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Übung macht den Meister - oder: Einsendeaufgaben handschriftlich oder per Tastatur?


AbiFreak
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In einem Informationsheft zum Abiturlehrgang (Sekundarstufe II, Qualifikationsphase) empfiehlt das ILS seinen Teilnehmern, die EAs (= Einsendeaufgaben) handschriftlich abzufassen. Begründung: die späteren (staatlichen) Klausuren finden auch handschriftlich statt, also sollte man sich schon mal an das Schreiben vor allem längerer Texte per Hand gewöhnen.

 

Nur seltsam: die Trainer eines kürzlich stattgefundenen Webinars im ILS-Onlinestudienzentrums meinten, als ich sie darauf ansprach, man solle die EAs am PC anfertigen. Begründung: die Einsendeaufgaben seien für den Korrektor leserlicher.

 

Grundsätzlich finde ich das Abfassen eines Textes am PC/via Tastatur praktischer. Irgendwie sieht so alles ordentlicher aus; zudem zwingt der mechanische Vorgang des Tippens zu einer gewissen Disziplin beim Formulieren. Außerdem muss man sein Geschreibsel nicht ein-scannen (Ausnahmen: Fächer wie Mathematik, Physik, Chemie), sondern kann es gleich hochladen und online versenden.

 

Habe für mich jetzt einen Kompromiss gefunden: Ich schreibe die EAs handschriftlich vor, und tippe das Ganze anschließend nochmal ab, bevor ich es abschicke. So übe ich mich einerseits in der Handschrift (das handschriftliche Schreiben von Texten ist ja heute eher unüblich, manchmal vermag ich meine eigene Klaue selbst nicht zu identifizieren) und habe gleichzeitig die "hübschere" Tastatur-Ausführung. Nachteil der Methode: da quasi doppelt gemoppelt, benötige ich auch entsprechend mehr Zeit fürs Schreiben der Einsendeaufgaben.

 

Wie macht Ihr das? 

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Mein erster Gedanke war, EAs & Co. werden noch handschriftlich akzeptiert? Auch wenn ich das Argument mit der Übung nachvollziehen kann, würde ich mich als Tutor, Trainer, oder wie auch immer sich das jetzt nennt, dagegen sträuben. Nicht jedem ist mit einer leserlichen Handschrift gesegnet...🙃.

 

Dein für dich gefundener Kompromiss ist zwar logisch nachvollziehbar, ist aber auch sehr zeitaufwändig. Das würde ich durchaus im Blick behalten, damit du da nicht zeitlich unter Druck gerätst.  

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Ich gehe bei elektronischen Arbeiten immer so vor, dass ich mein Brainstorming direkt in das Dokument schreibe und das dann ausarbeiten - und dann auch immer wieder einzelne Paragraphen hin- und herschiebe und so. Als ich dann nach laaanger Zeit eine handschriftliche Klausur schreiben sollte, war mir überhaupt nicht klar, wie ich das "in einem Rutsch" hinbekommen sollte. (Glückllicherweise wurde dann eine elektronische Open-Book-Klausur daraus...).

 

Will nur sagen, ggf. macht es tatsächlich Sinn, mal bewusst auf die Möglichkeit nachträglicher größerer Änderungen zu verzichten - ob nun handschriftlich oder elektronisch.

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vor 2 Stunden schrieb AbiFreak:

Wie macht Ihr das? 

 

Ich lerne grundsätzlich papierlos, hatte hier aber eine Weile mit handschriftlichen Zusammenfassungen experimentiert, die dann zum Teil um die 50 A4-Äquivalente an Umfang erreicht hatten. Man sagt dem handschriftlichen Schreiben ja nach, dass es dabei unterstützt, die notierten Inhalte zu verinnerlichen.

 

Im Lauf der Zeit habe ich das aber aus verschiedenen Gründen aufgegeben. Ich konnte meine Prüfungen (Klausuren) zunehmend online ablegen und musste sie nicht mehr vor Ort auf Papier schreiben, es gab für mich keinen erkennbaren Vorteil ggü. Zusammenfassungen, die ich in Word schrieb und am Ende hat mir das auch alles zu lange gedauert.

