Abitur für Chaoten

Über diesen Blog

Schafft man es, sein Abitur im Wege eines Fernstudiums nachzuholen, wenn man seit rund 16 Jahren daran herumgedoktert hat? Dieser Blog begleitet eine absolute Chaotin dabei, doch noch ihre Ziele zu erreichen. Im besten Fall gibt er anderen Interessenten Mut, es trotz widriger Umstände zu wagen, egal, wie lange es dauert.

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Lebenlernen

Neue Lernmethode (neu für mich)

Einen wunderschönen Guten Morgen an alle Interessierten,

 

wie versprochen möchte ich euch heute erzählen, wie das Lernen bei mir künftig (hoffentlich) funktionieren wird. Der wichtigste Punkt ist sicherlich, dass Zeit bei mir keine Rolle mehr spielt. Die vergangenen 16 Jahre kann ich ohnehin nicht aufholen und ich möchte mich einfach nicht mehr unter Druck setzen. Meine Priorität liegt heute eindeutig beim Verinnerlichen der Lerninhalte, vollkommen unabhängig davon, wie lange es dauert.

 

Ich habe ja schon lange hier auf der Seite gestöbert und bin auf einen Beitrag von chilli gestoßen (Hier nachzulesen). Von dieser Methode hatte ich zuvor noch nie etwas gehört, auch wenn chilli natürlich Recht hat und man Teile davon beim lernen ganz automatisch anwendet. Ich habe die Vorgehensweise der Lernmethode PQ5R mal für mich etwas verkürzt dargestellt und werde sie an mein Whiteboard hängen. Für alle, die es interessiert:

 

 

Lernmethode PQ5R

 

1. P wie Preview

 

      • Inhaltsverzeichnis überfliegen
      • Text überfliegen
      • sich auf den Text einstimmen

 

2. Q wie Question

 

      • Kontrollfragen vorhanden? Durchlesen!
      • Eigenformulierung von Fragen anhand der Überschriften und Unterpunkte
      • Bsp.: Wer? Wann? Wie? Wo? Wieviele? Warum?

 

3. R wie Read

 

      • o.g. Fragen durch Lesen beantworten
      • Text lesen, erkunden, bearbeiten
        • farblich markieren
        • unterstreichen
        • hervorheben
        • kommentieren
        • nachschlagen
        • zusammenführen (z.B. durch Pfeile)
        • usw.
      • Zusammenhänge erkennen
      • Wichtiges erkennen
      • Unstimmigkeiten? Offene Fragen? Notieren!

 

4. R wie Record

 

      • Fragen schriftlich beantworten.
      • Aufzeichnen der wichtigen und neuen Erkenntnisse aus dem Text
      • eigene Erkenntnisse notieren
      • Schlussfolgerungen und eigene, selbst erlebte Beispiele notieren (Mind Map?)
      • Lernkarten, Mind Maps, Skizzen erstellen (je nach Typ)
      • Neue Fragen? Notieren und Antworten finden!

 

5. R wie Recite

 

      • Gelesenes rekapitulieren
      • Text beiseite legen
      • Inhaltsverzeichnis oder Glossar heranziehen und zu jedem Punkt selbständig einen Zusammenhang ausformulieren
      • Neue Fragen? Notieren und Antworten finden!

 

6. R wie Review

 

      • Gelerntes und Verstandenes ordnen
      • semantische Fehler überprüfen und ausbessern
      • Text erneut lesen
      • Neue Erkenntnisgewinne? Neue Zusammenhänge? Notieren!
      • Neue Fragen? Notieren und beantworten.
      • Sämtliche bisherigen Fragen? Beantworten!

 

7. R wie Reflect

 

      • Gedanken zum Thema treiben lassen
      • Warum ist etwas wichtig, warum unwichtig? Nachdenken!
      • Fragen beantworten wie:
            • Was bedeutet der Text im Allgemeinen für das betroffene Umfeld?
            • Wie kann man (ich?) das Gelernte anwenden?
            • In welchem Zusammenhang steht das Gelernte mit bereits vorhandenem Wissen?
            • Gibt es andere Quellen, die mir den Zusammenhang verständlicher machen können?
      • Sekundärliteratur erforderlich? Besorgen!
      • Inhalt sollte jetzt vollständig verstanden sein.
      • Regelmäßige Wiederholungen mit Hilfe der eigenen Aufzeichnungen.
      • Wann immer sich neue Fragen oder Erkenntnisse ergeben: Notieren!

 

Diese Methode möchte ich in den Fächern Deutsch, Geschichte, Geographie, Biologie und Chemie anwenden. Bei den 2 Sprachen werde ich sie für den grammatischen Teil nutzen und zusätzlich natürlich Vokabeln lernen, englischsprachige Bücher lesen und Sendungen anhören. In Mathe scheint mir die Methode erst einmal nicht wirklich nutzbar zu sein, bis auf wenige Ausnahmen. Hier werde ich schlicht üben, üben, üben...

