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Hat Guttenberg seine Doktorarbeit geklaut?

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Vielleicht lese ich den Artikel ja falsch, natürlich können nicht alle unveröffentlichten Dinge bekannt sein, sehe ich ein aber dort heißt es doch

 

In der Zwischenzeit bemerkt auch eine wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Christian M.s Doktorvater, dass Teile aus der Doktorarbeit mit Martinsens Habilitation übereinstimmen. Nicht nur auf Seite 63, auf der das Luhmann-Zitat steht. Auch die gut 30 Seiten davor und die gut 200 Seiten danach: Bis auf einige Zwischenüberschriften und Unterkapitel sind sie identisch mit dem Buch der Professorin. Sogar die Klappentexte ähneln sich.

 

Daraus habe ich eigentlich geschlossen, dass es zumindest in irgendeiner Form an der Hochschule vorhanden gewesen sein muss. Aber es waren ja auch andere Aspekte dort wird ja auch angegeben,  dass dem Doktorvater abschriften aufgefallen waren er es aber als nicht so wichtig erachtete.

 

Vielleicht bin ich da auch nur empfindlich weil ich selber von so was betroffen war. Ich hatte damals mit einer Ausbildungskollegin eine Umfassende Arbeit zu einem Fachthema gemacht. Das wurde zu einem Preis eingereicht und wir wurden ausgezeichnet. Danach sollte es veröffentlicht werden in einer Zeitschrift. Irgendwann gab es einen Artikel und die Worte waren unsere aber der Autor am Ende drunter war ein anderer.  So was ist dann höchst unbefriedigend. Am Ende gabs nur eine kurze Entschuldigung aber der Artikel steht bis heute unter dem falschen Autor veröffentlicht für eine Arbeit, die er nie verfasst hat.

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Hm, es ging um die Plagiatssoftware - dafür nützt "vorhandensein" an der Hochschule nichts. Etwas anderes ist, dass der Betreuer es hätte merken müssen. Da würde ich auch sagen, hätte er (das ist aber was anderes als die Plagiatssoftware). Das ist in diesem Falle sehr eindeutig, viel eindeutiger als bei Guttenberg. Da haben zwar auch viele gefragt, wie das gehen könnte (und manche gleiche den Betreuer als den Schuldigen und Guttenberg als den Betrogenen gesehen, bei einem von im Namen hört bei manchen eben noch immer das denken auf), aber Guttenberg hat viele Quellen gemischt und dabei solche (Zeitungsartikel, Hausarbeiten usw), die der Betreuer nicht kennen muss. Hier dagegen wurde offenbar einen Habilitation mehr oder weniger 1-zu-1 kopiert. Das muss dem Betreuer auffallen, denn die Habilitation zum ziemlich gleichen Thema, die muss er kennen. Außerdem stellt sich die Frage, wie der Betreuer hier den Arbeitsfortschritt überwacht hat. Normalerweise gibt es ja Entwürfe und stufenweise Ausarbeitungen, woher kommt das in diesem Falle? Also hier muss der Betreuer sich wirklich fragen lassen wie das sein konnte, der Fall liegt anders als Guttenberg.

Was Dein Erlebnis berifft: Ich kenne die Einzelheiten nicht, aber so was geht gar nicht. Und normalerweise geht sowas auch nicht durch, gerade wenn Deine Hochschule so vorbildlich ist. Normalerweise wären das die Schritte:

- Beim Journal eine Rücknahme des Papers beantragen. Wenn eine Entschuldigung des Falsch-Autors vorliegt und Du einen Preis für die Arbeit bekommen hast, ist die Sache klar, damit nehmt jedes Journal den Artikel zurück. Da Journals heute eh nur noch online gelesen werden, ist das auch effektiv, den Artikel findet keiner mehr. Oder der Autor wird geändert, so einen Fall hatte ich noch nicht, das sollte aber auch gehen.

- Wenn der "Autor" den Artikel noch als seine Publikation angibt, gibt es disziplinarrechtliche Massnahmen. Hier ist die Sache eindeutig.

- Auch die Veröffentlichung unter eigenem Namen von fremder Arbeit hat normalerweise Kondequenzen, wenn es so eindeutig ist.

Auch wenn es dem Klischee widerspricht: Es geht nicht alles durch. Und wenn Deine Hochschule so vorbildlich ist, muss das erst recht gelten.

 

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Wie oben geschrieben es war in der Ausbildung nicht Hochschule und es sind bestimmte Schritte erfolgt. Es hatte mit der Hochschule nie etwas zu tun und ist aus der Zeit davor. Ist wie es. Heute Jahre später denke ich mir meist, was solls, die Veröffentlichungen danach waren "höherwertiger". Und die vielen Beispiele zeigen,  Menschen kommen nur eine gewisse Zeit damit durch,  irgendwann fällt so was auf und wenn es ist weil jemand sein eigenes Zitat recherchiert.

 

Und zur Apollon die ist da schon sehr Konsequent und genau, aber perfekt wird keiner sein. Aber das war ja wirklich, wenn es so stimmt mehr als die Dissertation, zugleich kommt es manchmal natürlich auch drauf an, wonach man sucht, inhaltlich, strukturell und was auch immer. 

Bearbeitet von polli_on_the_go

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Tatsächlich interessant und gut gemacht finde ich das hier erwähnte  Video der Universität Bergen.

 

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Ja, aber bei Schavan und Steinmeier ist auch nichts dabei herausgekommen. Siehe vroniplag.

 

Je nach Bedarf wird entschieden, ob Absicht dahinter steckte, oder nicht.

 

Beste Grüße,

 

Warzenegger

 

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Am 1.6.2018 um 10:30 , Warzenegger schrieb:

Ja, aber bei Schavan und Steinmeier ist auch nichts dabei herausgekommen. Siehe vroniplag.

 

Äh? Schavan? Meinen wir beiden die gleiche Schavan, der der Doktortitel aberkannt wurde und die deshalb als Bundesbildungsministerin zurücktreten musste?

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Ich finde es immer wieder amüsant, wie Politiker von Union, SPD, FDP, Die Linke und Grüne/Bündnis90 mit den Finger auf andere zeigen, selbst aber nicht besser sind, als die Menschen, auf die sie mit den Finger zeigen. Bei der Doktorarbeit abzuschreiben oder sie wohl eher von einem Ghostwriter schreiben zu lassen, zeigt, was bei solchen Leuten im Kopf vorgeht, nämlich Karriere machen. Anerkennung suchen und Täuschung um jeden Preis! Aber das scheint in der Politik wohl der Schlüssel zum Erfolg zu sein und eine ghostgewritete Dissertation reicht da wohl Grade als Einstiegsqualifikation.

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Meinte natürlich von der Leyen, nicht Schavan. Bitte um Entschuldigung.

Beste Grüße

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