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Markus Jung

Oncampus: Technische Anforderungen und aktuelle Entwicklungen (Apps, YouTube)

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Eine Frage zur Technik. Wie kommen die Studierenden damit klar, gibt es viele Rückfragen und Probleme?

Es läuft sehr problemlos. Dies wohl auch besonders, weil wir Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen unterrichten, also sehr technikaffine Studiengänge. Ich wüsste jetzt nicht, wie es aussehen würde, wenn wir Sozialpädagogik anbieten würde. Rückfragen erhalten wir vor allem von den Erstsemestern, die Anfangsprobleme haben. Bei der Webkonferenz haben wir ungefähr ein Prozent der Teilnehmer, bei denen es einen unlösbaren Fehler gibt.

Was für eine Übertragungsgeschwindigkeit benötigen denn die Teilnehmer an der Webkonferenz? Muss es ein DSL-Anschluss sein oder funktioniert es auch mit ISDN?

Die Webkonferenz funktioniert mit ISDN, allerdings nur ohne Video. Audio geht gerade so und Chat natürlich immer.

Also ist ein DSL-Zugang für das Studium schon zu empfehlen?

DSL ist definitiv empfohlen, muss man ganz deutlich sagen. Und wenn da die Bundesregierung in der flächendeckenden Breitbandversorgung nicht ein bisschen besser wird, werden natürlich die Landbereiche ausgegrenzt. Und auch UTMS hat seine Probleme. Zwar sind dort ausreichende Bandbreiten vorhanden, aber die Reaktionszeiten sind oft zu hoch. So dass bei Webkonferenzen auch ein mobiler Internetzugang eher problematisch ist.

Ansonsten bei den Onlinemodulen, bei den Studieninhalten, bei den Lernräumen ist die Art des Zugangs kein Problem. Das klappt alles.

Gibt es bereits Anwendungen für mobile Endgeräte?

In der Tat haben nach unserer Evaluierung zum Beispiel zwei Drittel der Studenten schon ein Smartphone oder wollen sich eins anschaffen. Und 20 Prozent wollen ein iPad haben oder besitzen bereits eins. Und natürlich müssen wir darauf reagieren. Wie wir jetzt die Module so überarbeiten, dass sie auch auf diesen Geräten laufen. Das ist eine der großen Aufgaben der nächsten Jahre. Also wir wissen zum Beispiel, dass die PDF-Version auf allen mobilen Geräten ohne Probleme läuft. Deswegen müssen wir flächendeckend PDF-Versionen anbieten. Und wir wissen aber auch, dass die Studenten so medienkompetent sind, dass sie ihre Inhalte selber um konvertieren. Was uns sehr erstaunt hat. Wir setzen übrigens kein Digital Rights Management ein, weil das immer nur eine Behinderung ist. Wir wollen keine Barrieren haben, das bringt immer nur Probleme. Und der Student soll studieren und auf die Inhalte von überall zugreifen können.

Außerdem sind wir auch dabei, Hörbücher anzubieten. Wir versuchen, mit einer Software die Sachen zu vertonen und die PDFs vorlesen zu lassen, sodass die Studierenden zum Beispiel im Auto die Texte hören können.

Ist es da auch geplant, Apps für das iPhone oder auch für Android mit anzubieten, um auch auf diesem Wege auf die Inhalt zugreifen zu können?

Strategisch sind wir keine Softwareentwicklungsfirma. Es spricht nichts dagegen, wenn irgendeine Hochschule irgendein Projekt für eine App hat. Machen wir auch gerade. Ich betreue auch gerade eine Diplomarbeit, in der es um eine iPad-Entwicklung geht. Wir wissen aber, dass Moodle bald eine App anbietet, die TU München entwickelt auch eine App für Moodle. Und die warten wir erst mal ab. Auf der anderen Seite gibt es eigentlich in meinen Augen oder in unseren Augen fast gar keinen Bedarf für eine Moodle App. Alle, die man fragt, können auch so mit dem Smartphone über den normalen Browser Moodle sehr gut bedienen. Also warum es da eine App für geben sollte, wissen wir noch nicht. Es gibt aber Teilbereiche, für die man eine App benötigt, und zwar für die Webkonferenz, das macht Adobe, die ist jetzt gerade im neuen Release erschienen, die ist auch recht gut. Und bei Tests macht eine gute App auch Sinn. Da haben wir uns auch gerade eine Softwarelösung angeschaut, aber die dann wieder verworfen, die war nicht gut genug.

Ich habe bei YouTube gesehen, dass ihr da eine ganze Menge an Videos veröffentlicht habt, die auch frei zugänglich sind. Wie ist dieses Projekt zu Stande gekommen?

Der YouTube Channel ist eines meiner Lieblingsprojekte des letzten Jahres gewesen. Ich hatte schon lange die Idee, die Videos online zu stellen. Eigentlich aus einer intrinsischen Motivation heraus: Ich wollte sehen, was passiert. Also haben wir die Videos genommen, auf denen nur Animationen zu sehen sind, um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Dann haben wir die online gestellt, ich hatte gerade einen Schülerpraktikanten, der hat das selbstständig gemacht, und hatten 60 Videos online. Und dann habe ich noch einen zweiten Schülerpraktikanten gehabt und nochmal ein paar Videos online gestellt. Und jetzt haben wir den letzten Rest reingestellt, damit haben wir 180 Videos online. Und nach jetzt 15 Monaten, haben wir täglich knappe 1.000 Videoaufrufe. Täglich sind das 33 Stunden freies Wissen, das wir über YouTube vermitteln. Und das finde ich das richtig Tolle an YouTube. Ob das nun unsere Studenten sind oder ob das einer in Spanien ist oder von einer anderen Hochschule, eigentlich dürfte das gar keine Rolle spielen. Und auf YouTube spielt es keine Rolle. Und ich finde das ganz phänomenal. Wir haben jetzt bald eine Viertel Million Abrufe auf dem YouTube Channel. Und wir werden diese Videos demnächst auch auf iTunes veröffentlichen, vielleicht auch auf Vimeo. Wir wollen ja nicht nur Google unterstützen, aber YouTube ist halt die größte Plattform, da mussten wir anfangen. Und Werte, die man daraus entnehmen kann, zum Beispiel wie viele Klicks welches Video hat, welche Aufmerksamkeitsspannen da sind und mit welchen Suchbegriffen man gefunden wird, sind eine ganz spannende Sache. Da können wir für uns sehr viel daraus lernen.

Dieser Beitrag ist Teil eines Interviews mit Andreas Wittke von Oncampus, das ich für Fernstudium-Infos.de am 16.05.2011 in Lübeck geführt habe.

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Oncampus hat nun eine erste Test-App für Android und iPhone/iPad entwickelt. Die App ist eine Übersicht aller Studienstandorte, der Studienangebote und der Ansprechpartner plus einem kleinen Imagevideo. Die Entwicklung erfolgte vor allem, um selbst erste Erfahrungen mit diesen neuen Bereichen zu sammeln und diese ggf. in künftige, größere Projekte einfließen zu lassen.

Hier gibt es einen Blog-Beitrag, der ausführlich darauf eingeht:

http://onlinebynature.wordpress.com/2011/08/11/wir-haben-jetzt-eine-app-furs-iphone-ipad-und-android/

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