 

Es lohnt sich, den Originalbeitrag von chilli zu lesen, da hier vieles sehr viel besser und ausführlicher erklärt wird als bei meiner kurzen Zusammenfassung, die ich ja eigentlich nur für mich erstellt habe. 

 

Mein Plan sieht nun folgendermaßen aus:

 

Die Fächer Mathematik, Englisch und Latein stehen jeden Tag auf dem Stundenplan. Die übrigen Fächer werde ich Heft für Heft nach der o.g. Methode bearbeiten. Und so hoffe ich, dass ich die Inhalte gleich so gut verinnerliche, dass in ferner Zukunft, wenn es dann wirklich einmal Richtung Prüfung gehen sollte, wirklich nur noch üben, vertiefen und sicher werden muss. 

 

Und wenn mal etwas dazwischen kommt? Tja, dann ist das eben so. Ich stehe ja zum Glück nicht unter Zeitdruck :-)

 

Ach ja, fast vergessen: Ich habe vor, die Einsendeaufgaben unter Prüfungsbedingungen zu schreiben. Das bedeutet, dass ich definitiv nicht nachschlagen werde und die angegebene Zeit beachte. Bin ich nach Ablauf der Zeit nicht fertig, würde ich das genauso dem Fachlehrer mitteilen. Natürlich bearbeite ich die Einsendeaufgaben grundsätzlich vollständig, aber ich werde vermerken, bei welcher Aufgabe die Zeit abgelaufen ist und wie lange ich danach noch für den Rest gebraucht habe. Mal schauen, ob die Fachlehrer das dann so bewerten, wie es real auch wäre oder ob dennoch die gesamte EA bewertet wird. Das werde ich dann natürlich auch im Blog mitteilen.

 

So, nun mache ich mich mal daran, endlich zu starten. Euch auch einen erfolgreichen Start in die neue Woche.

lebenlernen

 

 

Lebenlernen

Alles auf Neu

Zum Start ins neue Jahr wünsche ich allen erst einmal ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr. Ich selbst möchte gleich heute mit meinem neuen Plan starten. Dieses Mal soll es ja schließlich auch etwas werden mit meinem Abi-Projekt.

 

Bislang habe ich das Abitur immer als Zwischenziel und nicht als Hauptziel gesehen und mir keine weiteren Zwischenziele bis dahin gesetzt. Ich ermittelte also zunächst mal die Anzahl der zu bearbeitenden Hefte, rechnete die Hefte pro Fach zusammen und anschließend sogar noch die Seiten pro Heft. Das alles zusammengerechnet ergab dann schon ein recht hohes Gesamtvolumen. Die Motivation ließ dann auch immer schnell nach, zumal ich die täglich zu bearbeitenden Seiten pro Fach in dem von mir gesetzten Zeitrahmen vermutlich unmöglich hätte schaffen können bei meinem zusätzlich zu bewältigenden Alltag. Versuchen wir es also einmal ganz anders.

 

Ich habe mir vorgenommen bei diesem neuen Versuch zunächst einmal als erstes Zwischenziel die Sekundarstufe 1 abzuschließen. Soweit bin ich nämlich noch nie gekommen. Das wäre für mich persönlich also ein echter Fortschritt und weiter will ich zu Beginn auch gar nicht planen. Es gibt ja, wenn ich mich recht erinnere, nach Abschluss der Sekundarstufe 1 die Möglichkeit, eine Art Zwischenprüfung zu schreiben. Das möchte ich auf jeden Fall ohne Nachschlagen und innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens auch tun, um herauszufinden, wie sicher der Stoff der Sekundarstufe 1 wirklich sitzt oder ob ich mein Lernen in Sekundarstufe 2 noch deutlich optimieren muss. 

 

Meine acht Prüfungsfächer habe ich bereits gewählt. Diese sind:

 

  • Biologie
  • Chemie
  • Deutsch
  • Mathematik
  • Englisch
  • Latein
  • Geschichte
  • Geografie

 

Und da ich in dieser Hinsicht ein kleiner Fetischist bin, rechne ich mir natürlich trotzdem zusammen, was ich bis zum Abschluss der Sekundarstufe 1 noch bearbeiten muss :-). In Biologie und Chemie sind zum Glück nur noch jeweils 3 Hefte übrig, in Deutsch sind es ebenfalls noch 3 Hefte, allerdings kommt hier noch diverse Zusatzlektüre hinzu. In Mathematik habe ich erst 4 Hefte bearbeitet, so dass noch stattliche 12 Hefte übrig sind, um die Sekundar 1 abzuschließen. Wahnsinn :-), aber ok. Ist zu schaffen. In Englisch habe ich noch gar nichts gemacht, weil mir einfach die Ruhe für den Kurs gefehlt hat. Es sind also noch 20 EAs zu machen. Nun will ich es mal mit Kopfhörern versuchen. Das mit den Nachsprechen ist dann zwar so eine Sache, weil vermutlich der Großteil meiner Familie vor Lachen auf dem Boden liegt, aber gut. Trage ich wenigstens etwas zu einem fröhlichen Klima innerhalb der Familie bei ;-). Latein = Englisch - ich habe noch nichts gemacht. Fällige EAs = 6, also noch im Rahmen. In Geschichte sind noch 5 Hefte offen und in Geografie gar keins, da das Fach ja erst ab Sekundar 2 beginnt. 

