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  • B.A. in Prokrastination

    Ein bisschen schmunzeln musste ich schon, als ich diese Ankündigung im Forum las. Das Interview zum Thema Prokrastination kommt für mich eventuell genau zum richtigen Zeitpunkt - denn wie heißt es so schön? "Wehret den Anfängen!" Ganz so schlimm wie im Titel beschrieben ist es noch nicht, aber ich habe mich in der letzten Woche doch sehr erfolgreich mit anderen Dingen als meinem Studium beschäftigt. Da will man sich sonntags ausgiebig mit der Hausarbeit in Berufsfeldentwicklung auseinandersetzen, und schon kommt einem doch unverschämterweise das großartige Frühlingswetter in die Quere. Und wenn man sich das Gleiche für einen Abend unter der Woche vornimmt, kommt plötzlich Besuch...oder man ist nachmittags schon so müde, dass man beim allwöchentlichen Kinderturnen beinahe auf der Turnmatte einschlummert und abends höchstens noch die Wahl zwischen Netflix und Prime ansteht - aber nicht mehr die zwischen Lektion 3 und 4.   Ein bisschen was habe ich trotzdem geschafft, wenn auch viel weniger als geplant. Ich habe mich zumindest mit der Wahl meines Themas beschäftigt (es gibt 3 zur Auswahl) und auch innerhalb des Themas eingegrenzt, worüber genau ich wahrscheinlich schreiben werde. In meinem Kopf habe ich dazu auch schon eine Fragestellung, die hoffentlich wissenschaftlich genug ist, um das Thema daran aufzuhängen.
    Zunächst war ich mir bei meinem Unterthema etwas unsicher, aber ich hatte das große Glück am Dienstag die einzige Teilnehmerin beim Live-Tutorium mit unserer Dozentin zu sein und ihr daher im Anschluss noch in Ruhe ein paar Fragen dazu stellen zu können. Fazit: So ein Solo-Tutorium fühlt sich erstmal komisch an, kann aber in der Durchführung sehr angenehm sein. Und meine Fragen wurden ausführlich beantwortet, so dass ich nun weiß, dass mein Thema in Ordnung geht.    Da ich seit knapp 2 Wochen auch eine Karte für die hiesige Uni-Bibliothek besitze, konnte ich bereits online Literaturrecherche betreiben und mir einen Merkzettel mit relevantem Material erstellen. Vieles ist noch entliehen, aber man kann dort ja zum Glück das Benötigte vormerken.  Für morgen habe ich mir eine erste (ganz grobe und vorläufige) Gliederung vorgenommen, damit ich zumindest ansatzweise schon mal weiß, was alles rein soll - und ich mich nicht in der Literatur verzettele. Hinzufügen und Umstellen kann ich das Ganze ja immer noch.
    Keine Ahnung, ob das der richtige Ansatz für eine Hausarbeit ist - ich übe ja noch...😁   Den größten Schrecken hat das Ganze zumindest mit der Eingrenzung des Themas schon verloren, ich habe jetzt eher das Gefühl, dass ich das schon irgendwie hinkriege und sogar richtig Lust darauf. Mal sehen, wie lange! 
    Ich werde weiter berichten - da müsst ihr jetzt durch. 😜   Allen ein angenehmes Wochenende! 
       

    Anyanka
    Anyanka
    Chaos und Kuchen (und der Weg zum Bachelor)

    Testpsychologie und Master Begleitkolloquium!

