das Medizinstudium so viel mehr Vorteile bringen!

Vor allem liegen Psychologiestudiengänge inzwischen auch bei 1,0 an vielen (renommierten) staatlichen Universitäten.


Ich würde das gerne erfahren, da ich damals aufgrund der obigen Argumente mich direkt entschieden habe. Mit welcher Begründung habt ihr euch gegen das Medizinstudium entschieden und lieber Psychologie studiert?
 

 


Liebe Grüße

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Nein. Therapie als Heilkunde durch Psychiater und Therapie als Heilkunde durch Therapeuten kann man doch nicht vergleichen mit dem Verhältnis Arzt - Krankenpfleger. Also diese Aussage ist ausgemachter

Ich habe jetzt gerade wirklich überlegt, ob ich auf diesen Blödsinn überhaupt antworten soll. Ich schaue mir ja dein ewiges Promoten von Nahrungsergänzungsmitteln hier jetzt schon eine ganze Weile an.

Ich glaube fast, dieses Forum ist die falsche Anlaufstelle für deine Fragen. Viele Fernstudenten stehen schon im Beruf und haben sich ihr Leben bereits entsprechend eingerichtet. Es ist dann nicht so

Fotos

vor 2 Stunden, ClarissaD schrieb:

Und hier im Forum ist die Frage eh seltsam platziert, weil es Medizin als Fernstudium nun mal gar nicht gibt.

 

Natürlich gibt es Medizin nicht als Fernstudium und daher ist der beschriebene Weg nicht für den "klassischen" Fernstudenten machbar.

 

Aber ganz grundsätzlich ist es doch sehr interessant, dass auch dieser Weg zur therapeutischen Arbeit hier mal beschrieben und diskutiert wird.

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  • Admin

Es gibt sicherlich Klienten, die den ärztlichen Psychotherapeuten bevorzugen, zum Beispiel, weil er auch gleich Medikamente verschreiben kann und dafür nicht (bei Bedarf) noch ein Psychiater aufgesucht werden muss.

 

Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass einige Klienten bewusst nicht zu einem Arzt möchten, weil sie zum Beispiel Bedenken haben, dass dort die medikamentöse Behandlung im Mittelpunkt stehen könnte und sie möglichst darauf verzichten möchten. Oder weil sie meinen, dass ein psychologischer Psychotherapeut im psychotherapeutischen Bereich intensiver ausgebildet wurde.

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Ich war ja selbst auch in Psychotherapie und wäre nie zu einem ärztlichen Psychotherapeuten gegangen. Mir war wichtig, dass derjenige auch eine psychologische Grundausbildung hat. Meine Medikamente bekomme ich dann vom Psychiater und das ist mir auch lieber so. Mir ist wichtig, dass die Leute in ihrem Behandlungsgebiet auch von Grund auf ordentlich ausgebildet wurden. 

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Der Vorteil eines Psychotherapeuten liegt sicher darin, dass er eine medizinische Ausbildung hat. Natürlich ist das keine Garantie, aber der gleichzeitige Blick auf Körper UND Psyche könnte helfen, nicht ausschließlich auf eine "Psychoschiene" zu setzen, wenn Störungen beim Patienten auftreten.

 

Ich erlebe in Schilderungen von Kunden oder aus dem Bekanntenkreis immer wieder, dass psychische Störungen einseitig mit psychotherapeutischen Methoden angegangen werden, ohne beispielsweise drauf zu schauen, ob jemand mit der aktuellen Krankheit familiär vorbelastet ist. Wenn beispielsweise eine Depression in den Generationen vorher schon aufgetreten ist, dann muss man über medikamentöse Behandlung zumindest nachdenken und nicht allein auf eine psychotherapeutische Methode setzen.

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vor 14 Minuten, KanzlerCoaching schrieb:

Ich erlebe in Schilderungen von Kunden oder aus dem Bekanntenkreis immer wieder, dass psychische Störungen einseitig mit psychotherapeutischen Methoden angegangen werden

Das kann ich z.B. nicht bestätigen. Aber ich mag es nicht ausschließen. 

 

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vor 2 Stunden, KanzlerCoaching schrieb:

Wenn beispielsweise eine Depression in den Generationen vorher schon aufgetreten ist, dann muss man über medikamentöse Behandlung zumindest nachdenken und nicht allein auf eine psychotherapeutische Methode setzen.

 

Ich bin da selbst auch betroffen und habe davon noch nie gehört, dass familiäre Vorbelastung und Medikation zusammenhängen sollen. 

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