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Berufswunsch Psychotherapeutin durch Änderung des Psych.ThG. nun unerreichbar?


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vor einer Stunde hat Juuls geschrieben:

Hallo Frau Kanzler, 

ich danke für den Beitrag!

Dagegen, Psychologie zu studieren und anschließend ohne Approbation tätig zu werden, spricht für mich momentan die Tatsache, dass ich Beratung/Therapie rein für Selbstzahler anbieten müsste und nicht mit den Krankenkassen abrechnen könnte, wenn ich da richtig informiert bin. Damit kann ich mich gerade nicht anfreunden, da offenbar zu wenig Menschen bereit sind (oder -nicht zu vergessen- nicht in der Lage sind), die Kosten selber zu tragen. 

 

Wenn Sie keine Kassenzulassung bekommen, dann sind Sie genau in der gleichen Situation, nur haben Sie auf dem Weg dorthin eine Menge Geld ausgegeben. Was genau stellen Sie sich denn unter einer Selbständigkeit vor? Und warum wollen Sie die?

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Morgen,   das ist erstmal hart und klingt, als hätte der Gesetzgeber eventuelle Hintertüren wie die nachträgliche Einschreibung gleich mit zugemauert. Andererseits heißt das lediglich, das

Ich arbeite auf einer Palliativstation, vorher war ich auf einer Onkologie, davor Geriatrie.   Auf all diesen Stationen arbeiten Psychologinnen, die meist eine spezifische Weiterbildung, z.B

Was spricht denn dagegen, den Weg über die Sozialarbeit zu gehen? Oder Psychologie zu studieren und keine Approbation anzustreben? Die braucht man ggf. für die Arbeit in Kliniken und für eine Kassenzu

Zitat

Wenn Sie keine Kassenzulassung bekommen, dann sind Sie genau in der gleichen Situation, nur haben Sie auf dem Weg dorthin eine Menge Geld ausgegeben.

Ich mag Ihre Betrachtungsweise! 

 

Zitat

Was genau stellen Sie sich denn unter einer Selbständigkeit vor? Und warum wollen Sie die?

 

Ich habe bereits selbstständig gearbeitet. Bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich als Selbstständige zufriedener war.

Die Unabhängigkeit ist definitiv der Hauptgrund. Dies bedeutet bedeutet für mich z.B. meinen Werten treu bleiben zu können, nicht weisungsbefugt zu arbeiten, Dinge nicht tun zu müssen, weil man sie "halt immer schon so gemacht hat", oder in hierarchischen Strukturen zu agieren, welche menschliche Potenziale brachliegen lassen.

 

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Zitat

Bei Beratung solltest Du auch einmal an Beratungsstellen denken, wo man als angestellte Psychologin arbeiten kann, oder zum Beispiel als Psychologin im Krankenhaus. Wir haben zum Beispiel Psychologen auf den Stationen oder im betrieblichen Gesundheitsmanagement ohne Kassenzulassung.

 

LG Sabine

 

Hallo Sabine und vielen Dank für Deinen Beitrag!

Ich würde mich ebenfalls freuen, wenn Du die Tätigkeiten der Psychologen bei Euch etwas näher beschreiben könntest. 

Ich könnte mir bei mir vorstellen, dass ich auf Dauer nicht zufrieden wäre, wenn ich  nicht voll in dem Beruf aufgehen könnte, was für mich auch bedeutet, dass der Großteil meiner Arbeit eben nicht auf Anweisungen "von oben" basiert, sondern eigenverantwortlich stattfindet.

 

Ich freue mich auf weiteren Austausch!

 

 

Bearbeitet von Juuls
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vor 13 Minuten hat Juuls geschrieben:

Ich könnte mir bei mir vorstellen, dass ich auf Dauer nicht zufrieden wäre, wenn ich  nicht voll in dem Beruf aufgehen könnte, was für mich auch bedeutet, dass der Großteil meiner Arbeit eben nicht auf Anweisungen "von oben" basiert, sondern eigenverantwortlich stattfindet.