    Hallo liebe Blogleser,   eine weitere schwierige Hürde ist nun auch genommen! Die Kombiklausur, mit Testpsychologie/Diagnostik, habe ich mit einer 2.7 bestanden. Der genaue Titel des Moduls lautete:     Damit bin ich mehr als zufrieden, nachdem beim letzten Prüfungsdurchgang der überwiegende Teil der Teilnehmer durchgefallen war.   Somit wäre im Best Case jetzt meine Abschlussnote eine 1,4. Im Worst Case eine 2,8 (vorausgesetzt, ich bestehe die vier noch ausstehenden Prüfungen). Aber selbst mit dem Worst Case wäre ich vollkommen zufrieden!   Nachdem ich nun die Master-Thesis fertiggestellt habe, kann ich auch noch kurz vom Begleitkolloquium berichten, zu dem ich eine Einladung von meinem Betreuer erhalten hatte:     Teilgenommen hatten dort, neben mir und einer weiteren Masterandin, zukünftige Masterdinnen, die mir kritische Fragen stellen durften. Die Veranstaltung war auch für mich ganz hilfreich, da ich dort mehrere Dinge für meine Arbeit präzisieren konnte.   Aber jetzt geht es erstmal in meinem Wahlpflichtmodul "Prävention in verschiedenen Lebensabschnitten: Klinisch-psychologische und psychosoziale Aspekte" weiter. Dort ist nämlich heute von 9.00-16.30h Präsenz angesagt ;-)   So long... Euer Forensiker

    Forensiker
    Forensiker
    PsyMaster 1

    Pendeln zur Hochschule = Weltreise?

    Dass wir Fernstudenten sind, hat ja in der Regel seine Gründe. Die meisten können nur so den Spagat zwischen Alltag und Wissenschaft schlagen. An der PFH hatte ich mich ursprünglich wegen des klinischen Schwerpunktes im Fernstudium angemeldet, der dann aber überraschend zurückgesetzt wurde. Früh wurde dann bekannt, dass es den klinischen Schwerpunkt als Campusvariante geben wird und wir, zu gewissen Bedingungen (da zulassungsbeschränkt) an diesem teilnehmen können. So eine wirkliche Wahl hatte ich nicht direkt: Kein klinischer Schwerpunkt = keine Möglichkeit, Psychotherapeut in Ausbildung (PiA) zu werden, wozu ja auch der KJP zählt (die Kinder-/Jugend-Variante). Darum war mir schon klar, dass ich auf jeden Fall bei den klinischen Blöcken für den Master-Schwerpunkt dabei sein will. Das Problemchen an der Sache ist natürlich, dass 1 ganze Woche vor Ort (in Göttingen) sein muss. 

    Wie aber macht man das in Elternzeit, 2 kleinen Kindern und einem kleinen Job (der natürlich genau dann Anwesenheit erfordert, wenn das Blockseminar losgeht?) Vielleicht für alle, die sich eine ähnliche Frage stellen. 

    Ich hatte mich schon relativ früh ganz bewusst für das tägliche Pendeln entschieden, bin also nicht vor Ort geblieben. Der Gedanke war, rechtzeitig zu Hause zu sein um noch ein bisschen Familienzeit einzurichten. Göttingen ist 250 km weit weg und bedarf auf dem Hin- und Rückweg leider genau 6 Zügen - klingt erstmal abturnend und sehr unsicher, war es aber im Endeffekt gar nicht. 

    Zunächst mal musste folgendes abgeklärt werden:
    - Mein Mann musste Urlaub nehmen. Zum Glück waren das nur 3 Tage, weil 2 Tage ja über das Wochenende gingen. Damit war die Kinderbetreuung geregelt. Wenn er keinen Urlaub bekommen hätte? Das wäre schon kniffeliger geworden, weil wir auf kein Großelternpaar zurückgreifen können. Es gibt aber bei meinem Mann an der Arbeitsstelle eine Betriebskita, die auch externe Kinder betreut, wenn es sich um solche Notfälle handelt. 
    - Für die Redaktionssitzung am Arbeitsplatz, zu der ich hätte erscheinen müssen, konnte ich jemand anderes schicken, der dann für mich entsprechende Artikel-Ideen aufschrieb/an Land fischte. Das war abgeklärt und gar kein Problem. 
    - Wie will man die Reise antreten? Für mich ist Zug immer noch das effizienteste Mittel. 

