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Betreuungsschlüssel


KanzlerCoaching
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Ich war zunächst etwas verwundert, den Begriff "Betreuungsschlüssel" als Thema zu lesen, da mir dieser im beruflichen Kontext eher in Bezug auf das Verhältnis von Klient:innen zu Fachkräften geläufig ist 😉☺️

 

Zugegebener Maßen habe ich mich bis jetzt nie damit beschäftigt seit Beginn meines Fernstudiums, wie engmaschig Studierende hier betreut werden bzw. bestenfalls werden sollten. In meinem Studiengang gibt es sogenannte Programmmanager:innen, welche den Studierenden in allen Belangen zur Seite stehen und Schnittstelle zwischen Verwaltung, Studiengangsleitung, Dozent:innen und Personen, die für die Begleitung von Masterarbeiten / die Korrektur von schriftlichen Aufgaben darstellen.

 

Vor Anmeldung von Hausarbeit / Essay / Masterarbeit wird inhaltlich mit dieser Stelle eine Abstimmung getätigt. Auch werden bei unklaren Fragestellungen von Einsendeaufgaben oder schwer verständlichen Inhalten der Studienbriefe zeitnahe und hilfreiche Rückmeldngen gegeben.

 

In wirkliche fachliche / wissenschaftliche Diskussionen geht es im Modell meiner Hochschule ausschließlich in Präsenzblöcken und Online-Seminaren. Oder aber in gemeinsamen Austauschrunden unter den Studierenden, die sich nach der ersten Präsenz für jedes Bundesland gegründet haben und natürlich auch mit einzelnen Studierenden im 1:1 Kontakt, die kennengelernt wurden und mit denen ein loser Kontakt immer einmal wieder stattfindet.

 

Da das Fernstudium für mich neu ist (Erststudium in Präsenz mit schon recht viel Kontakt zu den jeweiligen Dozenten), hatte ich die strukturellen Gegebenheiten einfach erst einmal hingenommen, beobachtet und gemerkt, dass ich so wie es ist gut zurecht komme und mir bei Unklarheiten immer Ansprechpersonen zur Seite stehen, sei es direkt von der Uni, oder aber aus dem Studierendenkreis.

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vor 46 Minuten schrieb KanzlerCoaching:

Zusammen mit den Literaturangaben, die man am Anfang des Semesters vom Prof bekommen hat.

Pflichtlektüre, schrieb ich aber. Haben Sie das überlesen?

 

Der Diskurs fand in den Vorlesungen oder in Seminaren statt. Oder in den Sprechstunden.

Bearbeitet von KanzlerCoaching
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Unabhängig von der Frage, was an Präsenzhochschulen (früher/heute) anders läuft als an Fernhochschulen, bleibe ich mal bei der Überlegung, wie wichtig/relevant der Betreuungsschlüssel an Fernhochschulen ist.

 

In meinem neu begonnenen Theologiestudium erlebe ich gerade, dass die Studiengangsleitung sehr engagiert ist und sowohl in den Foren ihrer eigenen Module als auch in den übergreifenden Foren regelmäßig liest, antwortet und selbst Fragen zum (freiwilligen) Weiterdenken postet und die Diskussion begleitet. Das ist natürlich nur mit entsprechenden zeitlichen Ressourcen möglich. Gleichzeitig werden durch das virtuelle Format aber auch viele Studenten gleichzeitig angesprochen, die sich dann wiederum asynchron an der Diskussion beteiligen können. Gerade bei den Monatsthemen fehlt mir aber oft die Zeit, mich damit wirklich intensiv zu beschäftigen; diese würde ich deshalb als ein "nice to have" einstufen.

 

In anderen Modulen können zwar in den Foren auch Fragen an die jeweiligen Modulbetreuer gestellt werden, allerdings dauern die Antworten manchmal so lange, dass das Modul bis dahin längst abgeschlossen ist. Eine inhaltliche Frage oder eine Frage zum Assignment zu klären, kann da wirklich sehr schwierig sein.