 

Ich muss aber dazu sagen, dass meine Handschrift über die Jahre zusehendes verkümmert ist und mir beim Schreiben langer Texte bei Zeiten "die Hand abfällt". Eine Steuerberaterprüfung mit sechsstündigen Klausuren an drei aufeinander folgenden Tagen würde ich wohl nicht packen.

 

Insofern würde ich die Vorbereitung auf das schriftliche Abi nicht unterbewerten. Es hilft zwar keinem, wenn du dir die Sehnenscheidenentzündung schon vorher holst, aber so ein bisschen ein Gefühl dafür bekommen, könnte schon nicht schaden. Das kannst du allerdings dann auch in den Wochen vor den eigentlichen Prüfungen machen ...

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Tatsächlich habe ich mich bei meinen ersten Klausuren ziemlich erschrocken, wie anstrengend es ist, lange Texte mit der Hand zu schreiben. Ich war sehr froh darüber, dass ich unbeabsichtigt vorher geübt hatte, weil ich Karteikarten vorher handschriftlich verfasst hatte. Bei mir ist es wirklich so, dass sich das besser verfestigt.

Übung vorher ist also nicht schlecht, aber zu viel und zu lange muss es sicher auch nicht sein. 😉

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vor 2 Stunden schrieb SirAdrianFish:

Mein erster Gedanke war, EAs & Co. werden noch handschriftlich akzeptiert? 

 

Ja, aber aus Gründen der besseren Lesbarkeit bevorzugen Fernlehrer "das getippte Wort". 

 

Bei Fernstudenten mag das in Klausuren anders aussehen, aber als "Fernschüler" muss man in den schriftlichen Abiturprüfungen noch alles handschriftlich machen. Leider habe ich inzwischen festgestellt, dass meine Handschrift nicht besonders leserlich ist, zumindest nicht, wenn ich schnell schreibe.

 

Zur Orientierung: Bereits im Grundkurs fallen handgeschrieben etwa 15 A4-Seiten an (unter Berücksichtigung eines etwa 5 cm breiten Korrekturrandes). Im Leistungskurs können es auch gern mal > 20 A4-Seiten sein. Aber da viele von Euch bereits Abitur gemacht haben dürften, kennt Ihr das sicherlich noch aus Eurer eigenen Schulzeit. 

 

Das mit der Handschrift ist mir lange Zeit gar nicht aufgefallen, da man ja heute praktisch alles tippt, von kürzeren Notizen auf dem Einkaufszettel oder so vielleicht mal abgesehen. Und meine Schul- und Ausbildungszeit (musste in der Lehre noch sogenannte Berichtshefte führen) ist schon einige Tage her.

 

Hmm, komme wohl nicht umher, mich im Handschriftlichen zu üben. Die Prüfungsordnung für Externe in Hamburg sagt ganz klar, dass es für schlecht lesbare Arbeiten Punktabzug gibt. Zwar sind bestimmte Hilfsmittel (Taschenrechner, Formelsammlung, Wörterbücher, Atlanten etc.) in der Prüfung zugelassen, jedoch kein Laptop oder sonstige Tippgerätschaften. 

 

Hab das mal überschlagen: 20 A4-Seiten handgeschrieben entsprechen ca. 2.000 Wörter oder 4 Word-Seiten. Zeitvorgabe für den Grundkurs: 4 Zeitstunden, für den Leistungskurs: 5 Zeitstunden. Hinzu kommen jeweils 30 Minuten Einlesezeit, während der man jedoch nur unterstreichen, nicht aber schreiben darf, von kurzen Stichwörtern abgesehen. Man sollte also schon relativ zügig (und gleichzeitig leserlich) schreiben können. 

 

Na ja, glücklicherweise betreibe ich etwas Krafttraining. Meine Handgelenke bzw. Sehnen müssten das also aushalten können. 😉

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Am 19.8.2021 um 22:29 schrieb AbiFreak:

Ja, aber aus Gründen der besseren Lesbarkeit bevorzugen Fernlehrer "das getippte Wort". 

