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Faktencheck des Fernhochschulblogs


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Empfohlene Beiträge

Ich schau mir öfter mal den Blog der Hochschule Fresenius an. Und das macht nicht immer wirklich Spaß.

Jetzt habe ich mir vorgenommen einzelne Beiträge einem "Faktencheck" zu unterziehen und das hier zu dokumentieren. In der Hoffnung, dass das zur Qualtätssteigerung beiträgt. Den ersten Blogbeitrag dieser Reihe, hatte ich vor einiger Zeit schon einmal hier im Forum erwähnt und heimlich gehofft, dass eine Korrektur vorgenommen wird. Das ist bisher leider nicht passiert.  Deswegen gehe ich die Sache etwas jetzt systematischer an.

 

Erster Fall: Zitierregeln im Studium – Wie zitiere ich richtig? https://www.hs-fresenius.de/blog/ratgeber/zitierregeln-im-studium-wie-zitiere-ich-richtig/ 

 

Ja wie denn nun? @R.Kohlen - onlineplus Ich werde nicht auf alle Fehler im Blogbeitrag eingehen.

 

 

Zitat

"Entscheiden Sie sich für den APA-Stil, der auch Kurzbeleg oder Havard-Zitierstil genannt wird, übernehmen Sie die Quelle als Kurztitel im Fließtext. Dabei führen Sie folgende Angaben an: Nach- und Vorname de:r Urheber:in, Titel, Veröffentlichungsjahr und Seitenzahl. Zitieren Sie die Publikation im Verlauf Ihrer Arbeit erneut, können Sie auf eine Kurzform zurückgreifen, wie zum Beispiel Nachname, Jahreszahl, Seitenangabe." (Kohlen, 2021)

Quelle: Kohlen, R. (2021). Zitierregeln im Studium – Wie zitiere ich richtig? Hochschule Fresenius. Abgerufen 30. August 2021, von https://www.hs-fresenius.de/blog/ratgeber/zitierregeln-im-studium-wie-zitiere-ich-richtig/

 

 

Korrekturhinweise:

  • Der APA-Stil wird nicht Harvard-Zitierstil genannt. Das sind unterschiedliche, wenn auch sehr ähnliche, Zitierstile. Deswegen auch die unterschiedlichen Namen.
  • Laut APA-Stil wird im Verweis im Fließtext nicht der Titel einer Publikation angegeben. Diese Angabe gehört ins Quellverzeichnis. Der Vorname wird allerdings auch dort nur abgekürzt angegeben. Nachgeschlagen werden kann das hier: https://apastyle.apa.org/style-grammar-guidelines/references/examples/book-references
  • Es gibt tatsächlich so etwas wie eine Kurzform, aber das ist anders gemeint, als im Zitat oben beschreiben. Relevant wird das im folgenden Fall:
    • "Hat ein Werk mehr als zwei, aber weniger als sechs Autorinnen und Autoren, werden beim ersten Bezug auf dieses Werk im Text sämtliche Autorinnen und Autoren angeführt. Die Namen der Autorinnen und Autoren werden durch Kommata getrennt, zwischen dem vorletzten und letzten Namen steht das Wort und ohne vorhergehendes Komma. Nachfolgende Angaben dieses Werkes enthalten nur mehr den Namen der ersten Autorin oder des ersten Autors, gefolgt von der Angabe et al. (nicht kursiv, kein Punkt nach et, für lateinisch et alii, deutsch: „und andere“) und dem Jahr."  (Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs), 2019, S. 105)
      • Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) (Hrsg.). (2019). Richtlinien zur Manuskriptgestaltung (5., aktualisierte). Hogrefe. https://doi.org/10.1026/02954-000

Zitat
"Beispiel für ein direktes Zitat nach APA: 
„Es ist essentiell wichtig, bei schriftlichen Arbeiten im Studium Zitate korrekt zu kennzeichnen und den urheber [sic!] zu benennen.“ (Doe, Jane: Zitierstile. Köln, 2021. S. 31).
Beispiel für ein indirektes Zitat nach APA und erneutem Zitieren derselben Publikation:
Bei wissenschaftlichen Arbeiten sei eine korrekte Kennzeichnung von Zitaten essentiell wichtig (Vgl. Doe, 2021. S. 31.)."
 