 

Ich denke, neben den reinen Zahlen spielt auch das persönliche Engagement eine Rolle, sich für den Austausch mit den Studenten zur Verfügung zu stellen. Drei meiner Dozenten bieten aktiv Webinare zu verschiedenen Themen an und fragen auch nach, welche weiteren Themen für uns wichtig wären. Von den anderen Dozenten sieht und hört man sehr wenig, was über die Lehrbriefe und die Korrektur der Prüfungsleistung hinausgeht.

 

Bearbeitet von Alanna
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vor 38 Minuten schrieb DerLenny:

 

Mein Favorit ist aktuell der M.Sc. Medieninformatik der Berliner Hochschule für Technik. Evtl. ist einer der anderen Informatik Master der Hochschule etwas für Dich?

Oh, die war mir noch als Beuth Hochschule bekannt. Ich hatte am Rande mitbekommen, dass der Name in der Diskussion war. Dann wurde die inzwischen tatsächlich umbenannt.

 

Soweit ich weiß, wird deren M.Sc. Medieninformatik ja über einen Verbund staatlicher FHs angeboten, die eine gemeinsame Online Plattform betreiben. Der Internetauftritt von OnCampus gefällt mir gar nicht. So angestrengt auf cool gemacht...

 

Wenn man dann noch nicht abgeschreckt ist und trotzdem dem Link auf eine der Hochschulen folgt, macht das eigentliche Studienangebot einen seriösen Eindruck. Leider interessiert mich der Schwerpunkt Medien nicht so richtig. Aber danke für den Tipp.

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  • Community Manager
vor 7 Stunden schrieb KanzlerCoaching:

Ich komme auf die Frage, weil ich gerade ein Ranking zu den 10 besten deutschen Hochschulen gelesen habe. Natürlich sind das alles Präsenzhochschulen, zu Fernhochschulen hat sich wohl noch niemand an das Thema gewagt.

 

Das Ranking bezieht sich auch nur auf Universitäten, (Fach-)Hochschulen sind da nicht enthalten. Von daher könnten von den reinen Fernstudium-Anbietern dort allenfalls die FernUni Hagen mit auftauchen. Ist aber für die Diskussion hier auch nicht relevant, da der Artikel ja nur den Aufhänger bildet für die Diskussion über die Betreuungsqualität an Fernhochschulen.

 

Ich glaube, dass in die Qualität der Betreuung sehr viele Faktoren hineinfließen. Gibt es Sprechstunden? Wird zeitnah und auch ausführlich schriftlich auf fachliche Fragen geantwortet und sogar der Diskurs gesucht? Wer macht die Betreuung? Wie qualifiziert sind diese Personen (auf ihrem Fachgebiet, aber auch was Praxiserfahrung angeht)? Gibt es einen festen Ansprechpartner oder einen Pool? Gibt es regelmäßige Präsenzen, in denen in der Gruppe und miteinander gearbeitet, praktisch ausprobiert und diskutiert wird? Wie interaktiv ist das didaktische Material aufgebaut? Usw. Einige Punkte davon sind ja auch schon hier im Austausch deutlich geworden. Ich glaube, es ist schwer, das an einer einzelnen Kennzahl festzumachen.

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vor 10 Minuten schrieb Markus Jung:

Ich glaube, es ist schwer, das an einer einzelnen Kennzahl festzumachen.

 

Schwierig vielleicht, aber nicht unmöglich. Man könnte die absolute Zahl der für die Betreuung der Studierenden zuständigen Profs und Tutoren messen, man könnte den Qualifizierungsgrad der Betreuer vergleichen, man könnte die Dauer zwischen Fragen der Studenten und Antworten der Betreuer messen, man könnte durch Studentenbefragungen am Ende eines Moduls Leistungen der Betreuer und die Zufriedenheit damit evaluieren.

 

Da kämen schon ein paar interessante Zahlen zustande, die man in einer Kennzahl zusammenfassen könnte.

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Zumal Fernhochschulen in ihren Marketing Materialien ja durchaus andere Kennzahlen veröffentlichen. Aussagen wie x Prozent unserer Absolventen konnten ihr Einkommen um y Prozent steigern, lese ich z.B. recht häufig.