    Der Reiseweg sah so aus:
    - Der Wecker klingelt um 4:30 - das heißt: Schlafen gehen um spätestens 9. 
    - Mit dem Bus um 5:40 zum Bahnhof fahren (am letzten Tag, dem Sonntag, musste ich da allerdings hinlaufen) 
    - Um 6:10 fährt der erste Zug nach Hamm
    - Um 6:40 der zweite Zug nach Hannover
    - Um 8:35 der dritte nach Göttingen, wo er um 9:10 eintrifft
    - Um 9:30 startete das Seminar 
    - Um 16:40 musste ich wieder den Zug nach Hannover nehmen 
    - Dort um 17:16 in den zweiten Zug umsteigen. Um 18:50 traf dieser in Hamm ein. An dieser Stelle wurde es stets kniffelig, weil da nur 4 Minuten Umstiegszeit waren. 
    - Um 18:54 fuhr der letzte Zug nach Münster und kam dort um 19:22 an. Mit dem Bus ging es wieder nach Hause. 

    Das klingt stressiger, als es ist. Eigentlich war ich nur 1-2 mal in einer Situation, bei der es echt knapp zu werden schien, aber es reichte immer. Ich fand es interessanterweise gar nicht schlimm, so viel Zug zu fahren und dauernd zu wechseln - eher mal ganz interessant. Es ist echt mal eine andere Erfahrung, zu reisen und verschiedene Leute dabei zu beobachten. 

    Ausrüstung:
    - Bahn-App, sehr wichtig. So konnte ich mir immer die Züge so zusammenstellen, wie es mir passte. Nützlich, wenn das Seminar früher fertig war. Ich brauchte sie nur für die Rückfahrt. 
    - Ein ICE-Wochenticket trug wesentlich zu meiner Entspannung bei, denn damit hatte ich komplett freie Zugwahl. Für die 2.Klasse kostet es 220€. Sitze waren mehr als ausreichend vorhanden, ich glaube, der vollste Tag war der Freitag, wo ich 1x eine Weile stehen musste. Einmal durfte ich auch in die erste Klasse, weil die zweite vollbesetzt war und in der ersten nichts mehr reserviert. 

    Energielevel:
    Ich hätte eher erwartet, dass ich vielleicht gerädert und total kaputt sein würde, gar nicht mehr aufnahmefähig. Zumal ich in meinem Eltern-Alltag eigentlich konstant Schlafmangel vor mir herschiebe und oft das Gefühl habe, dass der Schlaf nicht ausreicht. Wo sollte da die Energie für so eine Reise herkommen?
    Komischerweise war ich an diesen Tagen sehr viel wacher und energiegeladener als sonst. Als wäre man quasi in eine Art Superhelden-Modus geschaltet. Die Energie blieb beständig. Hätte ich nie erwartet. 
    Auch meine Gruppenkollegen merkten das und sahen sich inspiriert, die Reise nächstes Mal auch so durchzuziehen. 
    Ich empfand es als großes Geschenk, zu Hause noch ein bisschen Familienzeit zu haben. 

    Sänk ju vor trävälling wiz Deutsche Bahn 
    Also ich muss sagen: So ein höfliches Team von der DB habe ich lange nicht mehr erlebt. Freundliche Zugbegleiter, Zugführer, die Witzchen machten. Verspätungen gab es, teilweise auch +70 Minuten. Aber ich war zum Glück nie betroffen, was natürlich Glück sein kann. Zumindest nehme ich 5-10 Minuten nicht so ernst. Mit der freien Zugwahl kann man aber auch schnell umplanen und einfach einen anderen Zug nehmen, wenn es hart auf hart kommt.

     Kaputt/falsch war trotzdem jeden Tag etwas anderes :-) Ich habe mir mal die Mühe gemacht, für alle meine 30 Züge zu notieren, was so schief lag:

    Tag 1:
    Zug 1: Alle Toiletten im Zug ausgefallen 
    Zug 2: Reservierungsanzeigen ausgefallen. Alle Passagiere ohne Reservierung müssen in Wagen 2. Na toll, ich bin in der 10.
    Zug 3: Zug kann nicht losfahren, weil hinteres Wagenteil noch nicht da ist. 
    Zug 4: "Notarzteinsatz am Gleis" :-( Nr.1
    Zug 5: ICE fährt fast 1 Stunde mit ca. 88 km/h, Oberleitung kaputt. Ob ich mal frage, ob ich mit dem Fahrrad vorausfahre und ziehe? Wollte ja eh auch Sportpsychologie dazu wählen, und vielleicht klappt's dann ja noch mit der Bikinifigur??
    Zug 6: Fährt fast Schritttempo, denn der Zug davor kommt nicht in die Pötte. 