Quelle: Kohlen, R. (2021). Zitierregeln im Studium – Wie zitiere ich richtig? Hochschule Fresenius. Abgerufen 30. August 2021, von https://www.hs-fresenius.de/blog/ratgeber/zitierregeln-im-studium-wie-zitiere-ich-richtig/

 

Korrekturhinweis:

  • Das ist kein Beispiel für ein direktes Zitat im APA Stil.
    • Der Verweis im Text entspricht nicht der korrekten Form. Richtig wäre für beide Beispiele: (Doe, 2021, S. 31)
    • Und: "Wörtliche Zitate müssen nach Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion exakt mit dem Original übereinstimmen, auch wenn dieses fehlerhaft ist. Falls solche Fehler des Originals zu Missverständnissen führen könnten, ist das Wort sic (für lateinisch sic erat scriptum, deutsch: „so stand es geschrieben“) kursiv geschrieben und in eckigen Klammern [sic] ohne Ausrufezeichen unmittelbar nach der fehlerhaften Stelle einzufügen" ( (Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs), 2019, S. 105). Also vor allem ohne Ausrufezeichen!!!

 

Zitat

"Ein Literaturverzeichnis ist in jeder wissenschaftlichen Arbeit obligatorisch und befindet sich stets am Ende auf den letzten Seiten. Hier führen Sie, alphabetisch nach den Nachnamen der Autor:innen sortiert, noch einmal alle Werke auf, die Sie in Ihrem Text zitiert haben. Dabei unterteilen Sie das Verzeichnis in Primär- und Sekundärliteratur:

  • Primärliteratur: Originaltexte wie beispielsweise literarische Werke, Gesetzestexte, Interviews, historische Quellen oder religiöse Texte.
  • Sekundärliteratur: Literatur, die Originaltexte zum Thema hat, wie zum Beispiel wissenschaftliche Forschungsliteratur."

 

Quelle: Kohlen, R. (2021). Zitierregeln im Studium – Wie zitiere ich richtig? Hochschule Fresenius. Abgerufen 30. August 2021, von https://www.hs-fresenius.de/blog/ratgeber/zitierregeln-im-studium-wie-zitiere-ich-richtig/

 

Hier wäre wirklich eine Quelle für diese Information angebracht. Mir jedenfalls ist das noch nicht untergekommen, dass ich laut APA oder Abwandlungen davon das Verzeichnis in Primär- und Sekundärliteratur zu unterteilen hätte. Auch die Beschreibung der Kategorien Primärliteratur und Sekundärliteratur ist in diesem Zusammenhang wenig hilfreich.

 

Zugegeben: Es ist schwierig in einem kurzen Blogbeitrag die Frage "Wie zitiere ich richtig?" richtig zu beantworten. Hier ist das nicht gelungen. Trotzdem ist der Beitrag wertvoll, denn er macht deutlich, wie wichtig seriöse Quellen und korrekte Angaben zu diesen Quellen sind. 

 

 

 

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Gerade eben schrieb Greetsiel:

Falsche Angaben sind doch keine unerfüllten Erwartungen, sondern (lediglich) korekturbedürftig.

Und das Updaten von Ansichten, wenn diese sich als in korrekt herausstellen ist ebenfalls Grundlage wissenschaftlicher Arbeit. Daher ist Falsifikation auch eine so wichtige Idee in dem Bereich.

 

Es ist daher angebracht Fehler zu melden. Und der Umgang mit den Fehlern sagt viel über die Hochschule aus.

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vor 1 Minute schrieb developer:

Das hier ist Content-Marketing, kein wissenschaftliches Journal.

 

Korrekt. Das hier bestimmt die Aussenwirkung. Und der Artikel sagt: "Wir haben keine Ahnung, worüber wir reden. Oh, das hindert uns aber nicht daran, dies an unsere Studierende weiterzugeben."

 

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vor 2 Minuten schrieb developer:

Liebe Leute: Nicht jeder Satz, der aus dem Mund von Angela Merkel kommt, ist eine Regierungserklärung. Und nicht jeder Inhalt einer Hochschule im Außenauftritt ist nach höchsten wissenschaften Standards zu sezieren. Das hier ist Content-Marketing, kein wissenschaftliches Journal.

 

Eben. Und trotzdem geht jedes Merkel-Wort durch die Bewertungsmaschine. Alles Andere ("Content-Marketing") ist Selbstbeschneidung mit der "eigenen Schere im Kopf". Wer "in die Welt hinausruft" (erst Recht anonyme Organisationen), darf sich über "Echo" nicht wundern.

 

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vor 15 Minuten schrieb DerLenny:

Und der Umgang mit den Fehlern sagt viel über die Hochschule aus.

 

Andersherum sagt aber auch der Umgang mit Fehlern derer, die sie suchen, etwas über diese Menschen aus. Und wie oben von @Greetsiel angemerkt:

 

vor 7 Minuten schrieb Greetsiel:

Wer "in die Welt hinausruft" (erst Recht anonyme Organisationen), darf sich über "Echo" nicht wundern.