Bearbeitet von kurtchen
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  • Community Manager
vor 15 Stunden schrieb KanzlerCoaching:

Da kämen schon ein paar interessante Zahlen zustande, die man in einer Kennzahl zusammenfassen könnte.

 

Für einen Vergleich wäre es wichtig, dass diese Zahlen dann verlässlich von verschiedenen Anbietern nach gleichen Kriterien ermittelt und veröffentlicht würden. Das wird es nach meiner Einschätzung, ähnlich wie bei den Abbrecherquoten, nicht geben.

 

Was es gibt, ist ein jährliches Ranking der Betreuungsqualität bei FernstudiumCheck, basierend auf Benutzerbewertungen. Auch da kann sicherlich diskutiert werden wie die Bewertungen generiert werden. Dennoch finde ich das ganz interessant. Zum Beispiel wie vergleichsweise weit hingen die meisten Fernhochschulen dort sind im Vergleich zu einigen, oft eher kleineren oder spezialisierten, Fernlehrgangsanbietern. Die erste reine Fernhochschule ist auf Platz 25 zu finden und mit der APOLLON Hochschule auch ein vergleichsweise kleiner und spezialisierter Anbieter aus der Klett-Gruppe. Auf Platz 31 folgt die SRH Fernhochschule. Die IU steht auf Platz 48. Einige Fernhochschulen tauchen in den 55 gerankten Plätzen auch gar nicht auf, weil die Mindestanforderung von mindestens 50 Bewertungen sowie einer Sternebewertung von 3,75 oder höher nicht erfüllt wurden. So habe ich zum Beispiel die Wilhelm Büchner Hochschule in der Aufstellung vermisst. Auf dem ersten Platz steht ein akademischer Anbieter, das Zentrum für Weiterbildung der  Hochschule Schmalkalden, aber keine reine Fernhochschule. 

 

Hier die Auflistung:

https://www.fernstudiumcheck.de/award/top-betreuung

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Bei allen Schwierigkeiten, gerade im Fernstudium relevante Kriterien für die Betreuungsqualität zu finden, zeigen doch die Ergebnisse bei fernstudiumcheck, dass bei diesem Thema noch viel Luft nach oben ist. Und dass viele der Fernhochschulen das Thema noch gar nicht als besonders relevant wahrgenommen haben. Denn sonst würden sie es doch anders - deutlicher - nach außen hin kommunizieren.

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vor 17 Stunden schrieb KanzlerCoaching:

Wir hatten keine vorgefertigten Skripte, die wir von der Hochschule bekommen haben. Und somit hatten wir auch keine schlechten Skripte.

 Das war bei uns im Präsenzstudium auch so. Wir hatten nie ein Skript. Es gab halt Veranstaltungen, die auf einer bestimmten Literatur aufgebaut haben, die man natürlich gut kennen sollte. Die wichtigste Sekundärliteratur wurde außerdem fast immer genannt: "Ich empfehle Ihnen unbedingt zu kennen...". Oft gab es eine Liste mit Sekundärliteratur. Manche Dozenten waren so nett und haben in der Bibliothek einen Semesteraparat aufgestellt, also ein Regal, in das sie dann die wichtigste Sekundärliteratur gestellt haben. Für alle anderen Studenten musste dann halt immer vermerkt werden, dass sich diese Bücher zurzeit nicht am gewohnten Platz befinden. Digital könnte man das eigentlich noch schöner lösen. Aber es gab definitiv kein Skript, sondern wir haben uns sowas selbst erstellt.

 

Allgemein finde ich, dass das der größte Unterschied zum Fernstudium ist. Wir mussten viel mehr von Anfang an wissenschaftlich arbeiten.

Auch wenn es um den persönlichen Austausch zwischen Dozenten und Studenten geht, finde ich, dass das der größte Unterschied ist.