    Tag 2:
    Zug 1: Anderes Gleis, Zug hält auf der 10 statt der 1, 1 Minute vorher mitgeteilt.  
    Zug 2: Notbremse wird vom Zugbegleiter auf Gleis gezogen, denn in Wagen 5 steht die Tür sperrangelweit auf und das Kommunikationssystem ist ausgefallen, er kann nicht mit dem Zugführer kommunizieren, ans Handy geht er wohl auch nicht.  
    Zug 3: "Notarzteinsatz am Gleis" in Hannover, Nr.2 :-(
    Zug 4: +16 Minuten Verspätung - holt er aber mit krassem Affenzahn innerhalb von 30 Minuten auf
    Zug 5: Der Zug schleicht 1 Stunde lang, Oberleitung angeblich beschädigt. 
    Zug 6: 24 Sekunden Umstiegszeit. Sportlich!   

    Tag 3:
    Zug 1: Alle Anzeigetafeln am Bahnhof fallen aus, inklusive Lautsprecher. Mal hoffen, dass man richtig steht und der Zug nicht wieder woanders abfährt. 
    Zug 2: Reservierungsanzeigen ausgefallen. Sitz mal wieder unsicher! 
    Zug 3: Notarzteinsatz am Gleis in Hannover :-( Nr.3  Ganz schlimme Sache in Hannover, totales Chaos. Folgezug wartet.
    Zug 4: Reservierungsanzeige kaputt, Lautsprecher im Zug funktionieren nicht, WLAN haut nicht hin. 
    Zug 5: Die App jagt mir riesen Angst ein mit "Strecke gesperrt" +70 Minuten...nehme lieber mal was anderes. 
    Zug 6: Anderes Gleis. Glück gehabt, es ist gegenüber!  

    Tag 4: 
    Zug 1: Zug hat von außen falsche Anzeige, Anzeigetafel am Bahnhof auch falsch. Sehr irritierend. Da muss man sich also wohl auf seine Intuition verlassen...
    Zug 2: Die Frau mit dem Kaffeewagen kommt einfach nicht. Hatte mich auf meinen überteuerten, aber guten Bordkaffee gefreut. Pah. 
    Zug 3: Klar, wenn ich mal so dringend muss, dass ich die Bahntoilette benutzen muss, sind alle "defekt". 
    Zug 4: Zug kann nicht geteilt werden. Super ärgerlich für andere Reisende. Ich bin zum Glück nicht betroffen. 
    Zug 5: Reservierungsanzeige kaputt - wird aber alles erstaunlich diplomatisch gelöst.
    Zug 6: Wegen unerwarteten Krankheitsfällen Personalmangel und damit kein Service. Na ja!

    Tag 5:
    Zug 1: Ist früher als gedacht bei den einzelnen Haltestellen, schafft es aber in der Summe trotzdem, zu spät zu sein!
    Zug 2: Kommt mit 15 Minuten Verspätung, schiebt aber im Anschluss so einen Affenzahn, dass ich fast im Sitz klebe und am Ende nur noch 2 Minuten Verspätung draus geworden sind. 
    Zug 3: Lautsprecher im Zug kaputt, Servicemitarbeiter gehen von Wagen zu Wagen, um alles durchzurufen. 
    Zug 4: Ich bin früher fertig und nehme einen Zug, der 70!!Minuten Verspätung hat - für mich ist er trotzdem früher da, als mein regulärer.
    Zug 5: Oberleitungsschaden, langsame Fahrt. Kann nicht in Wuppertal halten wegen eines Erdrutsches(!!) und will nun eine komplett andere Strecke fahren. Zum Glück erst nach meiner Haltestelle.
    Zug 6: Abgesehen davon, dass hier nur genervte Leute unterwegs zu sein scheinen, ist hier tatsächlich kein Vorfall zu verzeichnen :-) 

    LG

    Feature Foto: Pexel.com

     

    Vica
    Vica
    M.Sc. Psychologie - auf dem Weg zum KJP 4

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