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Optimales Alter von Bachelor-Absolventen


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Immer wieder kommen Fragen auf, ob man z. B. für ein Studium zu alt ist und wie es auf dem Arbeitsmarkt dann aussieht. Das ist wohl meist bei Quereinsteiger der Fall, weil das als Bruch in der Karriere-Linie gedeutet werden kann.

 

Ich habe zuletzt eher immer wieder das Gegenteil mitbekommen. Durch die Studienzeitverkürzung von Diplom zum Bachelor, G8 und Wegfall der verpflichtenden Wehrpflicht 😉 sind die Neuabsolventen öfter eher "zu jung". 

 

Da werden oft so Dinge wie mangelnde Ernsthaftigkeit oder Durchhaltewille bemängelt.

 

Wie sind eure Erfahrungen?

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Das ist recht individuell, wie die Menschen an sich. Ein junger Bachelor/Master Absolvent hat bei einem Kunden für sein Standing ggf. am Anfang mehr zu kämpfen, als ein 40-jähriger, dem von vornherein Kompetenz angedichtet wird und am Ende hochkant rausfliegt. Ähnlich verzerrend wie Aussagen Menschen meinen junge Leute fehle Ernsthaftigkeit oder haben kein Durchhaltewillen, da vllt. 1-2 junge Mitarbeiter in einem bestimmten Szenario erlebt ohne weitere Analyse.

 

Generell behaupte ich ist es immer einfacher dem Standard zu entsprechen als gegen den Strom zu schwimmen. 

 

Meine Antwort in a nutshell.

Bearbeitet von Muddlehead
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Zum Einen sehe ich es aus der Perspektive meines Arbeitsplatzes. Wir nehmen keine frisch gelernten Arbeitskräfte mehr, die mit zwanzig aus der Ausbildung kommen. Wir machen keine guten Erfahrungen mit den Jungen. Bei uns arbeiten (mit einer Ausnahme) Frauen mit vielen Jahren Lebenserfahrung. Wir haben keine klaren Arbeitsanweisungen, keine gute Organisation, sind ein sehr eng aufeinander hockendes Team, in dem Jeder seine Besonderheiten hat, es gibt bei uns Arbeit rund um die Uhr und immer fallen mehrere sehr wichtige Aufgaben gleichzeitig an. Das heißt bei uns klappt es nur mit Personen, die ein extrem gutes Selbstmanagement haben, Organisations-Pros sind, extrem flexibel, kreativ, eigenständig, konfliktfähig und standfest sind.
 

Bei uns ist das bestimmt anders als in einem Beruf, in dem Arbeitskräfte mit akademischem Abschluss gesucht werden. In einem Studium eignet man sich vermutlich schon ein paar dieser Eigenschaften an, in einer Ausbildung eher nicht, zumindest nicht in dem Maße. Noch dazu arbeitet man bei uns zu einem Hungerlohn. Wer in unserem Job Vollzeit arbeitet kann sich beispielsweise nicht ein Auto und eine Wohnung leisten. Das heißt ohne feste Familie mit gut verdienendem Partner wird das eh nichts. Junge Menschen sind da natürlich oft noch nicht festgelegt.

 

Generell vermute ich aber, dass Quereinsteiger mit mehreren Jahren Berufserfahrung Qualitäten haben, die sich nicht in einem Studium per se lernen lassen. Natürlich ist es individuell wie gerne Jemand dauerhaft neue Sachen lernt und wie flexibel Jemand im Leben bleibt. Wenn Jemand mit fünfzig einen neuen Beruf lernt und vor hat, sich in den nächsten Jahren hauptsächlich auszuruhen und mit fünfundsechzig in Rente zu gehen, ist das vermutlich keine gute Idee.

 

Es gibt natürlich auch Firmen wie die von meinem Freund, die immer auf der Jagd nach fertigen Studenten für die Entwicklung sind, weil das Gehalt in der Branche nicht mithalten kann mit dem, das Seniorentwickler in der Industrie oder so bekommen. Aber auch in seiner Firma arbeiten viele Quereinsteiger, die die perfekten Vorkenntnisse beispielsweise aus der Buchbranche oder dem Bildungssektor mitbringen und dann auf IT umgelernt haben. Es kommt also auch immer sehr auf die einzelne Stelle an, auf die man sich bewirbt. 
 

Ich denke, Quereinsteiger haben sehr gute Chancen und häufig die besseren Karten je nach dem, was die Motivation, Lebens- und Berufserfahrung und das Ziel ist. Glück ist natürlich auch dabei.