 

Und nichts anderes passiert hier.

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vor 23 Minuten schrieb Markus Jung:

Üblicherweise sollte hier der Weg meiner Meinung nach sein, direkt auf den Autor bzw. die Institution zuzugehen, welche einen Beitrag veröffentlicht hat, auf den Fehler hinzuweisen und um Korrektur zu bitten

Ich stimme überein.

Sry für Edit: genauso finde ich es auch nicht sehr zielführend und ein bisschen übergriffig die Kontaktperson der entsprechenden Hochschule hier mal nebenbei zu erwähnen so nach dem Motto "ja du bist von denen da, guck mal". (auch wenn es in erster linie die angesprochene Person ist)

Bearbeitet von TheHumanHunter
Aussage geändert.
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vor einer Stunde schrieb TomSon:

Andersherum sagt aber auch der Umgang mit Fehlern derer, die sie suchen, etwas über diese Menschen aus.

 

Das Suchen der Fehler sollte Aufgabe der Hochschule sein.

Wenn Studierende die Fehler finden, ist das ungeschickt, insbes. wenn es sich um inhaltliche Fehler handelt. 

Wenn es für Studierende offensichtliche Fehler sind, ist es peinlich.

 

Je nach Fehlerkorrekturstil der Hochschule muss seitens der Studierenden ein sehr großer Aufwand betrieben werden, um die Hochschule zur Korrektur zu bewegen. Was dafür sorgt, dass man sich zwangsläufig mehr mit dem Thema beschäftigen muss. Und ebenfalls dem Thema Recherche und belegen von Aussagen. Was einen in Folge für Fehler sensibilisiert. Wodurch diese eher auffallen.

 

Mir fallen die meisten Fehler auf, weil das Skript entweder sich selbst, anderen Skripten oder einem Paper widersprechen. Ein geringerer Teil an Fehlern fällt auf, weil die Aussagen an sich nicht schlüssig klingen. Mich wundert da eher, warum es davor noch niemandem aufgefallen ist. Denn das aktive Suchen sollte ja auf der Seite des Veröffentlichers liegen.

 

Und um die Widersprüche aufzulösen liest man dann eben die (hoffentlich) referenzierten Quellen.

Wodurch man ein bessere Verständnis für das Sachgebiet bekommt. Was aber immer noch deutlich unter dem des Autors liegen sollte. Denn "Quellen lesen" kommt ja vor "darüber schreiben."

Was dann Unverständnis hervorruft, wenn Inhalte falsch wiedergegeben werden, die referenzierte Quelle die Aussage nicht bestätigt oder die Aussage inzwischen revidiert wurde.

 

Wenn man die Fehler in dem Material suchen müsste, wäre dies eine gute Sache.

Leider ist dies für Studierende nicht notwendig. Sich mit dem vermittelten Material zu beschäftigen reicht meist aus.

 

Was ich an diesem Thread hier so beeindruckend finde ist, dass klare, offensichtliche Fehler in einer grundlegenden Arbeitsanweisung a) reduziert werden und b) der Hinweis auf diese Fehler in einem negativen Licht präsentiert wird. Dies ist epistomologisch nicht sinnvoll. 

 

Fehler gehören zum Alltag. Ebenso sollte ein Hinweis auf und die Korrektur dieser Fehler ein Anliegen aller involvierten Personen sein.

Unter Hinblick auf die Multiplikatorfunktion der Lehranstalten ist dies nochmals wichtiger.

Bearbeitet von Markus Jung
Formatierung - Leerzeilen entfernt
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vor einer Stunde schrieb DerLenny:

Was ich an diesem Thread hier so beeindruckend finde ist, dass klare, offensichtliche Fehler in einer grundlegenden Arbeitsanweisung a) reduziert werden und b) der Hinweis auf diese Fehler in einem negativen Licht präsentiert wird. Dies ist epistomologisch nicht sinnvoll.

 

Ja, das lässt mich auch ratlos zurück. Hier geht es ja speziell um Zitierregeln, ein Bewertungsmaßstab für schriftliche Arbeiten, auf die sich zu beziehen der Kandidat im Zweifel in der Lage sein muss. Das ist bei Fehlern im Regelwerk unmöglich, wenn er sich beim Abfassen seines Werkes nicht bewußt und entgegen seiner eigenen Kompetenz, an das Falsche anpassen will. Was kann daran falsch sein, so etwas in einem halböffentlichen Raum (dieses Forum) dem richtigen Adressatenkreis (Studenten) bekannt zu machen?

Bearbeitet von Greetsiel
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