Würde ich auch an deren Stelle. 😀 Da sitzt ihnen halt das Hemd näher als der Rock. Aber wichtiger ist es, wie es den Fernabiturienten geht. Von dem her wäre mir das Empfinden der Fernlehrer komplett egal. Ihr bezahlt ja dafür.

 

Und gerade wenn man länger nicht handschriftlich geschrieben hat, sollte man das wirklich üben.

 

 

Am 19.8.2021 um 22:29 schrieb AbiFreak:

Bei Fernstudenten mag das in Klausuren anders aussehen, aber als "Fernschüler" muss man in den schriftlichen Abiturprüfungen noch alles handschriftlich machen. Leider habe ich inzwischen festgestellt, dass meine Handschrift nicht besonders leserlich ist, zumindest nicht, wenn ich schnell schreibe.

Auch manchen Fernstudenten geht es so, an der Fernuni in Hagen musste ich auch handschriftlich programmieren. 🤪

 

 

Ich habe von Natur aus auch Sauklaue und habe mal alles mögliche an erlaubten Schreibern getestet:

Dünn/dicker Griff

Gewicht und Gewichtverteilung

Tinte, Kuli, Gelschreiber, Filzstift, Bleistift usw.

Schreibschrift oder Blockbuchstaben?

 

Ein bisschen was kann man schon herausholen, was das Schriftbild betrifft. Obwohl man da auch keine Wunder erwarten sollte. Wichtiger ist die Ergonomie, damit die Hand nicht so schnell ermüdet oder verkrampft.

 

Tinte würde ich überhaupt nicht mehr in Betracht ziehen. Das kann zuhause vielleicht gut funktionieren, aber in der Prüfung hast Du dann ein unmögliches Billig-Papier wo alles verläuft.

 

Vielleicht gibt es in Deiner Gegend noch ein spezialisiertes Schreibwarengeschäft mit guter Beratung (Bei mir hat so etwas leider vor 8 Jahren zugemacht)?

 

Aber es lohnt sich hier etwas Zeit, Energie und Geld zu investieren.

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vor 2 Stunden schrieb WiInfo:

Vielleicht gibt es in Deiner Gegend noch ein spezialisiertes Schreibwarengeschäft mit guter Beratung (Bei mir hat so etwas leider vor 8 Jahren zugemacht)?

 

Nein, ein  solches spezialisiertes Schreibwarengeschäft gibt es in meiner Gegend seit rund 10 Jahren leider auch nicht mehr. Diese Artikel gingen inzwischen fast ausnahmslos an größere Häuser, die Filialisten. In meiner Stadt ist MÜLLER der einzige Laden, der noch Schreibzeug verkauft. 

 

Tinte geht gar nicht. Aus meiner Sicht bieten sich für längere schriftliche Arbeiten vor allem Gelstifte an. Und Verarbeitung/Haptik, (Schnell-)Schreibverhalten sowie Ergonomie müssen stimmen. 

 

Hatte in Kinder- und Jünglingsjahren mal eine recht hübsche Handschrift. Aber später, auf der Berufsschule, mussten wir schriftliche Aufzeichnungen (z.B. Berichtshefte) in "Normschrift" abfassen. Dadurch habe ich meine ursprüngliche Handschrift verlernt. Herausgekommen ist ein Mischmasch aus alter Handschrift und Normschrift, irgendwelche Homoglyhen, die ich selbst kaum zu lesen vermag. 

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vor 15 Stunden schrieb AbiFreak:

Nein, ein  solches spezialisiertes Schreibwarengeschäft gibt es in meiner Gegend seit rund 10 Jahren leider auch nicht mehr. Diese Artikel gingen inzwischen fast ausnahmslos an größere Häuser, die Filialisten. In meiner Stadt ist MÜLLER der einzige Laden, der noch Schreibzeug verkauft. 

Vielleicht kennt man ja jemanden, der Werbekugelschreiber sammelt? Nur um mal unterschiedliche Geometrien auszuprobieren.

 

Ich habe früher gerne mit einem Parker-Kugelschreiber geschrieben, der war etwas dicker und die unter Hälfte war aus Gummi mit Struktur. Name fällt mir leider nicht mehr ein und er scheint auch nicht mehr im Sortiment zu sein.