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Aus Sich einer Leitungskraft sind mir Persönlichkeit, "wirklich Bock auf genau diesen Job", Lernbereitschaft und eine gute Passung ins Team + zu den Menschen die wir begleiten (stat. Kinder- und Jugendhilfe + Wohnangebot für Erwachsene mit Behinderung) um einiges wichtiger als das Alter.

 

Eine Fachkraft von mir ist mit 23 Jahren viel reifer, findet bessere Worte bei Schul- und Elterngesprächen als eine andere Fachkraft aus seinem Team mit 15 Jahren Berufserfahrung und 20 Jahren mehr Lebenserfahrung. Dafür schafft es Letztere Fachkraft auch in den größten Krisensituationen, die Konzentration auf das Wesentliche zu bewahren und überlegte Schritte einzuleiten, während die jüngere Person noch ganz schön zu rudern hat und erst durch Erfahrung mögliche Variantend der Intervention lernen wird.

 

Mit recht jungen Fachkräften, direkt aus Ausbildung / Studium habe ich bisher recht gute Erfahrungen machen können, mit Fachkräften, welche im gleichen Bereich aber in einer anderen Organisation tätig waren, mitunter schlechtere - die jüngeren bzw. Beurfanfänger:innen können sich sehr schnell darauf einlassen, dass wir weitestgehend selbstorganisiert in den Teams agieren, es keine Teamleitung gibt und alles gemeinsam getragen wird inklusive direkter Ansprechbarkeit der Leitungskraft und dies eher als Partner:inn / weitere beratende Fachkraft als eine Führungsperson deren Wort mehr zählt und welches ohne es zu hinterfragen zu befolgen ist.

 

Jedoch suche ich auch gerade nach sehr unterschiedlichen Persoben, die sich gegenseitig ergänzen und den Menschen die bei uns leben auf ihre individuelle Art vorleben, wie "das Leben da draußen" aussehen kann.

Bearbeitet von Herbstkind
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Kleiner Nachtrag: Mein Freund sagt gerade, bei denen in der Firma nivelliert sich der technische Stand der neuen Mitarbeiter eh nach einem Jahr. Die Dinge, die dort in der Firma gemacht werden, sind so spezifisch, dass niemand Neues die zu Beginn beherrscht, egal welches Alter, aus welchem Bereich und mit welcher Erfahrung. Nach einem Jahr haben es dann Alle drauf. Wichtig ist also Lernbereitschaft, Teamfähigkeit, Motivation usw.

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vor 21 Minuten schrieb jedi:

@Silberpfeil

 

Der Arbeitsmarkt hier ist so krank. Im Ausland geht es anders. 

Was genau meinst Du mit krank und was ist im Ausland anders?

 

Ich finde lebenslanges Lernen in einer Zeit, in der sich Wissen so schnell überholt, eigentlich normal. Ein Problem ist aber meiner Meinung nach, dass man sich sein Wissen in seiner Freizeit aneignen soll - neben einem 38,5/40 Stunden-Job. Menschen, die sich weiterbilden, sollten m.M.n. für eine bestimmte Zeit eine Freistellung bekommen. Die Hürden des Bildungsurlaubs sind einfach zu hoch. 

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vor einer Stunde schrieb jedi:

@Silberpfeil

 

Alle reden vom lebenslangen lernen. Doch wenn das jemand macht, ist die Person zu alt. Der Arbeitsmarkt hier ist so krank. Im Ausland geht es anders. 

Welches Ausland meinen Sie denn? Und wie sind die anderen Arbeitsmarktbedingungen dort? Dinge wie Arbeitslosenzahlen, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung, Arbeitslosengeld etc.?

 

Behauptungen wie die Ihre tragen zum  konstruktivem Fortgang der Diskussion nicht bei, wenn Sie nicht konkret benennen, worauf Sie sich beziehen.

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Ich glaube das lebenslanges Lernen in der heutigen Zeit einfach dazu gehört.Meiner Meinung nach ist dies  unabhängig davon ob man jung oder alt ist, ob man studiert hat oder ob man eine Ausbildung hat. Die Anforderungen verändern sich ständig und wenn man meint, man hat vor X Jahren eine Ausbildung oder Studium abgeschlossen und braucht sich deshalb nicht weiterentwickeln, wird irgendwann abgehängt. Aber es gibt sicherlich auch Branchen, da gibt es weniger Veränderungen. Aber im IT-Umfeld ist es praktisch unmöglich, sich nicht weiterzubilden. Ich kenne auch viele Kollegen die sind Anfang 50 und interessieren sich immer noch für neue Technologien. Teilweise sogar intensiver als jüngere Leute. Also ich finde daher nicht, dass das Alter ein Argument sein kann um nichts mehr zu lernen.

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