 

Pädagogische, beratende oder therapeutische Arbeit hat in der Zeit, in der ich im pädagogisch/beratenden Umfeld tätig war, nie "auf Anweisung von oben" stattgefunden. Natürlich arbeitet man innerhalb einer Organisation, einer Beratungseinrichtung. Aber niemand weist einen an, wie man seine Beratungsarbeit zu machen hat. Ich weiß nicht, welche Phantasie Sie da haben. Und ich weiß nicht, wie Sie sich Anweisungen innerhalb einer Beratung vorstellen, wie das gehen soll.

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Zitat

Pädagogische, beratende oder therapeutische Arbeit hat in der Zeit, in der ich im pädagogisch/beratenden Umfeld tätig war, nie "auf Anweisung von oben" stattgefunden. Natürlich arbeitet man innerhalb einer Organisation, einer Beratungseinrichtung. Aber niemand weist einen an, wie man seine Beratungsarbeit zu machen hat.

 

Das beruhigt mich zu hören, danke!

 

Zitat

Ich weiß nicht, welche Phantasie Sie da haben. Und ich weiß nicht, wie Sie sich Anweisungen innerhalb einer Beratung vorstellen, wie das gehen soll.

 

Dass es sich dabei um eine Phantasie meinerseits handeln könnte beruhigt mich ebenfalls. Diese basiert auf meinen bisher gemachten Erfahrungen und es ist schön, sie relativiert zu sehen.

 

 

 

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vor 1 Minute hat Juuls geschrieben:

Dass es sich dabei um eine Phantasie meinerseits handeln könnte beruhigt mich ebenfalls. Diese basiert auf meinen bisher gemachten Erfahrungen und es ist schön, sie relativiert zu sehen.

 

Haben Sie denn jemals in einer Beratungseinrichtung gearbeitet? Sie schreiben oben, dass Sie Sprachwissenschaften studiert haben, nicht? Wenn Sie mit dieser Qualifikation im beratenden Bereich arbeiten oder gearbeitet haben, dann haben Sie da als Fachfremde gearbeitet. Und dass man jemanden dann nicht machen lässt, was er will, ist doch eigentlich klar, oder?

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Morgen,

 

das ist erstmal hart und klingt, als hätte der Gesetzgeber eventuelle Hintertüren wie die nachträgliche Einschreibung gleich mit zugemauert.
Andererseits heißt das lediglich, dass man nun weiß, auf welchem Weg es definitiv nicht geht. Diese Klarheit hat ja auch ihre Vorteile.

Definitiv kann man aber in den Kliniken auch als klinischer Psychologe ohne Approbation faktisch dieselbe Arbeit machen. Wir haben einige hier, die nur als solche eingestellt sind, bspw. weil sie erst in ca. 2 Jahren die Ausbildung starten wollen. Wenn also die PFH über 2020 hinaus die klinischen Anteile behalten wird, wäre es ja bspw. eine Option, sich als klinischer Psychologe anstellen zu lassen. 

 

Auch gibt es einige sehr erfüllende Felder in der Forschung, andere Therapieformen (Kunst, Musik usw. - wird hier eigentlich immer gesucht), Suchtberatung. Promovieren ist auch immer ein attraktives Ziel. 

Coaching ist immer eine gute Option, weswegen viele Approbierte dieses ja auch noch zusätzlich anbieten. Zwar teile ich deinen Gedanken, dass die Aussicht auf die Krankenkassenleistung auf mehr Akzeptanz bei Patienten stößt. Die Vorteile von Coachings haben sich allerdings herumgesprochen: Ein Platz ist viel schneller zu bekommen als 3-6 Monate auswärts zu warten, Sitzungen können beliebig viel angeboten werden und man wird nicht aktenkundig, was viele fürchten. Der Preis wird da eigentlich gerne in Kauf genommen. Außerdem unterliegt es dir selbst, was für Preismodelle du anbietest. 