 

Aktuell wo ich nicht mehr so viel am Stück schreiben muss, sind mir schwerer Kugelschreiber lieber z. B. Rotring Rapid Pro. Für das Vielschreiben ist er vermutlich aufgrund hohem Gewicht und nur normaler Dicke aber eher nicht geeignet. Aber das mag ja sehr individuell sein.

 

Für das Ankreuzen von Multiple-Choice Aufgaben schätze ich den Rotring Tikky II mit 0,7mm Mine und Härte B. Durch die weichere Mine ist er beim Ankreuzen deutlicher und man kann leichter wegradieren. Zum Schreiben ist er aber weniger gut und natürlich muss Ankreuzen mit Bleistift erlaubt sein.

 

 

vor 15 Stunden schrieb AbiFreak:

Tinte geht gar nicht. Aus meiner Sicht bieten sich für längere schriftliche Arbeiten vor allem Gelstifte an. Und Verarbeitung/Haptik, (Schnell-)Schreibverhalten sowie Ergonomie müssen stimmen. 

Gel finde ich beim Schreiben auch angenehmer, kann allerdings bei manchem Papier auch etwas leicht verlaufen (aber sicher nicht so schlimm, wie Tinte).

 

 

vor 15 Stunden schrieb AbiFreak:

Hatte in Kinder- und Jünglingsjahren mal eine recht hübsche Handschrift. Aber später, auf der Berufsschule, mussten wir schriftliche Aufzeichnungen (z.B. Berichtshefte) in "Normschrift" abfassen. Dadurch habe ich meine ursprüngliche Handschrift verlernt. Herausgekommen ist ein Mischmasch aus alter Handschrift und Normschrift, irgendwelche Homoglyhen, die ich selbst kaum zu lesen vermag. 

😭Schräge Normschrift nach DIN 15 oder so? Da gab es glaube ich extra Schablonen?

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  • 1 Monat später...

Ich hatte für mich damals auch den Kompromiss gefunden, beides zu machen. Die überwiegende Mehrzahl tippte ich am PC. Ich habe aber darauf geachtet, auch immer wieder mal längere EAs handschriftlich zu machen, um in der Übung zu bleiben. Wenn man da "fit" ist, verlernt man das auch nicht, wenn man zwischendurch mal wieder ein paar EAs am PC tippt. Also wirklich JEDE Einsendeaufgabe handschriftlich zu machen, wäre für mich wirklich sinnfrei gewesen.

Neben der Handschrift selbst macht auch Formatierung ne Menge aus, Zeilenabstand und ausreichend Ränder lassen (gerade die fehlenden Ränder sind mir bei vielen MitabiturientInnen damals aufgefallen. Da wurde teilweise quasi jede Ecke vollgekrakelt un das hätte mich als Korrektor auch sehr genervt, selbst wenn die Schrift ansich okay ist. Steht aber glaube ich auch immer in den EA-Anweisungen).

 

Die letzten paar EAs mit Klausurumfang und -niveau habe ich dann aber alle handschriftlich geschrieben, so eine pro Fach. Selbst wenn es für den Korrektor nicht ganz so bequem zu lesen ist, wie am PC geschrieben: da muss er dann eben durch. Ich würde mir diese Übung auf keinen Fall vor lauter Rücksicht nehmen lassen, "nur" weil der Korrektor es bequem will oder ich dem Korrektor nicht auf den Schlips treten will. Solange die Klausuren nicht am PC getippt werden, ist es eben so und imho auch ein Teil meiner Aufgabe und seines Jobs. Wäre das umgestellt, wäre es was anderes.

 

Zumutbar ist finde ich aber, dass man darauf achtet, dass es einigermaßen gut zu lesen ist und nicht aus Patzigkeit zu schreiben, wie man will und dem Korrektor das dann nach dem Motto "Pech gehabt, sieh mal zu wie du das entzifferst weil ich mach was ich will!" zu senden. Aber wer macht das schon...

 

Die allerersten EAs würde ich ausnahmslos alle am PC tippen.

Bearbeitet von Mupfel
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