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China reguliert privaten Bildungssektor - Was würde das bei uns bedeuten?


DerLenny
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China reguliert den privaten Bildungssektor. Private Anbieter von Bildung dürfen nun kein Gewinne mehr erwirtschaften.

 

https://www.manager-magazin.de/politik/china-peking-reguliert-bildungssektor-und-attackiert-privatwirtschaft-a-88f9354e-99ca-4642-8c24-85047afc544e-amp

 

Ich frage mich, was passieren würde, wenn die privaten Hochschulen hier ihren Gewinn in die Verbesserung des Lehrangebotes stecken würden... *träum*

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vor 5 Minuten schrieb Martin Macke:

Es geht hier um den Bereich der schulischen Nachhilfe, nicht um akademische Bildung. 

Wenn das hier passieren würde, würde das Gleiche passieren wie in China: 

 

Da bin ich nicht so sicher.

Sagen wir mal, Hochschulen dürfen keinen Gewinn erzielen, den sie nicht in die Bildung investieren.

Es könnten also bessere Gehälter für die Angestellten bezahlt werden, was dann einen besseren Anreiz zu einer Anstellung im Lehrwesen im Vergleich zur freien Wirtschaft bilden könnte.

Ebenso könnte der Gewinn für besseres Lehrmaterial genutzt werden.

 

Ideal wäre es natürlich, wenn sowas auch ohne stattlichen Druck passieren würde.

Aber da bin ich glaube ich zu idealistisch.

 

Oh, und vielen Dank für den Überblick über die aktuellen Änderungen in China. Ich habe ein paar davon mitbekommen (die meisten aus Tech News), hatte sie aber noch nicht in Zusammenhang gebracht.

 

 

 

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Zum ersten Mal mitbekommen, wie krass der Markt für Nachhilfe in China ist, habe ich, als FeedbackPanda verkauft wurde. Das ist ein simples Tool, mit dem Nachhilfe-LehrerInnen mehr oder weniger Vorlagen für Feedback an Schüler verwalten können. Das muss wohl von der Kundschaft (Eltern) regelmäßig gefordert werden, d.h. die Kinder stehen da auch außerhalb des staatlichen schulischen Systems erheblich unter Druck.

 

China tickt ja kulturell in vielen Dingen anders und außerhalb unserer Vorstellungskraft. Die Akzeptanz diverser staatlicher Maßnahmen, die bei uns auf großen Widerstand treffen würden (etwa das in der Einführung befindliche Scoring-System), wird ja bspw. oft damit begründet, dass es ein grundlegendes Misstrauen der Menschen untereinander gibt, ausgelöst durch mehrere Jahrzehnte an teils dramatischen Kapitalismus-Eskapaden (Stichwort: Chinesischer Milchskandal). Was da genau dran ist, kann ich aber auch nicht beurteilen.

 

Um den Bogen zurück zu privaten Hochschulen in Deutschland zu spannen: Egal, was in den Marketing-Broschüren steht, diese Unternehmen sind ja nicht dazu da, um unsere Gesellschaft voranzubringen. Sie existieren, um Shareholder Value zu generieren. Wenn es nun gar keine Möglichkeit gibt, mögliche Gewinne abzuschöpfen, so fällt auch der zentrale Anreiz weg, das Unternehmen überhaupt zu betreiben. Damit hat sich die Sache dann schon auch erledigt.

 

Ich glaube, wir erleben hier gerade im privaten Hochschulmarkt in Deutschland eine ähnliche Eskapade. Es gibt viel Wachstum, bei dem manchmal auch Qualität auf der Strecke bleibt. Ich bin kein Freund unbegrenzter Märkte, aber in dem Fall relativ optimistisch, dass sich das mittelfristig von selbst korrigieren wird. Denn die Privaten haben nunmal starke staatliche Konkurrenz, denen sie in einigen zentralen Punkten (Reputation, Qualität der Lehre – nicht alles ist mit Flexibilität zu erschlagen) beikommen müssen, um dauerhaft bestehen zu können.

 

Da könnte man noch die Frage aufmachen, ob diese langfristige Perspektive aus Investorensich überhaupt von Relevanz ist. Aber selbst wenn das nicht so wäre, würde sich das Modell (immer neue Studiengänge um hier und da noch ein paar hundert Kunden mitzunehmen, aber wenig Qualitätsanspruch dahinter) irgendwann totlaufen, und die Hochschulen aus dem Markt ausscheiden.

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Ich weiß nicht was das bei uns bedeuten würde. Es wäre anders als in China.

 

Fakt ist, dass in nächster Zeit große Veränderungen auf die gesamte Welt zukommen. China ist ganz deutlich auf einem kommunistischen Weg. Die Krisen, die durch die Art und Weise wie Kapitalismus gelebt wurde entstanden sind, sind enorm groß (soziale Ungleichheit, Verschuldung, Korruption, Klimakrise,…) und es sieht ganz so aus als würde China zurzeit große Hoffnung in frühere Ideale legen. Was eine solche Umorientierung für die gesamte Welt und uns bedeutet, können wir uns noch gar nicht richtig ausmalen. Aufgrund des Ausmaßes dieser Probleme und der Tragweite finde ich es beispielsweise auch sehr schade, dass Rezo in seinen Videos nicht darauf hingewiesen hat. Bsp. Korruption: Zwar hat China ein ganz anderes Verständnis von Korruption, die Auswirkungen sind jedenfalls gigantisch. Und uns betreffen diese Probleme nunmal direkt. Es lohnt sich immer, ein gutes Stück weiter über den eigenen Tellerrand zu schauen.

 

 Ich weiß nicht, was ein komplett staatlich geführter Bildungssektor für uns für Konsequenzen hätte. Wie war das in der DDR? Ich bin jedenfalls sehr froh, dass wir eine soziale Marktwirtschaft haben, unser Bildungsangebot sehr breit und bunt ist, konkurrierende Konzepte, Wettbewerb stets zu Verbesserungen und Fortschritt führen, wir ein freies System haben, indem sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert wird und wir dennoch ein Auge auf Monopole haben, wir keine Impfgegner-Aluhüte Kräuterkunde- und Schamanismusschulen führen lassen (wo war das gerade, irgendwo in Bayern, wo das versucht wurde?), … ich bin froh, dass es finanzielle staatliche Unterstützung für Familien mit wenig Einkommen gibt, BaföG, öffentliche Gelder für Forschungsprojekte etc., ich bin über sehr Vieles froh. Wir haben einige Probleme in unserem Bildungssystem, dennoch will ich die Form dieses Systems nicht missen und unsere soziale Marktwirtschaft generell nicht.

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