An einer Präsenzuni ist es ebenfalls sehr unterschiedlich wieviel Zeit die Dozenten in die "Betreuung" der Studierenden legen. Es gab solche, bei denen es echt schwierig war, die in ihrem Büro zu erwischen und auf etwas Zeit für Fragen festzunageln. Manche waren eigentlich an einer Uni in einer anderen Stadt beschäftigt und kamen nur für zwei Stunden in der Woche zu uns. Die hat man kaum persönlich erreicht. Es gab aber auch solche, die jede Woche Lern- und Gesprächskreise mit uns hatten. Einige waren immer bei Studenten-Freizeitaktivitäten dabei und es gab generell sehr Austausch mit denen.

Es gab manche Dozenten, bei denen ich mich nie getraut habe, den Mund in der Vorlesung zu öffnen, weil man sehr deutlich zu spüren bekommen hat, dass man für nicht sehr schlau gehalten wird. Bei denen in den Veranstaltungen haben sich der Dozent und ein paar sehr spezielle Studenten gerne profiliert und für nicht sehr selbstüberzeugte Menschen wie mich war es eine Qual Fragen beantwortet zu bekommen. Das ist für mich im Fernstudium gar kein Problem mehr, sodass für mich der Austausch oft besser ist, auch wenn der Betreuungsschlüssel ganz anders ausfällt. Beispielsweise bei Piazza kennt mich der Tutor ja nicht persönlich und wird mich nie zu Gesicht bekommen. Ich treffe ihn nicht beim Mittagessen in der Mensa oder so. Also kann ich auch zehnmal schreiben: "Gut, um jetzt nochmal auf meine dumme Anfängerfrage zurückzukommen, die du mir immer noch nicht beantwortet hast..." (nicht ganz so, aber ungefähr).

Ein riesengroßer Unterschied war jedoch an der Präsenzuni unsere Anbindung an die Forschung und die Erwartung an uns wissenschaftlich zu arbeiten. Man hat an der Uni immer sehr gut mitbekommen, welcher Dozent gerade an was forscht, mit wem im Austausch ist, was er publiziert, was seine Interessen und Meinungen auf seinem Fachgebiet sind usw. Darüber kam es zu sehr viel Austausch und wir Studenten hatten sofort eine Anbindung an das wissenschaftliche Leben. Wir haben ja auch viel mitgearbeitet, zum Beispiel indem wir Bibliographien erstellt haben (war zum Beispiel ein Schein eines Seminars) zu einer Person, zu der Dozent gerade am forschen war und sowas. Dafür hat der Dozent uns zu bestimmten Veranstaltungen mitgenommen und danach auf ein Getränk und zum Quatschen eingeladen. Ein Dozent hat in guter Kant-Tradition regelmäßig Studenten zum Kochen zu sich nach Hause eingeladen.

An der IU ist es dafür so, dass wir gut auf das Arbeiten in Jobs in späteren Unternehmen vorbereitet werden. Aber das ist vermutlich nicht so sehr das Interesse von Lehrenden an einer Uni und ja vermutlich auch gar nicht deren Aufgabe.

 

Also Fazit meines langen Beitrags:

Für mich stellt sich die Frage auf was sich der Betreuungsschlüssel an einer Hochschule überhaupt bezieht. Wenn es um die Hilfe geht beim Lösen einer Matheaufgabe oder so, ist es, glaube ich, ziemlich egal wie der Schlüssel ist. Die Frage lässt sich auf alle möglichen Weisen gut beantworten und auch für sehr viele Studierende. Wenn es um Organisatorisches geht, finde ich es auch nicht wichtig. An der IU gibt es dafür sehr viele Ansprechpartner, an der Präsenzuni gab es dafür die Studierendengruppierungen, die einem weitergeholfen haben.

Wenn es jedoch allgemein um den geistigen / intellektuellen Austausch geht (wie von @KanzlerCoachingunter anderem auch formuliert), finde ich die "Betreuung" bei uns im Fernstudium ziemlich katastrophal. Ich bin im Moment sehr froh, nochmal in einem Sprint zu sein, wo wir intensiven Austausch mit einer Professorin haben, die Expertin in dem Fach ist. Ich glaube auch, dass sie das Skript nicht so gut kennt, wie @DerLennyallgemein schon geschrieben hat). Die Perspektiven, die man jedoch gewinnt, sind ganz andere als wenn man für sich alleine das Skript und die Bücher studiert und sehr wertvoll.

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