 

Auch beim Approbieren ist ja noch nicht aller Tage Abend. Ich würde mir mal anschauen, wie der Direktstudiengang sich so entwickelt. So wenig ich das auch begrüßte: Einige Vorteile hat er durchaus und das ist seine geringe Dauer. Präsenzstudium mit Kindern klingt erstmal unmöglich - allerdings tun sich dann oft doch Möglichkeiten und Modelle auf. (Bei FB gibt es auch Müttergruppen wie "Studieren mit Kind", wo man sich mal inspirieren lassen kann). 

 

Ich würde dir noch ein Praktikum in einer Klinik/Psychiatrie anraten, um die volle Inspiration für ein passendes psychologisches Beschäftigungsfeld mitzukriegen: Du wirst erkennen, dass es hier in diesem Mikrokosmos natürlich auch Approbierte gibt, aber bei weitem nicht nur! Man bekommt ein Gespür dafür, wer wo gebraucht wird. Danach hast du den Kopf sicher voller neuer Ideen. 

Und nicht verzweifeln. Eine Handvoll anderer und ich selbst steckten vor 2-3 Jahren in genau diesen Schuhen. Gar nix war möglich. Fällt eine Tür zu, geht eine andere aber wieder auf. Heute sind wir schon wieder auf Kurs. Toi toi toi und alles Gute!

LG
 

Bearbeitet von Vica
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Hallo Vica,

 

herzlichen Dank für Deine motivierende und informative Nachricht und den Input. Ich konnte einiges daraus mitnehmen.

 

Genau. Im ersten Moment erscheint erstmal alles blöd, aber Klarheit ist immer

von Vorteil. Ich erinnere mich daran, dass Du in einigen Deiner älteren Blogeinträge thematisiert hast, dass Du und Deine Kommilitonen zu dem Zeitpunkt nicht wusstet, wie es weitergehen wird. Und dann ging es doch weiter! Und der KJP ist bei mir ja auch noch im Rennen.

 

Der Hinweis mit dem Praktikum ist wertvoll. Danke schön. Du beziehst Dich damit auf das Praktikum im Rahmen des Studiums, richtig?

 

Einen schönen Abend wünsche ich Dir.

LG

 

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Ich arbeite auf einer Palliativstation, vorher war ich auf einer Onkologie, davor Geriatrie.

 

Auf all diesen Stationen arbeiten Psychologinnen, die meist eine spezifische Weiterbildung, z.B. gerontopsychiatrisch oder wie bei meinen jetzigen Stationen als Psychoonkologin haben.

 

 Sie helfen den Patienten bei Ihrer Krankheitsbewältigung. Dies beinhaltet zum einen die Diagnostik, um zu schauen, ob ein Patient Bedarf hat, dies ist wichtig wegen der Finanzierung.

Zum anderen bieten sie Gesprächsangebote, Entspannungstechniken, Kunsttherapie, Musiktherapie psychologische Schmerzbewältigung und ähnliches an. Bei uns ist es meistens Einzeltherapie, weil die Patienten einfach meistens zu krank für eine Gruppentherapie sind. Oft sind auch Suchtproblematiken ein Teil des Problems.

Ein großer Arbeitsbereich ist auch die Angehörigenarbeit, denn bekannterweise ist ja immer das ganze System erkrankt, nicht ein einzelner Mensch.

Verstirbt ein Patient auf unserer Station, bieten sie Hilfen zur Trauerbewältigung an.

 

Nicht zuletzt haben sie auch immer ein offenes Ohr für die Emotionen des gesamten Teams, wobei die Supervisionen ein externer Berater/Therapeut durchführt.

 

Ich habe immer den Eindruck, dass sie sehr eigenverantwortlich tätig sind, nehmen natürlich täglich an den multiprofessionellen Teambesprechungen teil.

 

Ich hoffe, das zeigt einen kleinen Einblick in die Tätigkeit.

 

LG Sabine 😊

 

Bearbeitet von SabiS
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