 

Ich habe jetzt also 52 Hefte bzw. EAs zu schaffen, um mein 1. Teilziel, nämlich die Sekundarstufe 1 abzuschließen, zu erreichen. Die einzelnen Seiten zähle ich nicht mehr zusammen, denn es bringt einfach nichts, sich die täglich zu lernenden Seiten auszurechnen. Ich will nämlich nicht eine bestimmte Anzahl Seiten lesen, sondern eine bestimmte Menge Stoff im Hirn verankern. Da ist meine bisherige Herangehensweise wirklich nicht hilfreich gewesen.

 

Aufgrund der von HAF gewährten Pause läuft meine Betreuungszeit noch bis 02/2019. Da Zeitdruck in der Vergangenheit mein Motivationskiller Nr. 1 war, will ich mir diesen Druck jetzt nicht mehr machen. Wenn man bedenkt, seit wie vielen Jahren ich das Abi machen will, wäre es auch ziemlich lächerlich, der Zeit jetzt noch eine herausragende Bedeutung einzuräumen :-). Es wäre zwar schön, wenn ich die Hefte innerhalb der ersten 6 Monate dieses Jahres bearbeiten könnte, es ist aber auch nicht schlimm, wenn ich länger brauche. Man kann die Betreuungszeit gegen Bezahlung ja nach Bedarf verlängern. Stress mache ich mir hier nicht mehr. Und knapp 9 Hefte im Monat (das wären ja immerhin mehr als 2 Hefte pro Woche) klingen meiner Erfahrung nach (in meiner Situation) auch nicht realistisch. Also wird dieses Ziel so auch nicht gesetzt.

 

Wie genau ich jetzt vorgehen möchte, erzähle ich im nächsten Blogbeitrag. Dazu muss ich nämlich ein wenig ausholen, aber ich kann schon verraten, dass ich die künftige Bearbeitungsweise, die mir sehr vielversprechend klingt, hier aus dem Forum habe ;-).

 

Also, ich wünsche euch allen ein wirklich tolles neues Jahr.

Lebenlernen 

 

 

 

 

Lebenlernen

Kurze Vorstellung oder Der (wiederholte) Beginn

Hallo, liebe Leser,

 

nachdem ich mein reguläres Abi vor vielen, vielen Jahren aufgrund einer Risikoschwangerschaft abbrechen musste, entschloss ich mich im Jahre 2000 dazu, es als Fernabitur zu machen. Wie ihr am Datum seht, war es damals nicht erfolgreich :-). Finanzielle Probleme verhinderten ein Weitermachen. Also Pause. Ich meldete mich noch drei weitere Male zum Abi an verschiedenen Fernschulen an. Immer mit demselben Ergebnis. Es war zu zeit- und kostenintensiv und mir gelang es nie, das erste Motivationstief hinter mir zu lassen.

 

Das einzige, das ich zwischenzeitlich schaffte, war eine Ausbildung im Fernstudium, die ich auch abschloss. Seitdem verdiene ich auch richtig gutes Geld. Es lohnt sich also definitiv, sich im Fernstudium wie auch immer weiterzubilden. Mein Ziel war jedoch seit jeher das Abitur zu machen. Im Laufe der Jahre kamen jedoch viel zu viele Kinder, lange Arbeitszeiten und der schlichte Alltag dazwischen. 2013 wollte ich es noch einmal wissen und meldete mich bei der HAF an. Was Betreuung und Inhalte angeht bislang die beste Wahl. Dennoch habe ich seit 2013 erst 20 Einsendeaufgaben eingereicht, also nur rund 14% geschafft. Der Alltag...:-)

 

Nun, kurz vor Ende des Jahres 2016 möchte ich mich mal ein bisschen am Riemen reißen. Ich bin so ein typischer Einzelkämpfer, rede nicht gern über mich oder das, was ich tue. Daher ist es schon eine Herausforderung für mich, diesen Blog zu starten. Es besteht immerhin die Gefahr, dass ich endlich einmal ehrlich zu mir selbst sein muss. Nachdem ich jedoch seit langer Zeit hier und in anderen Foren und Blogs zum Thema lese, dachte ich mir, dass so ein Blog schon der nötige "Tritt in den Hintern" sein könnte, den ich so dringend brauche.

 

Doch egal, ob hier überhaupt jemand mitliest und darauf reagiert oder ich hier Selbstgespräche führe: Ich bin gewillt, diesen Blog zu füllen, meine Fortschritte zu dokumentieren und so vielleicht endlich auch das Ziel zu erreichen: Mein Abitur zu machen.  Für den Anfang wars das. Sobald ich mit den ersten Schritten weitergekommen bin, schreibe ich hier den nächsten Beitrag.

 

Bis dahin wünsche ich allen Lernenden viel Erfolg und Motivation.

Lebenlernen