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Wahnsinn?

Freitag, 20 Uhr.

Autobahn. A2. A14. A?. Nur das Navi weiß, wo wir sind.

Gleichmäßig dröhnt der Mietwagen die Straßen entlang, durch halb Deutschland. Vierhundert Kilometer. McDonalds. Fahrerwechsel. Noch mal vierhundert Kilometer. Wird wohl Mitternacht.

Wir sind Ingenieure bei einem Automotive-Zulieferer, wir bauen Anlagen für die Serienfertigung und wir haben doppelt so viele Aufgaben, wie wir realistisch stemmen können.

Wir sind müde. Ausgebrannt. Wütend.

Ich fische mein IPad aus der Tasche, und fange an, zu lesen. Ein Paper über adoption-diffusion of innovation, und use-diffusion, das ich ausgewählt habe, weil ich Parallelen in der Fallstudie zu meiner Hausarbeit ziehen will. Manchmal verschwimmen die Worte vor meinen Augen, ich habe diese Woche schon 60 Stunden gearbeitet, und das inkludiert einen Feiertag, zehn Leute, die auf mich eingebrüllt haben, eine Androhung von Werksverbot, und ein spontaner Flug über Luxemburg.

Meine Kollegen diskutieren über Kündigung. Grade ist es bei uns besonders schlimm, aber wir sind uns im Grunde einig, dass ein Wechsel zwar eine Gehaltserhöhung bringt, aber jede Firma in unserer Branche in einer gewissen Weise absolut dysfunktional ist, und jeder, der einigermaßen kompetent und leidenschaftlich ist, verschlissen wird.

Niemand weiß, dass ich studiere, höchstens meine Bankberaterin, aufgrund der Kontoauszüge.

Nicht meine Eltern, nicht meine Freunde, nicht meine Kollegen. Sie alle würden mich für wahnsinnig erklären.

Ich bin müde, ausgebrannt, und für mich das ist der letzte Job, in dem ich diese Hölle mitmache.

Vielleicht ist es wahnsinnig.

Ein bisschen.

Aber es funktioniert. Irgendwie.

Tat es im letzten Semester schließlich auch.

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